• Türkische Verlobungsfeier

    Es ist generell schwierig, von bestimmten Ritualen einer türkischen Verlobungsfeier zu sprechen, da es davon abhängt, wie traditionell diese ausfällt. Moderne Verlobungsfeiern bzw. Hochzeiten entsprechen zumeist westlich geprägten Varianten, mit Elementen wie z.B. dem Brautstraußwerfen, Polterabend usw. Teilweise werden traditionelle Elemente wie z.B. Henna integriert.

  • Stärk‘ antrinken

    „Stärk antrinken“ bezeichnet einen Brauch, der in Oberfranken und in den angrenzenden Regionen verbreitet ist. In der Regel trifft man sich am Vorabend des 6. Januars im Familien- oder Freundeskreis, um sich gemeinsam Stärke – im Volksmund „Stärk“ – für das neue Jahr anzutrinken. Unter „Stärk“ wird Kraft und Gesundheit verstanden. Weitere Informationen hierzu gibt […]

  • Infos Jugendweihe

    Die Jugendweihe ist ein feierliches Aufnahmeritual, das den Übergang vom Jugend- zum Erwachsenenalter markiert. Da hierzu keine konkrete Frage gestellt wurde, sei allgemein auf einschlägige Literatur verwiesen: Meier, Andreas: Die Jugendweihe einst und jetzt. Der Dativ fehlt. In: Jahrbuch für Volkskunde 23 (2000), S. 95-118. Meier, Andreas: Jugendweihe. Eine freidenkerische Alternative in der DDR. In: […]

  • Sauerkrautessen an Neujahr

    Nach abergläubischen Vorstellungen sollten bestimmte Neujahrsspeisen im folgenden Jahr von Geldsorgen befreien. Hierzu zählten beispielsweise Linsen – wegen ihrer Ähnlichkeit mit kleinen Kupfermünzen -, aber auch Sauerkraut, dessen lange Fäden dafür sorgen sollten, dass möglichst lange Zeit Geld im Portemonnaie blieb.

  • Bonfire Night

    In englischsprachigen Ländern sind unterschiedliche bonfire nights, also Nächte, in den Freudenfeuer angezündet werden, überliefert. Am bekanntesten ist der Termin am 5. November, der alljährlich in Großbritannien gefeiert wird. Er geht zurück auf ein Sprengstoffattentat, das englische Katholiken 1605 auf den protestantischen König Jakob I. und das Parlament in London verüben wollten. Der Anschlag konnte […]

  • Gruselclowns / Horrorclowns

    Grusel- oder Horror-Clowns treten in den USA und einigen anderen Staaten seit mehreren Jahren, in Deutschland dagegen erst seit heuer auffällig in Erscheinung. Ihre Vorbilder finden sich vornehmlich in Film und Literatur, etwa in den Figuren des Jokers (Gegenspieler von Batman)und des Clowns Pennywise in Stephen Kings Horrorroman „Es“. Besonders häufig sind sie in den […]

  • Wasserholen im Erzgebirge

    Der Begriff „vierter Heiligabend“ ist Dr. Brauch nicht bekannt. Vermutlich meint der Fragende damit die sogenannten „Heiligen Nächte“ bzw. „Rau(h)nächte“ zwischen Heiligabend und Heiligdreikönig. Diese zwölf Tage bzw. Nächte waren früher jedenfalls mit zahlreichen abergläubischen Vorstellungen verbunden. Unter anderem glaubte man einen Blick in das kommende Jahr werfen oder den zukünftigen Ehepartner erkennen zu können, […]

  • Haferl über Zaunpfosten

    In der volkskundlichen und biographischen Literatur finden sich aus verschieden Gebieten Mitteleuropas Belege dafür, dass Töpfe, Krüge, Schüsseln, Einweckgläser oder sonstiges Geschirr zum Trocknen auf Zaunlatten gesteckt wurden. Ein Bezug zu Bräuchen, abergläubischen Vorstellungen o.ä. ist uns hierbei jedoch nicht bekannt.

  • Chinesisches Neujahrsfest

    Der Neujahrstag, dessen Termin nach dem traditionellen chinesischen Lunisolarkalender berechnet wird, fällt auf einen Neumond zwischen dem 21. Januar und dem 21. Februar. Das Jahr des Affen begann heuer am 8. Februar 2016. Im Jahr 2017 beginnt das Chinesische Neujahrsfest am 28.01. im Zeichen des Hahns.  (gestellt am 12.2.16 08:28)

  • Huberdutzeln

    Also uns selbst sagt dieser Brauch nichts. Wir haben die Frage jetzt aber frei gegeben und würden darum bitten, uns eine Antwort an info@brauchwiki.de  zukommen zu lassen. Wir sind gespannt auf Ihre Antworten!

  • Weißwurst als Brauch

    Am 21.07.2011 schlug Dr. Brauch eine Definition für den Begriff „Brauch“ vor. Darin sind maßgebliche Kriterien zur Kennzeichnung von Bräuchen enthalten. Da die Grenzen zwischen Bräuchen und anderen Bereichen menschlichen Handelns und Verhaltens durchlässig sind, ist das Portal brauchwiki aber auch offen für regionalkulturelle Phänomene wie das Weißwurstessen, auch wenn es sich dabei tatsächlich nicht […]

  • Verbrennung von Klavier

    Dieser Brauch geht auf die Einsätze des 1. Weltkrieges zurück. Dort wurden die Flieger als Elite der Streitkräfte oft in stattlichen Anwesen einquartiert. Bei der Verlegung der einzelnen Staffeln hin zu einem neuen Standort wurde wertvolles Inventar oftmals mitgenommen, das sperrige Klavier wurde allerdings aus Ermangelung an Transportkapazitäten verbrannt.

  • Termin Sonnwendfeuer / Johannistag

    Seit dem Frühmittelalter bemühte sich die Kirche den herausragenden Jahreslauftermin der astronomischen Sonnenwende (21. Juni) in das Johannisfest (24. Juni) zu integrieren. Dies hatte u.a. zur Folge, dass Sonnwend- und Johannisfeiern seither nicht nur an den jeweiligen Kalendertagen stattfinden, sondern innerhalb einer größeren Zeitspanne (überwiegend zwischen 20. und 26. Juni) fluktuieren. Näheres hierzu sowie zu […]

  • Ei im Kinderwagen

    Das Ei gilt in verschiedenen Kulturkreisen als ein Symbol für das (erwachende) Leben, man denke beispielsweise an den Zusammenhang von Osterei und Auferstehung. In diesem Sinne wurden Eiern auch schützende und/oder heilende sowie glücksbringende und/oder kraftspendende Wirkungen zugesprochen. Im speziellen Hinblick auf Kinder zeigt sich dies in verschiedenen Bräuchen. Belegt ist beispielsweise, dass der/die Taufpate/in […]

  • Türkische Speisen in der Nachbarschaft

    Die türkische Kultur ist traditionell von großer Gastfreundschaft gekennzeichnet. Dem gemeinsamen Essen wird hierbei eine zentrale Bedeutung beigemessen. Dass Ihnen vorwiegend gekochte Speisen angeboten wurden, hat – auch nach Auskunft von türkischen Kulturverbänden – keine spezielle Bedeutung. Ein aufwendig zubereitetes, warmes Gericht darf wohl eher als Zeichen der Aufmerksamkeit und Wertschätzung verstanden werden, abgesehen davon, […]

  • Erstausstattung Erstkommunion

    Die Kerze ist fester Bestandteil der kirchlichen Feier der Erstkommunion. Ob zudem ein Gotteslob benötigt wird, sollte mit der betreffenden Pfarrei abgesprochen werden, da evtl. Lieder gesungen werden, die nicht in diesem Gesangbuch stehen. Erstkommunionkinder erhalten zwar häufig Rosenkränze, Kettchen mit Kreuzanhänger, Engelsfiguren o.ä. Gegenstände als Geschenk, in der Kirche „erforderlich“ sind sie aber nicht. […]

  • Engele Brauch

    Eine weitere kurze Beschreibung des Engele-Brauches in Kaufbeuren findet sich in den Kaufbeurer Geschichtsblättern, Bd. 7 (1975), S. 112-113. Er könnte in Zusammenhang mit evangelischen Adventsspielen stehen, bei denen der Verkündigungsengel Gabriel eine zentrale Funktion spielte (vgl. hierzu Moser, Dietz-Rüdiger: Bräuche und Feste im christlichen Jahreslauf, Graz u.a. 1993, S. 77-78). Zur tatsächlichen Klärung der […]

  • Termin Freinacht links und rechts des Lechs

    Zu beiden Seiten des Lechs ist die Nacht auf den 1. Mai der übliche Freinachttermin. Östlich des Lechs sind zudem Freinächte vor dem Georgitag (23. April) und vor dem Ostersonntag regional verbreitet. Eine Freinacht zum 1. April ist uns nicht bekannt.

  • Chanukka-Fest

    Das Chanukka-Fest ist ein acht Tage dauerndes, jährlich gefeiertes jüdisches Fest zum Gedenken an die Wiedereinweihung des zweiten Tempels in Jerusalem im Jahr 164 v. Chr. Es beginnt jeweils am 25. Tag des Monats Kislew (November/Dezember). Chanukka versteht sich primär als häusliches Fest, d.h. Familie und Freunde treffen sich um gemeinsam das Fest zu feiern. […]

  • Jüdische Hochzeitsbräuche

    Die jüdische Hochzeit wird oftmals auch Chuppa genannt, nach dem gleichnamigen Traubaldachin, der bei den Hochzeiten als Requisit eingesetzt wird. Dieser stellt ein wichtiges Requisit während der Zeremonie dar, da jüdische Hochzeiten im Freien stattfinden und unter dessen Schutz sich das Brautpaar und der Rabbiner befinden. Jüdische Hochzeitsbräuche sind regional differenziert (ähnlich wie bei z.B. […]

  • Jugendweihe in verschiedenen Kulturen

    Die Jugendweihe gilt als Übergangsritus zwischen Jugend und Erwachsenenalter. Außerhalb Deutschlands wird sie vor allem in skandinavischen Ländern, Österreich und der Schweiz zelebriert. Dabei lässt sich keine komplette Deckungsgleichheit im Handlungsablauf feststellen. Die Feierlichkeiten beruhen auf lokal-kulturellen Unterschieden: so wird in Norwegen und Schweden anstatt der „Jugendweihe“ eine „Humanistische Konfirmation“ begangen, in Österreich und der […]

  • Brot und Salz bei Einzug

    Den Brauch, Brot und Salz als Willkommensgeschenk zu geben, gibt es nicht nur in ganz Deutschland, sondern auch in vielen anderen Kulturkreisen. Die hohe Bedeutung dieser Grundnahrungsmittel wird bereits in der Bibel betont, beispielsweise im Vaterunser („Unser tägliches Brot gib uns heute“), im Johannes-Evangelium („Ich bin das Brot des Lebens“) und im Matthäus-Evangelium („Ihr seid […]

  • Rumänische Willkommensbräuche

    Einen speziellen Willkommensbrauch scheint es in Rumänien nicht zu geben. Jedenfalls ist weder Dr. Brauch ein solcher bekannt, noch wussten ein rumänisches Konsulat sowie rumänische Kultureinrichtungen eine Antwort darauf zu geben. Anderweitige Informationen bitten wir Dr. Brauch mitzuteilen.

  • Ursprung und Alter von Bräuchen

    Die Gründe für die Entstehung von Bräuchen steht in wesentlichem Zusammenhang mit ihren sozialen und funktionalen Dimensionen. Hierauf hat Dr. Brauch bereits in früheren Antworten (z.B. am 29.11.11 und 17.01.12)verwiesen. Das Alter von Bräuchen kann sehr unterschiedlich sein. So gibt es einerseits christliche Bräuche, deren Wurzeln fast 2000 Jahre zurückreichen, andererseits aber auch Bräuche, die […]

  • Wieso gibt es den Maibaum-Brauch?

    Die Frage nach einem „Warum“ ist bei dem Maibaum-Brauch tendenziell schwierig zu beantworten, da mehrere Brauch-Elemente eine wichtige Rolle für dessen Ausübung spielen. Der Maibaum-Brauch ist in einen historischen Kontext zu Pfingstfest zu setzen und fungiert als Frühlingsbrauch. Die heutige Verbreitung des Brauches entstammt v.a. national-romantischen Bewegungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts, die darin ein […]

  • Lieder zur Büchsenmacherei

    Informationen über den – nicht nur oberpfälzischen, sondern auch oberbayerischen – Rügebrauch der „Büchsenmacherei“ finden Sie in folgendem Aufsatz: Weid, Inge: Zur Büchsenmacherei. Anmerkungen zu einem Rügebrauch. In: Alzheimer, Heidrun u.a. (Hgg.): Bilder – Sachen – Mentalitäten. Arbeitsfelder historischer Kulturwissenschaften; Wolfgang Brückner zum 80. Geburtstag. Regensburg 2010, S. 741-752. Zu dem Brauch passende Liedtexte hält […]

  • Sonderurlaub Schützenbruderschaft

    Dr. Brauch ist kein Jurist und maßt sich daher nicht an, auf diese diffizile Frage eine juristisch verbindliche Antwort geben zu wollen. Nach der „Verordnung über den Sonderurlaub für Bundesbeamtinnen, Bundesbeamte, Richterinnen und Richter des Bundes“ (www.gesetze-im-internet.de/surlv/BJNR009020965.html), die auch in Bayern weitgehend angewendet wird, besteht für den genannten Anlass wohl kein Anspruch auf Sonderurlaub, zumal […]

  • Jakobitag

    Der Jakobitag/Jakobstag (25. Juli), der Gedenktag für den Apostel Jakobus d.Ä., dessen angebliches Grab in der spanischen Stadt Santiago (= Sankt Jakob) de Compostela zu den meist besuchten Wallfahrtszielen Europas zählt (ca. 200.000 Pilger im Jahr 2011), war schon im Mittelalter ein bedeutender christlicher Festtag. Er war – und ist teilweise bis heute – verbunden […]

  • Tanzzeichen

    Tanzzeichen sind kleine, meist gebastelte oder kunsthandwerklich gefertigte Gebilde (z.B. Figuren, Geflechte, Blumensträußchen oder Gegenstände wie Herzen, Blätter oder Musikinstrumente) aus unterschiedlichen Materialien (z.B. Holz, Textilien, Papier, Blech, Salzteig), die bei Volkstanzveranstaltungen anstatt Eintrittskarten an die Teilnehmer vergeben werden. In der Regel sind die Tanzzeichen mit einem Bändchen versehen, damit sie am Knopf(loch) befestigt und […]

  • Julkeule

    Leider ist uns keine (deutschsprachige)Literatur bekannt, die über die „Julkeule“ berichten würde. Reinsberg-Düringsfeld hat den Hinweis übrigens wortwörtlich aus Ernst Moritz Arndts autobiographischem Werk „Reise durch Schweden im Jahr 1804“ übernommen. Bereits bei ihm findet sich die Formulierung „war vormals wichtig“ sowie die Ergänzung „noch an manchen Orten“ ausgeübt, woraus zu schließen ist, dass der […]

  • Christkindl Anschießen

    Als „Christkindl-Anschießen“ bezeichnet man das traditionelle Böllerschießen an den Tagen vor Weihnachten oder auch an Heiligabend. Es soll damit weithin hörbar die Geburt Christi verkündet werden. Mancherorts ist der Brauch von Blasmusik (dem sog. „Christkindl anblasen“) begleitet. Das Böllerschießen an den nachfolgenden Feiertagen wird dagegen meist „Weihnachtsschießen“ genannt. Der Brauch ist vor allem im oberbayerisch-österreichischen […]

  • Mittelfränkische Neujahrsbräuche

    Spezielle mittelfränkische Silvester- oder Neujahrsbräuche, die zur Zeit noch gepflegt werden, sind nicht bekannt. Einzig in Schwabach soll es bis in die 1980er Jahre das sog. „Gassenfeuer“ gegeben haben.In der dortigen Königstraße gab es eine Metzgerei; die dort beschäftigten Metzgergesellen haben an Silvester gegen 20 Uhr ein Feuer angezündet. Etwa zwei Stunden später haben sie […]

  • Eintritt bei Weihnachtsmärkten

    Nach meiner Kenntnis sind es nur wenige privatwirtschaftlich betriebene Weihnachtsmärkte, bei denen Eintritt verlangt wird, alle anderen können dagegen ohne Gebühren besucht werden. Grundsätzlich ist bei allem Verständnis für Ihre persönliche Situation aber zu bedenken, dass jeder Markt (von lat. mercatus = Handel) zu einem maßgeblichen Teil kommerzielle Zielsetzungen verfolgt (so er nicht ausdrücklich sozialen, […]

  • Ursprung bayerischen Brauchtums

    Die zahllosen in Bayern verbreiteten Bräuche stehen in so unterschiedlichen kulturgeschichtlichen Zusammenhängen, dass eine pauschale, allgemeingültige Antwort auf die Frage nach ihrer Herkunft schlichtweg unmöglich ist. Grundsätzlich kann jedoch festgehalten werden, dass die insbesondere seit dem 19. Jahrhundert verbreitete Tendenz, Bräuche auf vorchristliche (meist germanische oder keltische) Wurzeln zurückzuführen, aus heutiger Sicht wissenschaftlich nicht haltbar […]

  • Klopfergehen

    Bis ins 20. Jahrhundert hinein waren sogenannte Heischebräuche stark verbreitet, bei denen Kinder oder Bedürftige von Haus zu Haus zogen und – meist in Form eines Liedes, Gedichtes oder Spruches – um eine kleine Gabe baten. Hierauf bezieht sich auch der Begriff „Klopfergehen“ (auch „Klöpfeln“ o.ä.), dessen Name auf das Anklopfen an den Haustüren verweist. […]

  • Verbreitung Nikolausgehen

    Die Figur des heiligen Nikolaus als Gabenbringer ist vornehmlich in den katholischen Gebieten Deutschlands (z.B. in Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland) traditionell verbreitet. In protestantischen Gegenden wurde er seit der Reformation mehr und mehr vom Christkind und später auch vom Weihnachtsmann verdrängt. Allerdings ist bei dieser sehr vergröberten Abgrenzung zu beachten, dass sich im Laufe der Jahrhunderte […]

  • Empfehlungen zum Thema Brauch

    Eine ähnliche Frage wurde bereits vor einigen Monaten gestellt und ausführlich beantwortet (siehe dazu: Hallo Dr. Brauch, gibt es im Internet auch noch andere Webseiten, die das Thema Brauch seriös aufgreifen?). Weitere Informationen, die auch für die Schule relevant sein können, finden Sie hier: Becker-Huberti, Manfred (2001): Feiern – Feste – Jahreszeiten. Lebendige Bräuche im […]

  • Aufgaben beim Maiele-Stellen

    Das Maiele darf bis Juni den Garten bzw. den Hof des auserwählten Mädchens zieren. Danach wird es abgebaut. Der Abbau liegt im Allgemeinen eher in der Verantwortung der neuen Besitzerin bzw. des Vaters der Auserwählten. Es kann aber auch vorkommen, dass das Maiele von demjenigen, der es stellte, wieder abgeholt wird. In diesem Fall erfolgt […]

  • Bayerische Essenssitten

    Im Wesentlichen sind die Tischsitten heute in Bayern nicht anders als in anderen Gebieten Deutschlands, sind sie doch das Ergebnis eines gemeinsamen Zivilisationsprozesses. Differenzierungen in der Esskultur lassen sich gegenwärtig eher festmachen an Merkmalen wie der gesellschaftlichen Stellung(z.B. wirtschaftlicher Wohlstand, Unterschiede zwischen bäuerlichen und bürgerlichen Essgewohnheiten), an der Religiosität (z.B. Tischgebet, Fastenzeit, bestimmte Speisen zu […]

  • Genusswert Bayerischer Küche

    Der Genusswert eines Essens – egal, ob bayerisch, italienisch oder chinesisch – ist doch wohl primär eine Frage des persönlichen Geschmacks, oder nicht? Was also soll Dr. Brauch hierauf antworten? Und auch die Frage, wie (un)gesund Nürnberger Bratwürste oder Münchner Weißwürste sind, sollte nicht an ihn, sondern an den Hausarzt oder einen Ernährungsberater gestellt werden.

  • Wasservögelsingen

    Das Wasservogelsingen gehört zu den ehemaligen Hirten(buben)bräuchen, in denen sich das vormoderne ländlich-bäuerliche Wirtschaftsystem mit seinen Rechten und Organisationsformen konkret niederschlug: Sie zogen beim ersten Viehtrieb nach der Winterpause an den Pfingsttagen auch durch die Dörfer und vor die Grundherrschaften, um ihr Pfingstrecht einzufordern und von den Weiderechtsgenossen eine Tributleistung für ihre Tätigkeit einzutreiben. Daraus […]

  • Mistelzweig

    Die frühesten schriftlichen Belege für Küsse unterm Mistelzweig findet man in England in der Zeit um 1810/20. Der deutsche Reiseschriftsteller Johann Georg Kohl beispielsweise beschrieb 1845 die Ausübung dieses Brauch in der Grafschaft Wiltshire. Anhand von Bildbelegen lässt sich bereits im Laufe des 19. Jahrhunderts die Ausbreitung des Kussmotivs nach Nordamerika, Frankreich, Deutschland und in […]

  • Maiele-Stellen

    Diese kritische Anmerkung ist selbstverständlich berechtigt, herzlichen Dank für den Hinweis. Die korrekte Schreibung von Dialektwörtern ist grundsätzlich zwar immer schwierig, im vorliegenden Fall aber ist die Form „Maiele“ zweifellos besser als „Maierle“. Wir werden unseren Artikel umgehend verbessern.

  • Emmausgang

    Als Emmausgang wird ein Gang bzw. eine Wanderung am Ostermontag bezeichnet, der/die – begleitet von christlichen Liedern und Gebeten – durch die Natur oder zu einer Kirche führt. Dieser Brauch ist insbesondere in katholischen Gebieten (z.B. Bayern, Rheinland, Österreich) verbreitet. Er erinnert an den im Lukasevangelium (24, 13-29)berichteten Gang der Jünger Jesu von Jerusalem nach […]

  • Bräuche im Internet

    Selbstverständlich gibt es weitere seriöse Webseiten zu Bräuchen, die jedoch alle – im Gegensatz zum brauchwiki – nicht interaktiv, sondern reine Datenbanken sind. Zu empfehlen sind beispielsweise die von der Universität Freiburg unter dem Namen Folklore Europaea eingerichteten Seiten zu Festen, Bräuchen und Traditionen in Europa (http://folklore-europaea.uni-freiburg.de), die Brauchseiten des Instituts für Geschichte und Ethnologie […]

  • Heimatpflege und Brauchausübung

    Früher verstand sich die Heimatpflege mehrheitlich als Lehrmeister der Tradition mit einer deutlich kulturkonservativen Ausrichtung. Im Unterschied dazu wirken Heimatpfleger heute zunehmend als Moderatoren und Mediatoren. Dementsprechend übernehmen sie mehr und mehr eine offene, kommentierende und erläuternde Funktion zum aktuellen Brauchgeschehen (z.B. in Interviews und persönlichen Anfragen). Auch werden sie immer wieder um Anregungen und […]

  • Bräuche und Pflanzen

    Pflanzen sind ein zentraler Bestandteil der menschlichen Lebenswelt und damit auch ein wesentliches Element zahlreicher religiöser (z.B. Christbaum an Weihnachten, „Palmkätzchen“ am Palmsonntag, Kräuterweihe an Mariä Himmelfahrt) und weltlicher (z.B. Blumen am Valentinstag, Maien und Maibäume am 1. Mai) Bräuche. Bestimmte Funktionen, die ihnen gerade im Bereich der religiösen Bräuche früher beigemessen wurden (symbolische Bedeutung, […]

  • Hochzeitssuppe Gagelhenn

    Als „Gagelhahn“ oder „Gagelhenn“ wird laut Johann Andreas Schmellers Bayerischem Wörterbuch (2. Ausgabe, München 1872-1877, Sp. 877) ein Hahn oder eine Henne bezeichnet, „welche der Brautführer beym Abholen der Braut aus ihrem väterlichen Hause lebend in das des Bräutigams mitnimmt, wo sie am dritten Tag … verzehrt wird“. In Bezug hierzu steht im Bayerischen Wald […]

  • Entstehung von Bräuchen

    Bräuche sind wie alles menschliche Verhalten zunächst stets an Bedürfnisse, Einstellungen und lebensweltlich vermittelte Handlungsmuster gekoppelt, die im weitesten Sinne der Bewältigung der Lebensumstände dienen und dem Leben Sinn vermitteln. Sie entfalten sich zwischen den Polen bloßer Gewohnheiten und strikter Normvorgaben als eine Verhaltensform, die von Personengruppen in bestimmter Regelmäßigkeit und Wiederkehr ausgeübt wird. Die […]

  • Haberfeldtreiben in Oberbayern

    Das Haberfeldtreiben ist ein Rügebrauch, der in Altbayern seit dem späten 17. Jahrhundert belegt ist. Im 19. Jahrhundert erlebte er seinen Höhepunkt, doch wurde er ab dieser Zeit auch massiv von der staatlichen Obrigkeit bekämpft, sodass er danach weitgehend verschwand. Abgewandelte Formen sind u.a. in Hochzeits- und Faschingsbräuche eingeflossen. Große mediale Aufmerksamkeit fand das Haberfeldtreiben […]

  • Bräuche zur Eröffnung von Gastwirtschaften

    Dem Redaktionsteam des brauchwiki sind keine Bräuche zur Eröffnung einer Gastwirtschaft bekannt. Die Frage hat uns aber selbst neugierig gemacht, weshalb wir die Nutzer unserer Seiten herzlich bitten, uns hierzu Informationen zukommen zu lassen. Auch Dr. Brauch freut sich, wenn er etwas dazulernen kann.

  • Funktion von Bräuchen

    Die Funktion von Bräuchen ist so vielfältig und komplex, dass auf diesen wenigen Zeilen nur einige wesentliche Aspekte in Stichworten aufgezählt sein sollen: Bräuche heben das Leben aus dem Alltag heraus, sie geben dem Jahres- und dem Lebenslauf Rhythmus und Struktur, sie stiften regionale Identität und soziale Bindung, sie vermitteln Glaubensinhalte und Wertvorstellungen, sie halten […]

  • Darstellung Nikolaus

    In den katholisch geprägten Gebieten Süddeutschlands, also auch in Ober- und Niederbayern, sind Hausbesuche durch den hl. Nikolaus (und seine Begleiter) spätestens seit dem 17. Jahrhundert nachgewiesen. Er trat/tritt dabei als Bischof mit Mitra und Bischofsstab auf. Der Weihnachtsmann mit rotem Mantel, Zipfelmütze und Rauschebart, wie wir ihn heute kennen, hat sich dagegen in protestantischen […]

  • Definition Brauch

    „Brauch“ ist ein von der Fachdisziplin Volkskunde geprägter Fachbegriff. Dort hat sich das Verständnis von Brauch seit ca. 1960 deutlich verändert, was teilweise auch die Ablehnung dieses Begriffs einschließt. Die moderne Forschung versteht unter Brauch regelmäßige und wiederkehrende Handlungsvollzüge, die einen klar bestimmbaren Gestaltungsrahmen besitzen (= einen durch Anfang und Ende gekennzeichneten Handlungsablauf mit formalen […]

  • Werfen des Brautstraßes

    Das Werfen des Brautstraußes ist ein Brauch, der auf manchen Hochzeiten – beispielsweise nach der standesamtlichen oder kirchlichen Trauung oder beim abendlichen Tanz – ausgeübt wird. Die Braut wirft dabei ihren Strauß über den Kopf oder die Schulter in die Menge der Hochzeitsgäste. Diejenige junge Frau, die ihn fängt, soll angeblich die nächste sein, die […]

  • Spitzwecken

    Laut dem Buch „Oberpfälzer Leben“ von E. und A. Eichenseer (2009) schenkten Firm- und Taufpaten dem Brautpaar Spitzwecken. Junge Männer versuchten, die bis zu vier Meter langen, mit Kerzen, Bändern und Kinderspielzeug verzierten Hefezöpfe auf ihren Schultern zum Brauttisch zu tragen. Zur Belustigung der Gäste gaben sie vor, nicht durch die Tür zu kommen. Erst […]

  • Hungertuch oder Fastentuch

    Mit Fastentüchern werden in der Fastenzeit die bildlichen Darstellungen Jesu verhängt.

  • Büchsenmacherei

    Der sowohl scherzhaft als auch spöttisch verwendete Begriff „Büchsenmacher/Bixnmacher“ für einen Vater von lauter Töchtern entstand im 19. Jahrhundert. Das Anbringen von Schildern und Dosen am Haus eines neugeborenen Mädchens ist jedoch erst seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts im südlichen Bayern und in Teilen Österreichs belegt. Detailierte Auskunft zu diesem Brauch gibt der […]

  • Neujahranspielen

    Das Neujahranspielen der Kapellen hat seine Wurzeln zum einen in den Neujahrsumzügen, die seit dem Mittelalter belegt sind. Vornehmlich Kinder, arme Leute, Knechte und Gesellen zogen von Haus zu Haus, um mit Versen oder Liedern ein gutes neues Jahr zu wünschen und dafür eine kleine Gabe zu erhalten. Der Pfarrer Sebastian Franck kritisierte allerdings 1534 […]

  • Herkunft Hochzeitsschießen

    Das sogenannte Hochzeitsschießen, mit dem die Brautleute am frühen Morgen ihres Hochzeitstages geweckt werden sollen, wird innerhalb Bayerns vor allem in Oberbayern und in der Oberpfalz ausgeübt. Wie in Österreich oder in der Schweiz finden sich hierfür historische Belegstellen vornehmlich seit dem 19. Jahrhundert. Nichtsdestotrotz ist dieses Brauchhandeln aufgrund seiner Lärmemission und seiner Gefährlichkeit (Verletzungen […]

  • Seelenbreze

    An Allerheiligen (1. November) bzw. an Allerseelen (2. November) gedenken Katholiken ihrer Verstorbenen. Sie legen für sie Fürsprache vor Gott ein durch Gebet, Gottesdienstbesuch, Messopfer und durch Taten der Nächstenliebe. Zu diesen caritativen Werken gehörte insbesondere die Almosenspende an Arme und Bedürftige, die teilweise von Haus zu Haus zogen und um eine Gabe baten. Gespendet […]

  • Weisertwecken

    Die Frage nach dem „Dürfen“ ist eigentlich falsch gestellt, da sie wissen will, ob es zulässig oder gar rechtmäßig ist, wenn einem unverheirateten Elternpaar ein Weisertwecken gebracht wird. Bräuche waren jedoch noch nie von statischer Unveränderlichkeit, vielmehr haben sie sich schon immer dem Wandel gesellschaftlicher (kultureller, wirtschaftlicher, sozialer, technischer usw.) Rahmenbedingungen angepasst. Gerade am Beispiel […]

  • Sitzordnung in Kirchen

    Eine Geschlechtertrennung in der Kirche ist seit dem Frühchristentum und daher in allen drei Hauptkonfessionen (röm.-kath., evang., orthodox) bekannt. In katholischen Kirchen sitzen gewöhnlich die Männer rechts (Süden) und die Frauen links, es gibt jedoch auch Ausnahmen. Einen eindeutigen Grund für diese „Seitenwahl“ konnten selbst befragte Kirchenhistoriker nicht nennen. Jedenfalls gilt im traditionellen Raumprogramm der […]

  • Bockelhauben

    Bockelhauben sind gebauschte Hauben, die gewöhnlich aus kostbaren Materialien wie Golddraht, Seide oder bunten Glasperlen hergestellt und aufwändig verziert wurden. Sie waren insbesondere im 18. und frühen 19. Jahrhundert bei Bürgerinnen in den Städten Schwabens verbreitet. Die Funktionen weiblicher Kopfbedeckungen sind vielfältig. In erster Linie waren und sind sie Schutz und Zier, zugleich waren sie […]

  • Entwicklung von Bräuchen

    Diese Frage ist derart komplex, dass sie sich in wenigen Sätzen eigentlich nicht beantworten lässt. Grundsätzlich kann jedoch festgehalten werden, dass Bräuche sich nicht nur heute, sondern seit jeher perrmanent verändern, dass einige verschwinden und andere neu entstehen. Dieser Brauchwandel steht in erster Linie in Zusammenhang mit den sich stetig verändernden Lebensbedingungen und muss daher […]

  • Frau an „rechter Seite“

    Das Wort „rechts“ hat dieselbe sprachliche Wurzel wie die Begriffe „Recht“, „gerecht“, „richtig“ oder „Richtung“ und besaß ursprünglich auch Bedeutungen wie „gut“, „wahr“ oder „gerade“. Die Ehefrau „zur Rechten“ war also die „rechtmäßige“ Gattin. Im Gegensatz hierzu gab es sogar den Ausdruck der „Ehe zur linken Hand“ für nichtstandesgemäße Verbindungen bzw. für legalisierte Verhältnisse mit […]

  • Maibaum in Franken

    Ja, auch in Franken ist der Maibaum verbreitet. Im Vergleich zu Maibäumen in Altbayern sind dabei regionale Varianten zu beobachten. So sind manche Bäume anstatt weiß-blau in den fränkischen Wappenfarben Rot und Weiß gestrichen, anstatt Fichten werden auch Birken verwendet, anstatt Figuren werden auch Bänder angebracht. Außerdem wird er gewöhnlich bereits am 30. April und […]

  • Neujahreswunsch

    Dafür gibt es keine verbindlichen Richtlinien. In Bayern und Baden-Württemberg, wo Dreikönig ein Feiertag ist, trifft man Arbeitskollegen oft erst am 7. Januar oder – wie in diesem Jahr – erst am 11. Januar wieder. Dann ist es sicherlich noch angemessen, einander bis Mitte Januar Neujahrsglückwünsche auszusprechen. Das ist aber eher eine Frage des höflichen […]

  • Ursprung Hochzeitsreise

    Der Brauch der Hochzeitsreise hat sich im Laufe des 19. Jahrhunderts vornehmlich im Bürgertum verbreitet. Die Eisenbahn hat das Reisen zwar erheblich erleichtert und damit befördert, doch wurden auch schon zuvor die Flitterwochen in der Ferne verbracht. Ein Beispiel hierfür ist das berühmte Gemälde „Die Hochzeitsreise“ von Moritz von Schwind,in dem der Maler sich selbst […]

  • Kegelscheib`n

    Kurz: weil das bairisch ist. Zur Erklärung schlagen wir doch mal nach im „Deutschen Wörterbuch“, das Jacob und Wilhelm Grimm von 1838 an zusammengestellt haben. Es gewährt uns einen Blick auf die früher üblichen Worte und ihre Bedeutung. Die Grimms führen „kegelscheiben“ als bairischen Ausdruck für „kegeln“ oder „kegelschieben“ an. Das haben sie so aus […]

  • Wie lange steht der Christbaum

    Wer Weihnachtsschmuck, -bäume und -krippen erst am 2. Februar wegräumt, der orientiert sich am Kirchenjahr. Das ist in drei große Festkreise eingeteilt: Weihnachtskreis, Osterkreis, Pfingstkreis. Heute erstreckt sich der Weihnachtskreis vom 1. Adventssonntag (= Beginn des Kirchenjahres) bis Dreikönig (Epiphanie/Erscheinung des Herrn am 6.1.), früher rechnete man die Zeit bis Lichtmess (2.2.) liturgisch zum Weihnachtskreis. […]

  • Baum zum 7. Beziehungsjahr

    Das ist mir wirklich noch nicht untergekommen! Die Lexika schweigen sich zu diesem Thema aus, die Brauchspezialisten antworten ebenfalls mit „Nein. Wir wissen dazu nichts Genaueres!“ Aber das könnte ja noch schöne Blüten treiben. Es gab da doch in jüngster Vergangenheit Diskussionen um den Politikerinnen-Vorschlag, Ehen sollten nur sieben Jahre gültig sein und müssten dann […]

  • Nußmärtel / Pelzmärtel

    Der Pelzmärtel ist wie das Christkind eine Brauchfigur, die in der Reformation entwickelt worden ist. Da Martin Luther der Heiligenverehrung ablehnend gegenüberstand, den protestantischen Kindern aber dennoch Geschenke nicht versagen wollte, führte er „den heiligen Christ“ ein als Ersatz-Geschenkebringer für den hl. Nikolaus oder den hl. Martin (von ihm leitet sich auch der Begriff „Märtel“ […]

  • Bräuche falls unverheiratet

    Ja, ja – „Hagestolz“ und „Alte Jungfer“ sind von Alters her ein interessantes Thema für die lieben Freunde und Verwandten. Längere Zeit überlieferte Bräuche, die das Ledig-Sein im Zusammenhang mit einem bestimmten Geburtstag betreffen, kennen wir aus Bayern jedoch nicht. Aus Norddeutschland sind dazu hingegen Klinken-Putzen, Treppe-Fegen, Schachtel-Fest und Alte-Socke-Fest bekannt. In Bremen muss der […]

  • Junggesellensabschiede

    Junggesellen- und Junggesellinnenabschiede sind Teil der so genannten „rites de passage“, die den Übergang zu einem neuen Lebensabschnitt begleiten. Dass Braut und Bräutigam vor der Eheschließung noch einmal getrennt nach Geschlechtern in ihrem je eigenen Freundeskreis ausgelassen feiern, ist eine aus dem Angelsächsischen kommende Tradition. Dort werden diese Abende „Stag Night“ oder „Hen Night“ genannt. […]

  • Ursprung Osterfest

    Ostern ist ein christliches Fest, das sich entwickelt hat aus dem jüdischen Pessachfest. Dieses Fest wird als Erinnerung an die Befreiung der Juden aus ägyptischer Gefangenschaft gefeiert. In romanischen Ländern ist der sprachliche Zusammenhang zwischen dem Begriff für Ostern – z. B. „Paques“ in Frankreich und „Pasqua“ in Italien – immer noch deutlich erkennbar. Ostern […]

  • Altweibermühlen

    Die Vorstellung von einer Mühle, in der alte Frauen verjüngt werden, ist ebenso wie das verwandte Motiv des Jungbrunnes in Bildern, Märchen, Schwänken und Volksschauspielen überliefert. Der früheste Beleg für eine Altweibermühle findet sich in einem westpreußischen Fasnachtsspiel aus dem Jahr 1440. Große Verbreitung fand das Thema etwa ab 1600 durch die populäre Druckgraphik. Mancherorts […]

  • Wein bei kirchlicher Trauung

    Der Hochzeitstrunk war in vielen katholischen Pfarreien bis ins 20. Jahrhundert hinein üblich. Man nennt ihn auch „Johannis-Minne“ oder „Johannis-Segen“. Verwendet wird dabei nicht der konsekrierte Messwein, sondern der am Tag Johannes des Evangelisten, dem 27. Dezember, geweihte Johanniswein. Bei der Weihe erbaten sich die Gläubigen den Beistand dieses Lieblingsjüngers Jesu, darum sahen sie den […]

  • Kuhlotterie

    Für das Spiel gibt es viele Namen: Kuhfladen-Roulette, Kuhlotterie, Kuhschiss und ähnliche mehr. Es ist in Österreich, Deutschland, der Schweiz bekannt und wurde auch in Holland schon gesehen (organisiert von einer Bundeswehr-Sportmannschaft). In den USA läuft es auch unter dem Namen Bovine Bingo. Die Suche im Internet ergibt übrigens, dass in Deutschland Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg […]

  • Fahnenmutter und Fahnenbraut

    Fahnenbraut und Fahnenmutter werden von den Vereinsvorständen in einem zeremoniellen Akt (Knien auf Holzscheit, Erfüllen bestimmter Aufgaben) darum gebeten, dieses Amt auszuüben. Als Fahnenbraut wählt man in der Regel ein junge Frau. Sie steht zugleich den Fahnenjungfrauen vor und übernimmt das Patronat für die Fahne nur für den Festtag. Die Fahnenmutter dagegen ist ihr ganzes […]

  • Hungerbäume

    Der Hungerbaum ist der Forschung bisher noch gar nicht aufgefallen! Wollen Sie über das Fest bei Ihnen nicht etwas ins „brauchwiki“ schreiben? Auf den Hungerbaum kommt vermutlich nur, wer auch die Hochzeits- und Kinderbäume kennt, die ja gerade im nördlichen Oberbayern häufig zu sehen sind. – Das Schachtelfest ist ein junger Brauch. Ideen und Anregungen […]

  • Gipseier

    Hühner legen ihre Eier gerne dorthin, wo bereits andere Eier liegen. Gibt man im Hühnerstall daher künstliche Eier aus Gips, Ton oder anderen Materialien in die Nester, so legen die Hühner ihre Eier nicht an anderen Plätzen ab, wo sie schwer zu finden wären oder kaputt gehen könnten. Diese sogenannten Nesteier werden in der bairischen […]

  • Herrenpartien am Vatertag

    Die Entstehung des „Vatertags“ oder „Herrentags“ wird zurückgeführt auf die Amerikanerin Louisa Dodd, die um 1910 eine Initiative zur Würdigung von Vätern ins Leben rief. Hierzu soll sie ihre dankbare Erinnerung an ihren eigenen Vater veranlasst haben, der seine sechs Kinder alleine aufzog, nachdem seine Frau bei der Geburt des letzten Sprösslings im Kindbett verstorben […]

  • Philipen zur Freinacht

    Der Begriff bezieht sich auf den Apostel Philippus. Sein kirchlicher Gedenktag war bis 1955 der 1. Mai, später wurde er auf den 3. Mai verlegt. In der evangelischen und anglikanischen Kirche wird dagegen immer noch am 1. Mai dieses Apostels gedacht. „Philipen“, auch „philippeln“ oder „lippeln“, wird verwendet für das Verziehen von Gegenständen in der […]

  • Wegwerfen von Brot

    Das Brot genießt als zweiter Bestandteil des eucharistischen Mahles neben dem Wein im Christentum einen herausragenden Stellenwert, besonders in der Form des Weizenbrotes. Denn es vertritt beim Abendmahl den Leib Christi. Während des Mittelalters war es üblich, hierfür gewöhnliches Hausbrot zu verwenden. Ab 1215 wurde das Abendmahlsbrot zunehmend zum Sonderbrot (Hostie in Oblatenform). Die hohe […]

  • Seit wann gibt es Maibäume

    Dieser Brauch ist ab dem Dreißigjährigen Krieg (1618 – 1648) belegt, als Soldaten begannen, am 1. Mai den Repräsentanten der Gemeinden, in denen sie einquartiert waren, zur Ehrung ein Maibäumchen aufzustellen. Der 1. Mai bot sich als einer dieser dienstrechtlichen Termine (Abgabenleistungen, Gesindewechsel – weitere Termine waren u. a. Martini und Lichtmeß) dazu an. Nach […]

  • Ostereier

    Bei einem Ei bricht aus einem scheinbar toten Körper neues Leben hervor, deshalb sind Eier in vielen Kulturen ein Sinnbild des Lebens. Im Christentum wird es daher als Symbol für die Auferstehung Jesu von den Toten interpretiert. Die große Bedeutung, die dem Ei an Ostern zukommt, hat aber auch mit dem ganz nüchternen Grund zu […]