Ulrichsritt in Steingaden

Termin

Der Pfarrer beim Ullrichsritt.
Dieser Brauch findet am 05. Juli 2020 statt. Dieser Brauchtermin wird möglicherweise von der Coronavirus-Pandemie beeinflusst, was zu einer Absage oder Verschiebung führen kann.

Einstiegsinformation

Am ersten Sonntag nach dem St. Ulrichstag am 4. Juli findet in Steingaden ein Pferdeumritt, der so genannte Ulrichsritt, zur Pestkirche am Kreuzberg statt.

Ablauf

Am Festzug und am Festgottesdienst nehmen etwa 110 Reiter mit ihren Pferden und circa 1500 Besucher teil. Um 09.00 Uhr treffen sich die Reiter der Heimatgemeinde und benachbarten Gemeinden mit ihren festlich geschmückten Pferden sowie die Musikkapelle am Marktplatz von Steingaden, um dann um 09.15 Uhr in Richtung Kreuzberg zu ziehen. Die Musikkapelle marschiert durch den Ort voran und begleitet den Zug musikalisch. Der Weg durchs Dorf wird von Zuschauern gesäumt, diese schließen sich dann dem Zug an und marschieren hinter dem Zug zur Heilig Kreuz Kirche am Kreuzberg. Am Ortsende, an der Kreuzung Richtung Kreuzberg, steigt nun die Hälfte der Musiker auf einen Pferdewagen und fährt hinter dem Vorreiter der Ulrichsreiter und dem Gemeindepfarrer her. Die andere Hälfte der Blaskapelle schließt sich dem Fußvolk an. Auf dem etwa 3,5 Kilometer langen Weg vom Marktplatz zum Kreuzberg stoßen an einigen Wegkreuzungen noch weitere Reiter zum Zug hinzu, so dass der Festzug am Ende wie folgt aussieht: An der Spitze der Vorreiter der Ulrichsreiter, dahinter der Gemeindepfarrer, welcher links und rechts jeweils von einem Ulrichsreiter begleitet wird. Daran schließt sich der Pferdewagen der Musikkapelle an und der Festwagen mit den Ehrengästen. Solche Ehrengäste waren zum Beispiel schon die Landtagsabgeordnete Renate Dodell und das Ehrenmitglied der Ulrichsreiter und Ehrenbürger der Gemeinde Steingaden, Johann Sieber sen. Daran schließen sich in der geschilderten Reihenfolge die Reitergruppen aus Steingaden-Urspring, Trauchgau, Schwangau, Prem, Fronreiten, Lauterbach, Wildsteig, Peiting an. Den Schluss des Zuges bilden die Gläubigen, welche sich zu Fuß auf den Weg machen. Am Kreuzberg angelangt reihen sich die Mitwirkenden auf einer Wiese unterhalb der Heilig Kreuz Kirche auf. Um 10.00 Uhr beginnt der Festgottesdienst. Er endet mit dem Totengedenken für die verstorbenen Ulrichsreiter und der Segnung der Pferde und Reiter. Anschließend, bevor es wieder zurück nach Steingaden geht, wird dreimal um die Kirche geritten. Das Schlußlied des Gottesdienstes ist:
Großer Gott wir loben dich; Herr, wir preisen deine Stärke. Vor dir neigt die Erde sich Und bewundert deine Werke. Wie du warst vor aller Zeit, So bleibst du in Ewigkeit.

Hintergrund-Infos

Segnung der Teilnehmer.

Geschichtliches zu Kirche und Ulrichstag in Steingaden

Die Heilig Kreuz Kirche auf dem Kreuzberg wurde während einer Pestepidemie vom Kloster Steingaden gemeinsam mit der Pestkirche Mariä Heimsuchung in Illgen errichtet, um auf die Gnade Gottes in dieser schlimmen Zeit zu hoffen. Die Decke der Heilig Kreuz Kirche zeigt gleich drei Pferdepatrone, St. Ulrich, St. Coloman und St. Wendelin. In Steingaden wird St. Ulrich als Pferdepatron besonders geehrt, deswegen wurde seit der Zeit der Pestepidemie, etwa seit dem Jahre 1564, der Ulrichstag gefeiert.

Gestaltung des Umritts

Auf Grund eines Beschlusses, einer Versammlung der Ulrichsreiter am 1. Juli 1974 ist die Teilnahme aller Reiterinnen und Reiter am Umritt nur in ortsüblicher Tracht erlaubt. Dies bedeutet: es muss in in kurzer Lederhose oder Bundhose, mit Trachtenjoppe und grünem Hut geritten werden. Frauen ist es nicht erlaubt, im Rock aufs Pferd zu sitzen, wie es bei anderen Umritten, wie dem St. Colomansritt in Schwangau erlaubt ist.

Weblinks

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