Mariahilfbergfest in Amberg

Termin

Dieser Brauch findet vom 27. Juni bis zum 05. Juli 2020 statt. Dieser Brauchtermin wird möglicherweise von der Coronavirus-Pandemie beeinflusst, was zu einer Absage oder Verschiebung führen kann.

Einstiegsinformation

Ansichten der Bergkirche auf dem Mariahilfberg.
Das Mariahilfbergfest im oberpfälzischen Amberg hat seinen Ursprung im Jahre 1634, als Amberg von der Pest heimgesucht wurde. Damals erbauten die Bürger Ambergs ein Kirchlein auf dem Berg um das Ende der Pest zu erbitten, wobei sich diese Kirche dann im Laufe der Jahrhunderte zu einem beliebten Wallfahrtsziele entwickelte. Das Mariahilfbergfest wird auch heute noch traditionsgemäß fortgeführt und findet jährlich rund um Mariä-Heimsuchung, dem Hauptfest der dort liegenden Kirche, was am 02.Juli gefeiert wird, statt. Aus der ganzen Oberpfalz und Franken kommen die Pilger, um nach einem gemeinsamen Gottesdienst bei Bier und Bratwürsten zusammen zu feiern und den Flair des Mariahilfbergs zu genießen.

Ablauf

Auch heute noch findet eine der größten Marienwallfahrten der Oberpfalz rund um Mariä-Heimsuchung am 2. Juli in Amberg statt. Jedes Jahr pilgern Menschen aus der ganzen Oberpfalz und Franken eine Woche lang auf den Berg um das Patrozinium der Walfahrtskirche zu feiern. Traditionell wird das Bergfest mit einem feierlichen Gottesdienst am Abend eröffnet, der jedes Jahr abwechselnd von einer der Stadtpfarreien gestaltet werden darf. Außerdem wird die Predigt von einem, vom Bistum Regensburg bestimmten Festprediger gehalten, der eine Woche lang für die Predigen in den Gottesdiensten zuständig ist. Erst nach der Messe öffnen die Bierzelte der Brauereien aus Amberg und der Umgebung, sowie die zahlreichen Grillbuden und Essensstände, die am Nebenplatz der Kirche aufgebaut sind. Neben Bratwürsten, Steaks und Sauerkraut gibt es auch noch verschiedene Käsesorten und Bäckerwaren auf dem Mariahilfberg zu kaufen. Ebenso erwähnenswert ist es, dass beim Verkauf eines jeden Getränks oder auch anderer Artikel ein gewisser Teil dem Franziskaner Kloster am Mariahilfberg zu Gute kommt. Während der Festwoche werden täglich ca. acht Gottesdienste für die Pilger angeboten. Die Messen um 10.00 und 8.30 Uhr werden traditionsgemäß, je nach Witterung vor der Kirche im Freien abgespielt. Außerdem werden einzelne Tage bestimmten Vereinen oder Gesellschaftsgruppen gewidmet. So gibt es beispielsweise einen Jugendtag und einen Seniorentag. In einer klangvollen Schlussandacht mit anschließender Lichterprozession, findet das Mariahilfbergfest seinen gebührenden Abschluss.

Ablauf der Bergfestwoche 2012

BERGFESTWOCHE Vom 30. Juni bis 08. Juli 2012 Festprediger: Regens Monsignore Dr. Martin Priller, Regensburg Programm: Samstag, 30.06.2012 19.00 - Feierliche Eröffnung des Bergfestes durch Hochwst. Herrn Domkapitular Prälat Dr. Franz Frühmorgen, Regensburg Sonntag, 01.07. 19.30 - Andacht mit Festredigt Montag, 02.07. - Patrozinium Mariä Heimsuchung 15.30 - Kindergottesdienst mit Segnung der Kinder 19.30 - Andacht mit Festpredigt Dienstag, 03.07. 15.00 - Hl. Messe f. Senioren der Stadt Amberg 19.30 - Andacht mit Festpredigt Mittwoch, 04.07. 15.00 - Hl. Messe f. Senioren der Umgebung Amberg 19.30 - Andacht der Jugend Donnerstag, 05.07. 11.00 - WA der Bundeswehr mit Militärgeneralvikar Apostolischer Protonotar Walter Wakenhut, Berlin 15.00 - Messe des Frauenbundes der Region Amberg 19.30 - Ökumenische Andacht mit Festpredigt Freitag, 06.07. 19.30 - Andacht mit Festpredigt Samstag,07.07. 19.00 - VAM für unsere Wohltäter Es spielt die Don Bosco Blaskapelle Ensdorf Sonntag, 08.07. 19.00 - Schlußandacht mit Lichterprozession - Hochwst. Herr Bischof Gerhard Ludwig Müller Die hl. Messen um 8.30 und um 10 Uhr werden am Freialtar gehalten. Beichtgelegenheit täglich 15 min. vor jeder Hl. Messe und 19.00 - 19.30 Uhr

Historische Einordnung

Der „Schwarze Tod“ herrschte in Mitteleuropa erstmals in den Jahren 1347 bis 1352. In Amberg lassen sich ab der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts schreckliche Pestepidemien nachweisen. Besonders schlimm war jedoch die Pestwelle von 1634. Die ersten Pestfälle traten im Mai 1634 auf, wobei bereits am Ende des Monats sechs bis sieben Pesttote zu beklagen waren. Die „galoppierende“ Pest setzte schließlich Ende Juni ein. Täglich zählte man 15-20 Tote, im Juli und August stieg die Zahl schon auf 40 Tote pro Tag. Nicht einmal neu erlassene Ordnungen, die der Pest entgegenwirken sollten, konnten die Seuche eindämmen. Offenbar konnte kein irdisches Mittel die Not der Amberger Bürger bekämpfen. Schließlich suchten sie Zuflucht bei Maria, der allgemeinen Nothelferin und Mutter der Barmherzigkeit. Der Rektor der Amberger Jesuiten, Pater Caspar Hell erteilte so den Ambergern den Rat, zu Ehren der Muttergottes eine Kapelle auf dem Berg zu erbauen, was natürlich in der Kürze der Zeit nicht möglich war. Somit funktionierte man den Wachturm, der sich auf dem Berg befand, in eine Kapelle um. Pater Caspar Hell stellte der Öffentlichkeit ein Marienbild zur Verfügung. In einer feierlichen Prozession wurde das Bild am 3. September 1634 auf dem Berg getragen, wobei das Wüten der Pest nur wenige Monate danach endete. Der Ruf der Wundertätigkeiten des Bildes verbreitete sich so schnell, dass man schon in den Jahren 1659-1694 auf 162 Gebetserhörungen verweisen konnte. Auf diese Weise war der Grundstein für eine der bedeutendsten Marienwallfahrten Bayerns gelegt worden. Durch den immer größer werdenden Pilgerandrang musste bald eine größere Kirche errichtet werden. 1697 bekam der Amberger Maurermeister Georg Peimbi den Auftrag zum Bau der Kirche, wobei die Pläne dafür vom Franziskanerbaumeister Frater Philipp stammten. 1702 war der Bau im Wesentlichen vollendet. Zur Wallfahrtzeit im Sommer wurde das Bergkloster von den Franziskanern aus dem Stadtkloster betreut. Die Beliebtheit der Wallfahrt nahm auch nicht durch das Sakularisationswirren nach 1803 ab. Im Laufe der Jahre entwickelte es sich, nachdem die Massen der Wallfahrer immer größer wurden, dass zur Versorgung der Pilger Bier und Bratwürste gereicht wurden.

Die 300-Jahr-Feier der Wallfahrt auf den Mariahilfberg

1934 konnten die Amberger nicht nur das 900-jährige Jubiläum der ersten urkundlichen Erwähnung des Ortes feiern, sondern auch die 300 – Jahr-Feier der Wallfahrt auf den Berg. Die Feierlichkeiten des Bergfestjubiläums erstreckten sich über zwei Wochen, wobei sie durch eine Huldigungsprozession der Pfarrei St. Georg am Abend des 23. Juni 1934 eröffnet wurden. Anlässlich des Jubiläums erhielt der Turm der Bergkirche vier neue Glocken, die an diesem Abend zum ersten Mal betätigt wurden und so die Festlichkeiten einläuteten. Wallfahrer aus ganz Bayern pilgerten auf dem Berg, wo das Gnadenbild vor der Kirche aufgestellt worden war. Noch nie hat es in Amberg eine so große Prozession auf den Mariahilfberg, wie an diesem Tag gegeben. Die Ankunft des Regensburger Diözesanbischofs, Dr. Michael Buchberger am 30. Juni 1934 stellte den Höhepunkt der Feierlichkeiten dar.

Literatur

  • Laschinger, Johannes (1997): „Sag, kennst du die Stadt“-Geschichten aus Amberg. Amberg: Buch- und Kunstverlag Oberpfalz.
  • Michl, Benedikt: mündliche Mitteilung vom 23.03.2012.

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