Bratwurstfest in Ochsenfurt

Termin

Dieser Brauch findet vom 30. Mai  bis zum 2. Juni 2020 statt. Dieser Brauchtermin wird möglicherweise von der Coronavirus-Pandemie beeinflusst, was zu einer Absage oder Verschiebung führen kann.

Einstiegsinformation

Festeinzug zum Bratwurstfest.
Das Bratwurstfest in Ochsenfurt findet jedes Jahr an Pfingsten statt und wird vom Volkstrachtenverein Ochsenfurt organisiert. Es dauert vier Tage, von Pfingstsamstag bis zum Dienstag danach. Am ersten Tag führt ein Festzug vom historischen Marktplatz zum Festzeltplatz am Main. Zum Fest spielen lokale Musikkapellen auf. Der Dienstag ist der Stadtfeiertag der Ochsenfurter und endet mit einem Feuerwerk. Alle zwei Jahre findet am selben Wochenende am Pfingstmontag ein Pfingstritt statt.

Ablauf

Festtage

Das gesellige Fest beginnt am Samstag mit einem Festzug vom Marktplatz ins Festzelt am Main. Hier gibt es auch die prächtige fränkische Gautracht zu sehen. Der amtierende Bürgermeister sticht das erste Fass an. Dann ist der Bier- und Bratwurstbetrieb eröffnet. Die leckeren Bratwürste werden traditionell von der fränkischen Metzgerei Pregitzer hergestellt. Die Bratwürste gibt es auch in Form einer Bratwurstschnecke. Daneben werden belegte Brote oder Mettzwiebelbrot verkauft. Die zwei Ochsenfurter Bierbrauereien Oechsner und Kauzen-Bräu wechseln sich jährlich mit dem Ausschank ab.
Zubereitung der Bratwürste.
Partybands und Musikkapellen spielen Musik, die zum gemütlichen Schunkeln, lauten Mitsingen oder zum ausgelassenen Tanzen einlädt. Es spielen zum Beispiel die Gruppe Confect, die Zeubelrieder Musikanten, die Trachtenkapelle Kleinochsenfurt, die Auber Straßenmusikanten oder die Zeubelrieder Oldie-Band Die Linsenspitzer. Zu den Höhpunkten des Fest gehört der alle zwei Jahre stattfindende zur Wolfgangskapelle am Pfingstmontag und das Feuerwerk am Dienstag, dem Ochsenfurter Stadtfeiertag. Abwechselnd mit dem Pfingstritt und der Pferdesegnung findet alle zwei Jahre eine Autosegnung statt.

Veranstalter

Antrunk beim Bratwurstfest.
Rund 70 ehrenamtliche Helfer des Volkstrachtenvereins Ochsenfurt sind während der Festtage im Einsatz. Zunächst muss das Zelt aufgebaut werden. Rund fünf Stunden dauert es, bis das Zelt steht. Die vielen Helfer haben längst Routine, schließlich fand das Fest 2007 schon zum 45. Mal statt. Der 1. Vorstand des Volkstrachtenvereins, Paul Mohr, sagt: Des is reiner Vereinsidealismus. Jeder, der im Verein is, der is aktiv dabei und der sehnt sich richtig drauf, dass des Fest losgeht und hilft da einfach mit. Während der vier Festtage gibt es dann richtig viel zu tun, zum Beispiel beim Verkauf von Essen und Trinken; nach dem Fest muss das Zelt wieder abgebaut werden. Doch all die Arbeit trübt die Stimmung nicht, wie ein Vereinsmitglied bestätigt: Macht ja auch Spaß, so was. Auch den Kindern machts Spaß, wenn die dabei sind, wir ham ja sehr viele Kinder und Jugendliche im Verein und die gehen gern mit raus auf die Feste. Also uns hats scho immer Spaß gmacht. Viele Mitglieder des Vereins sind schon seit Kindesalter im Verein und dabei geblieben, auch wegen der Geselligkeit. Der Zukunft des Bratwurstfestes steht also nichts im Weg: Des sin mir als Kinner scho gewohnt, immer dabei zu sein und des werden wir auch weiter so machen.

Hintergrund-Infos

Festvorläufer im 19. Jahrhundert

Die Entstehung des Bratwurstfestes wird eng mit der Geschichte des kirchlichen St. Wolfgangsritt verknüpft. Bis 1803 gab es im Anschluss an die Pferdesegnung an der St. Wolfgangskapelle die Möglichkeit für alle Gläubigen, sich dort zu stärken. Die einfache Stärkung (mit Bratwürsten und Bier) nach der Pferdesegnung artete jedoch aus, so dass man oft geistige Getränke im Übermass genoss und auch junge Leute beiderlei Geschlechts sich nicht immer auf eine erbauliche Weise erlustigten, wie Johann Kestler, der erste Stadtchronist, im Jahre 1845 festhielt. So zu feiern wurde deshalb 1803 von der Kirche verboten. Da sich die Ochsenfurter nicht mit dem Verlust der irdischen Festtagsfreuden abfinden wollten, vollzogen sie einfach eine räumliche Trennung des weltlichen Feierns vom religiösen Brauch. Von nun an wurden die Bratwürste nicht mehr in der Nähe der Kapelle, sondern in den öffentlichen Gärten und Bierkellern der Stadt verzehrt. Und zwar unter dem Spiele von Musikkapellen, wie Kestler schrieb.

Bratwurstfest seit 1963

Kinder in Tracht zum Bratwurstfest.
Irgendwann bündelten sich die Festaktivitäten und man traf sich im Gehringpark der ehemaligen Ochsenfurter Brauerei Gehring (heute: Kauzenbräu) zu einem organisierten Bratwurstfest. Seit 1963 wird das Bratwurstfest vom Volkstrachtenverein Ochsenfurt veranstaltet, und zwar auf den Mainwiesen. Dieser Verein pflegt die Ochsenfurter Gautracht, fränkische Tänze und auch die Volksmusik. Die räumliche Trennung von Pfingstritt mit Pferdesegnung und Festbetrieb besteht bis heute.

Weblinks

Literatur

  • Kestler, Johann Baptist: Beschreibung von Ochsenfurt. Würzburg 1845.

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