Barthelmarkt in Oberstimm

Termin

Barthelmarktkrug.

Dieser Brauch findet vom 23. August bis zum 26. August 2019 statt.

Einstiegsinformation

Am letzten Augustwochenende jedes Jahres findet im Ortsteil Oberstimm (südlich von Ingolstadt) eines der ältesten Volksfeste Bayerns statt, der Barthelmarkt. Von Freitag bis Montag kommen über 250.000 Menschen auf dem Festplatz in Oberstimm zusammen. Sie wollen gemeinsam feiern und Spaß haben. An diesem Wochenende treffen sich Jung und Alt, um alte und neue Traditionen zu erleben. Mittlerweile hat sich der Barthelmarkt zu einem modernen Volksfest entwickelt, auf dem aber immer noch alte Bräuche gepflegt werden. So findet alljährlich am Samstag das große Pferderennen statt und am Montag in der Früh der legendäre Rossmarkt.  Ansonsten erwartet die Besucher ein großer Waren- und Krämermarkt, High-Tech Fahrgeschäfte und ein buntes Festprogramm mit Musik für jeden in einer der Festzelte. Es gibt vier große Bierzelte auf dem Barthelmarkt: das Toerring-Festzelt, Ingobräu-Festzelt, Herrnbräu-Festzelt und das Spaten-Löwenbräu-Festzelt. Außerdem steht den Besuchern noch ein kleineres Weißbiergartenzelt zur Verfügung.  Neben dem Münchner Oktoberfest und dem Rosenheimer Herbstfest gehört der Barthelmarkt zu dem beliebtesten Volksfesten in Bayern, wahrscheinlich auch deshalb, weil er neben der „Münchner Wiesn“ und dem „Gäubodenfest“ in Straubing eines der ältesten Volksfeste überhaupt ist.

Ablauf

Der Barthelmarkt beginnt jedes Jahr am Freitag des letzten Augustwochenendes. Zur Eröffnung gibt es einen großen Festzug von der Ortsmitte Oberstimm bis zum Festplatz, wo der Anstich des ersten Bierfasses durch den Manchinger Oberbürgermeister im Festzelt stattfindet. Am Samstag können alle Rennsportbegeisterten beim traditionellen Pferderennen mitmachen. Die Wahl der jährlichen Barthelmarktkönigin findet am Sonntag statt. Sie vertritt den Barthelmarkt im folgenden Jahr bei den wichtigsten Festen in der Region. Am Montag strömen dann schon ab 06.00 Uhr in der Früh Menschenmassen auf den Festplatz, um den legendären Rossmarkt mitzuerleben, der der Ursprung dieses Volkfestes ist.

Ursprung des Barthelmarktes

Dirndl zum Barthelmarkt.

Der Barthelmarkt ist auf den Pferde- und Tierhandelmarkt zurückzuführen. Leider ist nicht mehr ganz nachzuvollziehen, wann dieser zum ersten Mal stattgefunden hat. Eine Urkunde bestätigt, dass er schon vor 450 Jahren veranstaltet wurde. Eine schriftliche Erwähnung dagegen lässt sich schon auf das Jahr 1354 datieren. Viele Geschichtsforscher glauben allerdings, dass der Barthelmarkt auf einen römischen Markt aus dem ersten Jahrhundert vor Christus zurückzuführen ist. Ein heute wieder hergestelltes römisches Kastell zeugt von einer großen römischen Niederlassung in Manching, was ein Beweis für diese Spekulation sein könnte. Deswegen feierte man auch im Jahre 1930 die 2000–Jahr-Feier des Barthelmarktes.

Der Name Barthelmarkt

Der Name „Barthelmarkt“ geht auf den heiligen Bartholomäus zurück, der der Schutzheilige von Fischern und Schäfern ist. Er war einer der zwölf Apostel und war als Wanderprediger in Armenien, Arabien und Indien unterwegs. Er starb durch den Martertod. Ihm wurde die Haut bei lebendigem Leib abgezogen. Sein Namenstag findet immer am 24. August statt und wird auch in anderen Städten wie zum Beispiel Landshut (Bartholomäusmarkt) oder Aufhausen (Bartlmä Dult) gefeiert. Am darauffolgenden Wochenende seines Namenstages wird jährlich der Barthelmarkt in Oberstimm veranstaltet. Früher war zu diesem Termin die schwere Erntearbeit beendet. Die Pferde wurden erst einmal nicht mehr gebraucht und konnten am Rossmarkt verkauft werden beziehungsweise es konnten neue junge Pferde für die Ernte im nächsten Jahr eingekauft werden.

Der traditionelle Rossmarkt am Montag

Der Ursprung des Barthelmarktes ist der Rossmarkt am Montag. Schon früher waren die Oberstimmer stolz auf ihren Pferdemarkt. Im Jahre 1962 hatte der Markt ein Einzugsgebiet von über 100 Kilometern. Auch heutzutage findet dieser noch am Montag in der Früh statt. Dann treffen sich Viehhändler, Bauern, Schaulustige und die Verbliebenen der letzten Nacht, um hier ihre Pferde zu verkaufen, sich selbst ein neues Ross zu kaufen oder in einen der überfüllten Festzelte den letzten Tag des Barthelmarktes zu feiern. Jetzt ist der Viehmarkt nicht mehr so groß wie früher. Es finden aber immer noch Versteigerungen von Pferden statt. Genau dies macht den Charme des Marktes aus. Es werde alte Traditionen mit Neuem verbunden. Aus allen Teilen Bayerns kommen Menschen um diesen Tag mitzuerleben. Schon vor 06.00 Uhr in der Früh stehen die Leute vor den Festzelten Schlange, um noch einen Sitzplatz zu ergattern und kurz nach der Öffnung der Bierzelte sind diese schon wegen Überfüllung geschlossen. Seit dem Jahre 1962 dauert der Barthelmarkt vier Tage. Davor fand nur der Rossmarkt am Montag statt. In den 80er Jahren war es üblich, dass die Handwerksbetriebe rund um Ingolstadt ihre Angestellten an diesem Montag von der Arbeit freistellten. Auch heute nehmen sich viele Arbeiter frei, damit sie diesen Tag miterleben können.

Hintergrund-Infos

Das Barthelmarkt-Lied

Der Barthelmarkt hat auch eine eigene Hymne. Getextet und komponiert wurde das Lied von Helmut Högl Senior. Es ist ein Klassiker und Dauerbrenner auf dem Volksfest. Mehrmals am Tag erklingt es aus tausenden von Kehlen im Festzelt. Nach einem Tag kann jeder zumindest den Refrain lautstark mitsingen.

Barthelmarkt in Oberstimm, Ja do muass i hi,

Barthelmarkt in Oberstimm, des is wos für mi,

Alle meine oidn Freind san alle Jahr dabei.

Du glaubst as net, Du glaubst as net,

Wia i mi heit scho gfrei,

Du glaubst as net, du gaubst as net,

Wia i mi heit scho gfrei.

 

A Rösserl hab i heit verkaft so rund und gsund und schee.

Wenns a nimmer richtig laft, es konnt halt grad no geh

Da Bauer schaut dem Ross ins Maul und kratzt se hinterm Ohr.

Schlag ei, schlag ei, schlag ei, schlag ei, sonst kommt dir oana zvor!

Schlag ei, schlag ei, schlag ei, schlag ei, sonst kommt dir oana zvor!

 

Nacha gehts in Bierzelt nei auf a frische Mass.

I setz mi zu der Lanzlin hi Da gibts an riesen Spass.

Kellnerin is a scho da. Und fragt nach meim Begehr.

Schenk ei, schenk ei, schenk ei, schenk ei, der Durst wird oiwai mehr.

Schenk ei, schenk ei, schenk ei, schenk ei, der Durst wird oiwai mehr.

 

Auf dletzt gehts na an Festplatz naus und alle schaugn mi o.

I hab die allerliabste Maus, da is fei scho was dro.

Und wern die Burschn gar zu gach, was moanst wia i na schrei.

Hoit ei, hoit ei, hoit ei, hoit ei, des Dirndl is des mei!

Hoit ei, hoit ei, hoit ei, hoit ei, des Dirndl is des mei!

Der Barthelmarktkrug

Barthelmarktmass.

Seit 2009 gibt es den offiziellen Sammlerkrug zum Barthelmarkt in Oberstimm. In Zusammenarbeit mit den Brauereien wird jedes Jahr ein neues Motiv für den Krug entwickelt. Dieser ist dann in limitierter Auflage während des Barthelmarktes in den vier Festzelten, im Weißbiergarten und im Marktbüro zu kaufen.

Die Wahl der Barthelmarktkönigin

Jedes Jahr wird auf dem Barthelmarkt eine neue Königin gewählt. Diese vertritt dann im folgenden Jahr den Markt bei anderen Volksfesten und Veranstaltungen in der Region. Außerdem erwartet die Gewinnerin ein Preisgeld. Das Besondere ist, dass die Barthelmarktkönigin vom Publikum im Festzelt gewählt wird. In mehreren Runden müssen die zwölf Kandidatinnen ihr Können beweisen und mehrere Fragen beantworten. Danach stimmen die Besucher im Festzelt per Stimmzettel ab, wer ihre neue Barthelmarktkönigin wird. Im Jahre 1985 wurde noch der Mr. Barthelmarkt gewählt. Zu dieser Zeit suchten allerdings noch zehn Jurydamen je einen Mann aus dem Publikum aus, der sich dann der Wahl stellen musste. Zu gewinnen gab es damals 100 Liter Freibier.

Der Barthelmarkt auf dem Weg zur Massenveranstaltung

Der Barthelmarkt ist einer der ältesten Märkte und mit ihm sind viele Traditionen verbunden. Dirndl und Lederhosen sind kaum wegzudenken von diesem Volksfest. Allerdings wird der Barthelmarkt immer mehr zu einer Massenveranstaltung und es gibt viele Kritiker, die der Meinung sind, dass der Barthelmarkt nicht mehr das familienfreundliche Volksfest ist, das er früher einmal war. Es kommt immer öfter zu Schlägereien oder Randalen, was vor allem auf den übermäßigen Konsum von Alkohol zurückzuführen ist. Die Festwirte sind oft nur auf ein gutes Geschäft aus und denken dabei nicht mehr an die Sicherheit ihrer Gäste. Bei vielen Besuchern steht nur die Party im Vordergrund und die alten Traditionen werden vernachlässigt. Es ist zu wünschen, dass dieser Trend in nächster Zeit nicht noch verstärkt wird und der Barthelmarkt ein Volksfest bleibt, auf dem die alten Traditionen noch lange gepflegt werden.

Weblinks

Literatur

  • Baum, Karl: Altbayerische Bräuche und Feste. Bickel-Verlag. Schrobenhausen 2008
  • Manchinger Anzeiger vom 1.September 2010