Andechser Wallfahrt

Termin

Dieser Brauch findet am 30. und 31. Mai 2020 statt.

Einstiegsinformationen

Kloster Andechs.

Die Andechser Wallfahrt zählt zu den Wallfahrtsbräuchen im Christentum und ist die älteste Wallfahrt Bayerns. Ziel ist der Andechser Heiltumsschatz in der Andechser Wallfahrtskirche auf dem Heiligen Berg am Ammersee. Die Wallfahrten finden hauptsächlich in der Pfingstwoche sowie in der Woche um Christi Himmelfahrt statt. Das Dreihostienfest feiert man am vierten Sonntag nach Pfingsten.

Ablauf

Die frühen Pilger konnten wegen des Platzes nicht alle auf einmal in die Kirche, um die „Heilthümer“ zu sehen und die Heiligen anzurufen. Daher wurden die Reliquien außerhalb der Kirche gezeigt, während im inneren Gottesdienste stattfanden. Diese „Weisung der Heilthümer“ gibt es heute nicht mehr. An diese Stelle ist die Segnung mit der Dreihostienmonstranz getreten. Wallfahrtsgruppen werden heute mit Weihwasser empfangen, anschließend findet eine Pilgermesse statt. Nach der Nachmittagsandacht kann man zusätzlich die Andachtsgegenstände segnen lassen. Viele Votivgaben bezeugen das lange Bestehen der Andechser Wallfahrt. Die älteste Votivkerze im Wachsgewölbe hinter der Westwand stammt aus dem Jahre 1594. Um die 30000 organisierte Wallfahrer suchen Jahr für Jahr den Wallfahrtsort auf, erklärt Martin Glaab, Pressesprecher des Klosters Andechs. Die Wallfahrer machen sich – oft in Gruppen – aus mehr als 120 verschiedenen Orten im Umkreis von 60-80 Kilometern aus dem bayerisch-schwäbischen Raum auf. Einige der Besucher, die die Wallfahrtskirche von Andechs aufsuchen, sind dabei auch Touristen mit kunsthistorischem Interesse.

Kloster Andechs.

Hintergrund-Infos

 Geschichte

Der Andechser Heiltumsschatz geht auf den Stammvater des Grafengeschlechts von Dießen-Andechs, den heiligen Rasso, zurück. Dieser brachte einige Reliquien von einem Kreuzzug nach Hause. Rasso wurde bald nach seinem Tod im Jahr 955 als Heiliger verehrt. Nachdem sich die Grafen von Dießen-Andechs im 12. Jahrhundert auf dem Berg Andechs niederließen, förderten diese die Wallfahrt zu den Reliquien. Sie ist seit 1128 bezeugt. Besonderes bedeutsam sind dabei die Heiligen Drei Hostien, die in einer besonderen Monstranz, der Dreihostienmonstranz aufbewahrt werden. Zum Andechser „Heilthumsschatz“ gehören unter anderem ein Partikel aus der Dornenkrone Christi, ein Brautkleid und Brustkreuz der heiligen Elisabeth, ein Kopfreliquiar der heiligen Hedwig, ein Stück aus dem Gewand des heiligen Nikolaus und das sogenannte Siegeskreuz Karls des Großen.

Gewährsperson

Gespräch mit und freundliche Unterstützung durch Martin Glaab, Pressesprecher des Klosters Andechs.

Literatur

  • Hansen, Susanne (Hg.): Die deutschen Wallfahrtsorte. Augsburg 1991.

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