Abenteuercamp des Jugendrat Inninigen e.V.

Termin

Dieses Jahr findet das Abenteuercamp vom 18. bis 24. August 2019 statt.

Kurzcharakterisierung des Brauchs

Jeden Sommer in der Ferienzeit veranstaltet der Jugendrat Inningen e.V. ein Abenteuercamp für Kinder und Jugendliche im Alter von 8-16 Jahren. Dieses findet an wechselnden Zeltplätzen im Raum Augsburg statt. Eine Woche Ferien im Freien mit Zelt, Lagerfeuer, Geländespielen und Sport. Das Freizeitangebot ist erlebnispädagogisch ausgerichtet mit vielen wertvollen Erfahrungen im Campalltag.

Ablauf

Teilnehmer des Camps beim Geländespiel.

Organisator

Das Abenteuercamp wird seit 10 Jahren organisiert von dem gemeinnützigen Verein Jugendrat Inningen e.V. in Augsburg Inningen. Der Verein hat als Satzungszweck die Förderung der Kinder- und Jugendarbeit und ist hierbei im pädagogischen wie kulutrellen Bereich tätig. Die Mitarbeiter arbeiten ausschließlich ehrenamtlich und organisieren überwiegend Veranstaltungen und Vereinsangebote im Freizeitbereich der Kinder und Jugendlichen. Die Jugendabteilung des Vereins ist Mitglied im Stadtjugendring Augsburg und arbeitet mit verschiedenen Trägern der Jugendhilfe zusammen. Einmal jährlich findet in den Sommerferien (letzte Augustwoche) das Abenteuercamp statt, zu das der Jugendrat Inningen u.a. im Ferienprogramm Tschamp der Stadt Augsburg einlädt.

 Teilnehmer

Am Abenteuercamp können Kinder und Jugendliche im Alter von 8- 16 Jahren aus der Stadt Augsburg, sowie den umliegenden Landkreisen und Städten teilnehmen. Die Teilnehmerzahl beläuft sich auf ca. 80 Personen, je nach Platzangebot des jeweiligen Zeltplatzes.

Organisatorisches

Die Kinder und Jugendlichen werden i.d.R. von 15- 20 ehrenamtlichen Helfern des Jugendrats Inningen e.V. betreut. Viele davon haben an Jugendleiterschulungen teilgenommen und besitzen die Jugendleitercard. Der Verein achtet darauf, seine Betreuer kontinuierlich adäquat zu qualifizieren, um ihre Aufgaben im Abenteuercamp wahrnehmen zu können.

Der Zeltplatz ändert sich jährlich um den Teilnehmern Abwechslung anzubieten. Es werden Plätze im Umkreis von 1-2 Stunden Fahrtzeit gebucht.

Die Teilnehmer können per Bus anreisen und schlafen je nach Angebot des Platzes in Hütten, Großraumzelten (bis zu 8 Personen) oder selbst mitgebrachten Zelten.

Programm

Um den Programmablauf etwas lebhafter darzustellen, wird ein Erlebistagebuch die Woche im Abenteuercamp 2012 schildern:

1. Tag:

Wir haben es geschafft! Nach 1h 30 min Busfahrt haben wir endlich den Jugendzeltplatz am Altmühlsee erreicht. Zwei Busse waren unterwegs, um uns hierher zu fahren. Unterwegs sind wir an verschiedenen Haltestationen zugestiegen und von Betreuern des Jugendrat Inningen e.V. im Bus begrüßt worden. Ein paar Gesichter kennen wir also schon. Nachdem wir aus dem Bus ausgestiegen waren, unser Gepäck unter all den Taschen aus dem Bus gehieft hatten, meldeten wir uns bei der Campleitung an. Im Anschluss daran werden wir recht herzlich begrüßt, das Abenteuercamp-Team stellt sich vor und wir erfahren unsere Zeltgenossen. Unsere Betreuer bringen uns dann in der Gruppe zum Zelt. Jedes Zelt hat eigene Betreuer, die wir jetzt gleich kennenlernen können. Sie helfen uns, unser Gepäck zum Zelt zu tragen und uns im Zelt einzurichten. Das wichtigste ist natürlich der Schlafplatz. Gut, dass wir wissen, wen wir bei Fragen und Problemen ansprechen können. Danach werden wir von unseren Betreuern auf dem Zeltplatz herumgeführt, sie zeigen uns das Aufenthaltszelt, die Küche, das Waschhaus, die Getränkeausgabe und den Feuerplatz. Im Aufenthaltszelt werden verschiedene Pläne ausgehängt. Wir haben auch zweimal die Woche einene Dienst zu erfüllen. Hoffentlich habe ich keinen Putzdienst, meint Sandra*. Obwohl Helfen in der Gruppe bestimmt Spaß machen kann, jedenfalls mehr als allein! Eigentlich haben wir ja schon Hunger, aber voher treffen wir uns noch im großen Zelt zu den Kennenlern-Spielen, damit wir alle vertraut miteinander werden. Gar nicht so einfach, die vielen Gesichter und Namen auf einmal. Aber wir werden uns ja im Laufe der Woche bestimmt noch besser kennen lernen und die Namen werd ich mir nach und nach merken. Vielleicht finde ich ja auch ein paar neue Freunde!

Freizeitaktivitäten während des Abenteuercamps.

Nach dem Abendessen im großen Zelt, erkunden wir mit unseren Freunden den Platz und haben Freizeit. Im Anschluss daran setzten wir uns ans Lagerfeuer und singen Lieder, machen Spiele oder unterhalten uns einfach nur. Wir sind schon gespannt, was die Woche so bringt und aufgeregt. Unsere Betreuer bringen uns dann zum Zelt, da es schon ziehmlich dunkel ist. Allerdings wühlen wir erst noch eine halbe Stunde nach unseren Waschbeuteln, die in der Dunkelheit schwer zu finden sind! Gut, dass es Taschenlampen gibt, die jetzt zum Einsatz kommen. Vielleicht könnte man sich die wichtigen Gegenstände gleich herrichten, damit sie auch im gößten Zeltdurcheinander griffbereit sind! Aber wir haben dann doch noch alles gefunden und sind schon gespannt auf die erste Nacht im Zelt. Ob wir da schlafen können?

2. Tag

Tatsächlich, die erste Nacht im Zelt haben wir gut hinter uns gebracht. Zum Glück ist mein Schlafsack schön warm, da es in der Nacht ganz schön abgekühlt hat! Wir werden vom Frühdienst geweckt und starten mit einem Frühstück im Gemeinschaftszelt in den Tag. Die meisten sehen noch verschlafen aus, aber das wird sich wohl bald ändern. Ein Blick noch auf den Dienstplan, Aufräum- und Küchendienst, gar nicht so schlecht! Heute sogar frei.

Am Vormittag stehen verschiedenen Workshops (Basteln, Katapult-Bauen, Hip-Hop, Zumba, Videoclip oder Kung Fu) auf dem Programm. Da fällt die Auswahl ganz schön schwer! Die meisten finden einen Workshop der ihnen gefällt und machen mit Begeisterung mit. Vor allem bei den Jungs kommt die Bauaktion gut an. Die Tanzworkshops fangen gleich mit dem Üben für ihren Auftritt am bunten Abend an.

Nach dem Mittagessen geht es weiter mit einem Geländespiel im Wald, bei dem wir zu verschiedenen Stationen gelangen und Aufgaben erfüllen müssen. Da wir in den Wald gehen, müssen wir uns vorher noch geländetaugliche Sachen anziehen. Also ab ins Zelt zum Umziehen und es kann los gehen. Mit der Gruppe warten verschiedenen Aufgaben auf uns, wir müssen z.B. mit einem Schwamm Wasser transportieren und auf diese Weise einen Eimer füllen. Eine andere Aufgabe war, zu schätzen wieviele Zuckerstücke in verschiedenen Lebensmittel sind. Iich glaub in der Cola waren 32 Stück drin, da habe ich in der Schule aufgepasst. Lustig war auch der Teebeutelweitwurf mit dem Mund und Vorspielen eines Liedes auf Flaschenhälsen. Diese mussten natürlich erst befüllt werden, um unterschiedliche Töne zu erhalten, aber es hat sich ganz gut angehört!<br/>Den ganzen Tag draußen zu sein, ohne Playstation, Computer, Fernseher etc. bin ich gar nicht mehr gewöhnt, aber ich vermiss es gar nicht. Auf jeden Fall freue ich mich nach dem Geländespiel auf das Abend essen. Nur die rießige Schlange ist immer etwas nervig, aber bis 80 Personen gesättigt sind dauert halt einfach. Heute gibt es Nudeln mit Tomatensoße! Im Anschluss an das Essen werden die Dienste aufgerufen und die anderen haben Freizeit. Verschiedene Sport- und Spielgeräte werden ausgegeben und wir können uns selbst oder mit den Betreuern beschäftigen.

Am Abend bin ich schon gespannt, was der Überfall ist! Wir müssen unseren Wimpel bewachen, der an einem Mast aufgehängt wird. Befreundete Vereine oder Organisationen versuchen den Wimpel zu entwenden. Wenn sie erfolgreich sind, kann dieser gegen eine Auslöse wieder zurückgewonnen werden. Wir bekommen die Regeln erklärt und wie wir uns verhalten sollen. Danach können wir auf dem Zeltplatz in Begleitung nach den Überfallern suchen. Alle sind ganz aufgeregt und die Jungs schlagen bei jedem Rascheln Alarm. Einen nehmen wir dann auch gefangen, weil wir ihn entdeckt haben. Er sieht etwas wild aus, ist aber ganz nett und setzt sich mit ans Lagerfeuer. Bei unserer guten Verteidigung hat keiner eine Chance!

3. Tag:

Wir waren endlich im See baden!!! Zuvor haben wir noch große Bastelvorbereitungen für das Tagesspiel am folgenden Tag gehabt. Thema des diesjährigen Tagesspiels war Fantasy und Märchen. Wir mussten mit unserer Gruppe einen Namen finden und Kleidung basteln. Das war gar nicht so einfach! Wir waren dann die Gummibärenbande, aber es gab auch die Ents, Einhörner, Sieben Zwerge, Feuerfüchse und viele mehr. Unsere mitgebrachten T-Shirts haben wir mit einem selbstentworfenen Logo bemalt und weitere Gegenstände wie Mützen, Umhänge, Bänder usw. gebastelt. Die sollten wir dann gut aufheben, damit wir sie morgen für das Tagesspiel bereit haben.

Nach dem Mittagessen durften wir an den Strandbereich des Altmühlsees und dort noch etwas Zeit mit Bootfahren, Schwimmen oder Strandspielen verbringen. Das Wetter war echt super!

Nach dem Abendessen setzten wir uns ans Lagerfeuer und warteten aufgeregt auf das Nachtspiel, bei dem wir im Dunkeln mit unserer Gruppe zu verschiedenen Stationen gelaufen sind. Das war manchmal ganz schon gruselig! Zum Glück sind die Betreuer mit uns gelaufen! Danach wärmten wir uns noch kurz am Lagerfeuer auf, es gab noch als Nachtsnack Kuchen für die Hungrigen und ab ins Bett!

4. Tag:

Heute schlugen wir uns tapfer beim Tagesspiel auf der Suche nach verschiedenen Schätzen, die wir mit Hilfe von Karten, Tipps und Rätseln versuchten zu finden. War gar nicht so einfach, denn die anderen Gruppen durften uns zum Würfelduell herausfordern, und bei Sieg mussten wir Ihnen Gold abtreten. Und vor den Räubern mussten wir uns auch noch in Acht nehmen, da diese durch das Gebiet zogen! Einige Gruppen gingen auch leer aus! Wir natürlich nicht! Wer allerdings gewonnen hat, erfahren wir erst am bunten Abend bei der Siegerehrung. Bis dahin müssen wir uns gedulden. Nach dem Tagesspiel mit Brotzeitstation waren wir ganz schön außer Atem und wollten nur noch eins: eine Abkühlung!

Die Betreuer dachten anscheinend genauso, wir können Schwimmen gehen oder uns am Platz Ausruhen.

5. Tag:

Völkerballturnier, super! Wir bilden verschiedene Mannschaften, die gegeneinander spielen und unsere Betreuer waren Coaches. Ach ja, und jede Mannschaft musste ein anderes Team anfeuern! Die Mannschaften wurden nach Alter eingeteilt, damit es auch ein faires Spiel gibt. Lustig waren die Fangesänge, denn dafür gab es extra Punkte!

Völkerballturnier des Abenteuercamps.

Danach fanden wieder die Workshops statt, um für den bunten Abend zu üben.

Und Überfall gab es auch noch, aber dieses Mal wussten wir ja schon, wie alles abläuft. Nach einer kurzen Unterweisung am Lagerfeuer waren wir auf den Ablauf vorbereitet. Aufregend ist es trotzdem, da wir nie wissen, wer kommt und was alles passiert!

6. Tag:

Bunter Abend des Abenteuercamps.

Vorletzter Tag, die Woche ist wie im Fluge vergangen!

Bei den Workshops üben wir nochmal kräftig für den Auftritt am bunten Abend. Danach spielen alle ein Fangspiel und helfen bei den Vorbereitungen für den bunten Abend und die Abschlussparty. Ich muss noch dringend für unsere Turnaufführung mit den Mädels üben, meint Anna* ganz aufgeregt.

Am Bunten Abend führen verschiedene Gruppen aus den Workshops ihren Tanz auf, Mr. und Mrs. Zeltlager werden gewählt und vieles mehr. Ein Highlight ist das Feuerwerk zum 10-jährigen Jubiläum des Abenteuercamps und die anschließende Abschlussparty!

Abschlussfeuerwerk

7. Tag

Wahnsinn, die Woche Abenteuercamp verging unglaublich schnell und wir machen uns nach dem Frühstück ans Aufräumen, Packen und Verabschieden der Freunde und Betreuer. Dann kommt auch schon der Bus und auf geht´s nach Hause, mein Bett wartet schon!

Aber auf nächstes Jahr freu ich mich jetzt schon wieder!

Gewährspersonen

Die Autorin war selbst Mitfahrerin des Abenteuercamps 2012 sowie ehemals Betreuerin und Leiterin des Camps.

Der Bericht entstand durch persönliches Begleiten des Campalltags sowie in Gesprächen mit den Mitfahrern und Betreuern.

*Namen sind von der Autorin geändert worden und frei erfunden.

Weblinks

http://www.jugendrat-inningen.de/

 

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