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Allerheiligen

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An Allerheiligen kommen Familien zusammen und besuchen gemeinsam die Gräber der Verstorbenen. Der katholische Totengedenktag ist in Deutschland und weiteren Ländern ein staatlicher Feiertag. Das entsprechende Fest evangelischer Gläubiger ist der Totensonntag.

Termin

Dieser Brauch ist am 01.11.2017.
Er findet jedes Jahr zu diesem Datum statt.

Ablauf

Allerheiligen

Die Familienangehörigen richten zu diesem Anlaß die Gräber ihrer Verwandten besonders festlich her. Das ist ein äußeres Zeichen dafür, dass man den Toten gegenüber Ehrfurcht und Respekt zeigt und ihnen einen angemessenen Platz im Herzen zugesteht.

An Allerheiligen findet in katholischen Pfarrgemeinden außer einem Gottesdienst in der Kirche auch eine Andacht auf dem Friedhof statt. Meist wird sie auf den Abend gelegt. Die Hinterbliebenen entzünden die Lichter, die sie auf die Gräber gestellt haben und stehen während der Andacht wenn möglich auch direkt um das Grab herum. Auf großen Friedhöfen wird die Andacht per Lautsprecher übertragen, damit auch diejenigen, die weiter entfernt vom Zelebranten stehen, etwas von den Gebeten, Fürbitten und Liedern mitbekommen. Mancherorts ist es Tradition, die Andacht mit Chorgesang und/oder Blasmusik festlich zu gestalten.

Halloween mit den typischen Bräuchen, sich gruselig zu verkleiden, die Häuser mit Kürbis-Fratzen zu dekorieren und anderem mehr, hat auch mit Allerheiligen zu tun. Halloween steht für "all Hallows eve(ning)", also "Abend vor Allerheiligen". Halloween-Bräuche werden in Deutschland erst seit Ende des 20. Jahrhunderts und längst nicht überall ausgeübt. Sie haben ihr Vorbild im englischsprachigen Raum, genauer Irland und Amerika. (nach: Döring)

Allerseelen

Am Tag nach Allerheiligen liegt Allerseelen. Allerseelen, am 2. November, ist aber "nur" kirchlicher und nicht staatlicher Feiertag. Allerheiligen, der Feiertag an dem der Gesamtheit der christlichen Märtyrer gedacht wird, und Allerseelen, der Tag der dem Gedächtnis an die Verstorbenen und die "Armen Seelen" im Fegefeuer gewidmet ist, sind beide katholische Totengedenktage. Die größere Bedeutung hat Allerheiligen. Dieser Feiertag vereint schon lange beide Aspekte des Gedenkens.

Besonderes Gebäck

In Schwaben ist es bis heute noch üblich, dass Paten für Ihre Patenkinder Seelenzöpfe backen. In den Bäckereien werden Seelenbrezen in verschiedenen Ausführungen angeboten. Die Palette reicht von einfachem Hefegebäck bis hin zu üppigen, mit Marzipan dekorierten Schokoladenbrezen.

Ein Seelwecken aus Brötchenteig, wie es ihn im Ries gibt, sieht aus wie ein längliches Brötchen, bei dem die Enden angespitzt sind. Er ist oben mit Salz bestreut. Es gibt diese Wecken in der Bäckerei aber nicht nur um Allerseelen herum.

Hintergrund-Infos

Seelzöpfe und Seelbrezeln

Der Nutzen, den die "Armen Seelen" von den Seelenzöpfen oder Seelenbrezen aus Hefe- oder Blätterteig habe, ist, dass sich der damit Beschenkte mit "Vergelt's Gott für die armen Seelen" bedankte (nach: Döring). Das ist eine kurze Fürbitte zugunsten der leidenden Seelen Verstorbener. Damit können die Lebenden den Verstorbenen nach christlichem Glauben noch nach deren Tod etwas Gutes erweisen. Zur Form der Gebäckstücke heißt es, die drei Zopfstränge erinnerten an die Heilige Dreifaltigkeit und das Ineinanderschlingen symbolisiere die Ewigkeit.

Allerheiligen-Termin

Der Gedenktag für alle Märtyrer, Allerheiligen, wurde von Papst Gregor IV. im Jahr 835 für die ganze Kirche angeordnet und auf den 1. November festgelegt. Der 1. November markierte einmal auch den Winterbeginn und war zugleich Jahresanfang.

Der älteste schriftliche Hinweis auf ein Fest für alle Heiligen findet sich bei Johannes Chrysostomos im 4. Jahrhundert. Dort wird der "Herrentag aller Heiligen" in Antiochien beschrieben.

Der 1. November ist wegen Allerheiligen ist ein international verbreiteter staatlicher Feiertag. Außer in Deutschland ist er nach einem Kalender von 2009 z.B. auch in Österreich, der Schweiz, in Frankreich, Italien, Polen und Spanien als genereller Feiertag eingerichtet, also in Staaten, die einen großen katholischen Bevölkerungsanteil haben. In Dänemark, England, den Niederlanden und Tschechien ist Allerheiligen dagegen kein staatlicher Feiertag.

"Allerheiligenfasching"

Statt Halloween sprechen manche sogar schon von "Allerheiligenfasching" - solche Ausmaße hat der Kult um Kürbisse, Skelette und verhexte Häuser bereits angenommen.

Literatur:

  • Becker-Huberti, Manfred: Lexikon der Bräuche und Feste. Freiburg 2000.
  • Bichler, Albert: Wie's in Bayern der Brauch ist. Pfaffenhofen 1984.
  • Döring, Alois: Rheinische Bräuche durch das Jahr. Köln 2007.

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Diese Seite wurde zuletzt am 22. Februar 2013 um 14:43 Uhr geändert. Diese Seite wurde bisher 24.197-mal abgerufen (to Cache).
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