Termin
Zum Zwiefachen wird ganzjährig getanzt, gesungen und musiziert.
Informationen
Der Zwiefache ist eine traditionelle Musikgattung aus dem bayerisch-böhmischen Raum, zu der getanzt, musiziert und gesungen wird. Er zeichnet sich durch einen ständigen, unregelmäßigen Wechsel zwischen Dreher- und Walzertakten aus. Aufgrund dieses raschen Taktwechsels gilt er als rhythmisch anspruchsvoll und erfordert von den Tanzenden hohe Konzentration. Gegenwärtig ist er in ganz Bayern beliebt und wird nicht mehr nur zur Volksmusik, sondern auch zu anderen Musikrichtungen wie etwa dem Flamenco getanzt.
Geschichte
Die älteste bekannte Erwähnung des Zwiefachen findet sich in einer Musikhandschrift aus dem Jahr 1740, der älteste Begriffsbeleg stammt von 1780. Bis etwa 1900 wurde die Tradition vor allem mündlich weitergegeben, weshalb wenig zur Entwicklung des Zwiefachen bekannt ist. Im frühen 20. Jahrhundert scheint er sich dann aber immer weiter verbreitet zu haben.
Für den Namen „Zwiefacher“ gibt es zwei verschiedene Erklärungen. Die erste bezieht sich auf den ständigen Wechsel zwischen zwei verschiedenen Takten. „Der Zwiefache heißt Zwiefacher, weil er kein Einfacher ist“, sagt dazu der bayerische Musiker Christoph (Stofferl) Well. Die zweite Erklärung hat etwas mit der Geschichte des Tanzes allgemein zu tun: Der Zwiefache war einer der ersten Paartänze, davor hatte es nur Reigentänze gegeben.
Im Jahr 2016 wurde der Zwiefache offiziell in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes in Deutschland aufgenommen.
Weblinks
- https://www.unesco.de/staette/zwiefacher/
- https://www.br.de/radio/bayern2/zwiefacher-oder-schuhplattler-vom-taktvollen-umgang-zwischen-ober-und-niederbayern-100.html
- https://www.bavarikon.de/object/bav:BSB-CMS-0000000000007434
- https://www.ike.bayern.de/verzeichnis/000190/index.html