Sennfelder und Gochsheimer Friedensfest

Termin

Franz Graf von Hatzfeld; Künstler: Johann Salver

Die beiden Friedensfeste finden immer im ersten Septemberwochenende statt, 2026 vom 05. bis 07.09.

Einführungsinformation

Das Sennfelder und Gochsheimer Friedensfest ist ein historisches Traditions- und Kirchweihfest in den benachbarten unterfränkischen Dörfern Sennfeld und Gochsheim bei Schweinfurt. Es erinnert an die Wiedererlangung der Reichsfreiheit und des protestantischen Glaubens im Jahr 1649 nach dem Dreißigjährigen Krieg. Seit 2016 zählt es zum Immateriellen Kulturerbe der UNESCO.

Geschichte

Im Zuge des Dreißigjährigen Krieges verloren die größtenteils protestantischen Ortschaften Sennfeld und Gochsheim ihre Reichsfreiheit. Dadurch waren die Gemeinden nicht mehr unabhängig und konnten nicht mehr selbstständig über ihren Glauben entscheiden. Stattdessen unterstanden sie dem katholischen Würzburger Fürstbischof Franz Graf von Hatzfeld. Im Jahre 1649 erlangten sie sie zurück. In Gochsheim lässt sich bereits ein Jahr später, 1650, ein erstes Friedensfest feststellen, das zusammen mit der Kirchweih gefeiert wurde. Ab 1705 ist in Sennfeld ein ähnliches Fest belegt. Seither findet das Friedensfest in beiden Orten immer am selben Tag und mit ähnlichen Bräuchen statt.

Ablauf

Die Gochsheimer Kirchenburg.
Die Dreieinigkeitskirche am Plan, Sennfeld.

Heute dauern die Friedensfeste einige Tage.

In Sennfeld wird am Kirchweihsamstag zunächst eine etwa 30 Meter hohe Kiefer von sogenannten „Planburschen“ und Männern vor der Pfarrkirche aufgerichtet. Der „Plan“ ist der zentrale Festplatz vor den Kirchen und findet sich in den Namen vieler mit den Friedensfesten assoziierter Personen und Dinge. Am Tag darauf findet zuerst ein Gottesdienst und anschließend „Planrede“ und „Plantanz“ statt. Bei letzterem tanzen die „Planburschen“ zuerst mit Kindern, danach mit den „Planmädchen“. Anschließend dürfen die anderen Festbesucher auf die Tanzfläche. Getanzt wird in fränkischer Festtagstracht. Am Montagnachmittag wird ebenfalls bis in die Nacht, diesmal aber in Frack und Zylinder. Am Dienstag werden vor den Häusern des Bürgermeisters, des Pfarrers und der „Planmädchen“ „Ständele“ (Ständchen) gesungen. Abend findet das gemeinsame „Eierschmalzessen“ statt. Am folgenden Sonntag wird das Ende des Festes mit der „Nachkirchweih“ gefeiert.

In Gochsheim, wo unter anderem die Kirchenburg als Festkulisse dient, verläuft das Friedensfest nur minimal anders: Die „Planburschen“ bringen einen besonderen „Kirchweihkuchen“ mit, der öffentlich aufgehängt wird, und es wird keine fränkische Festtagstracht getragen.

Die „Planburschen“ und „Planmädchen“ sind jeweils unverheiratet. Ausgewählt werden sie vom Trachtenverein. Die früher strengeren Regeln bei der Wahl der Planpaare wurden mittlerweile, vor allem hinsichtlich der Konfession, etwas gelockert.

Weblinks

  • https://www.unesco.de/staette/sennfelder-und-gochsheimer-friedensfeste/
  • https://www.ike.bayern.de/verzeichnis/000220/index.html
  • https://www.sennfeld.de/freizeit-erlebnis/brauchtum-tradition/sennfelder-friedensfest
  • https://www.bavarikon.de/object/bav:BSB-CMS-0000000000006683
  • https://www.sonntagsblatt.de/artikel/kultur/warum-das-historische-friedensfest-von-1649-so-wichtig-fuer-das-ehemalige-freie

Bildlinks

  • https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Gochsheim-001.jpg (Tilman2007, 2008)
  • https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Sennfeld-001.jpg (Tilman2007, 2008)
  • https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Franz_von_Hatzfeld.jpg