Marktredwitzer Krippenkultur

Termin

Der nächste Marktredwitzer Krippenweg findet vom 26.12.2026 bis zum 06.01.2027 statt.

Einstiegsinformation

Bei den Marktredwitzer Krippen treffen klassische Bilder auf historische Figuren und lokale Persönlichkeiten. Jedes Jahr kann man in etwa 50 Familien mühevoll hergerichtete Krippenlandschaften betrachten, die oft ein ganzes Zimmer einnehmen. Die Figuren bestehen in der Regel aus Ton und stammen größtenteils aus heimischen Werkstätten. Gezeigt werden nicht nur etwa die Geburt Christi und der Besuch der Heiligen Drei Könige, sondern auch andere Szenen, die das idealisierte Alltagsleben und regionale Besonderheiten in beispielsweise Handwerk und Handel vorstellen. Zentrale Themen sind vor allem der Alpentourismus und die Romantisierung der Alpenlandschaft, die jeweils dem 19. Jahrhundert entstammen.

Ein wichtiger Bestandteil des Brauchs ist außerdem auch das „Krippenschauen“, also das gegenseitige Besuchen der Beteiligten.

Die Marktredwitzer Krippenkultur wurde 2021 ins Bayerische Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

Geschichte

Die Entstehung der Weihnachtskrippe geht maßgeblich auf den Heiligen Franz von Assisi zurück, der im Jahr 1223 in einer Felsenhöhle im italienischen Greccio erstmals eine lebendige Krippe mit echten Tieren und Menschen aufstellte, um die Weihnachtsgeschichte für Analphabeten, die damals den Großteil der einfachen Bevölkerung ausmachten, greifbar zu machen.

Die älteste erhaltene Krippe stammt aus dem Jahr 1291. Damals stiftete der Stiftsherr Pandolfo eine Kapelle im Seitenschiff von St. Maria Maggiore in Rom, in deren Altar eine Krippenszene mit verstellbaren Alabasterfiguren eingearbeitet war.

Später, im 16. Jahrhundert trugen vor allem die Jesuiten dazu bei, dass sich die Weihnachtskrippe mit figürlichen Darstellungen europaweit in Kirchen und Klöstern verbreitete. Die erste Krippe nördlich der Alpen wurde 1562 in Prag aufgebaut.

Als im Zuge von Reformen kirchliche Krippen zeitweise eingeschränkt oder verboten wurden, bauten die Gläubigen die Szenerie daheim im Kleinformat nach. Durch die maschinelle und serielle Herstellung kleiner Figuren im 19. Jahrhundert wurde die Weihnachtskrippe schließlich für die breite Bevölkerung erschwinglich und zu einem festen Bestandteil des häuslichen Weihnachtsschmucks.

In Marktredwitz lässt sich die Tradition des Krippenbauens ab etwa 1850 nachweisen. Damals begannen verschiedene Töpfermeister, Krippenfiguren aus Ton zu modellieren. 1989 entstand aus der Tradition des „Krippenschauens“ ein Krippenweg.

Der Marktredwitzer Krippenweg

Der Krippenweg führt die Besucherinnen und Besucher durch verschiedene Stadtteile Markredwitzes. Sie bekommen Einblicke  in die Häuser und den Arbeitsprozess der „Kripperer“, also der Krippenbauer, erfahren kleine Anekdoten und sehen etwa 20 bis 25 Krippen, von denen keine der anderen gleicht. Bisweilen kommen Tausende, um die Krippenlandschaften zu sehen.

Weblinks

  • https://www.unesco.de/staette/marktredwitzer-krippenkultur/
  • https://www.marktredwitz.de/aktivitaeten-und-erlebnisse/kultur/krippenweg
  • https://www.ike.bayern.de/verzeichnis/000342/index.html
  • https://museen.de/herrgott-marktredwitz-und-alpen.html
  • https://www.vivat.de/magazin/jahreskreis/weihnachten/woher-stammt-der-brauch-der-weihnachtskrippe/
  • https://www.norddeutsches-krippenmuseum.de/krippenentstehung.html
  • https://www.arskrippana.net/krippen/hintergrundinfos-und-geschichte-der-weihnachtskrip/vom-ursrung-der-weihnachtskrippe/