Ansbacher Rokoko-Festspiele

Termin

Die nächsten Rokoko-Festspiele in Ansbach finden vom 02. bis 04.07.2027 statt.

Einstiegsinformation

Die Rokoko-Festspiele in Ansbach finden seit 1950 alle zwei Jahre Anfang Juli statt und gehen auf ein Schauspiel von 1894 zurück. Sie inszenieren das höfische Leben zur Zeit des Markgrafen Carl Wilhelm Friedrich von Brandenburg-Ansbach und dessen Ehefrau Christiane Charlotte von Württemberg-Winnental. Dazu zählen Darstellungen zum Leben am Hof, historische Tänze, Theater und Musik, aber auch das Soldatenleben.  Zum Festgeschehen gehören Markttage, Theatervorführungen, historische Vorträge, Ausstellungen, Workshops und Führungen.

Seit 2026 zählen sie zum Bayerischen Landesverzeichnis des Immateriellen Kulturerbes.

Die Geschichte der Festspiele

Zentral für die Entstehung der Festspiele sind vor allem zwei Personen: Markgraf Carl Wilhelm Friedrich (1712 – 1757; regierte von 1729 – 1757) und Spenglermeister und Hobbydichter Konrad Friedrich (1834 – 1899). Der aus Ansbach stammende Markgraf soll sehr ungestüm und jähzornig gewesen sein und im Lauf seines Lebens viele Affären und einen generell ausschweifenden Lebenswandel gehabt haben, sodass er schon bald nach seinem Tod den Spitznamen „der wilde Markgraf“ erhielt.

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Markgraf Carl Wilhelm Friedrich von Brandenburg-Ansbach als Schäfer kostümiert, ca. 1740, unbekannter Maler.

Konrad Friedrich, der eigentlich Handwerker war, beschäftigte sich in seiner Freizeit gerne mit Literatur und der Ansbacher Geschichte und war sogar selbst dichterisch tätig. Unter dem Titel „Der wilde Markgraf“ verfasste er ein in vier Akte gegliedertes Theaterstück über das Leben des Markgrafen Carl Wilhelm Friedrich, wobei er sich einiger künstlerischer Freiheiten hinsichtlich des Inhaltes bediente. Im Stück finden sich auch einige antisemitische Ressentiments.
„Der wilde Markgraf“ wurde 1894 in Ansbach mit Laiendarstellern ur- und ein Jahr später nochmal aufgeführt. Das nächste Mal wurde es 1910 auf die Bühne gebracht. 1911 wurde von Mitgliedern des Fremdenverkehrsvereins die „Dramatische Vereinigung“ gegründet, mit dem Vorsatz, das Stück jährlich aufzuführen.

Dem wurde mit dem Beginn des 1. Weltkriegs allerdings ein jähes Ende gesetzt, sodass „Der wilde Markgraf“ erst 1921 zum 700-jährigen Stadtjubiläum wieder gespielt wurde. 1925 wurde erstmals überlegt, das Theaterstück in regelmäßige Rokoko-Festspiele im Hofgarten mit Tänzen aus dem 18. Jahrhundert einzubetten, jedoch erklärte die Stadt Ansbach ein Jahr später, daran kein Interesse zu haben. Bis zu Beginn des 2. Weltkriegs spielte die Dramatische Vereinigung das Stück nur noch unregelmäßig und von 1939 bis 1950 gar nicht mehr.

Nach dem Krieg wurde das Vereinsleben wieder lebendiger und ein Neuanfang der Rokoko-Festspiele wurde angedacht. 1950 war es dann so weit. Der ein Jahr zuvor neu gegründete Heimatverein Augsburg rekonstruierte ein Hoffest wie zu Zeiten des Markgrafen vor historischer Kulisse. Das Programm bestand aus historischen Tänzen, Musik, Schäferspielen, Kinderbelustigungen, bengalischer Beleuchtung und Feuerwerk. Über 10.000 Besucherinnen und Besucher sollen erschienen sein.        Seither verändern sich die einzelnen Programmpunkte der Festspiele ständig. Zentral sind allerdings immer die Tänze der in Rokoko-Kostümen gekleideten Darstellerinnen und Darsteller, allesamt Mitglieder des Heimatvereins, sowie das Feuerwerk am Ende.

Zu Beginn wurden die Festspiele alle vier Jahre veranstaltet, dann alle zwei Jahre und ab den 1980er Jahren jedes Jahr am ersten Juliwochenende. Zum 75-jährigen Jubiläum 2025 wurden sie überarbeitet und finden jetzt im zweijährigen Rhythmus statt, immer im Wechsel mit dem Rokoko-Marktgeflüster.

Veranstaltungsort und Eintritt

Schauplätze der Festspiele sind das Schloss, die Orangerie, der Hofgarten und die Kirche St. Gumbertus sowie weitere Plätze in Ansbach (Mittelfranken).

Spielort der Rokoko-Festspiele im Ansbacher Hofgarten mit Orangerie.

Tickets gibt es über Reservix sowie direkt bei der Touristeninformation Ansbach. Die Preise variieren je nach Veranstaltung und Programmpunkt. Einige Bereiche und Programmpunkte der Festspiele sind zudem kostenfrei zugänglich.

Weblinks

  • https://www.heimatverein-ansbach.de/rokokofestspiele/
  • https://www.ike.bayern.de/verzeichnis/001000/index.html
  • https://www.tourismus-ansbach.de/kunst-kultur/kulturveranstaltungen/rokoko-festspiele

Bildlinks

  • https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Markgraf_Carl_Wilhelm_Friedrich_von_Brandenburg-Ansbach.jpg
  • https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Orangerie_Ansbach_01.jpg (User: Helmlechner, 2012)