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Kindergeburtstag

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Der Höhepunkt eines jeden Jahres ist für viele Kinder sicherlich der eigene Kindergeburtstag. Die Vorfreude ist riesengroß: Was bekomme ich wohl für Geschenke? Wer wird alles an meinem Geburtstagsfest teilnehmen?...
Für viele Eltern ist die Planung heute oft mit viel Aufwand verbunden: Wie kann man den Tag ganz besonders feiern? Wer wird eingeladen? Welche Spiele/Aktivitäten bieten wir an? Was soll es zu Essen geben? An Gastgeschenke, Dekoration, u.v.m. muss ebenfalls gedacht werden. Das kann für den einen oder anderen zu einer teuren Angelegenheit werden. Muss es aber nicht, es gibt auch preiswerte Alternativen (selber basteln, kochen, backen,…)

Traditionelle Kindergeburtstage reihen Spiele oft ohne Bezug aneinander. Es hat sich mit der Zeit auch eingebürgert, dass die Kinder für jedes Spiel mit einem Preis belohnt werden. Dabei sollte es doch um Kreativität, Spaß oder Nervenkitzel gehen. Kinder sollen aus ihrem Alltag entführt werden. Es ist eine Einladung in eine „andere Welt“. Phantasie, Verzauberung, Spannung, Kreativität, Ausgelassenheit, Geschicklichkeit und gemeinsames Erleben sollen sich entfalten. Wichtig dabei ist auch, dass die erwachsenen OrganisatorInnen Freude haben, denn sie sollen die Kinder motivieren und deren Begeisterung wecken.
Gegen Ende des 20. und im 21. Jahrhundert, ist es für die meisten Kinder in Deutschland üblich, ihren Geburtstag zu feiern. Dies war jedoch nicht immer so. Der Geburtstag, speziell der Geburtstag der Kinder, ist ein sehr modernes Fest, welches sich auch im 21. Jahrhundert stets weiterentwickelt.

Ablauf

Ein Kindergeburtstag kann sehr unterschiedlich gefeiert werden. In vielen Familien ist es jedoch so, dass es meist zwei Feste gibt: ein Fest mit der Familie und mit Verwandten, das andere Fest mit (Schul)Freunden des Kindes.

Fest mit der Familie:
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Der Kindergeburtstag mit der Familie findet oft am tatsächlichen Geburtstag des Kindes statt. Die Eltern des Kindes sind die ersten Gratulanten. Gleich nach dem Aufstehen betritt das Kind einen eigens für ihn geschmückten Raum (Girlanden, Luftballons, Glückwunschbanner,…) , es bekommt sein Lieblingsfrühstück und, weil das Warten bei Kindern ja häufig sehr schwer fällt, das erste Geschenk, welches dann auch sogleich ausgepackt werden darf. Kinder freuen sich sehr darüber, an diesem Tag die Hauptrolle zu spielen. Warum also nicht eine Krone basteln und dem Kind schenken?
Anschließend wird mit den Vorbereitungen des Festes begonnen: Es wird Kuchen gebacken, der Raum wird ansprechend dekoriert, das Essen wird vorbereitet usw.
Wenn dann die Gäste eintreffen, gibt es für viele Kinder nichts schöneres, als sogleich über die Geschenke herzufallen, sie aus der Verpackung zu befreien und den Inhalt zu bestaunen. Anschließend darf gespielt werden.
Die Verwandten setzen sich an die gedeckte Tafel und häufig beginnt das Ganze mit einer Kaffee und Kuchen Runde. Dabei werden auf den Kuchen genau soviele Kerzen gesteckt, wie es dem Alter des Kindes entspricht. Das Geburtstagskind darf nun die Kerzen ausblasen und sich dabei etwas wünschen. Anschließend wird gespielt und gefeiert. Am Abend essen dann wieder alle zusammen am Tisch und lassen den Tag ausklingen. Das Geburtstagskind wird zu Bett gebracht, es wird die Lieblingsgeschichte vorgelesen und der schönste Tag des Jahres geht zu Ende.
Natürlich ist dieser Ablauf nur ein Beispiel von unzähligen weiteren Varianten. Fest mit Freunden:
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Das Fest mit Freunden findet normalerweise nicht direkt am Geburtstag statt, sondern ein oder mehrere Tage später.
Wichtig beim Fest mit Freunden ist die Planung und Organisation: Es müssen Einladungen ausgeteilt, Räumlichkeiten vorbereitet und Dekorationen aufgehängt werden. Kuchen wird gebacken, Essen & Getränke werden vorbereitet, Spiele werden ausgesucht, u.v.m. Einladungen
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Eingeladen wird ab ca. 14 Tagen vor dem Fest. Das kann telefonisch gehen, per Mail oder in irgendeiner anderen schriftlichen Form, also z.B. Einladungskarten, Brief, beschrifteter Luftballon usw. Schön ist es, wenn die Einladung der Art des Festes entspricht. Für einen Besuch im Zoo malt das Kind Tiere auf die Karte, für ein Gartenfest dürfen es Blumen sein.
Vorher sollte natürlich die Gästeliste zusammen mit dem Kind zusammengestellt werden. Sinnvoll ist es, die Anzahl der Kinder zu begrenzen.
Es gibt unzählige Beispiele für Einladungen, hier sollen nun ein paar wenige kurz vorgestellt werden:

1) Schatzsuche: Die Gäste werden mit einer besonderen Einladung neugierig gemacht. Die Einladung wird auf leicht angegrautes Papier geschrieben (gut eignet sich sog. Elefantenhaut), beinhaltet geheimnisvolle Zeichen, die Blattränder sind angekohlt. Der Einladungstext sollte normal darauf geschrieben werden, sonst kann am Ende ein Kind den Text nicht richtig entziffern. Die Schatzkarte dient später dann als echte Schatzkarte: während des Festes wird der Schatz anhand der Karte von den Kindern gemeinsam gesucht.

2) Leporello in der Streichholzschachtel: Jedes Kind, das eingeladen wird, erhält eine Streichholzschachtel. Beim Öffnen der Schachtel fällt ein Leporello heraus (Zickzackzettel). Darauf steht, wann, wo, was und der Geburtstag gefeiert wird. (Sinnvoll ist es, das erste Blatt des Leporellos auf dem Innenboden der Streichholzschachtel festzukleben.

3) Tangram: Ein Tangram ist ein chinesisches Puzzle. Aus einem Quadrat ergeben sich sieben geometrische Plättchen. Und so funktioniert es: Auf ein Stück Pappe das Tangram-Quadrat zeichnen, dann den Text der Einladung darauf schreiben, anschließend das Quadrat in die sieben Teile zerschneiden und diese abschließend in kleine Säckchen, Tüten oder Umschläge verpacken und an die Einzuladenden verteilen.

4) Einladungskarte/ Einladungsbriefe: Häufig werden ganz normale Einladungskarten gestaltet, dabei kann das Geburtstagskind selbst auch mithelfen. Wichtig beim Text ist, dass die Fragen Was? Wann? Wo? beantwortet werden. Nützlich ist es auch, die Telefonnummer darauf zu vermerken, so dass die Eltern der eingeladenen Kinder diese im Notfall haben (auch für evtl. Rückfragen). Für besonders eilige gibt es auch fertige Einladungskarten, auf denen dann nur die Uhrzeit, der Tag und die Adresse vermerkt werden müssen.

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Spiele
Lustige Spiele am Geburtstag sind das A und O. Dabei ist es wichtig, nicht nur Spiele anzubieten, bei denen es Gewinner und Verlierer gibt. Sonst geht am Ende das eine oder andere Kind traurig nach Hause, weil es immer zu den Verlierern gezählt hat.
Altersentsprechend und abwechslungsreich sollten sie sein, ruhige und lebhafte Spiele sollten sich dabei abwechseln.

1) Gummimik: mehrere freiwillige Kinder streifen sich dünne Haushaltsgummis über den Kopf. Diese sollten so zu recht geschoben werden, dass sie in Höhe des Kinns den Kopf umspannen. Das Geburtstagskind gibt das Kommando, und alle beginnen, allein durch Bewegung der Gesichtsmuskulatur, die Ringe nach unten zu bewegen. Sieger ist, wem es als erstes gelingt, den Gummi so tief rutschen zu lassen, dass er den Hals umringt. Nun darf das Sieger-Kind die Teilnehmer der nächsten Runde auswählen oder bekommt einen kleinen Preis.

2) Schokolade schneiden: Für dieses Spiel benötigt man: eine Tafel Schokolade, Alufolie (zum Einwickeln der Schokolade), einen Würfel, ein paar Handschuhe (am besten Fäustlinge), einen Schal, eine Mütze, ein Messer und eine Gabel.
Jetzt kann es losgehen: Die Kinder setzen sich rundum an einen Tisch. Handschuhe, Mütze, Schal, eingewickelte Schokolade sowie Messer und Gabel werden bereit gelegt.
Ziel des Spieles ist es, mit dem Würfel eine Sechs zu würfeln und dann soviel Schokolade wie möglich zu essen.
Ein Kind fängt an zu würfeln. Hat es keine Sechs, so würfelt das nächste Kind. Wenn ein Kind eine Sechs gewürfelt hat, so zieht es so schnell wie möglich Handschuhe, Schal und Mütze an und versucht zuerst, die Schokolade auszuwickeln. Ist das geschafft, so darf das Kind mit Messer und Gabel anfangen, die Schokolade zu schneiden und zu essen.
In dieser Zeit würfeln die anderen Kinder weiter. Sobald ein anderes Kind eine Sechs gewürfelt hat, muss das Kind aufhören zu essen, schnellstmöglich Schal, Mütze und Handschuhe ausziehen und dem anderen Kind geben. Dieses beeilt sich mit dem Anziehen und darf auch wieder so lange Schokolade schneiden, bis ein weiteres Kind eine Sechs gewürfelt hat.
Bei diesem Spiel sind Schnelligkeit und Geschicklichkeit gefragt.

3) Mehlschneiden: Auf einem flachen Teller liegt eine ca. zwei Zentimeter dicke Schicht Mehl, das leicht festgeklopft ist. In der Mitte steckt aufrecht eine Salzstange. Das Geburtstagskind darf beginnen: Es schneidet mit einem Messer mit einem senkrechten Schnitt einen Teil der Mehlschicht ab. Dann ist das nächste Kind an der Reihe. Die Gefahr wird immer größer, dass die Salzstange umfällt. Wem das passiert, der muss mit dem Mund die Salzstange vom Teller nehmen und aufessen (ohne Zuhilfenahme der Hände). Das sieht sehr lustig aus und die Kinder lachen dabei bestimmt. Das Mehl, das im Gesicht des Kindes kleben bleibt, darf erst zum Schluss des Spiels abgewischt werden. Ist die erste Salzstange aufgegessen, so wird die nächste Salzstange in das Mehl gesteckt, das vorher wieder zusammengeschoben und festgedrückt wird. Das geht solange weiter, wie es den Kindern Spaß macht.

4) Turmbauen für das Geburtstagskind: Hierfür benötigt man Konstruktionskarton, Buntpapier, Lametta, Stifte, Kleber, Schere und alle weiteren Materialien, die man zur Verfügung hat (Pappbecher, Strohhalme, Zahnstocher, leere Küchenrollen, usw.). Den Kindern wird vorgeschlagen, für das Ehrenkind einen Turmaus aus den vorhandenen Materialien zu bauen. Auch das Geburtstagskind selbst darf natürlich mitbasteln. Der Turm soll so hoch werden, wie das Geburtstagskind selbst ist. Außerdem soll er zur Feier des Tages schön verziert werden, so hat das Kind eine wunderschöne Erinnerung an seinen Ehrentag.

5) Apfel im Bad: Man benötigt eine große Schüssel voll Wasser und mehrere kleine Äpfel (wenn möglich mit Stiel). Jeder kann nun versuchen, seinen Apfel mit dem Mund aus dem Wasser zu fischen.

6) Sackhüpfen: Jedes Kind stellt sich in einen Sack. Auf das Kommando „Los!“ geht es los und alle hüpfen einem vorgesteckten Ziel zu, um das Ziel herum und zurück zur Startlinie. Sieger ist, wer zuerst ankommt.

7) Eierwettlauf: Jedes Kind bekommt einen Esslöffel und ein (am besten gekochtes) Ei. Alle laufen auf das Kommando „Achtung! Fertig! Los!“ Richtung Ziellinie. Gewonnen hat, wer als erster ankommt, ohne dass das Ei heruntergefallen ist.

8) Ringwerfen: Hier können die eingeladenen Gäste sich erst einmal kreativ betätigen. Leere Flaschen werden von den Kindern verziert (mit Geschenkpapier, Aufklebern, Lametta, Buntstiften usw.). Dann werden dreieckige Kartonstücke ausgeschnitten, verziert und mit den Zahlen 20, 40, 60, 80 und 100 beschrieben (möglichst groß schreiben). Diese Kartonstücke werden nun in die Flaschen gesteckt. Die Flaschen werden aufgestellt und nun soll jedes Kind aus einer bestimmten Entfernung (kleinere Kinder dürfen weniger Abstand haben) versuchen, einen Reifen über eine Flasche zu werfen. Jedes Kind hat eine bestimmte Anzahl von Versuchen, dann werden die Zahlen zusammengezählt. Sieger ist, wer die meisten Punkte erreicht hat.

9) Topfschlagen: eines der bekanntesten Spiele ist wohl das sog. Topfschlagen. Dabei werden einem Kind die Augen verbunden. Es bekommt einen Kochlöffel in die Hand und muss nun einen Topf finden, unter dem ein Preis/ein kleines Geschenk versteckt ist. Dabei schlägt es immer wieder mit dem Löffel von oben nach unten, bis es zu guter Letzt den Topf trifft. Die anderen Kinder können es dabei auch tatkräftig unterstützen, indem sie dem Kind „warm“ (wenn das Kind näher an den Topf kommt) oder „kalt“ (wenn das Kind sich vom Zielobjekt wieder entfernt) zurufen. Dieses Spiel ist auch ein wunderbarer Abschluss. Denn unter dem Topf kann am Ende das sog. Mitgebsel bzw. Gastgeschenk versteckt werden. Je besser man die eingeladenen Kinder kennt, umso mehr kann man dabei individuell auf die Kinder eingehen. (z.B. Schlüssel-Anhänger mit Dinosaurier für den absoluten Dino-Fan…)

Aktionskindergeburtstag:
Der Geburtstag kann auch, und das ist dann etwas ganz besonderes, als Aktionskindergeburtstag gefeiert werden. Dabei steht der ganze Geburtstag unter einem bestimmten Motto bzw. Thema. Spielerische Elemente werden dabei in einen thematischen Rahmen gestellt. Durch die Einbettung in einen Handlungsrahmen erhalten die Spiele einen völlig neuen Charakter. Es geht hierbei nicht um die Aussicht auf Belohnung, sondern um die Freude am Spielen.
Beispiel für einen Aktionskindergeburtstag: Die Goldene Gans:
Dies eignet sich für Kinder ab 4 Jahren, es kann drinnen oder draußen stattfinden und dauert etwa 1 ½ - 2 Stunden.
Durchführung:
Den Kindern wird das Märchen „ Die goldene Gans“ vorgelesen. Danach dürfen die Kinderdie Geschichte nacherzählen, so können Verständnisprobleme geklärt werden. Die Kinder beschreiben, wie es im Wald wohl ausgesehen hat. Und schon sind wir beim Thema: Ein Wald wird als Kulisse benötigt. Dieser wird nun selbst von den Kindern gestaltet (z.B. werden auf großen Bögen Packpapier oder Tonpapier die Konturen vorgezeichnet und die Kinder malen die Bäume dann mit Stiften oder Wasserfarben an). Der alte Baum wird plastischer hergestellt. Dann wird noch die goldene Gans benötigt: Dazu wurde schon im Vorfeld eine Gans aus festem Karton ausgeschnitten. Diese dürfen nun die Kinder mit Goldfolie bekleben.
Und dann wird das Märchen ganz oder auch nur ein Teil davon, von den Kindern nachgespielt. Es liegen Jacken, Mäntel, Tücher und Hüte bereit, so dass die Kinder sich auch verkleiden können.
Rollen, die nicht besetzt werden können (aufgrund der fehlenden Anzahl an Mitspielern), lässt man einfach aus.
Das Rollenspiel kann immer wieder unterbrochen werden. Dabei werden neue Kulissen gebastelt und auch die Rollen werden neu verteilt. Falls ein Kind gar nicht mitspielen mag, so kann es auch als Kulisse dienen (z.B einen Baum darstellen) oder als Zuschauer fungieren.
Für die Kinder ist es absolut unwichtig, ob sie dabei Zuschauer haben. Sie spielen einfach aus reiner Freude am Spiel!

Essen und Trinken:
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Obligatorisch darf am Geburtstag eines nie fehlen: der Geburtstagskuchen. Am besten schön verziert mit einem Lieblingsmotiv des Kindes. Meistens werden auch soviele Kerzen auf den Kuchen gesteckt, wie es dem Alter des Kindes entspricht. Diese werden angezündet und das Kind darf sich beim Auspusten etwas wünschen. Aber natürlich ist der Kuchen nicht alles, es gibt noch viele weitere Leckereien: Rezepte dafür finden sich in (Kinder-) Kochbüchern und natürlich auch im World Wide Web.

Dekoration:
Fröhliche und bunte Dekorationen stimmen sehr auf das Fest ein und heben dadurch diesen Tag besonders hervor. Viele Dekorationen haben sogar einen nützlichen Fak
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tor: So vermeiden Tischkärtchen evtl. Raufereien, wenn man die temperamentvollsten Gäste nicht nebeneinander setzt und geschmückte Trinkhalme (mit dem eigenen Namen versehen) erleichtern es den Kindern, ihr Glas wiederzufinden.
Als Dekoration eignen sich Kerzen, Ketten, Wimpelketten, Papiergirlanden, Lampions & Laternen, Tischdecken, Servietten, Luftschlangen, Kreppband, Wabendekos, Bänder & Schleifen, ein Geburtstagszug, Luftballons u.v.m.

Varianten

Das spielen Kinder anderswo:

In Afrika: Pfostenball: An einen dünnen Baum wird ein Ball an einem ca. zwei Meter langen Band in einer Höhe von etwa einem Meter angebunden. Ein Kind schlägt den Ball mit einem Stock und zwar so kräftig, wie es nur kann, so dass sich das Band um den Pfosten wickelt. Ein anderes Kind versucht, den Ball in die entgegengesetzte Richtung zu schlagen. Gewonnen hat, wer es als erster schafft, dass sich das Band mit dem Ball ganz um den Pfosten gewickelt hat.

In Amerika: Tic, Tac, Toc: Auf die Erde wird ein großer Kreis gezogen und in acht Felder geteilt. Jedes Feld bekommt eine Zahl (von 1-8). Nun werden einem Kind die Augen verbunden, es wird in die Mitte des Kreises geführt, bekommt einen Stock in die Hand und dreht sich. Dabei sagt es „Tic, tac, toc! und tippt mit dem Stock auf eines der Felder. Jedes Kind hat drei Versuche, dabei werden die Punkte zusammengezählt und Sieger ist am Ende derjenige, wer am meisten Punkte erreicht hat.

In Südamerika: Indiaca: Es wird eine Schnur in etwa 1,50m Höhe gespannt, dann werden zusammengeknüllte Papierbälle in Taschentücher gebunden. Die Kinder werden in zwei Gruppen aufgeteilt und stellen sich auf beiden Seiten der Schnur auf. Eine Partei hat die Bälle und versucht, sie mit flachen Händen über die Schnur zur gegnerischen Mannschaft zu schlagen. Die Gegenpartei schlägt die Bälle zurück. Für jeden Ball, der über der Schnur landet, gibt es einen Punkt. Landet ein Ball auf dem Boden, so ist das ein Verlustpunkt. Nach drei Minuten erhält die andere Mannschaft die Bälle. Gewonnen hat, wer am Ende die meisten Punkte erzielt hat. Die Indianer spielen dieses Spiel übrigens mit lederumhüllten Bällen, wobei Federbüschel die Flugrichtung vorgeben.

Hintergrund-Infos

Früher wurde der Geburtstag zum Teil gar nicht gefeiert. Viele Leute waren einfach zu arm, ein Fest konnte nicht ausgerichtet werden. Eine Zeitzeugin, Frau Anna G (heute 90 Jahre alt) berichtet:
„Zu meiner Zeit wurde der Geburtstag nicht gefeiert. Es fehlte am Geld. Außerdem war in jener Zeit der Namenstag der wichtigere Tag von beiden - eher wurde dieser gefeiert. Bei uns aber leider nicht, alle Jahre bekamen wir Kinder zu diesem Festtag, dem Namenstag, 50 Pfennig von unseren Eltern geschenkt. Den Geburtstag haben die Leute erst gefeiert, als die Flüchtlinge kamen, die diesen Brauch zu uns gebracht haben.“

Die Geschichte des Kindergeburtstagsfestes

Das Geburtstagsfest, wie es heute bekannt ist, ist ein modernes Fest. Es wurden zwar schon Geburtstagsfeste im 18. Jahrhundert gefeiert, jedoch waren diese Feiern den Angehörigen der ständischen Gesellschaft vorbehalten,1 zumal großen Teilen der Bevölkerung bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts hinein das eigene Geburtsdatum häufig nicht bekannt war. Von Kindergeburtstagen hört man zum ersten Mal im 17. Jahrhundert, Feste sind jedoch noch nicht bekannt. Im 18. Jahrhundert vermerkt die Marktgräfin von Bayreuth in ihren Memoiren: Der König feierte meinen Geburtstag, gab mir schöne Geschenke und abends war Ball. Ich ging jetzt in mein elftes Jahr.2

Die Geburtstage der Kinder wurden von den Erwachsenen gegen Ende des 19. Jahrhunderts vermehrt wahrgenommen. Außer in adeligen Kreisen wurden Feste zu Ehren von Kindern zu dieser Zeit noch nicht veranstaltet. Die Geburtstage der Erwachsenen hingegen wurden schon im Mittelalter gefeiert, wobei es sich hier nur um hochgestellte Persönlichkeiten wie Könige oder Fürsten handelte.3 Zu beachten ist, dass der Geburtstag des Kaisers gefeiert wurde, nicht aber der 35. Geburtstag des Kaisers. Die Geburtstagsfeier glich eher einem Gedenktag.4 Geburtstagsfeiern ganz allgemein waren schon in der Antike bekannt. Die Feier des Geburtstagsist für das griechisch römische Altertum durch viele Zeugnisse belegt. Der Geburtstag wurde nicht nur jedes Jahr, sondern jeden Monat gefeiert, so oft das Tagesdatum wiederkehrte.5

Die Kindergeburtstage des späten 18. Jahrhunderts und des 19. Jahrhunderts haben sich laut Falkenberg wahrscheinlich aus Kinderkränzchen entwickelt. Diese wurden von Familien der Oberschicht veranstaltet. Die Kinder sollten bei den Kränzchen die Etikette lernen, wobei das Vergnügen bei diesen Kindertreffen sicherlich nicht zu kurz kam. Speziell Geburtstage scheinen bei diesen Kindergesellschaften, die sonntagnachmittags stattfanden, zunächst nicht gefeiert worden zu sein.6 Angesehene Familien der Oberschicht veranstalteten diese Kinderkränzchen bis ca. in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts, gegen Ende des 18. Jahrhunderts erfreute sich diese Kindergesellschaft auch in gehobenen bürgerlichen Schichten immer größerer Beliebtheit.7

Schmoll hingegen beschreibt diese frühen Kindergeburtstage weniger positiv. Es sein eine Art Kinderdressur, bei der es um gute Manieren gehe und Kinder sich wie Erwachsene verhalten müssen.15 Strukturelle Veränderungen der Familienbeziehungen brachten dem Kind Anfang des 19. Jahrhunderts vermehrtes Interesse. Der Vater hatte eine Arbeitsstelle außer Haus und die Mutter konnte ihre volle Aufmerksamkeit den Kindern schenken. Dies brachte eine ausgeprägte Kinderkultur hervor. So setzten sich auch Kindergesellschaften am Geburtstag allmählich in bürgerlichen Kreisen durch.8

Vom Namenstag zum Geburtstag

Die Bedeutung von Namenstag und Geburtstag wurzeln im Spannungsverhältnis der Konfessionen einerseits und der Säkularisierung andererseits. Die Namenstagsfeier hat sich bei den Katholiken in der Zeit der Gegenreformation eingebürgert. Im Konzil von Trient 1563 wurde der Wunsch ausgesprochen, Eltern mögen ihren Kindern Namen von Heiligen geben.9 Dieser Tag sollte ein Festtag sein, Von den Protestanten wurde dieser Brauch abgelehnt, stattdessen wurde der Geburtstag gefeiert. Während der Glaubenskämpfe im 16. Jahrhundert wurde das Feiern von Geburtstag oder Namenstag als geeignetes Mittel zur konfessionellen Abgrenzung eingesetzt, sodass die beiden Festtage wie ein Gegensatz wirkten.10 Wiegelmann stellt dazu eine These auf und zieht eine genaue Trennline: Der Geburtstag allein ist evangelisch. In katholischen Städten, in Industrieorten und in konfessionellen Mischgebieten werden Namenstag und Geburtstag gefeiert und ausschließlich der Namenstag wird in katholischen Dörfern und Landstädten gefeiert.11
Die Katholiken lehnten den Geburtstag ab, da er gegen die Lehre des Katholizismus verstößt. Bei der Namenstagsfeier soll dem Todestag des Namenspatrons gedacht werden. Nach katholischer Lehre ist dies der Tag der Wiedergeburt zu einem höheren Leben. Die Feier des 60. oder 70. Geburtstages war gedultet, aber jeden Geburtstag zu feiern galt in der katholischen Lehre als widersinnig und [...] heidnisch.12 Als Beispiel hierfür dient Papst Benedikt. Er erhielt als Kind immer nur einen Kuchen zum Namenstag. Geburtstage wurden bei Ratzingers nicht gefeiert.19

Es gibt mehrere Gründe, warumd er Geburtstag sich im Laufe der Zeit einer immer größeren Beliebtheit erfreute, diese sind jedoch noch nicht genau erforscht.13 Ein möglicher Grund wäre, dass der Namenstag eher einer zyklischen Zeitvorstellung entspricht, der Geburtstag einer mehr linearen.14 Das bedeutet die Namenstage werden nicht gezählt, sondern es wird die Zugehörigkeit zur Kirche gefeiert. Am Geburtstag dagegen feiern wir den Eintritt in ein neues Lebensjahr.15 Somit wird am Geburtstag die persönliche Individualität hervorgehoben.16 Auch ist der Geburtstag nicht zwingend mit einer Religion verbunden. Jeder kann ihn feiern, katholische Christen, Muslime, Juden Hindus und all die Menschen, die keiner Religion angehören.17 Ein weiterer möglicher Grund für die Zunahme der Geburtstagsfeiern wäre die Tendenz der Ablösung vom Religiösen oder das Aufkommen moderner Vornamen, für die es keinen Namenstag gibt.18

Eventisierung des Kindergeburtstages

In den letzten Jahren ist eine immer größere Eventisierung des Kindergeburtstages zu beobachten. Kleine Familienfeiern mit Kakao und Kuchen haben sich zu großen Events verwandelt, die wenig mit dem hier beschriebenen Kindergeburtstag gemeinsam haben. Zahlreiche Agenturen, die den Kindergeburtstag organisieren lassen sich in jeder Stadt finden. Sie bieten hauptsächlich Mottoparties an, die speziell auf die Bedürfnisse der Kinder zugeschnitten sind. So gibt es Lili Fee Parties für die Mädchen und Piraten Abenteuer für die Jungs. Dies wirkt zum einen entlastend für die Eltern, die sehr oft mit der Organisation des Geburtstages überfordert sind. Zum anderen bietet es den Kindern ein unvergessliches Erlebnis. In der Nachkriegszeit war ein Marmeladenbrot oder ein gekochtes Ei oft das einzige Geschenk am Geburtstag eines Kindes. Spezielle Feste zu Ehren der Kinder waren besonders in ländlichen Regionen sehr unüblich.20

Siehe auch

Piñata

Weblinks

http://www.mathematische-basteleien.de/tangram.htm
http://www.kindergeburtstag-spiele.de/
http://www.familie.de/kindergeburtstag
http://www.eltern.de/familie-und-urlaub/familienleben/spezial-kindergeburtstag.html

Belege, Literatur

• Böschemeyer, Heide-M.. & Vopel, Klaus W.: Kindergeburtstag. Hamburg 2. Auflage März 1982
• Krenzer, Rolf: Hoch lebe das Geburtstagskind. Werkbuch für Familie, Schule und Kindergarten. Limburg 1985
• Kühnemann, Ursula: Kindergeburtstag mit viel Spaß. Stuttgart 10. Auflage 1978
• Steinmeyer, Martha: Kinder-Geburtstag. Einladungen, Tisch-Deko, kleine Geschenke. Freiburg im Breisgau 2000
• Krenzer, Rolf: Geburtstag ist heut! Werkbuch für Kindergarten, Grundschule und Familie. Limburg 2000
• Nawrath, Birgit & Wecker, Erika: Kindergeburtstag- einmal anders. Spielaktionen für Kinder von 3-12. Mainz 1997

1 Hopf-Droste, Marie Luise: Der Geburtstag. Ein Beitrag zur Entstehung eines modernen Festes. Zeitschrift für Volkskunde, 75 1979 S.232.
2 Falkenberg, Regine: Kindergeburstag, ein Brauch wird ausgestellt. In Museum für Deutsche Volkskunde. Staatl. Museen Preuß. Kulturbesitz. 1984 S. 33.
3 Ebenda S. 16.
4 Hopf-Droste: S. 236.
5 Ebenda S. 230.
6 Falkenberg: Kindergeburtstag. Ein Brauch wird ausgestellt, S. 20.
7 Falkenberg, Regine: Kindergeburtstag. Eine Brauchstudie über Kinder und ihr Fest. Dissertation, Phillips-Universität Marburg/Lahn, 1982 S.75 ff.
8 Falkenberg: Kindergeburtstag. Ein Brauch wird ausgestellt. S.20.
9 Essmann, Karl: Mit Kindern Namenstag feiern. Zur Arbeit mit Kindern in Schule, Familie und Gemeinde. Wien: Herder, 1983 S. 8.
10 Falkenberg, Regine. Ein Brauch wird ausgestellt. S. 27 u. 31.
11 Wiegelmann, Günther/Zender, Matthias/Heilfurth, Gerhard: Volkskunde. Eine Einführung. Erich Schmidt Verlag, 1977 S. 168.
12 Boehm, Fritz: geburtstag und Namenstag im deutschen Volkskbrauch. Walter de Gruyter und Co. 1938 S. 19.
13 Falkenberg: Kindergeburtstag. Ein Brauch wird ausgestellt. S. 31.
14 Hopf-Droste: Der Geburtstag. Ein Beitrag zur Entstehung eines modernen Festes. S. 232.
15 Schmoll, Friedemann/Herzke, Katja: Warum Feiern wir Geburtstag? München: Deutsche Verlags Anstalt, Verlagsgruppe Random House, 2007 S. 15.
16 Falkenberg: Kindergeburtstag: Ein Brauch wird ausgestellt. S. 33.
17 Schmoll/Herzke S. 15.
18 Falkenberg: Kindergeburtstag. Ein Brauch wird ausgestellt. S. 33.
19 Schmoll, Friedemann: Warum feiern wir Geburtstag? In: Augsburger Volkskundliche Nachrichten 1/33 4.19 S. 12.
20 Herrmann, Leonie: Vom Topfschlagen zum Kinderevent. Ein Plädoyer für mehr Geburtstagsforschung. In: Augsburger Volkskundliche Nachrichten. 1/34 68-77. Augsburg, 2012 S. 70.

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