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Termin
Dieser Brauch findet vom 23.11.-24.12.2026 statt.Einstiegsinformation

Ort
Jedes Jahr zur gleichen Zeit verwandelt sich die Augsburger Innenstadt in einen romantischen und beeindruckenden Schauplatz. Die Bühne des Geschehens ist der Augsburger Rathausplatz. Der Platz stellt mit dem Renaissance-Rathaus und dem Perlachturm eine ideale Kulisse für den Christkindlesmarkt dar. Im Glanz der Renaissance giebt sich die alte Stadt erfolgreich ein prunkvolles, neues Gesicht. Umgeben von vorweihnachtlich geschmückten Bürgerhäusern, strahlt der beschauliche Ort eine gemütliche und angenehme Atmosphäre aus. Der Christkindlesmarkt erstreckt sich aber auch noch durch die Philippine-Welser-Straße bis zum Martin-Luther Platz. Immer am selben Platz, auf Höhe des Henrys Coffee, steht der unübersehbare Baum für alle.Ablauf
Im Laufe des Oktobers wird der prachtvolle Augustusbrunnen abgeschaltet und für den Winter abgedeckt. Nach und nach beginnen auf dem Rathausplatz die Aufbauarbeiten der Marktstände und die vielseitige Weihnachtsbeleuchtung wird installiert. Ungefähr zwei Wochen vor Beginn des Festes wird der große Christbaum für alle Bürgerinnen und Bürger aufgestellt. Noch sind die Stände dunkel und verschlossen und unter den Bürger steigt die Vorfreude auf den schönen Markt. Dann ist es endlich so weit! Traditionell wird der Augsburger Christkindlesmarkt am Montag vor dem ersten Advent durch den Oberbürgermeister der Stadt eröffnet. Zur Eröffnung spielen die Turm-und Alphornbläser auf dem Südturm des Perlachturmes und das "Augsburger Engelsspiel" wird das erste Mal aufgeführt. Erst wenn der Oberbürgermeister sein eigenes Licht über den Christkindlesmarkt zur Krippe getragen hat, hält er eine Ansprache zum Auftakt des Festes. Dieses Jahr bekommt der Oberbürgermeister von einem Kind, das beim "Augsburger Engelsspiel" mitwirkt. Erst mit dem traditionellen Schlusswort der Ansprache ist der Markt eröffnet und die Buden dürfen beleuchtet werden. Die vielen glitzernden Lichter verleihen dem Markt in der tristen, grauen Winterzeit einen zauberhaften Schein. Von jetzt an begleitet ein breitgefächertes Rahmenprogramm die Bürger und Gäste durch die Adventszeit.Attraktionen
Die Buden Der Augsburger Christkindlesmarkt besteht wie jeder typische Weihnachtsmarkt aus zahlreichen Verkaufsständen, auch Buden genannt. Hier werden weihnachtliche Backwaren und regionale Spezialitäten wie Lebkuchen, süße und deftige Crêpes, Spekulatius, Christstollen, diverse Süßigkeiten wie Schokoladenfiguren, Zuckerwatte, gebrannte Mandeln, heiße Maronen und warme Speisen angeboten. Zum Angebot gehören auch warme Getränke, wie Glühwein, verschiedene Punschsorten und besondere Heißgetränke. Außerdem gibt es verschiedene Weihnachtsartikel oder Schmuck für den Christbaum, wie bemalte Glaskugeln, Adventssterne aus Holz und Papier, Lametta oder kunsthandwerkliche Weihnachtsartikel, wie Krippen, Schwibbögen oder Räucherfiguren aus dem Erzgebirge oder Spielzeug aus Holz oder Blech. Besonderheiten:- „Augsburger Weihnachtskugel“: Eine Christbaumkugel mit einem weihnachtlichem Augsburger Motiv.
- „Augsburger Christkindlmarkt Glühwein“: Eine Spezialität aus der ältesten Glühweinkellerei Deutschlands, der Kunzmann Weinkellerei.
- Engeles-Lebkuchen
- Tassen und Glaskrüge mit Augsburger Motiven: Der Glühwein wird an entsprechenden Ständen in diesen Gefäßen ausgeschenkt




- 2008: Der Nussknacker (E.T.A. Hoffmann)
- 2009: Petterson kriegt Weihnachtsbesuch (Sven Nordqvist)
- 2010: Weihnachten in Bullerbü (Astrid Lindgren)
- 2011: Minni und Winni suchen die Weihnachtstanne (Agusti Asensio Sauri)
- 2019: Alles in ein Märchen
- 2026: Der Wunschvogel


Hintergrund-Information
Geschichte
Zum ersten Mal wurde der Markt in einem Ratsprotokoll vom 22.Dezember 1498 als "Lebzeltermarkt zu weyhennacht zeiten uff dem Berlach oder vor unsrere lieben frawen kirchen" erwähnt. Lebzelter waren Lebkuchenbäcker, die ihre Pfeffer- und Lebkuchen auf dem Markt verkaufen wollten. Das damals beliebte Weihnachtsgebäck war zu dieser Zeit oft mit schönen Frauen oder stolzen Rittern verziert und galt als besondere Dekoration. Das Lebzelterhandwerk verbreitete sich um diese Zeit in größeren Städten entlang der Handelsrouten, da hier die dazu notwendigen teuren und seltenen Gewürze für das Gebäck vorhanden waren. Ein weiterer Verkaufsschlager dürften Krippen aus Italien gewesen sein, welche zu dieser Zeit neu auf den Markt kamen. Lebzeltermärkte waren jedoch noch relativ kurze Veranstaltungen und fanden nur einige Tage vor dem 24. Dezember statt. Ursache der Ratssitzung im Jahr 1498 waren Streitigkeiten um die Budenbelegung zwischen den Lebzeltern. Es wurde beschlossen, dass alle Buden von der Stadt gestellt und gleich sein sollten und die Vergabe der Stände durch eine Verlosung geregelt wird. In den folgenden Jahren kam es zu vielen Ortswechseln, unter anderem befanden sich die Marktbuden 1815 um den Merkurbrunnen versammelt oder im Laufe der Jahrhunderte an vielen anderen Orten der Augsburger Innenstadt. Einmal wanderte der Markt sogar bis in die Außenbezirke der Stadt. Erst seit dem Jahre 1963 ist er jährlich fest auf dem Augsburger Rathausplatz vorzufinden. Wie viele andere deutsche Weihnachtsmärkte, florierte auch der Augsburger Christkindlesmarkt nach der Reformation besonders. Martin Luther führte neue Sitten ein. Eine dieser neuen Sitten war es, dass das Heilige Christkind am Heiligen Abend die Kinder beschenkt und nicht mehr St. Nikolaus oder St. Martin an den entsprechenden Tagen die Geschenke verteilte. Das Sortiment der Lebzelter erstreckte sich von Puppen und Spielzeug aus Ton für die Kleinen, über verschiedene Weihnachtsdekorationen bis hin zu Leckereien Im 19. Jahrhundert gab es einen neuen Trend namens Basar. Sie wurden zunehmend in Wirtsstuben und -sälen abgehalten und boten den Christkindlesmarkt-Besuchern die Möglichkeit sich etwas aufzuwärmen.Brauch des Lebzeltenstreichens
Nach der römisch-katholischen und evangelischen Kirche fand am 28. Dezember der Tag der unschuldigen Kindlein, der Gedenktag des Kindermords in Betlehem, statt. Abhängig von der Region hatte der Brauch verschiedene Ausprägungen. Junge Burschen zogen an diesem Tag in Augsburg mit ihren Ruten umher und schlugen Jungfrauen damit auf die Waden, welche damals auch Lebkuchen genannt wurden. Den Mädchen die Rute um den Lebkuchen zu streichen, sollte diesen zu Glück und Gesundheit im neuen Jahr verhelfen. Als Dank für diese raue Behandlung erhielten die jungen Gesellen einen Lebkuchen als Geschenk. Obwohl dieser Brauch im Jahr 1538 aufgrund von Auswüchsen in einer Ratssitzung verboten wurde, erschien er auch 1760/70 noch in Berichten der Stadt Augsburg.Weitere historische Benennungen
- 1498: Lebzeltermarkt
- 1800: Nikolai-Markt. (Krippenschnitzer aus dem Dorf Oberhausen kamen in die Stadt und brachten ihre weihnachtlichen Krippen an den Mann.)
- 1808: Die offizielle Benennung war Weihnachts- und Christmarkt (in der damaligen Umgangssprache bekannt als Christkindles Kirreweyh)
- 2011: die offizielle Benennung ist "Christkindlesmarkt"
Die Verkäufer
Die Verkäufer kommen aus Augsburg oder aus der näheren Umgebung. Viele sind Schausteller oder Markthändler und sind das ganze Jahr auf Krämermärkten unterwegs. Auch Ladenbesitzer aus der Innenstadt sind auf dem Christkindlesmarkt vertreten. Die meisten haben schon seit vielen Jahren einen Stand. Aus Interviews mit verschiedenen Verkäufern ist bekannt, dass die meisten die Entwicklung des Marktes als positiv betrachten. So ist beispielsweise die Situation der Verkäufer verbessert worden, indem die Stadt für sie Toiletten bereitstellt und das Gelände nachts von einer Sicherheitsfirma bewacht wird. Ebenso Kontrollgänge der Polizei sind häufiger geworden, dadurch wurden Taschendiebstähle verringert. Einige Budenbesitzer klagen jedoch über Ladendiebstähle, die vornehmlich während des Engelesspiels oder während der Aufführung des Adventskalenders getätigt werden, da die Verkäufer durch die Musik und Veranstaltung sehr abgelenkt sind.Weblinks
- http://www.augsburger-christkindlesmarkt.com
- http://www.evangelisch.de/themen/religion/weihnachtsmarkt-seit-1300-ein-deutscher-exportschlager75195
- http://de.wikipedia.org/wiki/Kindermord_in_Betlehem
- http://www.weihnachtsmarkt-deutschland.de/weihnachtsmarkt-augsburg.html
- http://studentstories.de/folge72-der-augsburger-christkindlesmarkt
Literatur
- Drews, Adam: Die schönsten Weihnachtsmärkte in Deutschland. Augsburg 1999.
- Keppler, Johannes / uv media werbeagentur, augsburg: 30 Jahre Augsburger Sternstunden - Das einzigartige Engelesspiel.
- Wächter, Hermann: Der Augsburger Christkindlesmarkt, in: Info-Magazin AuLa - Augsburger Land und Leute, Ausgabe Nr. 70. November 2010.
- Regio Augsburg Tourismus GmbH: Advent in Augsburg. Augsburg 2011.
- Stadt Augsburg: 12. Augsburger Kinderweihnachtsmarkt, Platz vor der Moritzkirche. Augsburg 2011.
- Stadt Augsburg: Augsburger Christkindlesmarkt auf dem Rathausplatz.
- Wächter, Hermann: Der Augsburger Christkindlesmarkt, in: Info-Magazin AuLa - Augsburger Land und Leute, Ausgabe Nr. 70. November 2010.
Sonstige Quellen
- Altaugsburggesellschaft e.V.
- Gribl, Kurt: Eröffnungsrede 2011. Augsburgs Oberbürgermeister.
- Hoffmann, Andreas. Promoter der AVG
Wegen Corona fällt der Christkindlmarkt aus. Ist evtl. das Christkindlespostamt irgendwie erreichbar.? Seit Jahren habe ich die Marken mit Sonderstempel gesammelt.