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Narrensprung des Durahaufa in Mindelheim

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Volle Fahrt voraus: Dieser Artikel ist sehr informativ und empfehlenswert!


Der Narrensprung in Mindelheim ist ein traditioneller Umzug der schwäbisch-alemannischen Fasnacht, an welchem nur Maskengruppen und Musikzüge (Fanfaren, Guggamusiken o.ä.) teilnehmen.

In einem Turnus von drei Jahren organisiert die Narrenzunft Durahaufa Mindlhoim diesen Narrensprung, der üblicherweise als Nachtumzug ausgerichtet wird. Das närrische Spektakel ist durch das besondere Ambiente der Mindelheimer Altstadt bei Zuschauern sowie Teilnehmern sehr beliebt.

Ca. 2500 Häs
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träger1 ziehen vom Oberen Tor durch die nächtliche Altstadt, begleitet werden sie dabei neben den zahlreichen Zuschauern aus Nah und Fern von mehreren Sprecherwägen,von denen aus die verschiedenen Narrenzünfte mit ihren Masken und Häsern den Zuschauern erläutert werden.

Im Anschluss an den Narrensprung geht das Narrentreiben in einem großen Narrenzelt auf dem Parkplatz beim Forum sowie im Mindelheimer Forum selbst weiter.


1Mit Häs wird im Umfeld der schwäbisch-alemannischen Fasnacht das Narrenkostüm bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Termin

Dieser Brauch ist am 30.01.2016.

Ablauf


Für die Zuschauer

Der Nachtumzug beginnt um 18.18Uhr. Da die Straßen aber schon längere Zeit vorher abgesperrt werden, sollte man sich schon etwas früher auf den Weg machen um einen guten Platz zu ergattern. Der Umzugsweg beginnt am Mindelheimer Forum und führt vom Oberen Tor durch die Mindelheimer Altstadt über den Marienplatz bis kurz vor das Untere Tor. Die Umzugstrecke ist in Mindelheim kurz und knackig (ca.1km), von allen Seiten zugänglich und durch die beleuchteten Türme für eine besondere Atmosphäre bekannt. Der Eintritt beträgt für Erwachsene 2,50€. Jeder Gast erhält zu Beginn einen Laufzettel mit der Reihenfolge und den Narrenrufen der teilnehmenden Zünfte. Die Zünfte erwarten auf ihren Narrenruf eine Antwort vom Zuschauer. In Mindelheim lautet der Narrenruf: „Dur und dur – narrad“. Je mehr Zuschauer mitmachen, umso mehr Spaß haben Zuschauer und Zünfte. Anschließend begibt man sich auf die Suche nach einem Platz, um möglichst viel von den Fußgruppen sehen zu können.
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Auf der Strecke befinden sich an zwei zentralen Punkten Sprecherwägen, an denen je ein Mitglied des Durahaufa und ein Gastsprecher von einer befreundeten Zunft, kurz und knapp über die Sagen und Hintergründe der teilnehmenden Maskengruppen erzählen, und um den Zuschauer zu informieren, was das jeweilige Häs darstellt.

Die Narrenzünfte unterhalten und animieren die Zuschauer, indem sie dabei auch so einigen Schabernack treiben. So wird mit Leitern an Häusern hochgeklettert, Mützen, Schals und Schuhbändel werden stibitzt, die aber alle natürlich wieder zurückkommen. Es wird viel mit Konfetti gearbeitet, manche Hexen haben Gefährte dabei, Mülltonnen und Körbe die sich drehen, in denen mit Vorliebe junge Zuschauerinnen mitgenommen werden.

An die Kinder werden Bonbons und Süßigkeiten verteilt. Alle Zuschauer sollen Spaß haben, mit Freude dabei sein, gut unterhalten und zum Mitfeiern animiert werden.

Für das leibliche
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Wohl der Zuschauer sind zahlreiche Verpflegungsstationen am Marienplatz aufgebaut, an denen Glühwein, Punsch und andere Getränke sowie verschiedene Mahlzeiten (wie z. B. Rote Wurst im Semmel, Steak) verkauft werden.

Es gibt ca. 60 teilnehmende Gruppen, nach ca. zweieinhalb Stunden endet die Veranstaltung. Für die Gäste, die noch weiter feiern möchten, ist auf dem Festplatz am Forum ein Zelt aufgebaut. Natürlich wird auch hier für gute Stimmung gesorgt: mit DJ und Guggamusik gibt es hier volles Programm. Im Zelt versammeln sich auch die teilnehmenden Hästräger, um gemeinsam das närrische Treiben ausklingen zu lassen und meist bis spät in die Nacht weiter zu feiern.

Für die teilnehmenden Gruppen

Für die Teilnehmer beginnt der Narrensprung schon wesentlich früher. Die Narrenzünfte reisen ca. eine Stunde vor Umzugsbeginn in ihrem Vereinsbus an und können an einer zentralen Stelle aussteigen und ausladen. Die Busse fahren dann an die zugewiesenen Parkplätze, was durch Mitglieder des Durahaufa koordiniert wird.

Dann geht es zum Aufstellungsplatz für die Narrenzünfte. In Mindelheim befindet sich der Aufstellungsplatz direkt am Narrenzelt, um den Teilnehmern zu ermöglichen, die Wartezeit an einem überdachten Ort mit Speis und Trank zu überbrücken.

Der Zunftrat des Durahaufa Mindelheim gibt den teilnehmenden Zünften über die Laufnummern, Anfahrt sowie Umzugsstrecke per Post schon im Vorhinein Bescheid, dass alle Teilnehmer über den Ablauf bestens informiert sind. Darüberhinaus ist der Aufstellungsplatz mit den Laufnummern beschildert, so dass alle Teilnehmer sich rechtzeitig am richtigen Ort zu Umzugsbeginn einfinden können.

Zu Sprungbeginn ist es wichtig, dass die ersten Gruppen sich bereits am Aufstellungsplatz eingefunden haben, um einen reibungslosen Ablauf zu ermöglichen. Auf Kommando geht dann der Umzug los und die Narrenzünfte begeben sich in vorgeschriebener Reihenfolge auf den Umzugsweg. Kurz: der Sprung beginnt.

Jede Narrenzunft hat ihre eigene Häsordnung, in der niedergeschrieben ist, was die Zunftmitglieder während eines Narrensprungs zu tragen haben. Allerdings gibt es für eine echte alemannische Narrenzunft, wie eben auch für den Durahaufa Mindlhoim, zunftübergreifende Vorschriften. Zum Beispiel darf der alemannische Hästräger während des Narrensprungs keine Haut zeigen. Daher tragen die Hästräger auch Handschuhe. Aber auch die Holzmaske (in der alemannischen Fasnacht auch „Larve“ genannt) inklusive Maskentuch dient dazu, dass jedes Körperteil des Hästräger komplett bedeckt ist. Die Maske darf zudem während des Narrensprungs nur in Notfällen abgenommen werden.

Am Ende des Umzugs werden die Teilnehmer durch die Gassen der Altstadt zurück zum Partyzelt geleitet, um dort den Abend ausklingen zu lassen.

Für die Mitglieder de
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s Durahaufa

Die Mitglieder des Durahaufa führen den Umzug mit der Laufnummer 1 an. Allerdings können natürlich nicht alle daran teilnehmen, da viele Zunftmitglieder durch organisatorische und vielfältige anderweitige Arbeiten gebunden sind.

Aber auch die Umzugsteilnehmer des Durahaufas müssen nach dem Umzug im Rahmen der Gesamtorganisation (z. B. als Ordner, Bardienst, usw) mithelfen. Sie ziehen sich daher nach dem Sprung schnell um und stehen dann sofort für die vorher eingeteilte Aufgabe bereit. Dies verursacht zwar etwas Stress, jedoch ist es für den Durahaufa sehr bedeutend beim eigenen Narrensprung mitlaufen zu können.

Gewährsperson

Die Informationen zum Narrensprung in Mindelheim habe ich durch ein ausführliches Interview mit Jasna Hefele, Vizezunftmeisterin des Durahaufa Mindlhoim, in Erfahrung gebracht. Sie ist seit 1998 im Zunftrat, welcher mit Zunftmeister, Vizezunftmeister, Säcklmeister, Schriftführer und drei Beisitzern den siebenköpfigen Vorstand des Durahaufa bildet. Der Zunftrat wird alle drei Jahre von den Zunftmitgliedern neu gewählt.

Jasna ist Hästrägerin mit Leib und Seele. Da sie als Gründungsmitglied von Anfang an dabei ist, und vor allem seit Ihrer Zunftrattätigkeit bei allen Entwicklungen, sowie den Aktivitäten des Durahaufa mitgewirkt hat, wurde durch das Interview ein umfassender Überblick von der Planung bis zur Ausrichtung des Narrensprungs und über den Durahaufa selbst vermittelt.

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Interview

1. Wer trägt die Gesamtverantwortung über den Narrensprung?

Die Gesamtverantwortung hat offiziell der Vorsitzende des Frundsbergfestrings Mindelheim e.V.. Der Durahaufa ist eine Abteilung des Frundsberg Festrings, welcher der Hauptverein ist. Jedoch unterliegt die Planung dem Zunftmeister des Durahaufa mit seinem Zunftrat.

2. Sind andere Vereine oder Organisationen an der Planung beteiligt?

An der Planung selber nein, jedoch unterstützen uns bei der Durchführung Freunde/Familie der Vereinsmitglieder und die Mindelheimer Faschingsgilde Mindelonia. Beim Kassieren z.B. helfen uns befreundete Zünfte.

3. Wann beginnen die Vorbereitungen für den nächsten Sprung? Und wann ist der Termin?

Im Prinzip wird zwei Jahre vorher ein Termin festgelegt, die richtige Planung geht dann ein Jahr vorher los. Der Termin für 2016 ist aber noch streng geheim. Wir haben für den Narrensprung in Mindelheim keinen festen Tag in der Fasnachtssaison, um anderen Vereinen nicht in die Quere zu kommen. Je nach Länge der Saison und anderen Veranstaltungen wird der Termin festgelegt.

4. Wie erfolgt die Teilnehmerauswahl und wie viele Gruppen laufen am Narrensprung mit?

Wir verschicken an rund 500 Zünfte Einladungen. An unserem Narrensprung können zwischen 60 und 70 Gruppen teilnehmen, da der Umzug sonst für die Zuschauer zu lang wird. Ca. 1,5 Stunden sind perfekt, in der Fasnachtssaison können die Temperaturen sehr kalt werden. In der Einladung steht die begrenzte Teilnehmerzahl, die Teilnehmerauswahl erfolgt dann nach Eingang der Anmeldungen, und so sieht dann auch die Laufreihenfolge aus. Die Einladungen für den nächsten Sprung werden schon sehr früh verschickt, da es immer mehr Parallelveranstaltungen in der Saison gibt.

5. Wie kam der Entschluss einen Umzug auszurichten zustande und wieso wird dieser in Mindelheim als Nachtumzug veranstaltet?
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Wenn man eine Zunft gründet sucht diese bei Veranstaltungen wie Narrensprüngen, Brauchtumsabenden und Zunftmeisterempfängen Kontakt zu anderen Zünften. Dadurch wird man bekannt und dann auch eingeladen. So haben wir das 10 Jahre lang gemacht und irgendwann möchte eine Narrenzunft dann einfach selber eine Veranstaltung anbieten.

So kam uns die Frage vom BSF (Regionalverband Bayerisch-Schwäbischer Fasnachtsvereine e.V.), ob wir zum elfjährigen Bestehen des Durahaufa einen BSF-Umzug ausrichten wollen natürlich recht. Uns war dabei bewusst, dass eine derartige Großveranstaltung für unsere kleine Narrenzunft wie ein Sprung ins kalte Wasser werden wird. Denn beim BSF-Umzug nehmen nicht nur alle bayerisch schwäbischen Fasnachtsvereine teil, sondern auch Fasnachtsvereine und Zünfte im Rahmen eines Freundschaftstreffen von anderen Regionalverbänden. Klar, dass es dann dazu auch ein umfangreiches Rahmenprogramm gab.

Am Freitag begann das Wochenende mit einem Mummenschanz (Brauchtumsspiel mit anderen Narrenzünften), am Samstag gab es einen sogenannten Brauchtumsabend bei dem Zünfte Masken-, und Brauchtumstänze aufführten, Sonntagnachmittag war dann der große BSF-Narrensprung mit rund 125 Gruppen aus allen teilnehmenden Verbänden mit ca. 5000 Hästrägern. Sogar das Bayerische Fernsehen hat damals darüber einen 90minütigen Bericht ausgestrahlt, welchen dann auch noch der SWR übernommen hatte.

Dieser erste Narrensprung war für uns ein voller Erfolg und wir hatten erkannt, dass die Durchführung eines Narrensprungs zwar viel Arbeit macht und eine große organisatorische Disziplin erfordert, aber kein Hexenwerk ist. Zudem ist es einfach eine große Freude und auch eine Ehre Gastgeber für unsere befreundeten Narrenzünfte zu sein und den Mindelheimern ein derartiges Spektakel bieten zu dürfen. Daher haben wir dann auch beschlossen den Narrensprung in einem dreijährigen Rhythmus in Mindelheim zu veranstalten. Das Ganze kleiner und bei Nacht, um die schöne altstädtliche Atmosphäre zu unterstreichen und ein mystisches Flair zu verschaffen

6. Wie sehen die einzelnen Planungsschritte aus und was ist sonst noch bei der Vorbereitung zu beachten?

Wenn nach Gesprächen mit der Stadt der Termin feststeht, müssen die Sachen,welche für die Veranstaltung unerlässlich sind, möglichst frühzeitig erledigt werden. Als erstes wird das Zelt reserviert, dann werden Bands und DJs gebucht. Später werden dann die kleineren Sachen geplant, wie die Verpflegungsstände, Ausschank und dergleichen. Ab Herbst geht es dann in die Feinplanung bei der die endgültigen Bestellungen getätigt werden. Der Empfang für die Zunftmeister wird geplant, Gastgeschenke organisiert und das Programm dazu wird überlegt. Wenn dann die Anmeldungen der Zünfte zurückkommen wird der Laufplan für den Sprung erstellt, gedruckt und an die Gruppen mit allen weiteren Informationen zum Narrensprung wie Anfahrtsweg, grundsätzliche Sprungregeln, Jugendschutz verschickt. Kurz vor Weihnachten werden dann die restlichen Genehmigungen der Stadt eingeholt, eine offizielle Veranstaltungsanzeige wird geschaltet und Ehrengäste und Sponsoren werden eingeladen. Vier Wochen vorher werden dann die Personaleinsatzpläne erstellt und Verantwortliche werden eingeteilt. Wenn das dann alles steht kommt ein abschließendes Gespräch mit der Polizei und dem Ordnungsamt, der grobe Ablauf wird noch einmal durchgesprochen und dann geht es in die Aufbauphase.

7. Was ist dein persönliches Fazit wenn dann alles vorbei ist?

Vom September bis zum Sprung ist es schon ein Haufen Arbeit, ich investiere jede Woche viele viele Stunden in Schreibarbeit und Planung. Aber wenn dann alles reibungslos verlaufen ist, ist es einfach nur schee und ein tolles Gefühl. Man freut sich sehr über das Lob von anderen Zünften und Zuschauern. Bis jetzt ist auch alles unfallfrei gelaufen, es gab keine negativen Vorfälle.

Wir machen den Sprung in Mindelheim auch nicht wegen dem Finanziellen, es ist eine reine Imagegeschichte für die Stadt Mindelheim, und für die Zunft ist es natürlich auch eine Frage der Ehre. Wenn wir am darauf folgenden Wochenende dann bei anderen Zünften auf einem Sprung zu Besuch sind, und uns dann gesagt wird, dass der Mindelheimer Sprung eine großartige Sache war, sagt uns dieses Lob, dass sich alles gelohnt hat und spornt uns für den nächsten eigenen Narrensprung an.

8. Mindelheim verwandelt sich für das ganze Narrensprungwochenende in eine Fasnachtshochburg, wie sieht denn das Programm dazu aus?

Bei uns wird das Wochenende am Freitagabend mit einer öffentlichen Narrenparty mit Band im Zelt am Forum eingeläutet. An diesem Abend stimmen sich die Narren und andere Fasnachtsbegeisterte schon einmal auf den Sprung am darauf folgenden Tag ein.

Am Samstag gibt es dann für die Zunftmeister nachmittags einen Empfang, zu dem jede eingeladene Zunft zwei Vertreter schickt. Eine Guggamusik eröffnet den Zunftmeisterempfang um die Stimmung aufzulockern. Dann wird eine Ansprache gehalten und jede Zunft wird einzeln begrüßt und mit einem Gastgeschenk willkommen geheißen. Es folgen ein paar Einlagen und abschließend wird dann noch zusammen gegessen.
Um 18.18 erfolgt dann der Startschuss für unseren Narrensprung. Danach treffen sich Zuschauer sowie Teilnehmer im Zelt oder im bewirteten Forum und lassen den Narrensprungtag zusammen ausklingen.

9. Der Narrenruf des Durahaufa ist ja „dur und dur – narrad“. Was bedeutet das und welchen Hintergrund hat der Spruch?

Der Ruf bedeutet „durch und durch – närrisch“. Wir Mitglieder weiten diesen Spruch noch aus mit: „Vom obra bis zum untra dura – narrad“, was so viel bedeutet wie „ vom unteren bis zum oberen Turm – närrisch“. Dies hat mit der Gründungsgeschichte und dem Unteren und Oberen Tor in Mindelheim zu tun.

10. Gibt es noch weitere Aktivitäten des Durahaufa innerhalb und außerhalb der Fasnachtssaison?
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In der Fasnacht gibt es noch das Narrenbaumstellen am Freitag vor dem Gumpigen Donnerstag, außer in Narrensprungjahren, da wird der Termin dann entsprechend angepasst. Nach einer Andacht für Hästräger in der Stadtpfarrkirche wird der Narrenbaum in einem kleinen Zug durch die Stadt zum Marienplatz gezogen. Begleitet wird dies von befreundeten Narrenzünften und dem Mindelheimer Fanfarenzug. Aufgestellt wird der Narrenbaum per Hand und ohne technische Hilfe von den Mindelauer Maibaumfreunden. Währenddessen geben Mindelheimer Grundschüler der 4. Klasse selbst gedichtete Fasnachtssprüche zum Besten. Die drei Besten werden von einer unabhängigen Jury mit einem Geschenk und Krapfen belohnt.

Um die ganze Fasnacht mit den Busfahrten finanzieren zu können, veranstalten wir außerhalb der Saison seit vielen Jahren im Juni ein Mittsommernachtsfest. Dieses Fest ist bei den Mindelheimern sehr beliebt. Es findet als Open-Air mit einer erstklassigen Band im Stadtgraben unterhalb der Stadtpfarrkirche statt. Dabei bieten wir unseren Gästen Tanz und Musik und beste Verpflegung im Rahmen des herrlichen Ambiente des nächtlichen Mindelheimer Stadtgrabens.

Ansonsten veranstalten wir alle 1-2 Jahre einen Vereinsausflug und natürlich einige Helferfeste, da uns der Zusammenhalt in der Zunft sehr wichtig ist.

Varianten

Eine andere Variante eines Narrensprungs ist auch hier im Brauchwiki zu finden:

Narrensprung_Ulm

Hintergrund-Infos

Enstehung der Fasnacht

Volksetymologisch wird das Wort Fastnacht an das althochdeutsche fasta (Fastenzeit) und naht (Nacht, Vorabend) angeschlossen. Der Name Fastnacht bezeichnet ursprünglich nur den Dienstag vor Aschermittwoch. Im Zuge der Sprachentwicklung wurde er jedoch auf die ganze Festzeit übertragen.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Festen werden dem Kalenderfest verschiedene Bezeichnungen zugeschrieben. Die gängigsten Begriffe im Hochdeutschen sind Fastnacht, Fasching und Karneval. Darüber hinaus gibt es je nach regionalem Dialekt aber auch Ableitungen und Sonderformen wie zum Beispiel Fasnacht, Fassenacht oder die alemannische Fasnet.

Ab dem 7. Jahrhundert wurde von der Kirche ein vierzigtägiges Fasten vorgeschrieben, was für die Menschen einen radikalen Einschnitt im Jahreslauf bedeutete. Nicht nur der Verzehr von Fleisch, sondern auch der Konsum tierischer Produkte wie Milch, Butter, Käse, Schmalz, Fett und Eier war verboten. Das Ei galt im Mittelalter als flüssiges Fleisch. Ein Verstoß gegen das Verbot wurde rigoros bestraft, somit mussten alle verbotenen Lebensmittel vor dem Aschermittwoch aufgebraucht werden. Dies hatte zur Folge, dass in den Tagen vor der Fastenzeit nochmals geschlachtet und Fleisch in größeren Mengen konsumiert wurde. Vor Allem wurden die Hühner geschlachtet, um das Anfallen vieler Eier zu vermeiden. Am Vorabend des Aschermittwochs wurde zunächst alles im Familienkreis verspeist. Da es jedoch schwierig war, alle Lebensmittel an einem einzigen Tag zu verspeisen, kam im Laufe der Jahre zu diesem Tag noch der Montag (heutiger Rosenmontag) dazu. Der Montag war aber als Back- und Schlachttag nicht geeignet, der Sonntag galt als Ruhetag, der Samstag bot sich als halber Arbeitstag nicht an und der Freitag war als ganzjähriger Abstinenztag zum Schlachten ausgeschlossen. Somit blieb als Vorbereitungstag auf die Fastnacht der Donnerstag vor Aschermittwoch, was erklärt, wie aus der Fast-Nacht die heute übliche sechstägige Hauptzeit der Fastnacht entstanden ist.

Im 13. Jahrhundert entwickelte sich der ursprüngliche private Verzehr durch das Bürgertum und die Handwerkszünfte zu organisierten Veranstaltungen. Um das Jahr 1400 hatte die Fasnacht ihren privaten Charakter weitgehend verloren.

Im 14. und 15. Jahrhundert kamen Spiel- und Schaubräuche als neue Elemente der Fastnacht hinzu, die vor allem von Handwerksgesellen getragen wurden. Sie reichten von ernsthaften Wettkämpfen und komischen Turnieren über demonstrative Vorführungen wie Pflug- oder Eggenziehen bis zu städtischen Umzügen und Theateraufführungen in späterer Zeit. Seit Beginn des 15. Jahrhunderts traten die Akteure dabei zunehmend verkleidet und maskiert auf.

Siehe auch


Durahansl_aufziehen_in_Mindelheim

Weblinks

http://www.durahaufa.de/

Belege, Literatur



Dieser Artikel wurde aus dem Brauchwiki (http://www.brauchwiki.de) entnommen.