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Silvester

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Termin

Dieser Brauch ist am 31.12.2016.
Er findet jedes Jahr zu diesem Datum statt.

Ablauf

Verbreitete Bräuche beim Silvesterfeiern sind heute z.B. das Bleigießen und das Silvesterfeuerwerk.

Hintergrund-Infos

Das Datum des Beginns des neuen Jahres war nicht immer einheitlich geregelt. Im Mittelalter gab es je nach Region oder Land unterschiedliche Jahresanfänge. Im bäuerlichen Jahr war zum Beispiel der 6. Januar, der heutige Tag der Heiligen Drei Könige, der Beginn eines neuen Jahres. Erst im Jahr 1691 legte Papst Innozenz XII. für die Christen den 1. Januar als Neujahrstag fest. Den 31. Dezember erklärte er zum Gedenktag für den Heiligen Silvester, dessen Todestag der 31. Dezember 335 war.

Namensgebung

Silvester war erst Bischof, ab dem Jahr 314 dann Papst der katholischen Kirche, und bekehrte angeblich den römischen Kaiser Konstantin durch ein Wunder zum Christentum. Dieses Wunder war die Heilung des unter einem schlimmen Hautausschlag leidenden Kaisers. Zuvor hatten die Ärzte dem Kaiser geraten, sich in ein Bad mit frischem Kindsblut zu legen. Doch der Kaiser lehnte das aus Mitleid gegenüber den Müttern ab. In der Nacht darauf erschienen ihm zwei Heilige und rieten ihm, zu Bischof Silvester zu gehen und sich von ihm taufen zu lassen, dann würde er geheilt sein. Er tat es und hatte der Legende nach nie mehr einen Ausschlag. Aus Dank machte er das Christentum daraufhin zur Staatsreligion. Weil er noch mehrere andere Wunder gewirkt haben soll, zum Beispiel die Erweckung eines toten Stieres durch ein Kreuzzeichen, wurde Silvester später Heilig gesprochen. In Bayern wird er bis heute auch als ein Patron des Viehs verehrt.

Silvester als besondere Raunacht

Als Rauch- oder Raunächte (nach der alten Rechtschreibung "Rauhnächte") wurden früher die Nächte zwischen Heilig Abend, also dem 24. Dezember, und Heilig Drei König, also dem 6. Januar, bezeichnet. Seit dem 4. Jahrhundert gilt Christen die Zeitspanne zwischen diesen beiden Festtagen als "heilige Zeit". Eine kirchliche Synode hat zwei Jahrhunderte später festgelegt, dass dies für die ganze Christenheit verbindlich ist und entsprechend gefeiert wird. Am 24. Dezember feiern Christen die Menschwerdung Christi und am 6. Januar "Epiphanie", das ist die Erscheinung des Herrn.

Es wurde in der Zeit nicht gearbeitet und nicht Gericht gehalten. Stattdessen aber auf verschiendene Weise versucht, den Gläubigen den Sinn der besonderen Tage näher zu bringen - wie z.B. herumziehende, als Laster (=schlechte menschliche Eigenschaften) maskierte Leute - und die besonders heilbringende Zeit für Bräuche zu nutzen, die das eigene Wohlergehen sichern sollten - wie z.B. das Ausräuchern.

Wie die Bezeichnung "Raunacht", die man heute im Süden Deutschlands kennt, entstand, ist unklar. Sie kann einfach von "RAUCHnacht" kommen. Sie kann von der rauen Kälte, die in dieser Nacht herrschte, abgeleitet worden sein oder mit dem althochdeutschen "rouh" zu tun haben, was soviel heißt wie "wild", "haarig" oder "mit Fell bekleidet".

Es wurde gesagt, dass in diesen Nächten um den Jahreswechsel übernatürliche Kräfte am Werk seien und die Dämonen wie wild geworden durch die Lüfte zögen und den Menschen schaden wollten. Am schlimmsten sollten davon die Nächte vom 24. auf den 25. Dezember, die Silvesternacht und die Nacht vom 5. auf den 6. Januar betroffen sein. Denn da sollten sich die Höhepunkte der "Wilden Jagd" der Dämonen abspielen. Als Abwehrmittel galten Feuer, Lärm (Silvesterfeuerwerk) und Rauch.

Literatur

  • Becker-Huberti, Manfred: Lexikon der Bräuche und Feste. Freiburg im Breisgau 2007.
  • Kirchhoff, Hermann: Christliches Brauchtum. Feste und Bräuche im Jahreskreis. München 1995.
  • Moser, Dietz-Rüdiger: Bräuche und Feste durch das ganze Jahr. Freiburg im Breisgau 2002.
  • Pötzl, Walter (Hg.): Brauchtum. Von der Martinsgans zum Leonhardiritt, von der Wiege bis zur Bahre. Augsburg 1999.
  • Seethaler, Susanne: Unsere bayerische Lebensart. Echtes Brauchtum von A-Z. München 2004.
  • Wolf, Helga Maria: Das neue Brauchbuch. Alte und Junge Rituale für Lebenfreude und Lebenshilfe. Wien 2000.

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