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Muttertag

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Der Muttertag, ein Feiertag zu Ehren der Mutter und der Mutterschaft wird am zweiten Sonntag im Mai meist im Familienkreis gefeiert. In Deutschland ist er seit den 1920er Jahren bekannt.

Termin

Dieser Brauch ist am 13.05.2018.

Ablauf

Familienfeier

Wie und ob der Muttertag zu einem Feiertag wird, hängt davon ab, wie es eine Familie damit hält. Vom Familienfest im engen Kreis bis zum Verwandschaftstreffen bei der Oma gibt es viele Varianten.

Viele Kinder bemühen sich, ihren Müttern an ihrem Feiertag etwas Gutes zu tun. Sie entlasten sie von (Haus-)Arbeit und beschenken sie. Je nach Alter sorgt der
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Nachwuchs für Frühstück, Blumensträuße, trägt Gedichte vor und wartet mit selbst gemalten Bildern oder gebastelten Kunstwerken auf. Entsprechende Bastelsachen entstehen vielfach im Kindergarten und in der Schule. Die Kinder werden also von Erwachsenen bei der Vorbereitung unterstützt. Um die Ehefrau vom Kochen zu entlasten, führt der Ehemann die Familie eventuell zum Essen aus.

Erwachsene Söhne und Töchter feiern den Muttertag, z.B. indem sie ihre Mutter (Eltern) besuchen. Ein Alternative dazu ist, die Mutter (Eltern) zu sich oder zu einem gemeinsamen Ausflug einzuladen. Beliebte Geschenke von Erwachenen für die Geehrte sind Blumen und Pralinen. Neben der Süßwaren- und Blumenindustrie erhoffen sich auch die Hersteller von Schmuck und Haushaltgeräten zu diesem Anlass einen guten Umsatz und werben für ihre Produkte speziell als Geschenk zum Muttertag. Die Kommerzialisierung des Feiertages schreitet fort und fordert Kritik heraus (nach Döring).

Alternativen und Gegenentwürfe

Manche Frauen lehnen es ab, Muttertag überhaupt zu feiern oder dabei im Mittelpunkt zu stehen. Der Feiertag löst kontroverse Gefühle aus. Einerseits wäre es oft besser, wenn die Energien, die in die Vorbereitung dieses einen Tages fließen, auf das ganze Jahr über verteilt würden. Andererseits kann sich kaum eine Mutter dem Charme entziehen, der von Gedichte aufsagenden und Frühstück zubereitenden Kindern ausgeht.

Frauenverbände organisieren Diskussionen und Veranstaltungen, die dem Muttertag einen politischen Akzent geben. Sie widmen sich Themen wie Ganztagsschulen, Kinderbetreuung, Anerkennung der Familienarbeit als Vollzeit-Beruf usw. Damit lenken sie ab vom familiären Feiertag mit der üblichen Trias Pralinen, Parfum und Pizza.

In anderen Ländern

In den USA ist es heute üblich, dass die Töchter ihre Mütter zu einem Festmahl einladen. Anna Jarvis, die Erfinderin des Muttertages, verteilte beim ersten offiziellen Mütter-Gedenktag in den USA rote Nelken an die anwesenden Mütter und legte weiße Nelken auf das Grab ihrer Mutter.

Hintergrund-Infos

Geschichte des Muttertages

Als Erfinderin des Muttertages gilt Anne Jarvis, die Tochter eines Methodistenpredigers aus den USA. Sie feierte 1906, ein Jahr nach dem Tod ihrer Mutter, mit ihrer Kirchengemeinde einen Gedenktag zu Ehren ihrer verstorbenen Mutter und der Verdienste aller Mütter, die sich in den Dienst des Familienwohles stellten. Ihre Mutter hatte 1858 den Mothers Days Works Club gegründet, um sanitäre Missstände zu beseitigen, die Gesundheit in Familien zu fördern, um damit der Kindesterblichkeit entgegenzuwirken (siehe Döring). Sie warb auch in anderen Methodistengemeinden erfolgreich für die Feier eines solchen Gedenktages. 1912 wurde er in der Methodist Episcopal Church offiziell zum kirchlichen Feiertag, zwei Jahre später als Mothers Day, Gedenktag für verstorbene und Ehrung lebender Mütter, zum Staatsfeiertag in den USA.

Nach Deutschland kam der Muttertag Anfang der 1920er Jahre. Das heißt aber nicht, dass er gleich überall begangen wurde. Vorher hatte er sich schon in England, Norwegen, Schweden und der Schweiz ausgebreitet. In der Schweiz hatte ihn die Heilsarmee propagiert. In Deutschland waren es die Arbeitsgemeinschaft für Volksgesundung und der Verband Detuscher Blumengeschäftsinhaber, die sich für die Einfrührung des Muttertages stark machten. Die evangelische Kirche in Deutschland stand dem neuen Feiertag aufgeschlossen gegenüber, die katholische weniger. Eine kirchliche Feier kam für sie nur im Zusammenhang mit der Verehrung der Gottesmutter Maria in Frage. Nationalsozialisten haben die Idee politisch missbraucht und den Feiertag so wie die Rolle der Mutter ideologisch überfrachtet. Die Mutter erschien als Hauptverantwortliche für den Familienzusammenhalt und somit als Stütze des Staates. Die nationalsozialistische Muttertags-Propaganda betonte, die ideale Frau sei die deutsche (=arische) Mutter, die nicht arbeiten geht, sondern zu Hause bleibt und viele Kinder großzieht. Von 1938 an bis zum Ende des Nationalsozialismus verliehen hohe Amtsinhaber der NSDAP kinderreichen Müttern eine staatliche Auszeichnung, das sogenannte Mutterkreuz, das sie als Heldenmütter in die Verantwortung nahm (siehe Döring).

Mit politischen Aspekten wird der Muttertag auch nach dem Ende des Nationalsozialismus immer wieder verknüpft. Bereits in den 1950er Jahren war der Muttertag Vehikel familienpolitischer Propaganda (nach Döring).

Literatur:

Becker-Huberti, Manfred: Lexikon der Bräuche und Feste. Freiburg 2000.

Döring, Alois: Rheinische Bräuche durch das Jahr. Köln 2007.

Hanisch, Horst: Blumen-Knigge 2100. Historisches, Mystisches, Festliches, Blumen-Sprache, Umgang mit Blumen-Präsenten. Bonn: BoD, 2012.

Wolf, Helga-Maria: Das neue Brauch-Buch. Alte und junge Rituale für Lebensfreude und Lebenshilfe. Wien 2000.

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Diese Seite wurde zuletzt am 28. August 2017 um 15:20 Uhr geändert. Diese Seite wurde bisher 22.893-mal abgerufen (to Cache).
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