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Flashmob

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An einem scheinbar normalen Samstag um 13.15 Uhr am Münchner Odeonsplatz. Am Wochenende ist immer viel los in der Münchner Innenstadt, aber so viel? Plötzlich ertönt eine Trillerpfeife, alle Menschen um einen herum schmeißen ihre Jacken auf den Boden und die ganz in weiß gekleideten Leute fangen alle an, sich wie wild im Kreis zu drehen. Alle Passanten bleiben verdutzt stehen, schauen sich um und wissen nicht, was los ist. Bin ich mitten in einen Filmdreh geplatzt? Sind hier alle verrückt? Muss ich jetzt auch mitmachen?

So oder so ähnlich wird es wohl all denjenigen Zuschauern gehen, die sich inmitten eines Flashmobs wiederfinden.

Nach ein paar Minuten ertönt die Trillerpfeife erneut, alle ziehen ihre Jacken an und laufen weiter, als wäre nichts passiert.

Ablauf

Organisation

Organisiert wird ein Flashmob über soziale Netzwerke, E-Mails, Kettenbriefe, bestimmte Portale im Internet oder Mobilfunk. Ein Initiator gibt ein bestimmtes Datum, genaue Uhrzeit und einen öffentlichen Platz an, an dem sich die sogenannten Flashmobber treffen. Außerdem wird natürlich die genaue Aktion bekannt gegeben, außerdem ob besondere Kleidung getragen, oder bestimmte Gegenstände zum Treffpunkt mitgebracht werden sollen.

Der Flashmob startet, in dem ein zuvor besprochenes Zeichen gegeben wird und endet durch Erreichen des Ziels, ein weiteres Zeichen oder Enden der Tätigkeit. Die Gruppe der Teilnehmer löst sich genauso schnell wieder auf, wie sie sich zusammengefunden hat.

Während des Mobs gehen alle Teilnehmer der gleichen Tätigkeit nach. Hierbei werden Passanten oft überrascht und verblüfft, sie bleiben stehen und beobachten das wilde Treiben.

Die Flashmobs leben von immer neuen und außergewöhnlichen Ideen, die einen Bruch des Alltags darstellen und ihn dadurch beleben. Um immer genügend Teilnehmer und Interessierte zu haben, müssen sich die Organisatoren ständig neue, aktuelle und ausgefallene Themen einfallen lassen.

Varianten

Nachdem immer mehr Musikvideos im Internet kursieren, die zum Nachahmen prädestiniert sind, werden Tanz-Mobs immer häufiger.

Der letzte Flashmob dieser Art, der für Aufregung sorgte, war einer hoch über den Wolken. Alle Passagiere eines Flugzeugs tanzten plötzlich den Harlem Shake. Die Flugbegleiter hatten die verrückte Meute nicht mehr unter Kontrolle. Nun wird wegen mangelnder Sicherheit im Flugzeug ermittelt.

Aber auch an nicht schwindelerregenden Plätzen wird der Harlem Shake getanzt, oder auch der Gangnam Style. Doch auch Falshmobs, bei denen nicht getanzt wird, sind beliebt. Ein Beispiel hierfür ist der Freeze-Mob. Alle Teilnehmer "gefrieren" für eine bestimmte Zeit in der Position, in der sie sich gerade befinden, wenn das vorher besprochene Zeichen ertönt.

Schauplätze für diese Flashmobs werden ganz unterschiedlich gewählt. So kann es einen in der U-Bahn überraschen, wenn plötzlich alle Mobber anfangen laut zu lachen, auf großen Plätzen auf einmal eine Kissenschlacht ausbricht oder durch die Fußgängerzone einer Stadt langsam hunderte Menschen als Zombies verkleidet, während eines Zombiewalks, streifen. Möglichst viele Passanten sollen den Flashmob mitbekommen, also werden dementsprechend öffentliche und hoch frequentierte Schauplätze gewählt.
Flashmob.jpg

Einer der ersten und wohl auch bekanntesten Flashmobs ist der, an dem tausende Menschen eine Mc Donald´s-Filiale am Münchner Karlsplatz (Stachus) stürmten und gleichzeitig Cheesburger bestellten.

Doch Flashmobs finden nicht nur in Deutschland statt, sondern überall auf der Welt.

Ein Weiterer Schauplatz, an dem häufig Flashmobs zu sehen sind, ist der New Yorker Times Square, da er viel Platz bietet und dort täglich hunderte Menschen anzutreffen sind. Auch beliebt ist der Bahnhof Grand Central Terminal in New York.

Kein öffentlicher Ort ist somit sicher vor einem Flashmob.

Hintergrund-Infos

Zum ersten Mal trat ein Flashmob unter genau dieser Bezeichnung 2003 in Erscheinung und kam vermutlich von den USA nach Deutschland und in andere europäische Länder.

Der Name kommt aus dem Englischen und ist zusammengesetzt aus den Worten flash = Blitz, aufblitzen und mob = der Mob, Pöbel.

Ein Flashmob lebt von der Interaktion zwischen Teilnehmer und Zuschauer, das ganze Spektakel gilt nicht als erfolgreich, wenn man nicht genügend Zuschauer hat.

Zur Organisation dient der virtuelle Raum, zur Durchführung jedoch benötigen die Mobber den öffentlichen Raum.

Smartmob

Ursprünglich sollte ein Flashmob zur Unterhaltung dienen, mit dem obersten Ziel Spaß zu haben. Heutzutage werden die Mobs aber auch eingesetzt, um politische Statements zu geben. So hörte man vor Kurzem in den Nachrichten, dass in Ägypten junge Menschen zum Harlem Shake tanzten, und so den Sturz des Regimes forderten.

Auch eine Demonstration zur Abschaffung der Studiengebühren in Bayern wurde von Flashmobbern unterstützt.

Diese politisch genutzten Flashmobs werden Smartmobs genannt. Der Unterschied von Flashmob und Smartmob liegt darin, dass ein gewisser Sinn hinter der Aktion des Smartmobs liegt. Organisiert wird ein Smartmob über neue Technologien und gilt als Organisationsform von Protesten.

Der Sozialwissenschaftler Howard Rheingold stellt die Kommunikationswege mittels neuer Technologien in seinem Buch Smart Mobs: The Next Social Revolution vor.

Carrotmob

Ein Carrotmob ist eine spezielle Form des Smartmobs. Hierbei werden die Teilnehmer dazu aufgerufen, innerhalb einer bestimmten Zeit in einem zuvor ausgewählten Laden einzukaufen. Der Besitzer muss sich zuvor aber bereit erklären, eine bestimmte Summe des davon erwirtschafteten Geldes in Umbauarbeiten zu investieren. Somit soll der Laden mit umweltfreundlicheren Geräten, wie zum Beispiel energiesparende Kühlschränke und -theken, ausgestattet werden.

Es gibt immer mehr Ladenbesitzer, die sich zu so einem Carrotmob bereit erklären, da für sie viele Vorteile entstehen. Nicht nur das Einsparen von hohen Betriebskosten, sondern zusätzlich Werbung für ihren Laden. Außerdem werden kleine Unternehmer unterstützt und das Umweltbewusstsein in der Öffentlichkeit gestärkt.

Eine der Umweltorganisationen, die regelmäßig an der Durchführung von Carrotmobs beteiligt ist, ist Green City e.V. aus München. Auf ihrer Homepage rufen sie Ladenbesitzer dazu auf, sich für einen Carrotmob zu bewerben und berichten von bereits durchgeführten Aktionen.

Flashmobs im TV

Da die Flashmobs immer populärer werden und durch ihre ausgefallene Art mittlerweile einen sehr hohen Bekanntheitsgrad und Wiedererkennungswert haben, nutzen dieses Medium nun auch Produzenten für Fernsehshows oder Regisseure in Spielfilmen.

Beispiel wäre hierfür die Prosieben Show Flash! Der größte Moment deines Lebens. Detlef D! Soost und Charlotte Engelhardt stehen hier Menschen mit einem Team zur Seite, die sich etwas Ausgefallenes für einen ganz besonderen Anlass wünschen. So helfen sie zum Beispiel Menschen, die auf eine etwas andere Art ihrem Liebsten, oder ihrer Liebsten einen Heiratsantrag machen wollen. Man bewirbt sich für die Show und der Partner wird von einer großen Gruppe überrascht, die tanzend das Anliegen des anderen Partners überbringt. Das ganze gibt es in einer eigenen Sendung auf Prosieben zu sehen, bei der die Vorbereitungen und der eigentliche Auftritt gezeigt werden. Hierbei spielen die großen Emotionen der überraschten Person auch eine wichtige Rolle.

Aber nicht nur in Fernsehserien werden Flashmobs zur Unterhaltung genutzt, sondern auch für Hollywood-Produktionen. So zum Beispiel in dem Film Freunde mit gewissen Vorzügen (Friends with Benefits) mit Justin Timberlake und Mila Kunis.

Justin Timberlake will Mila Kunis am Ende des Films von seiner Liebe zu ihr überzeugen und organisiert dazu einen Flahmob in der Halle des New Yorker Bahnhofs Grand Central Station, bei dem die Teilnehmer anfangen zu tanzen und die Beiden somit vereinen.

Auch in Musikvideos werden Flashmobs zum Thema. Der Musiker Fatboy Slim nutzt diese Form der Unterhaltung für sein Musikvideo zu "Praise you".

Weblinks

http://de.wikipedia.org/wiki/Flashmob

http://de.wikipedia.org/wiki/Carrotmob

http://www.flashmob.de/

http://flashmob-koeln.net/

http://de.wikipedia.org/wiki/Smart_Mob

http://www.carrotmob-muenchen.de/

Belege, Literatur

Jochem, Julia. Performance 2.0. Zur Mediengeschichte des Flashmobs. Glückstadt: 2011.

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Diese Seite wurde zuletzt am 8. Juni 2013 um 07:09 Uhr geändert. Diese Seite wurde bisher 14.073-mal abgerufen (to Cache).
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