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Faschingskrapfen

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Dieser Brauch ist am 12.02.2018.

Faschingskrapfen

Faschingskrapfen1.jpg
Der Krapfen gehört zum Fasching und das schon seid vielen Jahren. Nicht nur in Bayern, auch in anderen Bundesländern darf er auf keiner Faschingsfete fehlen und ist bei Groß und Klein beliebt.
Die Bezeichnung „Krapfen“ gilt, kulturgeschichtlich gesehen, für alle Teigspeisen, die in Fett herausgebacken werden. (vgl. Schwengerer E.: „Krapfenkochbuch“, Wien/ Graz/ Klagenfurt: Pichler Verlag, 2011, S.10)

Bezeichnungen
Der „Krapfen“, wie die Bayern sagen, wird in den unterschiedlichen Regionen bzw. Ländern jeweils mit einem anderen Namen bezeichnet.
Die Bürger unserer Hauptstadt Berlin nennen ihn „Pfannkuchen“. In den Regionen außerhalb Berlins nennt man dieses Gebäck „Berliner“ oder „Kräppeln“. In Frankreich ist der Krapfen unter dem Namen „Boule de Berlin“ bekannt. In England hingegen heißt er „Jelly Doughnut“. (vgl. http://www.br-online.de/kinder/fragen-verstehen/wissen/2006/01286/, Stand: 13.02.2012, 15:08 Uhr)

Zubereitung
Faschingskrapfen2.jpg
Für die Zubereitung eines original bayrischen Faschingskrapfens muss zuerst ein weicher, zarter Hefeteig hergestellt werden mit den Grundzutaten Mehl, Salz, Hefe und Milch. Hinzu kommen die Zutaten Zucker, Eigelb, Butter, geriebene Zitronenschale, Rum oder Kirschwasser und zum Befüllen dicke Hagebuttenmarmelade. Während der Zubereitung muss der Teig mehrmals gehen.
Der zu Krapfen geformte Teig wird mit der Oberseite nach unten in das heiße Backfett gelegt und anschließen gewendet.
Den weißen Rand in der Mitte bekommt der Krapfen, in dem man ihn jeweils nur knapp bis zur Hälfte in das Backfett sinken lässt.
Die fertigen Krapfen werden mit einer Spritze mit Marmelade gefüllt. Nachdem sie abgekühlt sind, werden sie mit Puderzucker bestreut. (vgl. Hoffmann, M./ Lydtin, H.: „Bayrisches Kochbuch“, Gauting: Birken-Verlag, 2007, S. 601)

Hintergrund-Infos

Geschichte des Krapfens
Der Name „Krapfen“ stammt aller Wahrscheinlichkeit nach aus dem Mittelalter. Zu dieser Zeit gab es ein länglich geformtes Gebäck mit jeweils zwei gebogenen Spitzen oder Krallen. Die Bezeichnung für „Kralle“ waren damals die Wörter „Chrapho“ oder „Krapfe“.(vgl. http://www.br-online.de/kinder/fragen-verstehen/wissen/2006/01286/, Stand: 13.02.2012, 15:40 Uhr)
Wahrscheinlich dienten die Gebäcke mit den verschlungen Spitzen dazu, die Menschen vor böse Hexen und Geistern in der kalten Jahreszeit zu schützen. (vgl.http://www.pnp.de/nachrichten/pnp_unterhaltung/340314_Hier-fetzt-der-Faschingskrapfen.html)
Allerdings lässt sich der Ort und auf welche Weise die ersten “Krapfen“ entstanden sind, nicht genau rückfolgern. Es gibt jedoch einigen Anhaltspunkte, deren Wahrheitsgehalt sich jedoch nicht ganz bestimmen lässt.
So sollen schon die alten Ägypter ein im Fett schwimmendes Gebäck zubereitet haben. In einem alten ägyptischen Grab hat man kleine Kuchen entdeckt, die dem Krapfen sehr stark ähnelten.
Auch die Römer sollen ein Fettgebäck mit Namen „Globuli“ zubereitet haben, welches mit Honig gegessen wurde. (vgl. http://www.br-online.de/kinder/fragen-verstehen/wissen/2006/01286/, Stand: 13.02.2012, 15:40 Uhr)

Im Jahre 1200 konnte man auf klösterlichen Speisezetteln ein Fettgebäck mit dem Namen „graphos“ finden. Dieses wurde auch in den Fettküchen der großen Städte zubereitet. (vgl. http://www.youtube.com/watch?v=Wk3Lw-fD4_Q, Stand: 16.02.2012, 12:30 Uhr)

Außerdem existieren zweierlei Legenden hinsichtlich der Erfindung des Krapfens. Die eine erzählt von der Bäckerin Cäcilie Krapf aus der österreichischen Hauptstadt Wien, die im 17. Jahrhundert die beliebten „Cillikugeln“, ein Gebäck mit eingemachten Früchten, hergestellt haben soll.
In einer zweiten Legende wird von einem Berliner Zuckerbäcker erzählt. Dieser Bäcker soll um 1750 für die Soldaten des Heeres Friedrich des Großen gebacken haben. Er soll ein Gebäck in Kanonenkugelform erfunden haben, welches in Fett gebacken wurde. Aufgrund der Herkunft des Bäckers, soll es „Berliner“ genannt worden sein. (vgl. http://www.br-online.de/kinder/fragen-verstehen/wissen/2006/01286/, Stand: 13.02.2012, 15:40 Uhr)

Krapfen – Brauch Faschingszeit
In früheren Zeiten, mit geringerem Wohlstand waren Krapfen beliebt, da sie relativ billig und nahrhaft waren. Geistliche haben den Genuss des süßen Gebäcks im Fasching wärmstens empfohlen, um für die kommende Fastenzeit noch etwas Energie zu speichern. Dieser fromme Brauch wurde später von Nichtfastenden übernommen. Daher stammt die Tradition des Faschingskrapfens.
(vgl. http://www.merkurmarkt.at/Erleben/Aktuelles/Faschingskrapfen/Faschingskrapfen/me_Default.aspx, Stand: 13.02.2012, 17:00 Uhr)

Brauch von Krapfen in der Zeit Anfang/ Mitte des 19.Jahrhunderts
Fragt man bei Menschen höheren Alters im Pflegeheim nach (Alter 80-100), wie das mit den Krapfen bei Ihnen gehandhabt wurde, so erhält man die Informationen, dass viele Familien damals nach eigenem Rezept die Krapfen selbst herausgebacken haben. Dies war selbstverständlich nur an Fasching üblich. Am beliebtesten war als Füllung die Hagebuttenmarmelade, jedoch wurden die Krapfen jeweils mir der Marmelade gefüllt, die vorrätig war.
Auch in den Bäckereien konnte man Faschingskrapfen kaufen. In den 1950er kostete ein Krapfen 15 Pfennig. (persönliche Erfahrungen)

Krapfen im 20. Jahrhundert
Heutzutage kann man in den Bäckereien fast ganzjährig Krapfen kaufen. Zu Fasching jedoch, ist die Auswahl am Größten. Man findet Krapfen mit den unterschiedlichsten Füllungen: z.B. Kokos, Eierlikör, Bienenstich, Schokoladenfüllung und den unterschiedlichsten Verziehrungen.

Faschingskrapfen3.jpg
In der Landbäckerei Sinz in Durach werden zur Faschingszeit 10000 Krapfen täglich hergestellt. Die genaue Rezeptur unterliegt, wie in allen Bäckereien dem Betriebsgeheimnis. Im Schnitt hat die Bäckerei 9 Sorten im Sortiment, davon werden 6 aktiv gebacken und 3 sind Saisonartikel. Zu den traditionellen Krapfen zählen die Krapfen gefüllt mit Johannesbeer-, Himbeer- oder Aprikosenmarmelade.
Desweiteren führt die Bäckerei Sinz Vanille-, Eierlikör- und Schokoladenkrapfen. Im Jahr 2011 gab es eine neue Krapfenkreation gefüllt mit Erdbeermark.
Insgesamt werden in der Landbäckerei Sinz in der Zeit vom Weiberfasching bis Faschingsdienstag 180000 verkauft.
(vgl. http://www.youtube.com/watch?v=Wk3Lw-fD4_Q, Stand 16.02.2012, 12:30 Uhr)

Belege, Literatur

  • Hoffmann, M./ Lydtin, H.: „Bayrisches Kochbuch“, Gauting: Birken-Verlag, 2007
  • Schwengerer Erna: „Krapfenkochbuch“, Wien/ Graz/ Klagenfurt: Pichler Verlag, 2011

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Diese Seite wurde zuletzt am 9. März 2017 um 10:51 Uhr geändert. Diese Seite wurde bisher 17.631-mal abgerufen (to Cache).
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