Weinlesefest

Termin

Teilnehmer beim Weinlesefest.

Dieser Brauch findet alljährlich vom 29. September bis um 28. Oktober statt.

Einstiegsinformation

Auf den ungarischen Gebieten, wo man sich mit Traubenanbau beschäftigt, hat das Weinlesefest eine lange Tradition. In unserem Land dauert die Zeit der Weinlese vom 29. September (der Tag von St. Michael) bis spätestens zum 28. Oktober (der Tag von Simon).

Ablauf

Heute gibt es ganz einheitliche Formen von diesem Ereignis, das besonders in den kleinen Dörfern stattfindet. In Südost-Ungarn beginnt der Umzug mittags. Die lustige, bunt gemischte Gesellschaft hält an den größeren Kreuzungen der Siedlung an. Sie besteht aus Husaren, die mit Peitschen knallen. Ihr folgen die bunt ausgeschmückte Pferdefuhrwerke und Pferdekutschen, in denen die Leiter des Dorfes, der Sprecher (der den ganzen Umzug leitet), die Musiker, und die Tänzer/Tänzerinnen fahren. In der letzten Kutsche fahren die Clowns, die farbige und witzige Kleidungsstücke tragen. Manchmal gibt es auch Gestalten mit Kostümen und Masken. In Tokaj sind auch solche Bräuche verbreitet, die einen deutschen Ursprung haben. Diese sind die drehende Figuren, und die Figur von Baksus. An allen Stationen begrüßt der Sprecher die Zuschauer, dann beginnt der Tanz. der Sprecher und auch die Tänzer tragen Volkstracht. Der Tanz ist ein traditioneller Volkstanz („Bodnartanz“ oder „Kadartanz“). Nach dem Tanz bieten die Paare den Zuschauern Trauben und Wein an. Der Sprecher liest ein langes Gedicht vor, in dem es um die witzigen und komischen Geschehen und Gerüchte geht. In dieser Zeit hetzen die Clowns mit Besen den Kindern hinterher, die sich schlecht verhalten haben. Nach dem Umzug geht die Belustigung in einem eingedeckten Saal weiter, wo der Tanz und die Weinlese-Strophe noch einmal vorgetragen werden.

Gruppenbild von Teilnehmern.

Ein Zitat aus der Weinlese-Stophe:

Einen guten Tag wünsch ich Ihnen!
Es freut mich Sie hier zu sehen.
Es gibt sehr viele Faxen,
die Sie im Jahr begangen haben.
Die Menschen mögen herumalbern,
in diesem Werk Rolle zu haben.
Hören Sie, bitte, das Gedicht,

Heutzutage ist das Weinlesefest eine völkerkundliche Besonderheit und eine touristische Sehenswürdigkeit.

Hintergrund-Informationen

Teilnehmer.

Das Ende der langen, mühsamen Arbeit wurde mit Umzügen, Belustigungen und Weinlesetänzen gefeiert. Es gab schon im 16. und 17. Jahrhundert solche Feste, und damals wurde auch die Rechtsprechung für diese Zeit eingestellt. Im 18. und 19. Jahrhundert wurden die Weinlesebräuche landesweit vereinheitlicht und erneuert. Aufgrund dieser Bräuche wurde die Weinlese im 20. Jahrhundert gefeiert. Das Fest wurde mit Masken, Musik, Liedern über die Arbeit, agrarischen Riten und Äußerungen des zünftigen Lebens begleitet. Heutzutage ist es auch an solchen Gebieten verbreitet, wo der Traubenanbau nicht besonders charakteristisch ist.

Weblinks

Literatur

  • Gyula Ortutay: Magyar néprajzi lexikon. Budapest, 1977-1982.
  • Attila Palády-Kovács: Magyar néprajz. Budapest, 1988.
  • István Bogdán: Régi magyar mulatságok. Budapest, 2003.
  • Albert Házi: Okány krónikája. Békéscsaba, 1984.
  • Okányi Újság: 10/2007.