Englmari-Suchen

Termin

Dieser Brauch findet am 01. Juni 2020 statt.

Einstiegsinformation

In St. Englmar im Bayerischen Wald findet jedes Jahr am Pfingstmontag das Englmari-Suchen statt, eine Art geistliches Spiel, das die Entstehung der Wallfahrt zum Heiligen Englmar vor Auge führt. Das Spiel ist der Höhepunkt der Englmari-Festwoche.

Ablauf

Pfingstsonntag

Am Abend findet das Englmari-Singen beim steinernen Engelmar am Kapellenberg statt. Dabei singt und betet man, um sich auf den nächsten Tag einzustimmen.

Pfingstmontag

Teiilnehmer beim Englmari-Suchen.

Das Englmari-Suchen dauert den ganzen Vormittag. Die Darsteller, Gläubigen und Zuschauer bewegen sich dabei vom Dorf zum Kapellenberg und wieder zurück. Morgens spielt am Kirchplatz die Blasmusik (dazwischen Pfingstl-Tuschen und Pfingstl). Um neun Uhr fängt der Umzug der Darsteller und Reiter an. Die Darsteller spielen nach, wie die Leiche des Englmar (eine Holzfigur) im Wald gefunden und zur Bestattung ins Dorf gebracht wird. Nach der Auffindung findet am Kapellenberg eine Bergmesse mit Tiersegnung statt. Danach ziehen alle zurück zur Pfarrkirche im Ort zum Te Deum.

Hintergrund-Infos

Einer Legende nach sei der Hl. Englmar um das Jahr 1100 aus Neid von einem Mitbruder erschlagen worden. Aus einer anderen Quelle wird erzählt, dass der Mord von einem Bediensteten des Grafen von Bogen begangen worden sein soll, der damit beauftragt war, dem Einsiedler das Essen zu überbringen. Ein Geistlicher, der zu einem Versehgang unterwegs war - so ist es überliefert - hat die Leiche des Hl. Englmar an einem Pfingstmontag unter Reisig verscharrt aufgefunden. Der Tote wurde zur Bestattung ins Tal gebracht und aus dankbarer Verehrung gegenüber seinem Lebenswerk eine Kapelle über seiner Grabstätte errichtet. Die Wallfahrer kamen zahlreich und bald konnte die kleine Kirche die Menschenmengen nicht mehr fassen, so dass eine neue Kirche - eine Vorläuferin der heutigen Pfarrkirche von St. Englmar - gebaut wurde. Ein ermordeter Heiliger hat über die Jahrhunderte hinweg die Phantasie der Menschen erblühen lassen und es entstanden zahlreiche Bilddarstellungen (z. B. große Tafelbilder mit erklärenden Versen, die in der Pfarrkirche von St. Englmar besichtigt werden können) über das schreckliche Geschehen.

Literatur

Bichler, Albert: Wie`s in Bayern der Brauch ist. München 1995.

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