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Valentinstag

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Am Valentinstag, dem 14. Februar, wechseln Liebende kleine Aufmerksamkeiten, schenken sich vorzugsweise Blumen.

Ablauf

Valentinstag 2.JPG
An diesem Tag machen sich Verliebte/Partner kleine Geschenke wie Blumen (hier besonders Rosen), Pralinen oder auch Parfum und Konfekt. In Deutschland hat sich der Valentinstag erst in den letzten Jahrzehnten etabliert. Die typische Dekoration von Geschäften, die auf ihre Waren als mögliche Geschenke zum Valentinstag aufmerksam machen wollen, sind rote Herzen. Diese Herzen prangen dann auch an den Geschenken. Manche tragen einen entsprechenden Schriftzug, wie: "Zum Valentinstag", "Ich denk an dich", "Für Dich", "Alles Liebe" usw. Auch die Menschen tragen an dem Tag der Verliebten gerne etwas Rotes an.

Obwohl der Valentinstag kein kirchlicher Feiertag ist, bieten katholische Gemeinden an diesem Tag inzwischen spezielle Gottesdienste mit einer Segnung für Liebende an und laden danach zu einem Umtrunk ein. Solche Einladungen spricht z.B. auch die Katholische Landvolkshochschule Volkersberg nach Bin der Rhön aus, gedruckt auf kleinen roten Zetteln. Damit verbunden war 2008 der Hinweis auf den vergünstigen Eintritt in ein nahe gelegenes Erholungsbad an diesem Tag.

Hintergrund-Infos

Drei Heilige Valentin

Heiliger Valentin
Es gibt drei Heilige mit dem Namen Valentin, die im Laufe der Kirchengeschichte von Gläubigen verehrt wurden. Dementsprechend gibt es dazu viele verschiedene Legenden. Der 14. Februar war schon im 4. Jahrhundert in Rom der Gedenktag des Valentin, Bischof von Terni. Der 7. Januar wurde im 5. Jahrhundert dem Valentin, Bischof in Rätien, zugedacht. Am 3. November, bzw. ebenfalls am 14. Februar, feierte man den Priester Valentin von Viterbo, für dessen Verehrung sich seit dem 8. Jahrhundert Zeugnisse finden lassen. Heute steht in den kirchlichen Kalendern kein "Valentin" mehr, denn das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) hat alle genannten Valentins bei der Kalenderreform aus dem Heiligenkanon gestrichen, weil sie "unhistorisch" sind (siehe Döring und Reclams Heiligenlexikon).

Zu Valentin von Terni heißt es in einer Legende z.B.: Im 3. Jahrhundert habe Kaiser Claudius Goticus Soldaten verboten, sich christlich trauen zu lassen. Er meinte, dass unverheiratete Männer mit mehr Elan in den Krieg zögen als verheiratete. Bischof Valentin hätte sich dem widersetzt und Paare heimlich getraut. Dafür habe er am 14. Februar 268 den Märtyrertod sterben müssen. Diese und andere Legenden stellenden Bischof als Liebespatron dar. Im Mittelalter gab es für den Valentinstag auch den deutschen Namen "Vielliebchentag" (nach Döring).

Im Mittelalter riefen Gläubige die Heiligen Valentin und Vitus (=Veit) zur Hilfe bei Fallsucht = Veitstanz = Epilepsie an. Mittelalterliche Gemälde stellen Valentin oft als Bischof mit Heligenschein dar, zu dessen Füßen sich ein Kranker krümmt.

Termin

Interessant ist, dass der 14. Februar früher auch negativ belegt war, was in Sprichwörtern und Redensarten überliefert ist. So sollte Judas Ischariot an einem 14. Februar geboren sein, weshalb der Valentinstag im Mittelalter auch als Unglückstag galt. Reiche und schlechte Menschen sollten sterben, falls es an diesem Tag donnerte. Am Valentinstag geborene Tiere wurden nicht für die Zucht eingesetzt. Ob Mensch oder Tier, wer am Valentinstag geboren wurde, sollte angeblich kein Glück haben und früh sterben.

Die Kirche feierte ursprünglich Weihnachten am 6. Januar und nach vierzig Tagen dementsprechend Mariä Lichtmess am 14. Februar. Mit der Verschiebung des Weihnachtsfestes in den Dezember rückte Mariä Lichtmess dann auf den 2. Februar (nach Döring).

Zur Herkunft der Valentinstag-Bräuche

Der Valentinstag in seiner heutigen Form gewann in Deutschland erst nach dem 2. Weltkrieg an Bedeutung. Englische Auswanderer nahmen ihre Bräuche zum Valentinstag mit in die "neue Welt". US-Soldaten brachten ihre dann nach dem Krieg nach Deutschland. In Nürnberg wurde 1950 der erste Valentinsball veranstaltet und der Valentinstag damit in die Gesellschaft eingeführt.

In England gingen höfische Kreise am Valentinstag seit dem 14. Jahrhundert einem besonderen Vergnügen nach, der "Vogelhochzeit". Verliebte warben für diesen Tag umeinander. Mit Gedichten, Liedern und anderem bemühte sich der "Valentin" (Mann) quasi spielerisch darum einer "Valentine" (Frau) zu gefallen. Auf diese Weise kann man sich erklären, dass sich in England im 17. Jahrhundert Verliebte Valentinskarten mit Blumenbildern und Gedichte schickten (nach Döring).

Soziologen erklären die angelsächsische Erfolgsgeschichte dieses Spektakels - genau wie den ähnlich gelagerten Brauch des Weihnachtskusses unter dem Mistelzweig - mit dem Puritanismus der Amerikaner und Briten. Urheber der Mode, das Schicken dieser Karten mit Blumen zu verbinden, soll der Schriftsteller Samuel Pepys gewesen sein, der am 14.02.1667 seiner Gattin auf hellblauem Papier mit goldenen Initialen einen Liebesbrief schrieb, woraufhin sie ihm begeistert einen Blumenstrauss schickte. Von da an wurde die Verbindung von Brief und Blumen in der Oberschicht der britischen Gesellschaft nachgeahmt.

International

In Japan beschenken am 14. Februar Frauen ihre Ehemänner, männliche Kollegen und Chefs mit Schokolade. Dafür dürfen sie dann einen Monat später weiße Schokolade als Gegengeschenk erwarten. Der 14. März heißt in Japan White Day oder auch St. White Day, daher die weiße Schokolade.

In Finnland wird der Valentinstag als Freundschaftstag gefeiert, an dem man - meist anonym - denen die man sympathisch findet, Karten schickt oder kleine Geschenke übermittelt. Dieser Freundschaftstag ist gegenüber dem angelsächsischen oder kontinentaleuropäischen Valentinstag deutlich enterotisiert. In den USA ist es heute üblich, Valentinskarten zu verschicken. Je mehr Karten ein Mensch erhält, desto beliebter ist er.

Valentinsgedichte

Wenn ich in deine Augen seh´- von Heinrich Heine

Wenn ich deine Augen seh´

so schwindet mein Leid und Weh´,

doch wenn ich küsse deinen Mund

so wird ich ganz und gar gesund.


Wenn ich mich lehn´an deine Brust,

kommt's über mich wie Himmelslust,

doch wenn du sprichst: Ich liebe dich!

So muss ich weinen bitterlich.


Erster Verlust - von Johann Wolfgang von Goethe

Ach, wer bringt die schönen Tage,

jene Tage der ersten Liebe,

ach wer bringt nur eine Stunde

jener holden Zeit zurück!


einsam nähr ich meine Wunde,

und mit stets erneuter Klage

traur´ich um´s verlorne Glück,

ach wer bringt die schönen Tage,

jene holde Zeit zurück!

Weblinks

http://www.religioeses-brauchtum.de/fruehjahr/valentinstag.html

http://www.avive.de/die-50-schonsten-liebeszitate-aus-filmen/

Literatur

  • Döring, Alois: Rheinische Bräuche durch das Jahr. Köln 2007.

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Diese Seite wurde zuletzt am 14. Februar 2014 um 10:37 Uhr geändert. Diese Seite wurde bisher 21.549-mal abgerufen (to Cache).
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