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Taufe

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Mit der Taufe werden Menschen in die christliche Gemeinschaft aufgenommen. Sichtbares Zeichen dafür ist das Überschütten des Täuflings mit Wasser. Heute findet die Zeremonie meist in der Kirche am Taufbecken statt. Anschließend feiert man im Familienkreis. Parodien auf den kirchlichen Brauch haben sich für solche Situationen herausgebildet, in denen es um die Einführung eines Menschen in eine neue Aufgabe oder Gruppe geht.

Ablauf

Im Christentum wird ein Mensch durch die einmalige Taufe mit Wasser in den Kreis der Gläubigen aufgenommen. Der Täufling ist dabei heute meist im Baby-Alter. Zwei traditionell sehr hoch geschätzte Tauftermine sind die Gottesdienste in der
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Oster- und der Pfingstnacht. In der Regel setzt man den Termin für die Taufe jedoch möglichst nahe an den Geburtstermin.

Die kirchliche Tauffeier findet oft im Rahmen einer eigenen Andacht am frühen Sonntagnachmittag oder im Anschluss an einen Sonntagsgottesdienst statt. Zur Taufzeremonie gehören unter anderem das Übergießen des Täuflings mit geweihtem Wasser, das Überreichen des Taufkleides und das Versprechen des Paten/der Patin, für die christliche Erziehung des Täuflings und sein Wohlergehen einzutreten.

Außerdem trifft sich die Taufgesellschaft, der engere Familienkreis und der oder die Paten, am Tauftag zum gemeinsamen Feiern mit festlichem Essen und/oder Kaffetrinken. Der Täufling erhält dabei kleine Geschenke (Kleidung, Spielzeug, Kette, Armband, das erste Sparbuch). Insbesondere zu den Patengeschenken hat sich eine eigene Tradition herausgebildet.

Hintergrund-Infos

Taufe im Kindsalter

Schon wenige Jahrhunderte nach Christi Geburt war es üblich geworden im Kleinkindalter zu taufen. Dass ihre Kinder ohne die Taufe sterben müssten war eine schreckliche Vorstellung für christliche Eltern. Es herrschte die Ansicht vor, ungetauft Verstorbene kämen nicht in den Himmel und ihre Seele fände keinen Frieden. Nicht getauft zu sein, wurde als großer Mangel empfunden. Dass ein Mensch ohne Taufe starb, sollte die Konsequenz haben, dass er auch nie "zur vollen Anschauung Gottes gelange". In der Bibel steht das so nicht, aber in der Vorstellung der Gläubigen haben sich solche Annahmen verfestigt. Eine Auswikrung davon war z.B., dass man totgeborene oder ungetaufte Kinder nicht so beerdigte wie getaufte Verstorbene: nicht im Familiengrab, sondern in einem entlegenen Bereich am Rand des Friedhofs oder im Beinhaus. Dafür zuständig war auch nicht der Pfarrer, sondern der Mesner, Totengräber oder die Hebamme. (nach:HARTINGER, S. 131-132)

Taufe in der Reformationszeit

Während die Katholiken an der Taufzeremonie festhielten, gab es einige Reformatoren, die diesen kirchlichen Brauch ebenso wie alle anderen stark kritsierten oder sogar ganz ablehnten. Luther ließ die kirchlichen Bräuche Abendmahl und Taufe jedoch immer gelten, während er andere, "die nicht durch Gottes Wort gesetzt sind" (z.B. Heiligenverehrung, Wallfahrt, Rosenkranz), aus dem Kirchenraum hinausdrängte und abschaffte. In den reformierten Territorien wurde die Taufe zwar eine Zeit lang sogar ohne kirchlichen Akt in der Familie durch eine Hebamme vollzogen. Bis zum Ende des 16. Jahrhunderts war dies jedoch bereits wieder verboten. Die Taufzeremonie fand nun per Verordnung in reformierten Pfarreien wieder in der Kirche statt, wurde dort sogar in den Wochengottesdienst eingebettet. (nach: HARTINGER, S. 65-66). Die Taufe geniest also quer durch die christlichen Konfessionen eine hohe Wertschätzung.

Patenamt

Seit dem Mainzer Konzil im Jahre 813 gehört das Patenamt zur Taufe. Eine kirchliche Vorschrift führte es als festen Bestandteil ein (nach: HARTINGER). Fragen Eltern heute jemanden, ob er das Patenamt für ihr Kind übernimmt, wird das von demjenigen meist als eine Ehre empfunden und er wird es nicht ablehnen. Ein Täufling kann auch mehrere Paten haben. Das Patenkind darf vom Paten im Laufe des Lebens eine ganze Menge Geschenke erwarten, vor allem zu Anlässen wie Ostern, Nikolaus, Weihnachten, Namenstag, Geburtstag, Erste Heilige Kommunion, Konfirmation, Volljährigkeit, Eheschließung. Im Idealfall soll sich zwischen Pate/Patin und Patenkind aber auch eine gute persönliche Beziehung entwickeln und Pate/Patin sollen eine Vorbildrolle einnehmen. In katholischen Kreisen ist es teilweise heute noch üblich, dem Kind als Zweitnamen denjenigen des Paten/der Patin zu geben. Insofern hat das Patenamt auch etwas mit der Namensgebung zu tun.

Parodien auf die kirchliche Taufzeremonie

Die Lufttaufe ist etwas, mit dem man jemanden hänselte, der etwas zum ersten Mal machen sollte. Man hob ihn in die Luft und er bekam einen Spottnamen. Statt mit Wasser wurde also mit Luft getauft und anstelle eines richtigen Namens ein Spottname vergeben. So eine "Lufttaufe" mussten in Hessen z.B. auch diejenigen über sich ergehen lassen, die zum ersten Mal ein Patenamt übernahmen (nach STAUDT).

Das Zeremoniell der Zünfte war eng angelehnt an die kirchlichen Zeremonien. Das wirkte sich auch auf die Bräuche aus, die die Gesellen untereinander pflegten. Zur Einführung der soeben zu Gesellen gesprochenen Lehrlinge in ihren Kreis kannten sie schon im 14. Jahrhundert die Gesellentaufe. Einer spielte dabei die Rolle des Priesters, ein anderer die des Paten. Der frischgebackene Geselle erhielt bei der Gesellentaufe auch einen neuen Namen. Je nach Stadt gehörte auch zur Handwerksordnung, dass ein neu aufgenommener Meister von der Handwerksgesellschaft seinen "besonderen Namen" erhalten oder erkaufen musste. Erst dann war er "nach Handwerksgebrauch getauft". (nach HARTINGER, S. 139-140) Aus der Tradition der Gesellentaufe entstand auch das Gautschen, wie es mancherorts heute geplegt wird.

Weblinks

Literatur

  • Staudt, Reinhold: Studien zum Patenbrauch in Hessen. Frankfurt a.M. 1958.
  • Hartinger, Walter: Religion und Brauch. Darmstadt 1992.

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