Welchen Genuss- und Gesundgheitswert hat das Bayerische Essen? gestellt am 14.5.12 10:32
Der Genusswert eines Essens - egal, ob bayerisch, italienisch oder chinesisch - ist doch wohl primär eine Frage des persönlichen Geschmacks, oder nicht? Was also soll Dr. Brauch hierauf antworten? Und auch die Frage, wie (un)gesund Nürnberger Bratwürste oder Münchner Weißwürste sind, sollte nicht an ihn, sondern an den Hausarzt oder einen Ernährungsberater gestellt werden. (gestellt am 21.5.12 17:19)
Küssen unter Mistelzweigen
gestellt am 1.5.12 07:16
Die frühesten schriftlichen Belege für Küsse unterm Mistelzweig findet man in England in der Zeit um 1810/20. Der deutsche Reiseschriftsteller Johann Georg Kohl beispielsweise beschrieb 1845 die Ausübung dieses Brauch in der Grafschaft Wiltshire. Anhand von Bildbelegen lässt sich bereits im Laufe des 19. Jahrhunderts die Ausbreitung des Kussmotivs nach Nordamerika, Frankreich, Deutschland und in andere Staaten nachvollziehen. Eine Untersuchung zur Mistel auf Glückwunschkarten zu Weihnachten und Neujahr (Gertraud Schorer, 2002) dokumentiert eine häufige Darstellung der Pflanze als Symbol für Leben (Misteln sind immergrün), Frieden (biblischer Bezug zur Sintflut und zum Kreuzholz Christi), Glück und Liebe (Assoziationen zur nordischen Mythologie und zum keltischen Druidenritus). Es bedarf jedoch noch der volkskundlicher Untersuchung, inwieweit solche zeitgenössischen Herleitungen zutreffen oder abzulehnen sind. (gestellt am 7.5.12 16:28)
Als Einheimische vom westl. Lkr Augsburg ist mir der Brauch mit dem Maiele-Stellen bekannt. Schreibt man das tatsächlich als "Maierle". Mir ist es in Wort und Schrift nur als "Maiele" geläufig, da es ja von Mai kommt und davon die Verkleinerung, es hat doch nichts mit "Maier" zu tun.
Vielen Dank für Ihre Antwort.
Mfg Elisabeth Engelhart gestellt am 30.4.12 14:30
Diese kritische Anmerkung ist selbstverständlich berechtigt, herzlichen Dank für den Hinweis. Die korrekte Schreibung von Dialektwörtern ist grundsätzlich zwar immer schwierig, im vorliegenden Fall aber ist die Form "Maiele" zweifellos besser als "Maierle". Wir werden unseren Artikel umgehend verbessern. (gestellt am 7.5.12 16:39)
kann mir jemand den brauch bzw. hintergrund [sinn] des "wasservögelsingens" erklären? hauptsächlich im bayer.wald [grafenauer gegend] beheimatet. gestellt am 27.4.12 22:41
Das Wasservogelsingen gehört zu den ehemaligen Hirten(buben)bräuchen, in denen sich das vormoderne ländlich-bäuerliche Wirtschaftsystem mit seinen Rechten und Organisationsformen konkret niederschlug: Sie zogen beim ersten Viehtrieb nach der Winterpause an den Pfingsttagen auch durch die Dörfer und vor die Grundherrschaften, um ihr Pfingstrecht einzufordern und von den Weiderechtsgenossen eine Tributleistung für ihre Tätigkeit einzutreiben. Daraus wurde bereits ab dem 16. Jahrhundert mehr und mehr ein Heischebrauch, den schließlich die Dorfjugend als Umzugsbrauch mit diversen Kostümierungen und Schmuckelementen, fallweise auch mit Peitschenknall oder Musikbegleitung anreicherte. In dieser Tradition stehen auch die Umzüge des Pfingstl, des Pfingstschwanzes, des Santrigl und des Wasservogelsingens, die früher über weite Teile des deutschen Sprachraumes verbreitet waren. Der Name und die Gestaltung des Wasservogelsingens nehmen dabei direkten Bezug zu christlichen Glaubensinhalten und Praktiken: Die Kirche feiert an Pfingsten die Ausgießung des heiligen Geistes in die Seelen der Gläubigen. Dieser abstrakte Vorgang wurde vor allem im 16. und 17. Jahrhundert (dem Zeitalter der Gegenreformation) durch den Einsatz von Wasser und eine Vogelsgestalt (Taube) veranschaulicht. Von Traditionslinien zu vorchristlichem Fruchtbarkeitskult und Dämonenzauber ist mit Sicherheit nicht auszugehen. (gestellt am 15.5.12 10:20)
was hat es mit dem Emmausgang am Ostermontag auf sich? gestellt am 9.4.12 15:40
Als Emmausgang wird ein Gang bzw. eine Wanderung am Ostermontag bezeichnet, der/die - begleitet von christlichen Liedern und Gebeten - durch die Natur oder zu einer Kirche führt. Dieser Brauch ist insbesondere in katholischen Gebieten (z.B. Bayern, Rheinland, Österreich) verbreitet. Er erinnert an den im Lukasevangelium (24, 13-29)berichteten Gang der Jünger Jesu von Jerusalem nach Emmaus, bei dem ihnen der auferstandene Christus begegnete. (gestellt am 11.4.12 16:56)