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Pfingstträg in Kuppenheim-Oberndorf

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Der Pfingstträg ist in Kuppenheim-Oberdorf (Baden) am Pfingstmontag unterwegs.

Termin

Dieser Brauch ist am 04.06.2017.

Ablauf

Immer an Pfingstmontag wird ein älterer Bub als Pfingstträg auserwählt und im Wald an geheimer Stelle so dicht mit Farnen und Weiden umpackt, dass er nicht mehr erkannt wird, aber auch kaum noch laufen kann. Das Sammeln des Farns übernehmen die so genannten Teiler, welche Buben sind, die mindestens im Vorjahr beim Rätschen und beim Pfingstträg teilgenommen haben. Zu seiner Verkleidung gehört noch ein ca. 2m langer Schweif, der von den jüngeren Buben getragen wird. Unter dem Singen des unten genannten Spottliedes wird er ins Dorf geführt. Ihm voran geht ein Bub, der an einem langen Stock eine Glocke trägt und so den Pfingstträg ankündigt. Die Teiler sammeln dabei von den Anwohnern milde Gaben. Am Schluss wird der Pfingstträg wieder in den Wald geführt und seiner Verkleidung entledigt.

Hintergrund-Infos

Sage

Ursprünglich im ganzen Landkreis Rastatt heimisch, hat sich dieser Brauch nur noch im Stadtteil Oberndorf erhalten. Er geht zurück auf die Sage von Pfingstkönig und -königin, welche vom Pfingstträg begleitet wurden. Dieser war ein fauler und Erbsen liebender Gesell, der vor lauter Gier nach den grünen Hülsenfrüchten stets zu spät zum Einzug des königlichen Paares erschien und dabei immer sein Pferd vergaß. Daher lautet der Spottspruch auf ihn:

„Pfingstträg, Pfingstträg, oha!
Hat Erbse g´fresse,
hat sei Roß im Stall vergesse!“

Christliche Sinngebung

Die heute kaum mehr bekannte, ursprüngliche Sinngebung des Verkleidungs- und Heischebrauches an Pfingsten ist gut untersucht. Das Naturgewand kennzeichnete demnach den Träger als Heiden oder Sünder. Das Gaben-Heischen an Pfingsten geht auf Mt 7,7-12 zurück. Dort stehen Jesus Worte: wer bittet, dem wird gegeben; wer sucht, der findet; wer anklopft, dem wird aufgetan. Im übertragenen Sinne bittet der Heide/Sünder bei den Gläubigen um die Gabe des Heiligen Geistes und damit um Nächstenliebe. Sie wird ihm gegeben und so kann er nach dem Gaben-Heischen von diesem Gewand entledigt als gläubiger Mensch in die Gemeinde zurück kommen. (nach Sammer/Moser)

Siehe auch

Die Figur des Pfingstträg ist von der Art her dem Pfingstl vergleichbar, der beim Englmari-Suchen auftritt.

Literatur

  • Marianne Sammer: Zeit des Gestes. Studien zum Motiv der Herabkunft des Heiligen Geistes an Pfingsten in Literatur und Brauchtum (=Studien zu Theologie und Geschichte 15). St. Ottilien 2001.
  • Dietz-Rüdiger Moser: Bräuche und Feste durch das ganze Jahr. Freiburg 2002, S. 167-168.

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