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Nothelfer

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Die Verehrung der Vierzehnheiligen oder Vierzehn Nothelfer, einer bis heute unter Katholiken sehr bekannten Heiligengruppe, geht auf die Visionen eines Schäfers zurück, die sich der Legende nach im 15. Jahrhundert ereigneten.

Liste der Vierzehn Nothelfer

Hl. Achatius, angerufen gegen Todesangst und Zweifel

Hl. Ägidius, angerufen zur Ablegung einer guten Beichte

Hl. Barbara, Patronin der Sterbenden

Hl. Blasius, angerufen gegen Halsleiden

Hl. Christophorus, angerufen gegen unvorbereiteten Tod

Hl. Cyriacus, angerufen gegen Anfechtung in der Todesstunde

Hl. Dionysius, angerufen gegen Kopfschmerzen

Hl. Erasmus, angerufen gegen Leibschmerzen

Hl. Eustachius, angerufen in allen schwierigen Lebenslagen

Hl. Georg, angerufen gegen Seuchen der Haustiere

Hl. Katharina, angerufen gegen Leiden der Zunge und schwere Sprache

Hl. Margareta, Patronin der Gebärenden

Hl. Pantaleon, Patron der Ärzte

Hl. Vitus (Veit), angerufen gegen Epilepsie

Auf Darstellungen sind die Vierzehn Nothelfer auch zusammen mit der Gottesmutter Maria oder weiteren Heiligen zu finden. Die Gruppe hilft sozusagen in allen Fällen. Belegt ist die besondere Verehrung der genannten Heiligen als Nothelfer zwar seit dem 9. Jahrhundert, aber weit verbreitet hat sich der Kult um sie erst mit dem bekannt werden der Vierzehnheilgen-Legende, die von einer Vision im 15. Jahrhundert berichtet.

Hintergrund-Infos

Legende

"Der Legende nach erschienen dem Klosterschäfer Hermann Leicht der Zisterzienserabtei Langheim in Oberfranken in den Jahren 1445 und 1446 vierzehn Gestalten, die sich als vierzehn Nothelfer zu erkennen gaben und die Errichtung einer Kapelle beanspruchten." (nach: DÖRING, S. 12). Genauer handelte es sich bei den Gestalten, die der visionäre Schäfer gesehen hatte, um weiß gekleidete Kinder. Die geforderte Kapelle entstand erst im 18. Jahrhundert: Vierzehnheiligen bei Bad Staffelstein. Die Darstellung eines Kreises weißgekleideter Kinder mit je einem roten Kreuz weist auf diesen Wallfahrtsort hin.

Wallfahrtsort und Kult

Der bekannteste bayerische Wallfahrtsorte zu den 14 Nothelfern ist die Basilika Vierzehnheiligen bei Bad Staffelstein in Oberfranken (Diözese Bamberg), 1774 erbaut von Balthasar Neumann. Bis heute wird sie viel besucht, auch als Ziel mehrere Tage langer Fuß-Wallfahrten.

Historische Steinreliefs mit den Nothelfern findet man z.B. in Unter- und Oberfranken an Hausfassaden in katholischen Dörfern und auf Bildstöcken (unterfränkisch "Marterli") in der freien Flur. Die Nothelfer erfuhren in der Diözese Würzburg von Gläubigen im Grabfeld, aus den Haßbergen und am Obermain besondere Verehrung. Sie gingen auch auf Wallfahrt nach Vierzehnheiligen. Mehrere Vierzehn-Nothlefer-Bruderschaften entstanden in dieser Diözese ab der Mitte des 19. Jahrhunderts (nach: BRÜCKNER, S. 152-153).

Die "Drei Heiligen Madl"

Eine sehr bekannte Untergruppe der 14 Nothelfer sind die "Drei Heiligen Madl" Katharina, Barbara und Margareta.

Ein Merkspruch zu ihnen samt ihren Attributen (Dinge, mit deren Hilfe man die Heiligen auf Darstellungen erkennt) lautet:

"Margareta mit dem Wurm,

Barbara mit dem Turm,

Katharina mit dem Radl,

das sind die drei heiligen Madl."

Turm (Burgturm), Wurm (Drache) und das Rad (Wagenrad) kommen jeweils in der Legende (Lebensgeschichte) der Heiligen vor.

Siehe auch

Weblinks

Literatur

  • Keller, Hiltgart L.: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Stuttgart 1991.
  • Döring, Alois: Rheinische Heiligenfeste durch das Jahr. Köln 2009.
  • Brückner, Wolfgang: Frommes Franken. Kult und Kirchenvolk in der Diözese Würzburg seit dem Mittelalter. Würzburg 2008.

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Diese Seite wurde zuletzt am 9. Mai 2013 um 17:00 Uhr geändert. Diese Seite wurde bisher 12.191-mal abgerufen (to Cache).
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