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Mittelaltermarkt in Kufstein, Landshut und Amerang

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Termin

Dieser Brauch ist vom 01.06.2017 bis zum 05.06.2017.

Einstiegsinformationen

Titel (Brauch und Ort)

Der Mittelaltermarkt, auch Ritterfest genannt, findet jedes Jahr in Kufstein, Amerang und Landshut statt.

Kurzcharakterisierung

Der Mittelaltermarkt bzw. das Ritterfest wird jedes Jahr zur selben Zeit an seinen festen Standorten aufgebaut. Dort gibt es nicht nur Gaukler, Musikanten, verkleidete Besucher und verschiedene Clans, sondern natürlich auch allerlei Köstlichkeiten aus dem Mittelalter.

Terminierung

Der erste Standort des Jahres ist immer Ende Mai / Anfang Juni in Kufstein. Die nächsten Termine folgen Mitte August in Amerang und Ende September in Landshut. Es gibt auch ein Winterlager, allerdings sind dort nicht mehr alle Teilnehmer dabei. Das Ritterfest bleibt jeweils für drei Tage (Freitag bis Sonntag) an einem Ort, wobei die Teilnehmer jedoch schon am Donnerstag davor anreisen, um alles aufzubauen.

Empirische Dokumentation

Akteure

An diesem Mittelaltermarkt, der von Christian Domeier veranstaltet wird, nehmen Unterhalter wie beispielsweise Gaukler und Musiker teil, ca. 10 verschiedene Clans, die unterschiedliche Zeitabschnitte repräsentieren, etwa 5 - 6 Essensstände, an denen Spezialitäten aus dem Mittelalter zubereitet werden und ungefähr 15 - 20 Stände, an denen Dinge verkauft werden, die es damals gegeben hat. Alle Teilnehmer sind zudem authentisch gewandet.

Einer dieser Clans heißt Varkuchel und repräsentiert das Jahr 1280. Die Angehörigen dieser Gruppe tragen traditionelle Kleidung, die sie eigenständig hergestellt haben.

Die Kleidung der Frauen und Mädchen besteht aus einem Unterkleid, dessen Ärmel bis zu den Handgelenken reichen und das in den Farben Weiß oder Beige gehalten ist. Darüber tragen sie rot, blau, grün oder lila gefärbte Kleider. Diese können sowohl kurz als auch lang sein. Manchmal tragen sie auch Bruchen, das sind knielange Unterhosen.

Ab dem 18. Lebensjahr müssen die weiblichen Mitglieder zusätzlich ein Kopftuch tragen, das ihre Haare vollständig bedeckt.

Die Männer tragen Bruchen und darüber sogenannte Beinlinge. Diese sind unten eng geschnitten und oben mit Bändern an der Bruche befestigt. Dazu tragen sie ein Unterhemd, über das je nach Jaheszeit eine Woll- oder Leinentunika gezogen wird. Zusätzlich gibt es im Winter noch einen Gugel, das ist ein Schultermantel mit Kapuze oder einen Mantel.

Die männliche Kopfbedeckung besteht aus einem Stofflappen, der Bundhaube genannt wird.

Zur Kleidung des Clans gehören außerdem Leder- bei trockenem bzw. Holzschuhe bei nassem Wetter. Darunter sind die Akteure entweder barfuß oder haben genadelte Socken. Diese bestehen aus Filzwolle, die mit einer Knochennadel durch verschiedene Stiche verfilzt wird.

Varkuchel zeigt, wie im Mittelalter gekocht wurde und bietet die Speisen gegen eine kleine Spende an.

Mehr über diese Gruppe gibt es unter www.varkuchel.de

Historische Doggenfreunde.JPG
Ein weiterer Clan nennt sich historische Doggenfreunde. Sie haben jedes Jahr 15 - 20 Deutsche Doggen dabei und erzählen den Besuchern deren Funktion im Mittelalter. Sie wurden nämlich für die Wildschwein- und Bärenjagd eingesetzt und trugen dazu ein Halsband mit langen Stacheln, um sich vor ihrer Beute zu schützen.

Auf dem Ritterfest sind sie allerdings sehr gutmütige und zutrauliche Tiere und genießen es, sich von den Besuchern streicheln zu lassen.

An den aufgebauten Ständen gibt es allerlei Dinge, wie sie im Mittelalter typisch waren. Dazu gehören Kleider, geschmiedete Schwerter, Ketten, Armbänder und sogar tragbare Sonnenuhren. Diese können als Anhänger getragen werden. Bei Bedarf klappt man sie auf, bis sie beinahe eine kugelähnliche Form erreichen. Dann kann man an einem Rädchen den Monat einstellen und muss die Uhr so gegen die Sonne halten, dass das Licht genau durch eine kleine Öffnung in einem Ring fällt. Die dadurch erleuchtete Stelle zeigt die Uhrzeit an.

Andere Gruppen zeigen, wie im Mittelalter gekämpft wurde. Sie stellen ihre Waffen vor und verkaufen auch einige davon.

Ein weiteres Highlight der Ritterfeste sind die Besucher selbst. Diese kommen nämlich teilweise verkleidet. Für verkleidete Kinder gibt es sogar Rabatt beim Eintritt.

Dadurch wird das Treiben bunter und die Versetzung ins Mittelalter fällt leicht.

Ablauf

Die Teilnehmer des Ritterfests reisen am Donnerstag an und bauen alles für den Markt auf. Ab dem nächsten Morgen haben die Besucher dann für drei Tage die Möglichkeit, Essen, wie es im Mittelalter typisch war, zu probieren, Feuershows und Musikanten zu bestaunen und verschiedenen Clans aus der Bandbreite des Mittelalters bei ihren Vorführungen zuzusehen.

Außerdem können die Teilnehmer nach dem Umzug über das ganze Gelände, an ihren Stellplätzen besucht werden und geben dort weitere Auskünfte über die Zeit, die sie repräsentieren.

Die Musikanten haben feste Zeiten, an denen sie auftreten. Dafür hat jede Gruppe eine eigene Bühne und die Besucher können entscheiden, welcher Musik sie zuhören wollen.

Auf dem ganzen Gelände verteilt befinden sich außerdem die Essens- und Verkaufsstände und die Lager der Teilnehmer.

2013 gab es in Amerang auch ein Kamel
Trampeltierritt.JPG
und ein Trampeltier, auf dem die Besucher einen Rundritt durch die Lager machen konnten.

Während des ganzen Tages gibt es immer wieder Ritterspiele und Vorführungen von Schwertkämpfen. Diese sind besonders für Kinder interessant, weil die Show als Schauspiel ausgetragen wird.

Anschließend werden die Waffen genauer gezeigt und erklärt.

Abends beginnt als großes Highlight die Feuershow. Diese wird ebenfalls in eine Geschichte verpackt, die von einem Moderator erzählt wird. Darin geht es um eine böse Zauberin, die mit dem Teufel gleichzusetzen ist und besiegt werden muss.

Viele tapfere Ritter versuchen ihr Glück, doch die Mächte der Zauberin steigen und dadurch kann sie weitere böse Ritter erschaffen.

Am Schluss werden diese Ritter besiegt und ein besonders tapferer Ritter bricht den Bann der Zauberin und schickt sie in ihr Schattenreich zurück.

Requisiten

Die Teilnehmer wohnen während der Dauer des Ritterfestes in den Lagern, die sie zuvor aufgebaut haben.

Jede Gruppe hat dabei mindestens ein Zelt aus mittelalterlichen Stoffen und eine Kochstelle. Darauf bereiten die Teilnehmer ihr Essen zu, das sie während des Festes zu sich nehmen. Bänke und Tische sind aus Holz gefertigt und manche Gruppen besitzen zusätzlich eine kleine Schmiede mit Blasebalk.

Als Sitzgelegenheiten für die Zuschauer der Musikanten dienen Strohballen, die vor den Bühnen aufgestellt sind.

Teilnahme

Um beim Ritterfest aktiv teilzunehmen bewerben sich die einzelnen Gruppen beim Veranstalter. Manche werden allerdings auch durch ihren guten Ruf direkt vom Veranstalter gebucht.

Jede Gruppe bekommt eine kleine Gage, die die Fahrtkosten und die Ausgaben für das verzehrte Essen abdeckt.

Um Mitglied eines Clans zu werden, muss man sich direkt bei der Gruppe vorstellen. Oft sind diese Bewerbungen mit einem Training verbunden, je nachdem, worauf sich die jeweilige Gruppe spezialisiert hat. Anschließend wird dann innerhalb des Clans abgestimmt, ob die Person aufgenommen wird oder nicht.

Gewährspersonen

Die Informationen stammen von einer Teilnehmerin der Gruppe Varkuchel. Sie ist 15 Jahre alt und nimmt regelmäßig mit ihrer Familie an den Mittelaltermärkten in Kufstein und Landshut teil.

Außerdem habe ich selbst das Ritterfest in Amerang besucht und dabei einige Fotos gemacht.

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Diese Seite wurde zuletzt am 19. Mai 2017 um 09:53 Uhr geändert. Diese Seite wurde bisher 15.588-mal abgerufen (to Cache).