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Münsterhauser Nachtumzug

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Beim Münsterhauser Nachtumzug handelt es sich um einen Faschingsumzug, der im Turnus von zwei Jahren stattfindet und zwar jeweils am Samstag vor dem allerersten Faschingsumzug der aktuellen Saison. Er beginnt um 19 Uhr.

Termin

Dieser Brauch ist am 11.02.2018.

Ablauf

Ort des Geschehens

Münsterhausen liegt im Landkreis Günzburg, knapp 50 km entfernt von Augsburg. In diesem beschaulichen Markt, findet alle zwei Jahre der Münsterhauser Nachtumzug statt, der mittlerweile weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt und beliebt ist.
Mit bis zu knapp 8.000 Besuchern allein 2007 zählt er nicht nur für die Bewohner der anliegenden Dörfer zu einem Großereignis, das jedes Jahr wieder Pflichtveranstaltung ist. Wie bei allen Faschingsumzügen spielt aber das Wetter eine entscheidende Rolle, weshalb 2009 leichte Einbußen bei den Besucherzahlen die Folge waren. In diesem Jahr nahmen unter anderem Wagen aus den Landkreisen Günzburg, Augsburg, Dillingen, Neu-Ulm und auch aus dem Unterallgäu teil. Mit seiner Länge von 2,5 km bietet das Straßendorf an der Mindel ideale Bedingungen für das gute Gelingen des Umzugs.

Initiatoren

Um einen reibungslosen Ablauf garantieren zu können, ist alle zwei Jahre von den Faschingsfreunden Münsterhausen einiges zu organisieren. Dabei ist es wichtig, dass sie auch auf die Unterstützung durch andere örtliche Vereine zählen können. Denn neben dem harten Kern werden viele weitere helfende Hände benötigt. In der Regel beginnen die konkreteren Vorbereitungen, die der Vorstand der Faschingsfreunde als leitende Instanz delegiert, Ende August. Die Faschingsfreunde, der Musikverein und die Feuerwehr bilden den Festausschuss. Dazu dessen Vorsitzender Thomas Miller: „Innerhalb des Festausschusses sind bei uns die Aufgaben gut verteilt. Die Feuerwehr ist hauptsächlich für die Absperrungen der Straßen zuständig. Unser Musikverein ist hingegen für das Kassieren der Eintrittsgelder auf der Straße verantwortlich. Heuer waren es 2 €. Die Eintrittsgelder werden wieder für den Wagenbau benutzt, aber meistens reicht es nicht zu 100 %. Die Faschingsfreunde werden hauptsächlich im Zelt für den Ausschank eingesetzt, aber auch zur Unterstützung der Sicherheitsfirma.“

Teilnehmerauswahl

Die Anzahl der Umzugswagen wird vom Vorstand des organisierenden Vereins bewusst auf 80 beschränkt, damit der Umzug für die Zuschauer wegen des oft kalten Wetters zu keiner „Zitterpartie“ wird und auch, damit keine Langeweile aufkommt. Ein Wagen allein braucht vom Startpunkt in der Nähe des Feuerwehrhauses bis zum Endpunkt des Umzuges bei der Stadtsparkasse rund 30 Minuten.
Welche Wagen bzw. Faschingsvereine und Fußgruppen sich unter den 80 Glücklichen befinden und am Umzug teilnehmen können, wird vom Vorstand der „Faschingsfreunde Münsterhausen“ entschieden. Das „Auswahlverfahren“ läuft nach folgendem Schema ab: Zunächst werden diejenigen durch den Vorstand angeschrieben, die bereits am letzten Nachtumzug teilgenommen haben. In diesem Schreiben wird ihnen der Termin bekannt gegeben und die Frist, bis wann entweder eine Ab- oder Zusage erfolgen muss. Geht eine Absage beim Vorstand ein, dann werden die freien Plätze mit Nachrückenden aufgefüllt, also denjenigen, die bereits im Voraus eine Anfrage an den Vorstand gestellt haben.

Losverfahren und Nachtumzug

Stehen dann die Teilnehmer endgültig fest, muss ihre Reihenfolge beim Nachtumzug festgelegt werden. In Münsterhausen erfolgt die Vergabe der Nummern allerdings auf ganz besondere Art, nämlich direkt am Tag des Umzugs durch ein Losverfahren: „Jeder Wagen kommt zur Ehrentribüne und zieht aus einem Korb, in dem alle Nummern enthalten sind sein Los, das dann gleichzeitig seine Startnummer ist. Denn niemand von uns wollte sich den Schuh anziehen und festlegen, wer hinter wem fahren muss. Viele der Teilnehmer kennen wir nämlich auch persönlich. So ist uns die Idee mit dem Losverfahren gekommen. Jeder hat somit sein Glück selber in der Hand“ - so der Vorstandsvorsitzende Thomas Miller.

Dieses Verfahren bringt natürlich größeren Organisationsaufwand mit sich. Alle Teilnehmer müssen vorher zum Losen auf die Ehrentribüne kommen. Die ersten Wagen waren 2009 bereits um 15 Uhr vor Ort, da zu diesem Zeitpunkt noch alle Nummern vorhanden waren und somit die Chance steigt, einer der begehrten ersten Teilnehmernummern zu ergattern. Sind alle Wagen und Fußgruppen mit Startnummern versorgt, steht einem erfolgreichen Umzug nichts mehr im Wege. Ein Programmheft zum Umzug im Voraus zu drucken ist wegen des kurzfristigen Losverfahrens nicht möglich.

Die Fotos stammen vom Nachtumzug 2009. Es waren 80 Faschingswagen und insgesamt knapp 2000 Umzugteilnehmer auf dem „Münsterhauser Nachtumzug“ anzutreffen.

Münsterhauser Nachtumzug 1.jpg

Natürlich ist der Nachtumzug auch wieder für das Jahr 2011 in Planung. Ob er an seine Erfolge der letzten sechs Male anknüpfen kann, ist natürlich von den Teilnehmenden, dem Wetter und nicht zuletzt auch von den hoffentlich zahlreichen Besuchern abhängig.

Festzelt

Im Anschluss an den Nachtumzug gibt es für die Zuschauer immer die Möglichkeit in einem Zelt, das rund 3000 Personen fasst, weiter zu feiern. Dabei legt der Faschingsvorstand aber großen Wert darauf, dass die Sicherheit für die Besucher garantiert ist. Aus diesem Grund ist seit dem ersten Nachtumzug eine Sicherheitsfirma vor Ort, damit niemand über die Stänge schlägt. Zudem sorgt sie dafür, dass Minderjährigen der Zutritt verwehrt bleibt.

Das Zelt wird in der Regel bereits am Donnerstag vor dem Nachtumzug von Helfern aus den Vereinen aufgebaut. Der Abbau erfolgt noch in der Nacht des Nachtumzugs. Um ca. 3 Uhr in der Früh ist für die Besucher „Zapfenstreich“, damit den zahlreichen helfenden Händen genug Zeit bleibt, das Zelt wieder in den ursprünglichen Zustand zu versetzen. Wenn es „besenrein“ ist und sämtliche Brauereien bzw. Spirituosenlieferanten den übriggebliebenen Alkohol abgeholt haben, wird es von der Feuerwehr und dem Musikverein abgebaut. Das ist in der Regel gegen 8 Uhr am Morgen.

Hintergrund-Infos

Nachtumzug seit 1999

1999 fand der Nachtumzug mit großem Erfolg zum ersten Mal statt. Die Initiatoren des Nachtumzugs waren die späteren Gründer des Vereins der „Faschingsfreunde Münsterhausen“. Der Faschingsverein wurde offiziell am 13. September 2000 in das Leben gerufen und umfasste damals rund 60 Gründungsmitglieder. Der aktuelle Vorstandsvorsitzende des Faschingsvereins Thomas Miller beschreibt die Entstehung folgendermaßen: „Die Entstehung beruht eher auf einer spontanen Idee. Seit 1997 bauen wir jährlich unseren eigenen Faschingswagen, aber bei ca. 1000 Arbeitsstunden lohnt es sich nicht, nur auf fünf Umzügen mitzufahren. Da haben wir uns gedacht, dass wir einfach unseren eigenen Umzug machen, damit sich auch die ganze Arbeit lohnt.“

Bevor der Nachtumzug aber das erste Mal stattfinden konnte, mussten erst einmal örtliche Vereine gefunden werden, die
Faschingsfreunde
mit ins Boot steigen wollten. Es dauerte nicht lange, bis die Feuerwehr und der Musikverein Münsterhausen überzeugt werden konnten, mitzumachen. Seitdem bilden diese drei Vereine („Faschingsfreunde Münsterhausen“, Musikverein und Feuerwehr) den „harten Kern“, der für die Organisation zuständig ist. Ganz getreu dem Motto „Nach dem Nachtumzug ist vor dem Nachtumzug“ wird vorzeitig mit den Vorbereitungen begonnen. Dass es sich wirklich lohnt den Münsterhauser Faschingswagen zu sehen, wurde den „Faschingsfreunden Münsterhausen“ 2009 schon zum dritten Mal in Folge (insgesamt zum vierten Mal) durch die Prämierung zum „besten Mottowagen“ durch die Stadt Mindelheim bestätigt.

Weblinks

http://www.nachtumzug.com/
http://www.muensterhausen.de/

Quelle

• Interview mit dem Vorstandsvorsitzenden der „Faschingsfreunde Münsterhausen“ Thomas Miller am 22.02.2009

Literatur

• Mezger, Werner: Das große Buch der schwäbisch-alemannischen Fasnet. Ursprünge, Entwicklungen und Erscheinungsformen organisierter Narretei in Südwestdeutschland. Stuttgart 1999.

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