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Kobelwallfahrt

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Die Kobelwallfahrt im Augsburger Land entstand bereits wĂ€hrend der Gegenreformation im 17. Jahrhundert. Gerade durch ihre Neubelebung von Vertriebenen nach Ende des 2. Weltkrieges konnte sie als Dreh- und Anlaufpunkt fĂŒr verschiedene Vertriebenengruppen fungieren.

Wallfahrtsgeschichte

Der zwischen Schmutter und Wertach gelegene Kobel ist eng mit der dort stattfindenen Wallfahrt verknĂŒpft. Graf Anton Fugger erbaute 1682 im GArten seines Schlosses Hainhofen eine Kapelle und stellte in ihr eine geschnitzte Nachbildung der Muttergottes-Figur Des Domes von Loreto in Italien auf. Als 1601 das Gut Hainhofen an den evangelischen Patrizier Wolfgang Paller kam, beseitigte dieser die Kapelle und schenkte die Marienfigur seinem katholischen Nachbarn Karl Langenmantel auf Westheim.
Neusaess kobelkirche.jpg
Dieser ließ oberhalb Westheim ein StĂŒck GelĂ€nde roden und eine Kapelle in der genauen Form des heiligen Hauses von Loreto bauen. Diese Kapelle auf dem Kobel (Berg) wurde ein vielbesuchtes Wallfahrtsziel, die wahrscheilich Ă€lteste deutsche Loreto-Wallfahrt. In den Jahren 1632-1633 musste das Gnadenbild vor den Schweden in Sicherheit gebracht werden.

1655 wurde der Kapelle ein Langhaus angebaut, um den wachsenen Pilgerstrom besser aufnehmen zu können. Seit 1699 war ein stĂ€ndiger Wallfahrtspriester angestellt. Das Gnadenbild, das an der geraden Schlusswand der Gnadenkapelle aufgestellt ist, ist eine etwas unterlebensgroße Standfigur der Muttergottes mit dem Kinde, Holz, farbig getönt, bis 1855 bekleidet, 1896 neugefasst und mit einem Strahlenkranz umgeben. Die SchwĂ€rzung ist angeblich 1607 bei einem Blitzschlag im Turm entstanden, in Wirklichkeit aber wohl eher absichtlich wie die ganze Figur dem Originalgnadenbild von Loreto (1921 verbrannt) nachgebildet.

Kobelwallfahrt nach 1945

FĂŒr eine Vielzahl von Vertrieben in und um Augsburg wurde die eher kleinere Kobelwallfahrt zum ersten Ersatzziel fĂŒr die vielen verlorenen Wallfahrtsorte in den Heimatorten. So wurden in den 50er Jahren bereits mehrere Wallfahrten gezielt von Vertriebenen auf den Kobel organisiert, um als Kommunikationsplattform zu dienen. Dabei war eine Möglichkeit geschaffen, um die oftmals zerstreuten Familien- und Dorfmitglieder wieder legal zu versammeln (in den ersten Nachkriegsjahren galt fĂŒr FlĂŒchtlinge noch ein politisches Versammlungsverbot).

GewÀhrspersonen

Ackermann-Gemeinde Augsburg

Literatur

  • Dorn, Ludwig: Die Wallfahrten des Bistums Augsburg. St. Ottilien 1976.

Förderung

Dieser Artikel wurde im Rahmen des Bundesprogramms "TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN" gefördert.

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