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Kinderfest in Memmingen

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Jedes Jahr findet in der Woche vor den Sommerferien das traditionelle Kinderfest in Memmingen statt. Alle Schülerinnen und Schüler der Memminger Grund- und Hauptschulen beteiligen sich an diesem Festtag. Die Kinder singen und tanzen auf dem Marktplatz und anschließend ziehen sie in einem Umzug durch die Stadt.

Termin

Dieser Brauch ist am 25.07.2013.

Der Grundgedanke des Festes

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Grundgedanke des Kinderfestes ist die "Belobigung" von Schülerinnen und Schülern. Es werden beim Memminger Kinderfest jedoch nicht mehr wie früher nur die einzelnen besten Schülerinnen und Schüler geehrt, sondern alle beteiligten Kinder der Memminger Grund- und Hauptschulen bekommen zum erfolgreichen Schuljahresende Geschenke. [Vgl. Habereder, Werner/Engelhard, Christoph: Das Memminger Kinderfest. Geschichte und Tradition. Memmingen, S. 30] Das Fest beginnt mit einem gemeinsamen Gottesdienst. Anschließend versammelt man sich dann wie früher auf dem Marktplatz, um die Kinderfestlieder zu singen und zu tanzen. Nachmittags folgt dann ein Umzug der Kinder, der auf der Spielwiese im Memminger Stadiongelände endet.
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Jedes Jahr wird bei diesem Umzug das so genannte "Stängele" mitgetragen. Dieses hat sich aus geschmückten Ruten und den Königsinsignien Zepter und Krone entwickelt und gilt seit den ersten Kinderfesten als eigentliches Kinderfestsymbol. Heute ist das "Stängele" mit Blumen geschmückt. Vor dem Zweiten Weltkrieg war es noch mit Geschenken geschmückt. [Vgl. Habereder, Werner/Engelhard, Christoph, S. 30]

Seit seinem Bestehen handelt es sich beim Memminger Kinderfest um eine städtische Veranstaltung, die unter dem Vorsitz des jeweiligen Oberbürgermeisters steht. Seit 1974 kümmert sich außerdem der Kinderfestausschuss um die Gestaltung des Festes. In diesem Ausschuss sind neben den Vertretern der beteiligten Schulen auch Mitglieder des Gesamtelternbeirats, der Leiter der Musikschule, ein Vertreter der Stadtkapelle, Vertreter des Stadtrats (aus dem Bereich Heimatpflege und Volksschulen), der Leiter des Schulverwaltungsamtes sowie ein Vertreter des staatlichen Schulamtes zu finden.[Vgl. Habereder, Werner/Engelhard, Christoph, S. 30] Ähnlich wie früher werden auch heute noch ein Viertel der Kosten für das Kinderfest durch Spenden gedeckt. [Vgl. Habereder, Werner/Engelhard, Christoph, S. 21]


Die Geschichte

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Ursprung und Geschichte bis zum Ende der Reichsstadt (1803)

Der Ursprung des Memminger Kinderfests ist nicht bekannt, und auch wann es wirklich das erste Kinderfest in Memmingen gab, ist nicht bekannt. Die früheste Erwähnung findet es in einem Ratsprotokoll von 1571, in dem der Rat den Brauch abschaffen will, weil die Kosten zu hoch sind und er an keinem anderen Ort gebräuchig ist. Wahrscheinlich reicht der Brauch aber bereits ins Mittelalter zurück.
Ein Vergleich mit anderen Kinderfesten lässt darauf schließen, dass der Anlass zu solch einem Fest früher die Auszeichnung der besten Schülerinnen und Schüler nach dem Frühlingsexamen sowie eine Frühlingswanderung der Schulklassen war. Diese Schulausflüge brachten den Schülerinnen und Schülern einerseits einen unterrichtsfreien Tag, andererseits hatten sie aber auch die Pflicht, an diesem Tag Strafruten zu sammeln, wie beispielsweise auch beim Landsberger Ruethenfest oder dem Stabenfest in Nördlingen.

Eine genaue Beschreibung des Ablaufs eines Kinderfestes geht erstmals aus der "Ordnung der Königin inn denn Meidlin Schuolen" vom 2. Juni 1587 hervor. Der dort beschriebene Ablauf lässt sich teilweise auch im heutigen Kinderfest in veränderter Form finden. Das Fest begann damals damit, dass nach dem Frühlingsexamen am Donnerstag vor Pfingsten die besten Schülerinnen am Morgen und Mittag gemeinsam den Gottesdienst besuchten. Anschließend aßen dann alle zusammen in der Wohnung des Schulmeisters zu Mittag. Die Schülerinnen hatten dabei eine genau festgelegte Brotzeit mitzubringen. Zu dieser Zeit war es üblich, dass die Schulkinder in der Wohnung des Schulmeisters oder in Zunfthäusern unterrichtet wurden. Nach dem genannten Essen wurden die besten Schülerinnen mit Geschenken belohnt und zu "Königinnen" gekürt. Die Königinnen wurden mit feinen Kleidern festlich eingekleidet. Nachmittags traf man sich dann zum Singen und zum Reigentanz auf dem Marktplatz, wobei im Anschluss diesmal die Schulmeister mit ihren Frauen sowie die Königführerinnen von den Eltern der besten Schülerinnen zum Essen eingeladen wurden. Einige Tage später traf man sich dann nochmals, bei schönem Wetter, zu einem gemeinsamen Spaziergang. [Vgl. Habereder, Werner/ Engelhard, Christoph, S. 3f.]

Während des Dreißigjährigen Krieges fanden das Fest und die Wanderung nicht statt, ebenso musste es in den Jahren 1703 und 1704 wegen der schlechten wirtschaftlichen Lage ausfallen. [Vgl. Habereder, Werner/Engelhard, Christoph, S. 7]
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In den Anfängen des Kinderfestes wurden nur die Mädchen zu Königinnen gekrönt. Erst im 17. Jahrhundert wurde das Ritual schließlich auch auf die Jungen übertragen. 1789 wurde aufgrund vieler Missbräuche zum letzten Mal die Krönung der besten Schülerinnen und Schüler vorgenommen. In den darauffolgenden Jahren entfiel der Brauch des "Königmachens".

Breiteits in den Jahren zuvor gab es immer wieder Bestrebungen, die Krönung abzuschaffen. Da diese mit hohen Kosten für die Eltern des betreffenden Schülers verbunden war, entschieden oftmals nicht die Schulleistungen über die Wahl zur Königin oder zum König sondern die Bereitschaft der Eltern, die Krönung zu finanzieren. Im Jahre 1571 wurde zum ersten Mal darauf verzichtet, aber schon ein Jahr später wurde die Krönung allerdings wieder abgehalten, unter der Bedingung, dass die finanzielle Situation die Wahl nicht beeinflussen darf. [Vgl. Habereder, Werner/Engelhard, Christoph, S. 7]

Königreich Bayern und Deutsches Kaiserreich (1803-1918)

Nach der Mediatisierung im Jahr 1804 verloren die Reichsstädte, zu denen Memmingen gehörte, ihre Reichunmittelbarkeit. Das Kinderfest fand schließlich im Großen und Ganzen wieder in seiner ursprünglichen Form statt. Auf das gemeinsame Singen und Tanzen folgte ein Umzug mit Musik, worauf im Anschluss unter Aufsicht der Lehrer im Reichshain verschiedene Spiele gespielt wurden. Zusätzlich wurde in den Liederkanon die bayerische Königshymne aufgenommen.

In der Memminger Chronik des Jahres 1805 wird der Verlauf des Kinderfestes wie folgt beschrieben: Am Mittwoch nach Pfingsten fanden die „Krönung“ und das Austeilen der Geschenke statt. Im Anschluss zogen die Schülerinnen und Schüler an drei Tagen in die Kirche. Am Donnerstag nach Pfingsten fand dann ein kleiner Umzug statt, an dem die Kinder mit Gesang und kleinen Aufführungen durch die Stadt zogen.

Dieser traditionell erhaltene Ablauf wurde 1913 durch einen historischen Kinderfestzug ergänzt, welcher mit Originalkostümen aus dem städtischen ausgestattet war. [Vgl. Habereder, Werner/Engelhard, Christoph, S. 10f.]

Weimarer Republik und NS-Zeit (1919-1945)

In den 20er und 30er Jahren des 19. Jahrhunderts kam es zu einer zunehmenden Politisierung des Festes. Es wurde nämlich mit dem Verfassungstag und der Vorzeigung der Konstitutionsmedaille zum "Konstitutions- und Kinderfest" zusammengefasst. Im Liederkanon fehlte nun die Königshymne. [Vgl, Habereder, Werner/Engelhard, Christoph, S. 10]

Auch die Intoleranz der protestantentischen Stadt Memmingen gegenüber ihren katholische Bürgern zeigte sich in der Gestaltung des Kinderfests. [Vgl. Hoser, Paul: Die Geschichte der Stadt Memmingen. Vom Neubeginn im Königreich Bayern bis 1945. Stuttgart 2001, S. 322] So wurden die katholischen Kinder erst in den letzten Jahren vor dem Ersten Weltkrieg in das Fest einbezogen. Vorher fand beispielsweise die Beschenkung der Schüler getrennt voneinander statt. In dieser Zeit wurden auch jüdische Kinder in den Festakt integriert. [Vgl. Habereder, Werner/Engelhard, Christoph, S. 10]
Zur Zeit der Weimarer Republik enthielt das Kinderfest weiterhin die traditionellen Elemente. Das "Stängele", welches vorher mit Geschenken behängt war, wurde nun mit Blumen geschmückt. Am Festablauf waren nun die Knaben- und Stadtkapelle ebenso wie die Trommlerbuben und Mitglieder des Turnvereins beteiligt.

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 kam es abermals zu einer Politisierung des Festes. Aufstellung und Reihenfolge der Mitwirkenden beim Umzug wurden genau festgelegt und die musikalische Gestaltung wurde von der SA- bzw. HJ-Kapelle übernommen. Die Lehrer wurden dazu aufgefordert, zum Festtag einen Sonntagsanzug oder die braune Parteiuniform zu tragen. [Vgl. Habereder, Werner/engelhard, Christoph, S.16ff.] Im Programmablauf von 1939 heißt es beispielsweise:

"Marsch [der Schülerinnen und Schüler] zum Marktplatz, dort Aufstellung in Säulen mit Front zur Sparkasse. Hierbei beachten:

Für jede der 11 Säulen ist ein Strich senkrecht zur Sparkasse gezogen.[...]

Geordnetes Einmarschieren und exaktes Einbiegen auf dem Marktplatz ist erforderlich.

Die Kinder im Zuge nie springen lassen!

Während der kurzen Ansprache muß unbedingte Ruhe herrschen. '..."[Habereder, Werner/engehard, Christoph, S. 18]

Den nationalsozialistischen Einflüssen zum Trotz wurden weiterhin auch geistliche Lieder gesungen.

Der Lie
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derkanon wurde allerdings um ein Marschlied, die Nationalhymne sowie die erste Strophe des Horst-Wessel-Lieds ergänzt.

Im 2. Weltkrieg musste das Fest aufgrund von personellen Gründen und Problemen bei der Beschaffung der materiellen Güter ausfallen, bis es 1946 dann wieder stattfand. [Vgl. Habereder, Werner/Engelhard, Christoph, S. 19]

Wiederbeginn und Durchführung bis 1974

Regelmäßig ging das Kinderfest erst ab 1949 wieder von statten. Die Bedingungen waren vor allem am Anfang sehr schwer. So herschten eher chaotische Zustände und Geschenke waren nur in einem geringen Ausmaß vorhanden. Das Kinderfest musste deswegen in den Jahren 1947 und 1948 ausfallen. Im August 1949 richtete die amerikanische Besatzungsmacht zudem ein "All Nations Kinderfest" aus. Vermutlich war die Idee, die dahinter steckte, die Zusammenführung und Integration von Kindern unterschiedlicher Herkunft und Religion. Bei den Kindern war diese Ausführung des Festes aber vor allem wegen der besonderen Geschenke, wie Schokolade oder Bananen, beliebt, denn beim üblichen Kinderfest handelte es sich bei den Geschenken um Schulartikel, Kochlöffel, Zahnbürsten oder Hosenträger. Finanziert wurde das Kinderfest in dieser Zeit vor allem durch Sachspenden von Memminger Geschäftsleuten und durch die Geldspenden der Bevölkerung.[Vgl. Habereder, Werner/Engelhard, Christoph, S. 20f.]

1952 wurde das Kinderfest vom Donnerstag vor Pfingsten auf den Donnerstag nach Pfingsten verlegt, da in der Woche nach Pfingsten Schulferien waren. Durch diese organisatorische Änderung wurde über eine generelle Verschiebung des Festes auf das Ende des Schuljahres diskutiert. Seit 1955 findet das Kinderfest nun jedes Jahr am 21. Juli in der Woche vor den Sommerferien und zwei Tage vor dem ebenfalls traditionellen Memminger Fischertag statt. Im Jahre 1955 entstanden außerdem weitere Zunftgruppen und es fanden erste Auftritte der Kinder beim Fischertag statt. Auch heute werden am Fischertag von Schülerinnen und Schülern der Bismarckschule Zunfttänze aufgeführt.[Vgl. Habereder, Werner/Engelhard, Christoph, S. 25]

Reform 1974

1974 wurde das Kinderfest dann umfassend reformiert. Die bisherige Gliederung des Festaktes in die drei Abschnitte Gottesdienst, Lieder und Tänze, Festumzug und buntes Treiben auf dem Stadiongelände blieb dennoch in den Grundzügen erhalten. [Vgl. Habereder, Werner/Engelhard, Christoph, S. 28]

Der heutige Ablauf

Der seit 1974 gültiger Festablauf:


Der Zapfenstreich Das Fest beginnt am Vorabend um 19 Uhr mit dem „Zapfenstreich“. Dabei ziehen die Musikgruppen, die Trommlerbuben, die Fanfarenbläser und die Jugendkapelle von Memmingen durch die Innenstadt.


Der Weckruf

Um 6 Uhr morgens wird das Fest durch den Weckruf eingeleitet. Hierbei ziehen die Fanfarenbläser und die Trommlerbuben durch die Straßen Memmingens, um an das bevorstehende Kinderfest zu erinnern.


Der Gottesdienst

Das Fest wird durch einen ökumenischen Festgottesdienst für die beteiligten Schulen in verschiedenen Memminger Kirchen eröffnet.


Auf dem Marktplatz

Anschließend finden Reigentänze von Schülern der Grundschulen sowie ein Zunfttanz (Im zweijährigen Turnus: Küfer-, Schmied-, Weber- oder Schneidertanz) von Schülern der Bismarckschule auf dem Marktplatz statt. Danach singen alle Kinder zusammen das Morgenlied, das schwäbische Lied, ein Wanderlied, ein modernes Lied und das Kinderfestlied in Begleitung der Blaskapelle. Die Veranstaltung am Vormittag wird von den Fanfarenbläsern und den Trommlerbuben eröffnet. Zum Schluss hält der Oberbürgermeister eine Rede für die Kinder. Moderiert wird die Veranstaltung vom Vorsitzenden des Kinderfestausschusses. Anschließend bekommen die Schüler dann in ihren Schulen eine Brotzeit - traditionell sind das Brezen und "Schübling" (eine Wurst aus dem Allgäu).


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Der Umzug

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Am Nachmittag findet schließlich der Umzug statt, der am Hallhof startet, wobei an der Spitze eine Historiengruppe steht, die den ursprünglichen Brauch des "Königmachens" zeigt. Am Ende befindet sich der so genannte Mauwagen mit dem Oberbürgermeister und dem Vorsitzendem des Kinderfestausschusses. Begleitet wird das Ganze von Musikkapellen. Beim Umzug sind alle mitwirkenden Kinder verkleidet. Jede Schule bestimmt dabei für die Schüler ein eigenes Motto.


Das Stadion

Nachdem der Umzug das Memminger Stadiongelände erreicht hat, werden dort verschiedene Spiele gespielt, die meistens von Eltern betreut werden. Nach alter Tradition finden sich auf dem Stadiongelände auch heute noch Kletterstangen, an deren Ende auf die sportlichen Festbesucher kleine Geschenke warten. Vor der Stadionhalle ist für Jung und Alt Unterhaltung zum Festausklang geboten.

[Vgl. Habereder, Werner/Engelhard, Christoph, S. 28-30]


Die Kinderfestlieder

1950 schrieb der damalige Stadtrat Ernst-Wilhelm Hermann dann erstmals ein Kinderfestlied, das jährlich wieder gesungen wird. Ein zweites Lied - "Reigen auf dem grünen Rasen" - kam 1969 dazu, bis das Ganze schließlich 1975 durch den "W
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eckruf" ergänzt wurde. [Vgl. Habereder, Werner/Engelhard, Christoph, S. 25]


Reigen (1968)
Text: Sepp Skalitzky
Musik: Adalbert Meier

1. Reigen auf dem grünen Rasen,
Liederklang und Übermut,
Buben putzet eure Nasen,
Mädchen steckt die Kränze gut!
Oberbürgermeister-Kette
leuchtet stolz auf dem Balkon,
Männlein, Weiblein um die Wette,
tummeln sich zum Stadion.

2. Sieben wacker tapfre Schwaben
In dem langen Kinderzug,
wollen gar bis Lindau traben,
auch der Spieß ist lang genug.
Laßt die Musik Märsche schmettern,
haltet fest den Luftballon,
seht, sogar vom Land die Vetter
säumen alle Straßen schon.

3. Körbe mit den letzten Würsten
Und den Bretzen knusprig fein.
Hei, wir leben wie die Fürsten,
wenn auch Sprudel fließt statt Wein.
Kunterbunte Fähnlein flattern
Um des Jahres goldnen Rest,
tausend flinke Zungen schnattern:
Schönes altes Kinderfest!


Rings im Kranze (1950)
Text: E. W. Hermann
Musik: Adalbert Meier

1. Rings im Kranze grüner Matten,
Wälder, Felder, Bach und Ried
Liegst Du vor den Allgäuer Bergen:
Memmingen! Dir gilt mein Lied.

2. Rauschen führst der Berge Wasser
Iller, Du der Donau zu.
Über meinem Heimatstädtchen
Lacht der Mau in stiller Ruh.

3. Freude durch die Mauern jubelt
Wenn, geschmückt im Wiesenhag,
Jugend ihren Festtag feiert
Mit Gesang und Paukenschlag.

4. Vaterstadt im Schwabenlande
Gott beschirm dich immerdar!
Friede! Fleht am Kinderfeste
Für Dich Deiner Kinder Schar.


Weckruf (1975)
Text und Musik: Adalbert Meier

1. Heute nacht, heute nacht, da bin ich aufgewacht, aufgewacht,
aufgewacht, hab geträumt mir hätt` ein Vogel eine Botschaft bracht,
eine Botschaft bracht.
/:Ich sinne hin, ich sinne her, was das für eine Botschaft wär´!:/

2. Heute früh, heute früh, da hab ich nachgedacht, nachgedacht,
nachgedacht, was der Vogel mir im Traum für eine Botschaft bracht,
eine Botschaft bracht.
/: Jetzt fällt mir´s ein, jetzt fällt mir´s ein, heut` muß das Kinderfest doch sein!:/

3. Und schon trommelten die Trommelbuben, daß es kracht, daß es kracht; und
Dann rannte ich zum Fenster und hab gelacht, und hab gelacht!
/: Drimm, dromm, derum müde Kinder drehten sich noch einmal um.:/

4. Und dann bliesen die Fanfarenbläser voller Macht, voller Macht bis der letzte
Schläfer schließlich auch noch aufgewacht.
/: Raus aus dem Bett, raus aus dem Nest, heute ist doch unser schönes Kinderfest!:/

5. Und dann spielten all’ zusammen, daß es dröhnt und schallt, /: dröhnt und
Schallt:/ und ich horchte ihnen nach, bis es ganz verhallt, bis es ganz verhallt

[Habereder, Werner/Engelhard, Christoph, S. 32]

Das Kinderfestheft

Sehr zweckmäßig gestaltete Liederheftchen sind seit 1813 - wenn auch lückenhaft – erhalten. Diese enthielten in der Anfangszeit verschiedene Choräle, Frühlings- und Wanderlieder ebenso wie die bayrische Königshymne sowie ein deutsches Vaterlandslied. Äußerlich und inhaltlich wurde das Liederheft ab 1950 reformiert, vor allem durch Ernst-Wilhelm Hermann, den damaligen Stadtrat und Referent für Heimatfeste. Neben einer optischen Neugestaltung des Titelblattes wurde auch die Festfolge nun im Liederheft abgedruckt. [Vgl. Habereder, Werner/Engelhard, Christoph, S. 21] Ab ca. 1955 wurde das Liederheft nach einem festgelegten Rahmenthema gestaltet. Die optische Aufmachung blieb dennoch relativ "farblos". Verschönerte Ausgaben des Liederheftchens, welche mit Bildern beklebt waren, konnten zu erhöhten Preisen in Buchhandlungen erworben werden. [Vgl. Habereder, Werner/Engelhard, Christoph, S. 25] Mit Herbert Müller als Vorsitzenden des Kinderfestausschusses änderte sich die Gestaltung des Heftes erneut. Neben der farbigen Gestaltung, die seit 1995 von jeweils einer der beteiligten Schulen übernommen wird, findet sich auch ein Grußwort des Oberbürgermeisters. [Vgl. Habereder, Werner/Engelhard, Christoph, S. 30]

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Liedhefte aus den

Jahren 1898 und 1906






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Kinderfesthefte aus den

Jahren 1995 und 1997


Siehe auch

Memminger Fischertag

Tänzelfest Kaufbeuren

Weblinks

http://www.memmingen.de/

http://www.all-in.de/_/tools/diaview.html?prev=true&_CMTREE=3169&_CMELEM=0 (Bilder zum Kinderfest)

Literatur

  • Habereder, Werner/Engelhard, Christoph: Das Memminger Kinderfest. Geschichte und Tradition. Memmingen.
  • Hoser, Paul: Die Geschichte der Stadt Memmingen. Vom Neubeginn im Königreich Bayern bis 1945. Stuttgart 2001
  • Stadtarchiv Memmingen

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