Benutzer    Passwort
neues Benutzerkonto anlegen
Neu 
RSS

Junggesellenabschied

Durchstarten: Dieser Artikel ist informativ. Wir freuen uns über weitere Ergänzungen!
Bräuche
Bräuche > Lebenszyklus
Geprüfte Artikel > Gelber Artikel


Der Junggesellenabschied ist eine Feier, durch die der zukünftige Bräutigam aus dem Junggesellendasein verabschiedet wird. Auf dem Vormarsch ist dabei eine Version, bei der die engsten Freunde des Junggesellen sich nicht nur zusammen setzen, sondern ihren Männerabend richtiggehend öffentlich zelebrieren. Sie wollen dem Bräutigam zum letzten Mal die Möglichkeit geben, seine voreheliche Freiheit zu genießen. Das geht nicht ohne spaßige Aktionen und Alkohol ab. Heutzutage gibt es auch schon sehr viele Jungesellinnenabschiede für die Bräute. Auch dort wird sehr ausgelassen gefeiert.

Ablauf

Der Jungesellenabschied wird schon viele Monate oder Wochen vor der Hochzeit geplant und sehr häufig auch gefeiert. Denn man darf sich nicht täuschen lassen. Ein solcher Abend dient nicht nur der Sauferei, sondern will gut organisiert und koordiniert sein. Der Anfang besteht darin, dass man z.B. ein Kleidungsstück für die ganze Gruppe auswählt, aus dem ersichtlich wird, welche Mission man verfolgt (beliebt sind bemalte oder bedruckte T-Shirts). Natürlich muss der Junggeselle besonders aus dem Kreis der anderen hervorstechen. Ob er nun Frauenkleider oder nur ein andersfarbiges T-Shirt trägt, bleibt ganz dem Ideenreichtum der Gesellschaft überlassen.

Als nächstes wird der Startpunkt der Unternehmung festgelegt und dafür gesorgt, dass die Braut an genau diesem Tag die Festivitäten nicht durch ihr plötzliches Erscheinen stört. Es wird ebenso festgelegt, wie viel Geld in einen gemeinsamen Topf gelegt wird, um die Kosten des Abends zu decken. Der Junggeselle muss dabei natürlich nichts beisteuern. Er hat andere Hürden zu bewältigen.

Nachdem alles Wichtige besprochen wurde, kann es losgehen mit dem angenehmen Teil des Junggesellenabschieds. Es werden für gewöhnlich einige Kneipen besucht. Dabei ist der Junggeselle mit allerlei nützlichen Dingen ausgestattet und muss versuchen, diese den ganzen Abend über an den Mann bzw. an die Frau zu bringen. Oft wird ihm auch, als Bild dafür, was für eine Last die Ehe sein kann, ein Holzklotz ans Bein gebunden. Verschieden Aktionen tragen ebenso zur Belustigung bei. Hierbei sind wiederum dem Ideenreichtum der Organisatoren keine Grenzen gesetzt. Zum Beispiel kann man auf öffentlichen Plätzen Lieder anstimmen oder den Junggesellen in eine Frauentoilette einsperren, damit ihn dann eine Frau auslöst. Sehr verbreitet ist es, den Abend dann in einem ansässigen Striplokal oder in einer Kneipe ausklingen zu lassen, in die die Feiernden sich eine Tänzerin zum Table-Dance bestellen. Hat der künftige Bräutigam am Ende alles mit Bravour bestanden, ist er erlöst und darf seiner Angetrauten, in der Regel eine Woche später, das Jawort geben.

Historischer Hintergrund:

Der Jungesellenabschied kommt ursprünglich aus dem antiken Griechenland und wurde von Freunden eines Spartaners bei dessen Hochzeit ausgerichtet.

Weitere Bräuche zur Hochzeit und deren Bedeutung:

Der Polterabend

Der Polterabend ist ein sehr alter Brauch, der vermutlich noch aus vorchristlichen Zeiten stammt. Durch das Zerschlagen von Steingut und Porzellan sollen böse Geister vertrieben werden. Keinesfalls darf Glas zerschlagen werden, da es als Unglückssymbol gilt. Die Scherben müssen vom künftigen Brautpaar gemeinsam zusammengekehrt werden. Traditionell findet der Polterabend am Tag vor der Trauung statt.

Reis werfen:

Oft wird das Brautpaar, während es nach der Hochzeitszeremonie aus der Kirche kommt, mit Reis beworfen. Dies steht für den Wunsch nach einer fruchtbaren und kinderreichen Ehe.

Zersägen eines Holzstammes:

In einigen Regionen wird nach der Trauung ein auf einem Sägebock liegender Holzstamm gemeinsam von Braut und Bräutigam zersägt. Man verwendet dafür eine Schrotsäge, bei der es darauf ankommt, stets abwechselnd zu ziehen, damit sie sich nicht verklemmt. Dieser Brauch steht für die gemeinsame, gleichberechtigte Arbeit, die das Brautpaar in ihrer Ehe versuchen möchte. Er symbolisiert die notwendige Balance von Reden und Hören, von Aktivsein und Seinlassen und die notwendige Aufmerksamkeit für die jeweiligen Bedürfnisse des Partners

Autokorso, das Hochzeitsauto oder die Hochzeitskutsche:

Häufig wird auf den Fahrten nach der Hochzeit das Brautpaar von einem Autokorso begleitet. Dabei hupen die begleitenden Autos, um Aufmerksamkeit für das Brautpaar zu erlangen oder dem Auto, in dem das Brautpaar sitzt, werden Blechdosen angebunden, die beim Fahren laut scheppern. In manchen Gegenden (in Norddeutschland Schatten genannt) ist es auch üblich, den Autokorso auf dem Weg von der Trauung zur Feier anzuhalten und Wegezoll zu verlangen. Dieser Zoll wird üblicherweise mit Schnaps oder anderen hochprozentigen Alkoholika beglichen, die an die am Weg Stehenden ausgegeben und mit den Brautleuten gemeinsam getrunken werden, bevor diese die Fahrt fortsetzen können.

Schleiertanz:

Bei diesem alten germanischen Brauch, der prinzipiell um Mitternacht stattfindet, wird der Schleier der Braut beim Tanz geraubt und in viele Stücke gerissen. Diese werden dann an die Brautjungfern und weiblichen Hochzeitsgäste verteilt, die vom Segen des Brautpaares profitieren sollen.

Der Schleiertanz wird in einigen Gegenden auch abgewandelt zelebriert. Der Schleier wird über dem Brautpaar gespannt und das Brautpaar tanzt, wer nun mit einem der Beiden tanzen möchte muss Geld in den Schleier werfen, und kann somit den Tanzpartner sofort abklatschen. Bei diesem Brauch kann somit noch ein wenig Geld für das Brautpaar gesammelt werden.

Brautstrauß werfen:

Traditionell ist es die Aufgabe des Bräutigams, den Brautstrauß zu besorgen. Diesen überreicht er dann vor oder in der Kirche seiner Braut. Zum Ende der Feier existiert der Brauch des Brautstraußwerfens. Es versammeln sich alle unverheirateten Frauen hinter der Braut. Den Brautstrauß zu fangen gilt in Mitteleuropa und in Amerika als Omen für eine baldige Hochzeit

Die Brautentführung oder auch Brautverziehn:

Meist sind es die guten Freunde, die die Braut entführen. Dabei ziehen die Entführer mit der Braut von Kneipe zu Kneipe, wobei der Brautführer oder der Bräutigam jedes Mal die Zeche zahlen soll. Heute wird es meist toleranter gehandhabt. Die Entführer gehen an einen bestimmten Ort, z. B. ein öffentliches Gebäude, und hinterlassen ein paar Hinweise, um die Suche zu erleichtern. Das Auslösen kann mit einer Aufgabe für den Bräutigam verbunden sein, beispielsweise eine künstlerische Darbietung, abwaschen für die nächsten Wochen, oder Ähnlichem.

Dem Brautpaar in der Wohnung streiche spielen:

- Gegenstände der Wohnung werden versteckt oder umgeräumt. Zum Beispiel Konservendosen ins Badezimmer, Bücher vom Wohnzimmer in andere Räume.
- Einfrieren des Schlafzimmerschlüssels. Der „Weg“ von der verschlossenen Schlafzimmertür bis zur Gefriertruhe wird mit Aufgaben versehen, die zuerst zu lösen sind.
- Verstecken von mitgebrachten Weckern, die auf nächtliche Uhrzeiten voreingestellt sind.
- Hartkochen von Eiern im Kühlschrank, Vertauschen von Salz und Zucker

Siehe auch

Mittlerweile stehen etliche Damen den Herren in nichts nach und feiern ihren eigenen Junggesellinnenabschied:

Hochzeit in Schwaben

Weblinks

http://www.junggesellenabschied-ideen.net

Kommentare


blog comments powered by Disqus



Diese Seite wurde zuletzt am 22. Mai 2017 um 08:36 Uhr geändert. Diese Seite wurde bisher 39.712-mal abgerufen (to Cache).
Suchen und Finden
Bewertung der Redaktion

Durchstarten: Dieser Artikel ist informativ. Wir freuen uns über weitere Ergänzungen!

Es existiert jedoch eine ältere geprüfte Version.
geprüfte Version ansehen.