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Heiliges Grab in Iffeldorf

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Bräuche > Bayern > Oberbayern
Bräuche > Religion
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In der Karwoche des Jahres 1895 wurde das ‚Heilige Grab’ zur Veranschaulichung des Heilsgeschehens erstmals im Chorraum der Pfarrkirche aufgestellt. Sein Anblick erschütterte, in einem Zeugnis der Kirchenverwaltung aus dem gleichen Jahre ist es nachzulesen, nicht nur Frauen und Kinder, auch Männer wurden zu Thränen gerührt.

Tiefer Glaube glänzt in buntem Glas. Verschollenes Heiliges Grab im alten Iffeldorfer Pfarrheim entdeckt, war im Juni 2005 ein Zeitungsartikel überschrieben. Und tatsächlich: Im hintersten Winkel unter dem Dachfirst, verdeckt von allerlei anderen verstaubten Dingen, waren seine Einzelteile von beachtlicher Größe zum Vorschein gekommen. Weniger verschollen als vielmehr vergessen. Nun aber kehrten bei vielen Dorfbewohnern die Erinnerungen an das vorösterliche mirakulöse ‚Schauspiel’ zurück:
Der Kirchenraum ist vollkommen verdunkelt.
Im Hintergrund verborgene Lichter illuminieren die zweigeschossige, die gesamte Höhe und Breite des Chorraums ausfüllende Heiliggrabanlage. (Ursprünglich waren dreißig Petroleumlampen mitgeliefert worden.)
In die rostroten Kartons - Holzrahmen geben ihnen Halt - sind ungezählte Öffnungen eingestanzt.
Darinnen glitzern vielfarbige gläserne Steine - zusammengefügt zu Kreuz, Monstranz, Marterwerkzeugen, Grabwächtern, Engeln, Blütenkränzen, Blumenkörben, Schriftzeichen, geometrischen Mustern.
Hohe dorische Säulen begrenzen die bühnenartige Szenerie. Zwischen den Kapitellen das alles überspannende Spruchband mit den Bibelworten: Sein Grab wird herrlich sein.
Eingebettet in die Höhlung des Altartischs eine liegende Christusfigur.
Darüber die Nachbildung der Bundeslade.
Dem Empfinden nach: Mystik pur.
Kunstgeschichtlich eingeordnet: Historismus im Übergang zum Jugendstil.

Die Manufaktur für transparente Glasmosaiken war 1846 von Eduard Zbitek gegründet worden. 1885 hatte Sohn Emil ihn in der Firmenleitung abgelöst. Produkte der Firma Zbitek erfreuten sich über die Lande der Österreichischen Monarchie hinaus großer Beliebtheit. Zu Hunderten gingen die spektakulären Kulissen via Eisenbahn vom mährischen Olmütz-Neustift in die katholische europäische Welt. In Deutschland und Österreich überdauerten nur ganz wenige die Modernisierungsmanie der siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts. Heute zählen sie zu den sakralen Raritäten, weshalb Glaskunstexperten die Iffeldorfer Wiederentdeckung als unerwarteten Glücksfall werten.

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Termin

Dieser Brauch ist vom 09.04.2017 bis zum 15.04.2017.

Gewährspersonen

Sophie Schweiger, Iffeldorf und Brigitte Roßbeck, Iffeldorf

Varianten

Ursprünglich war der Heilig-Grab-Altar nur am Karfreitag in der Kirche aufgestellt. Heute wird er am Nachmittag des Palmsonntag errichtet und bietet den Gläubigen bis zum Abend des Karsamstag Gelegenheit zu stiller Andacht.

Belege, Literatur

Brigitte Roßbeck: Die Pfarrkirche St. Vitus in Iffeldorf. Eine Chronik, 2008

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Diese Seite wurde zuletzt am 8. Mai 2017 um 08:10 Uhr geändert. Diese Seite wurde bisher 9.667-mal abgerufen (to Cache).
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