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Heiliges Grab (Iffeldorf)

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Von Palmsonntag bis Karsamstag jeden Jahres können Besucher am 120 Jahre alten Heilig-Grab-Altar Andacht halten.

Termin

Dieser Brauch ist vom 25.03.2018 bis zum 31.03.2018.

Ablauf

Der Iffeldorfer Heilig-Grab-Altar wurde 1895 von der Pfarrgemeinde erworben und mit Spendengeldern finanziert. Ein Zeugnis der Kirchenverwaltung aus dem gleichen Jahre hebt sowohl die Hochherzigkeit der Wohlthäter hervor als auch die spirituelle Wirkung - habe doch sein Anblick selbst Männern Thränen der Freude und Rührung entlockt und zur Andacht gestimmt, wie nicht leicht eine andere Art von Heiligen Gräbern. Der zweigeschossige Heilig-Grab-Altar ist einer der wenigen noch erhaltenen. Kunstgeschichtlich eingeordnet handelt es sich um Historismus im Übergang zum Jugendstil. Die mährische Manufaktur für transparente Glasmosaiken war 1846 von Eduard Zbitek gegründet worden. Produkte der Firma erfreuten sich über die Lande der Habsburgmonarchie hinaus großer Beliebtheit. Zu Hunderten gingen die wirkungsvollen, oftmals den gesamt Chorraum verdeckenden, Karfreitags-Kulissen per Eisenbahn von Olmütz-Neustift in die katholische europäische Welt, ja mitunter sogar nach Übersee. Nur wenige blieben erhalten. Ursprünglich wurde das Heilige Grab von einer Vielzahl Petroleumlampen hinterleuchtet. Die zirka drei Millimeter starken Kartons sind auf Holzrahmen aufgezogen. In die ausgestanzten Öffnungen sind vielfarbige handgeschliffene Glassteine eingesetzt und mit dünnen Drähten bzw. Doppelfäden fixiert.

Gewährspersonen

Sophie Schweiger, geb. 1942, Bäuerin in Iffeldorf, von Kindheit an fest mit dem kirchlichen und sonstigen Brauchtum in der Gemeinde verbunden.

Brigitte Roßbeck, geb. 1944, Historikerin und Ortschronistin.

Hintergrund-Infos

Bis in die frühen siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts wurde der Heilig-Grab-Altar regelmäßig zur Karfreitags-Liturgie in der Iffeldorfer Pfarrkirche St. Vitus aufgebaut. Danach fanden die Kulissen ihren Platz auf dem Dachboden des Jugendheimes; allmählich geriet ihre Existenz in Vergessenheit. In Erinnerung blieben jedoch ihre tiefgehende Wirkung auf alle Gläubigen. Beim Abriß des Jugendheims vor wenigen Jahren, kamen sie wieder zum Vorschein. Obwohl in Teilen beschädigt, erfolgt in einer Gemeinschaftsaktion die vorläufige Sicherung der glasverzierten Kästen mit Säulen und Querbalken, Grablege, Altartisch, Bundeslade, Kreuz-, Engels-, Grabwächter- und Blumenmotiven. Derzeit wird das Heilige Grab bereits am Palmsonntag, nach dem Gottesdienst, aufgebaut und lädt die Kirchenbesucher bis Karsamstag zur Andacht und zum stillen Gebet im Gedenken an Christi Leiden und den Tod ein.

Belege, Literatur

Brigitte Roßbeck: Pfarrkirche St. Vitus in Iffeldorf. Eine Chronik, Iffeldorf 2008

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Diese Seite wurde zuletzt am 8. Mai 2017 um 13:44 Uhr geändert. Diese Seite wurde bisher 7.203-mal abgerufen (to Cache).
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