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Göppinger Maientag

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Termin: 12. - 15. Juni 2015

Der Göppinger Maientag ist eines der ältesten und traditionsreichsten Heimatfeste in Süddeutschland und stellt seit über 350 Jahren die Verknüpfung von Tradition und Moderne dar. Das erste Mal fand das ursprüngliche Friedens- und Dankfest im Jahre 1650 am 11. August statt, um das Ende des Dreißigjährigen Krieges gebührend zu feiern. Was als Dank- und Friedensfest im Jahr 1650 begann, hat sich heute zu einem großen Kinder- und Heimatfest entwickelt und lockt mit seinem bunten Programm viele Besucher in die Hohenstaufenstadt. Der Festumzug am Samstag mit über 3.500 Mitwirkenden, rund 20 Musikkapellen und 40 Reit- und Gespannpferden bildet dabei den Höhepunkt.

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Termin

Dieser Brauch ist vom 15.06.2018 bis zum 18.06.2018.

Ablauf

Traditionell beginnt der Göppinger Maientag am Freitagabend mit dem Maientagsansingen und dem Festkonzert des Städtischen Blasorchesters.
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Chöre der Göppinger Schulen stimmen im jährlichen Wechsel musikalisch auf das bedeutendste Fest im Göppinger Jahresverlauf ein. Mit dem Turmblasen vom Rathaus und dem Einläuten des Maientags beginnt der Samstag gefolgt von Dankgottesdiensten in verschiedenen Kirchen und Schulen. Nach dem Platzkonzert auf dem Rathausplatz mit drei Musikkapellen und der Maientagsansprache durch das Stadtoberhaupt erklingt von allen Beteiligten und Zuschauern das Maientagslied „Geh aus mein Herz und suche Freud“. Dann folgt der Festzug durch die Göppinger Innenstadt, der jedes Jahr aus einem allgemeinen und einem historischen Teil besteht. Die Festreiter bilden mit den Maienbaumträgern sowie dem Gemeinderat und dem Jugendgemeinderat den Auftakt des Umzuges. Die Stadt und ihre sieben Stadtbezirke werden dargestellt, ebenso die vier Städtepartnerschaften. Zahlreiche Landsmannschaften, Trachtengruppen und Heimatvereine geben Göppingen an diesem Morgen ein buntes, vielfältiges Gesicht. Unter den Teilnehmern sind auch die hiesigen Pfadfinder sowie ausländische Elternvereine in Heimattrachten. Die Schülerinnen und Schüler tragen schuleigene Kostüme zu den Themenbereichen wie Märchen, Blumen, Tiere, Handwerker und Völker und beleuchten dabei das aktuelle Geschehen in der Stadt aus ihrer Sicht. Dabei wird auch manches Defizit, sei es in der Schule, sei es in der Kommunalpolitik auf die Schippe genommen. Zahlreiche Musikvereine, Fanfarenzüge und Orchester unterstützen den Umzug musikalisch.
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Im historischen Teil des Festzuges wird ein breites Spektrum der Göppinger Geschichte abgebildet. Ein Herold, die römischen Siedler und die Gründung des Freihofs durch den Alamannen-Fürsten Geppo bilden in diesem Teil den Auftakt. Meilensteile der Göppinger Stadtgeschichte, wie der Bau des Göppinger Schlosses 1556/68 und der Stadtkirche von 1616 bis 1618, der Stadtbrand von 1782 oder der Bau des Rathauses 1786 werden in historischen Kostümen und anhand fahrbarer Modelle mit großem Engagement thematisiert. Unter anderem werden die Zerstörung der Burg Hohenstaufen aber auch die Gründungen der Göppinger Vereine, Freiwillige Feuerwehr 1846, Turn- und Musikvereine sowie der Omnibusgesellschaft 1927 in lebendigen Szenen dargestellt. Der Boehringer Unimog-Bau von 600 Serienfahrzeugen in den Jahren von 1948 bis 1950 bildet den Abschluss des Festzuges.
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Danach eilen vor allem die Kinder zu den Kletterbäumen mit interessanten Preisen und zum Start für den Luftballonwettbewerb auf das Festgelände an der EWS Arena, wo die Stadt noch bis Montagabend mit aktuellen Fahrgeschäften, Süßigkeiten oder auch bei einer Maß und einem Göckele im Festzelt weiterfeiert. Den traditionellen Schlusspunkt setzt dann das beeindruckende Feuerwerk am Montag nach Einbruch der Dunkelheit.

Gewährspersonen

Auskunft: Stadt Göppingen, Referat Schulen und Sport, Pfarrstraße 11, 73033 Göppingen
www.goeppingen.de

Varianten

Hintergrund-Infos

Vor über 350 Jahren wurde in Göppingen wie in manch anderen Orten des Landes ein Dankesfest für den wiedererlangten Frieden gefeiert. In unserer Stadt erwuchs daraus eine Tradition – der Maientag. Was war die Vorgeschichte dieses Festes?

30 Jahre Krieg, Besatzung, Hunger und Pest
Ihm ging ein langer Krieg voraus, der drei Jahrzehnte andauerte. Im Mai 1618 war er ausgebrochen, als böhmische Adelige und Bürger aus der Prager Burg drei Beamte des habsburgischen Königs Ferdinand II. aus dem Fenster warfen. An dieser Protestaktion, bekannt als der Prager Fenstersturz, entzündete sich ein Konflikt zwischen den protestantischen Ständen Böhmens und der Landesregierung der katholischen Habsburger. Zunächst handelte es sich um einen Glaubenskrieg, der aber zunehmend von politischen Interessen überlagert wurde: Habsburg und Frankreich rangen um die Vormachtstellung in Europa, der Kaiser und die Landstände rangen um die größere Macht.
Der Dreißigjährige Krieg, wie er im Nachhinein ob seiner langen Dauer genannt wurde, kostete in Deutschland rund sieben Millionen Menschen das Leben und reduzierte die Bevölkerungszahl auf fast die Hälfte. Ähnlich war die Bilanz für Göppingen. Die Einwohnerzahl, die um 1600 noch 3.000 betrug, sank unter 1.700. Die Stadt blieb in dieser harten Zeit von keinem Übel verschont: Inflation und Preiswucher, schwer lastende Quartierkosten für durchziehende Truppen und die Pest mussten ertragen und durchlitten werden.
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Eine einschneidende Veränderung brachte die Schlacht bei Nördlingen im April 1634. Aus ihr gingen die kaiserlichen Truppen siegreich hervor. Sie marschierten nun gegen weitere protestantische Städte und Länder, um diese zu besetzen. Am 4. September musste sich die Stadt Göppingen ergeben. Bürgermeister Laichinger schrieb darüber in seiner Zeitchronik: Und haben also dieses Städtlein eingenommen und die Besatzung ins Schloß getrieben ... Und gleich darauf dieses Städtlein 24 Stunden ist geplündert worden, wobei alles ist aufgegangen und sehr wenig übrig geblieben, als ein wenig liebe Frucht. Die Göppinger kamen nun unter die Herrschaft der Erzherzogin Claudia von Tirol, die von ihnen verlangte, sich zum katholischen Glauben zu bekennen, wogegen sie sich mit allen Mitteln wehrten.

Nach langen Verhandlungen in Münster und Osnabrück fand der schreckliche Krieg im Oktober 1648 mit dem Friedensschluss ein Ende. Im so genannten Westfälischen Frieden wurde der Augsburger Religionsfrieden von 1555 bekräftigt und für die Staaten Europas verbindliche Regeln und Rechtsnormen für den gegenseitigen Umgang festgelegt. Bis zum endgültigen Abzug der Truppen verging noch einige Zeit, in Göppingen dauerte dies bis ins Frühjahr 1650.

Der Frieden wird gefeiert
Angesichts der Kriegsgreuel, der religiösen Verfolgungen und des wirtschaftlichen Niedergangs war das Bedürfnis nach einem Friedens- und Dankesfest groß. In Göppingen fand dieses am 11. August 1650, einem Sonntag, statt. Wiederum sind wir durch Bürgermeister Elias Laichinger, der auch die schrecklichen Kriegsereignisse in seiner tagebuchartig geführten Chronik festgehalten hat, über den Verlauf des - im Nachhinein so zu nennenden - ersten Göppinger Maientags gut unterrichtet. In der im Stadtarchiv verwahrten Chronik ist der Festablauf nachzulesen:

Sonntag, den 11. Augusti ist allhie wie auch im gantzen wirttemberger Landt ein Dank- und Lobfest gehalten worden, wegen des Lieben Edlen friedens und seindt Hohe und Nieder, Alte und Junge, wer hat gehen kennden im prozeß in die eisserne Kirch hinauß gangen und die Jugent mehrtaills mit weissen Hemeten und schöne grüne Kräntzen vff dem Kopff, vff 300 vorhergegangen und haben Zweig in Henden getragen und nach verrichten gottesdienst hat man einem jeden Kindt ein Brodt geben wie ein Stern und wie man das Tedeum laudamus gesungen, hat einer vff dem Thurm und under den Thoren Stuckh geschossen.
Dieses Dankesfest mündete in einen festen Brauch ein. Im Jahr 1659 schreibt Laichinger beispielsweise über den Maientag: Man hat die schuohlkinder Buoben und mädla in die Mayen gefiert, darbey sich die Herren gaistliche und etliche meiner Herren befunden vff der großen Viehwaid. Gott verley, daß wir insgesampt deren noch viel erleben.
Der Wunsch ging in Erfüllung. Bis zum heutigen Tag wurde der Maientag – bis auf wenige Unterbrechungen in Kriegs- und Notzeiten – über 300 Mal gefeiert.

Siehe auch

Weblinks

Belege, Literatur

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