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Funkenbrauch in Röthenbach (Allgäu)

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Der Funkenbrauch in Röthenbach (Allgäu) wird jedes Jahr von der Landjugend Röthenbach veranstaltet. Bei dem Brauch kommen die Gemeindemitglieder zusammen um traditionell den Winter zu verabschieden. Dies geschieht mit dem Abbrennen eines großen Funkenfeuers. In den letzten Jahren war der Ort hierfür immer die Wiese vor dem Osterholz.

Brennender Funken.jpeg

Termin

Dieser Brauch ist am 18.02.2018.

Ablauf

Der Funkenbrauch findet in Röthenbach stets am Abend des ersten Sonntags nach dem Aschermittwoch statt. Der Veranstalter ist die Landjugend Röthenbach. Im Voraus sammeln die Mitglieder der Landjungend Holz von der Gemeindebevölkerung, um einen möglichst großen Funken errichten zu können. Oben in die Mitte des Funkens wird eine Stoffhexe auf einer Holzstange angebracht. Aufgeschichtet wird das gesammelte Holz allerdings erst am Vortag des Abbrennens. Die darauffolgende Nacht verbringen die Mitglieder der Landjugend mit der Wache am Funken, um zu verhindern, dass dieser vorzeitig von Mitgliedern einer Landjugend der umliegenden Gemeinden angezündet wird. Gleichzeitig ist es möglich, dass einige Mitglieder der Landjugend sich selbst auf den Weg machen, umliegende Funken anzuzünden, die nicht so gut bewacht sind. Am Hauptabend des Brauchs sind alle Bürger der Gemeinde eingeladen. Seit einigen Jahren spielt die Musikkapelle des Dorfes zur Unterhaltung einige Märsche. Dies in der Regel während des Entzündens des Funkens bis zum Zeitpunkt, an dem die Hexe brennt. (Kann schnell gehen, aber auch äußerst lange dauern, zum Beispiel bei Regen.) Der Funken wird entzündet und die Landjugend bewirtet mit Getränken, Wienerle mit Brot und Hochprozentigem, wenn das Wetter es zulässt von einer Schneebar aus. Den Höhepunkt stellt es dar, wenn die Hexe Feuer fängt. Mit dem zunehmenden Abbrennen des Funkenfeuers leert sich die Veranstaltung zunehmend wieder und der Landjugend bleibt für den nächsten Tag noch das Aufräumen des Platzes. Der Brauch beginnt jährlich um 19 Uhr und endet, wenn alle Gäste gegangen sind, was gegen Mitternacht der Fall ist.

Varianten

Früher war es üblich, dass nicht nur jede Gemeinde einen Funken hat, sondern sogar jeder Ortsteil. Durch zahlreiche Bestimmungen, was abgebrannt werden darf und was nicht, kann dafür aber inzwischen bei Weitem nicht mehr genug Holz gesammelt werden und so findet pro Gemeinde nur noch ein Funkenfeuer statt. Der Ort für den Funkenbrauch war nicht immer derselbe, zum Beispiel hat der Brauch auch schon auf dem Gelände der AKS stattgefunden oder auf anderen erhöhten Orten der Gemeinde. Vor einigen Jahren begann der Hauptabend damit, dass eine Fackelwanderung hin zum Funken stattfand, dies wurde jedoch wieder abgeschafft. In anderen Gemeinden findet der Brauch inzwischen teilweise am Samstag statt am Sonntag statt, um auch für junge Familien interessanter zu sein, da sich der Brauch bis spät in den Abend hineinzieht.

Gewährspersonen

- Vorstand der katholischen Landjugend Röthenbach
- 2. Dirigent der Musikkapelle
- ein älterer ortseingesessener Bürger

Hintergrund-Infos

Die Landjugend führt den Brauch in erster Linie zur Erhaltung der Tradition durch. Finanziell ist dies allerdings eher eine Belastung für den Verein, da zum Sammeln Traktoren und Ladewägen, Autos und Anhänger gebraucht werden. Diese müssen getankt und teilweise auch bezahlt werden. Aus dem Verkauf von Speisen und Getränken können die Ausgaben meist nicht ganz gedeckt werden.

Ursprung

Ursprünglich dient der Brauch dazu, mit dem Feuer den Winter zu vertreiben. Und für den Winter steht symbolisch eine Stoffhexe, die auf einer Holzstange in der Mitte des Funkens aufgestellt wird.

Gesetzliche Rahmenbedingungen

Neben zahlreichen Verordnungen, was verbrannt werden darf und vielen Regelungen zum Brandschutz ist die Landjugend zusätzlich verpflichtet einen Ordnungsdienst und einen Sanitätsdienst bereitzustellen. Des Weiteren ist die Lautstärke geregelt, sowie Ausschank und Speiseabgabe und auch Abfall. Es kann vorkommen, dass im Nachhinein die Asche des Funkens auf bestimmte Substanzen wie Schwefel, Stickstoff, Kupfer, usw. überprüft wird. Sind die Grenzwerte überschritten, drohen hohe Strafgelder.

Interessantes

-Die Asche des Feuers braucht ca. eine Woche, bis die letzte Glut abgekühlt ist.
-2012 schlug der Versuch einer fremden Landjugend fehl, den Röthenbacher Funken am Vortag zu entzünden.
-Der Röthenbacher Landjugend gelang genau dies im Jahr 2013 bei einer anderen Gemeinde.

Siehe auch

http://www.brauchwiki.de/Funken

Belege, Literatur

Verwaltungsgemeinschaft Argental, Information über den Vollzug des Landesstraf- und Verordnungsgesetzes (LStVG)und des Gaststättengesetzes (GastG)für das Abbrennen des Funkenfeuers im Osterholz, Röthenbach, 2012.

Fotos

Rasch, Anita (Bürgerin der Gemeinde Röthenbach)

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Diese Seite wurde zuletzt am 22. Januar 2015 um 10:47 Uhr geändert. Diese Seite wurde bisher 10.131-mal abgerufen (to Cache).
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