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Fronleichnam in Niederrieden

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Der Feiertag Fronleichnam fällt jedes Jahr auf den zweiten Donnerstag nach Pfingsten, das genaue Datum hängt also vom Kirchenkalender ab. An Fronleichnam selbst findet dann auch die Fronleichnamsprozession statt. Fronleichnam ist in ganz Bayern ein gesetzlicher Feiertag.


Ablauf

Die Vorbereitungen für die Fronleichnamsprozession fangen an Fronleichnam schon in der Früh an. Dann werden die vier Blumenteppiche vor den Altären von Mitgliedern des Pfarrgemeinderates und freiwilligen Helfern sowie Jugendlichen gelegt. Die Blumenteppiche bilden immer christliche Symbole ab. Auch werden die Altäre aufgestellt und geschmückt. Außerdem schmücken die Menschen ihre Häuser mit Heiligenfiguren in den Fenstern oder Fahnen. Der Weg der Prozession ist mit kleinen Birkenbäumchen gesäumt. Nach der Messe stellt sich die Prozession auf. Den Anfang macht ein Ministrant mit dem Kreuz, dahinter laufen zwei Ministranten mit Fahnen, die rechts und links vorauslaufen. Danach kommen die Kinder, die Blumen auf den Prozessionsweg streuen. Hinter den Kindern schreiten die Männer. Danach tragen die einzelnen Vereine des Dorfes ihre Fahnen. Dahinter wird der Himmel von vier Trägern getragen, die meistens Mitglieder des Pfarrgemeinderates und Gemeinderates sind. Auf der rechten und linken Seite des Himmels laufen der erste und zweite Bürgermeister mit einer Laterne. Diese beide halten auch den Rauchmantel, den Mantel, den der Geistliche vor den einzelnen Altaren trägt. Unter dem Himmel geht der Geistliche, die Monstranz vor sich hertragend. Dem Himmel folgen die Frauen mit der Fahne der Mutter Gottes. Danach kommen die Erstkommunionkinder mit einem geschmückten Wagen, auf dem eine Figur der Mutter Gottes steht. Die Prozession hält bei jedem der vier Altäre an, dann wird aus den Evangelien gelesen. Die Kirchengemeinde stellt sich davor in einem Halbkreis auf.

Nach der Prozession sind die Fahnenträger in die Dorfgaststätte eingeladen.

Hintergrund-Infos

Die Wortherfkunft des Wortes "Fronleichnam" wird auf das Wort "vronlichnam" zurückgeführt, was soviel bedeutet wie "Herrenleib". Denn "leich" bedeutet Leib und "fron" bedeutet Herr. Der Begriff "Fronleichnam" kommt aus dem Mittelhochdeutschen.

Eigentlich müsste Fronleichnam am Gründonnerstag gefeiert werden, aber da das wegen der danach folgenden Passion für unangebracht gehalten wurde, liegt es jetzt am Ende der österlichen Zeit.

Das Fronleichnamsfest wurde 1246 durch die Augustinernonne Julia aus Lüttich eingeführt. Unter Papst Urban IV. wurde es zum Kirchenfest erklärt. Zur weltweiten Anordnung kam es 1317. Eine der ersten Fronleichnamsprozessionen fand im Jahr 1279 in Köln statt. Dass man Fronleichnam mit einer Prozession feiert, hat den Grund, dass die Prozession den Lebenszug eines Christen darstellen soll. Auch eine Wurzel dieses Kirchenfestes findet man in den Flurumgängen. In den Flurumgängen werden die Felder gesegnet. Früher wurden auf dem Land zwei Prozessionen durchgeführt. Die erste, größere an Fronleichnam führte durch das Dorf selbst, die zweite, kleinere am Sonntag darauf ging durch die Fluren. In den größeren Städten feierte man an Fronleichnam selbst mit einer Prozession, an der auch die umliegenden Dörfer teilnahmen. Die meisten dieser Dörfer hatten am Sonntag darauf zudem ihre eigene Prozession. Bei der Prozession werden in der Regel vier Altäre aufgestellt, symbolisch für die vier Himmelsrichtungen und an jedem Altar wird jeweils aus einem der vier Evangelien vorgelesen. Am Schluss spricht der Geistliche den Wettersegen. Der Leib des Herren wird symbolisch als Brot Gottes in einer Monstranz eingeschlossen. Diese wird unter einem Art Himmel, einem Tuch, das auf vier Stäbe gespannt ist, getragen. An Fronleichnam stellt man nicht den Verzehr des Brot Gottes in den Vordergrund, sondern das Sehen desselben. Auch in der Messe wird die Wandlung hervorgehoben. Der Prozessionsweg ist von kleinen Birkenbäumen gesäumt, die Häuser sind mit grünen Girlanden und roten Tüchern geschmückt. In der Prozession werden Leuchter, Kerzen und Heiligenbilder mitgetragen und meistens begleitet diese eine Musikkapelle. Der Verlauf der Prozession ist meistens wie folgt: Nach der Messe beginnt die Prozession durchs Dorf. Die Prozession wird von einem geschmückten Kreuz angeführt, dem die Schulkinder und Erstkommunionkinder folgen, die Blumen streuen. Dann kommen die Vertreter der örtlichen Vereine und Berufsgruppen mit ihren Fahnen. Ihnen folgt in der Mitte des Zuges der Himmel, darunter der Geistliche mit der Monstranz. Um den Himmel stellen sich die Ministranten auf. Während der Monarchie in München folgte dem Himmel auch der König, heute laufen an Stelle des Königs Mitglieder der Staatsregierung. Im bayerischen Oberland schießen die Gebirgsschützen, die sogenannten "Antlassschützen" beim Segen zum Salut. In Bayern wird Fronleichnam im Volksmund auch "Großer Antlasstag" genannt. Das nimmt Bezug auf Gründonnerstag. Die erste Fronleichnamsprozession in Bayern fand 1273 in Benediktbeuren statt. Der "Prangertag", wie Fronleichnam auch genannt wird, gilt als das Fest des Kirchenjahres, das am volkstümlichsten ist.

Es gibt auch Fronleichnamsprozessionen auf dem Wasser. Ein Beispiel für dafür wäre die Prozession auf dem Staffelsee bei Murnau. Hier besteigt die Kirchengemeinde nach der Messe Boote, die mit Blumen geschmückt sind. Alle Boote folgen dem Boot mit dem Geistlichen und der Monstranz. Vier Mal halten die Boote an, während aus den Evangelien vorgelesen wird.

In manchen Gegenden gibt es auch die sogenannten "Fronleichnamskranzl". Sie werden während der Prozession mitgetragen und dann in den Häusern in den Herrgottswinkel gehängt, weil sie eine große Segenskraft besitzen sollen und vor Unwetter schützen sollen. Diesselbe Wirkung haben die Birken, die die Straßen säumen. Nach der Prozession werden die Birkenzweige in den Wohnungen und Stellen aufgehängt. Das Gras, das während der Prozession gesträut wird, wurde früher in das Futter der Tiere gemischt.


Belege, Literatur

Fügen Sie hier Belege für Ihre Brauchbeschreibung an, wie z.B. verwendete Zeitungsartikel, Aufsätze, Bücher, Dorf-, Familienchroniken, Tagebücher, bildliche Darstellungen. Beachten Sie bitte folgende Reihenfolge:

  • Becker-Huberti, Manfred: Das Brauchtum im Kirchenjahr. Entstehung, Bedeutung, Tradition. Leipzig k.A.
  • Bichler, Albert: Wie`s in Bayern der Brauch ist. Feste und Bräuche durchs Jahr und durch das Leben in Altbayern, Franken und Schwaben. München 2003.
  • Bieger, Eckhard: Das Kirchenjahr. Grundkurs Christentum. Leipzig k.A.

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