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Fischer´s fröhlicher Tag in Erding

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Fischer´s fröhlicher Tag geht auf das Stifter-Ehepaar Friedrich und Katharina Fischer, die im 19. Jahrhundert in Erding lebten, zurück. Diese legten testamentarisch fest, dass jedes Erdinger Schulkind bei diesem Fest zwei Bratwürste und einen Liter Bier bekommen soll. Heutzutage haben alle Grundschüler am 1. Freitag im Juli schulfrei, bekommen eine Brotzeit, ein antialkoholisches Getränk und erfreuen sich an Musik und Spiel.


Termin

Dieser Brauch ist am 03.07.2017.

Ablauf

Durch ihr Testament legte das Stifter-Ehepaar den Grundstein für Fischer´s fröhlichen Tag. Dieser läuft auch heute ähnlich wie vor 120 Jahren ab. Der schulfreie Tag beginnt mit einem Gedenkgottesdienst für die Eheleute Fischer. Im Anschluss gibt es im Erdinger Zentrum für alle Grundschüler sowie deren Lehrkräfte eine Brotzeit. Diese besteht heute aus einem Paar Wiener mit einer Semmel und einem antialkoholischen Getränk. Außerdem gibt es einige Fahrgeschäfte und Musik zur Erheiterung.

Fischer´s fröhlicher Tag in Erding 2.jpg

An die Geschichte der Eheleute Fischer und der Stadt Erding wurde im Jahr 2011 besonders gedacht. Auf kindgerechte Art und Weise, in Form einer Schnitzeljagd, erfuhren die ca. 1400 teilnehmenden Grundschüler, warum dieses Fest stattfindet und weshalb es „Fischer´s fröhlicher Tag“ heißt. Dies ist insbesondere für die aus anderen Regionen zugezogenen Kinder wichtig.

Hintergrund-Infos

Das Ehepaar Fischer

Das Stifter-Ehepaar Katharina und Friedrich Fischer lebte im 19. Jahrhundert in Erding. Friedrich Fischer lebte von 1827 bis 1890. Seine Frau Katharina wurde 1831 geboren und verstarb 1894. Sie wurde, wie ihr Mann, 63 Jahre alt. Nachdem ihre drei Kinder sehr früh starben, gründeten sie mit ihrem Vermögen eine Stiftung. Damals wie auch heute heißt diese „Fischer´s Wohltätigkeitsstiftung Erding“.

Fischer´s Wohltätigkeitsstiftung Erding

Gegründet wurde diese Stiftung nach dem Tod Friedrich Fischers von seiner Frau Katharina und wurde am 15.07.1891 notariell beglaubigt. Die gemeinnützige Stiftung machte es sich ursprünglich zur Aufgabe, den Armen der Stadt Erding zu helfen. Es wurde ein Distrikstsarmenhaus errichtet, um die Bedürftigen zu unterstützen. Heute werden pflegebedürftige Menschen im Fischer´s Kreisaltenheim und Seniorenzentrum gepflegt, welches bis 1986 unter der Leitung des Ordens der Barmherzigen Schwestern stand. Wie oben bereits erwähnt ist Fischer´s fröhlicher Tag ebenfalls Bestandteil dieser Stiftung und wird in Zusammenarbeit mit der Stadt Erding durchgeführt. Neben den gemeinnützigen Aufgaben ist selbstverständlich der Erhalt bzw. die Vermehrung des vererbten Vermögens ein wichtiger Bestandteil der Stiftungsarbeit. (vgl.: http://www.fischers-wohltaetigkeitsstiftung.de/zweck.htm)

Testament

Friedrich und Katharina Fischer verfassten am 30. Juni 1884 ihr Testament, in dem sie neben den bereits in der Stiftungsbeschreibung erwähnten Aufgaben unter §8 besonders Fischer´s fröhlichen Tag beschrieben. Neben der genauen Auflistung der Kostenverteilung von 800 Mark pro Fest wird auch festgehalten, wer teilnehmen darf und wann die verschiedenen Aktivitäten stattfinden sollen. Hier ein Auszug aus dem Testament im Wortlaut:

„Dreißigtausend Mark an den Lokalarmenfond der Stadt Erding mit der Bestimmung, daß für immerwährende Zeiten im Monat Juli jeden Jahres ein fröhlicher Tag auf folgende Weise gefeiert werde: Vormittags 9 Uhr hl. Messe mit Chormusik in der Stadtpfarrkirche, um 10 Uhr Frühschoppen mit beliebig Bier und Brod und zwei Paar Bratwürsteln a Person bei einem aus der Stiftungsbrauerei bierabnehmenden Ortswirte für sämtliche in Erding wohnende Priester, Lehrer, Kirchen- und Gemeindebedienstete, Magistratspersonen, Singpersonal, für die Mitglieder des Aufsichtsrates unserer Stiftung und für deren Verwalter und Bräumeister, um 11 Uhr im Saale des zu unserer Stiftung gehörende Lexgasthauses Verabreichung von je einer Portion Kalbsbraten an die sich einfindenden Stadtarmen einschließlich der Pfründner und Pfründnerinnen des Spitals- und Leprosenhauses, endlich Nachmittags Gartenfest mit Blechmusik für die Schuljugend der Stadt unter Leitung und Aufsicht des Lehrpersonals, welchem die Wahl des Ortes und das Arrangement des Gartenfestes zusteht.“

Am 15. Oktober 1890, bereits eine Woche nach Friedrich Fischers Tod, verfasste dessen Notar eine Anfrage an die Stadt Erding, ob diese das Erbe im Sinne Friedrichs annehmen will. Nach positiver und freudiger Antwort seitens der Stadt trat das Testament in Kraft. Der Nachlass umfasste 30 000 Mark, deren Zinsen für Fischer´s fröhlichen Tag gedacht waren, eine Brauerei, die Posthalterei, mehrere Gastwirtschaften und zwei landwirtschaftliche Anwesen. Dieses Vermögen sollte nach Wunsch der Fischers nach Möglichkeit erhalten bleiben. Etwaige Verkäufe waren nicht ausgeschlossen – die Erlöse sollten jedoch wieder der Stiftung zurückgeführt werden.

Entgegen der Vorstellung des Stifter-Ehepaares erhöhte sich der Kapitalertrag durch Anwachsen der Zinsen nicht im gewünschten Maße. Sie hofften nämlich, dass der Zinszuwachs der 30 000 Mark 20 Jahre lang gespart werden kann, „damit später der fröhliche Tag in ausgedehnterem Maße gefeiert werden kann […].“ (vgl.: Niedermayer, Hans: Erding und seine Stiftung, S. 158 - 159)

Damit das Testament nicht in Vergessenheit gerät, wurde in diesem auch festgehalten, dass es alle 10 Jahre im Wortlaut vorgelesen wird. Unter den anwesenden Zuhörern sollen vor allem Stadt- und Kreisräte sowie die Mitglieder des Verwaltungsrates sein. Als Entschädigung für den verursachten Pflichttermin bekommen die Mitglieder der beiden Räte bis heute ein kostenloses Mittagessen. (vgl.: http://www.sueddeutsche.de/muenchen/erding/die-stiftung-zum-besten-der-armen-der-distriktsgemeinde-1.1122652)

Fischer´s fröhlicher Tag im Wandel der Zeit

Der erste fröhliche Tag

Nach Annahme des Testaments durch die Stadt fand der erste fröhliche Tag am 20. Juli 1891 unter großer Beteiligung der Bürgerschaft statt. Vor diesem Ereignis traten jedoch Auslegungsfragen des Testamentes auf. Unklar war, welche Schüler mit Schuljugend gemeint waren und ob alle Lehrkräfte teilnehmen dürfen. Nach Rücksprache mit der Witwe Fischer konnte in Erfahrung gebracht werden, dass nur die Werktagsschüler der ansässigen Volksschule und deren aktives Lehrpersonal teilnehmen durften. Hierzu gehörten 196 Jungen, 233 Mädchen und sechs Lehrkräfte. Die Musik-, Turn-, Sing- und Zeichenlehrer waren von der Teilnahme ausgeschlossen, außer sie gehörten z.B. als Mitglieder des Chores zu den Teilnahmeberechtigten. Ein weiteres Problem war, dass der Bürgermeister Theodor Ortner und der Stiftungsvorsitzende Michael Bachmaier den ersten fröhlichen Tag auf Grund des noch nicht abgelaufenen Trauerjahres nicht stattfinden lassen wollten. Auch hier wirkte die Witwe Fischer entgegen und setzte sich im Namen ihres Mannes für die Durchführung ein. Probleme gab es auch bei der Terminfindung. Der ursprünglich veranschlagte 27. Juli erschien ungeeignet, da an diesem Tag das Militäraushebungsgeschäft begann. Darauf hin wurde der Tag um eine Woche vorverlegt.

In der ersten Zeit des fröhlichen Tages hatten die Kinder offenbar noch nicht schulfrei. Sie wurden aus dem Unterricht in den Gottesdienst gebracht, hatten wieder Unterricht und fanden sich gegen 14 Uhr an der Erdinger Turnhalle ein. Dort begann der Kinderzug für den sie sich maskieren durften. Auch in den Folgejahren wurde dies so praktiziert. In diesem Jahr wurden vorab in der Halle drei Fahnen, eine anonym gespendete Festfahne sowie zwei Kinderfahnen, überreicht. Ziel des Umzugs war der Garten der Schießstätte an der Krankenhausstraße. Bevor das eigentliche Fest begann, wurde von einer Sechstklässlerin ein Festspruch vorgetragen. Der erste Satz lautete:

„Den herrlichen Fahnen folgend, welche ein hochsinniger Freund der Kinder uns zur Verherrlichung des Festzuges soeben überreichen ließ, sind wir nun hierher gelangt zu dem Orte, wo uns die freundlichen Züge jenes edlen Mannes im Bilde entgegenschauen, der sein großes Vermögen zum Wohle der Armen bestimmt hat, der sich aber auch in Liebe an uns Kinder erinnerte und uns durch seine Stiftung ermöglichte, hier in den schattigen Räumen dieses Gartens ein gemeinsames Schulfest zu feiern.“

Nach gemeinsamen Singen des Liedes „Stimmt an mit hellem, hohen Klang...“ wurde nun die Brotzeit verspeist. Diese bestand für die Kinder aus Bratwürsten, Semmeln und einem Liter Bier. Bis zum Heimzug gegen 19 Uhr wurden Spiele, wie Sackhüpfen, Blinde Kuh oder Huhnschlagen angeboten.
Neben dem bunten Treiben für die ansässigen Volksschüler gab es, wie im Testament gewünscht, einen Frühschoppen in der Brauerei zur Post und ein Mittagessen für die ca. 20 bis 30 Bedürftigen der Stadt Erding. Dieses bestand aus einem Kalbsbraten, einem Glas Bier und einem Brot. (vgl.: Niedermayer, Hans: Erding und seine Stiftung, S. 160 - 164)

Die fröhlichen Tage bis 1933

Die Feste bis zum Jahre 1933 verliefen im Großen und Ganzen ähnlich wie der erste fröhliche Tag. Es gab jedoch immer wieder Neuerungen und Änderungen bezüglich der Ausführung und des Datums.

1893
Den Wirten wurde ausdrücklich untersagt, Wein anstatt Bier auszuschenken, da die Brauerei im Stiftungseigentum stand.
1894
Den Armen musste zusätzlich ein Teller Suppe serviert werden, ohne dass der Pauschalbetrag von 80 Pfennigen pro Person überschritten wurde.
1895
Der Kinderumzug begann nicht mehr an der Turnhalle, sondern an der Schule.
1898
Nach Klagen über die Qualität der Bratwürste wurde der Wirt der Schießstätte aufgefordert, bessere herzustellen.
1900
Ab diesem Jahr war es nicht mehr möglich, sich Speisen mitbringen zu lassen. Nur wer persönlich erschien hatte ein Anrecht auf diese.

1911
Der fröhlichen Tage wurde durch eine Tombola, bei dem jedes Kind gewinnen sollte, erweitert. Bis zu diesem Jahr wuchsen die für Fischer´s fröhlichen Tag gedachten Zinsen von 800 auf 1666 Mark und 81 Pfennige an.
1913
Es wurde eine Unfallversicherung eigens für diesen Tag abgeschlossen.
1914
Zwei Wochen vor Kriegsbeginn fand der letzte fröhlicher Tag unter Friedensbedingungen statt.
Kriegsjahre bis 1918
Vermutlich wurde nur der Gottesdienst sowie das Kinderfest mit bescheidener Bewirtung abgehalten.
1919
Die Armenspeisung und die Verköstigung der Kinder fielen aus. Als Ausgleich erhielt jedes Kind zwei Mark.
1920
Fischer´s fröhlicher Tag wurde auf das Kinderfest beschränkt.
1921
Das Fest wird wie in den Vorkriegsjahren in vollem Umfang durchgeführt. Die Ausgaben erhöhten sich durch die steigenden Kosten. Ein Zuschuss aus dem Stiftungsvermögen in Höhe von 1200 Mark war die Folge. Es gab erste Überlegungen, den Kindern Limonade anstatt Bier auszuschenken.
1923
Durch die Inflation war ein erneuter Zuschuss aus dem Vermögen der Stiftung notwendig.
1924
Lediglich das Kinderfest wurde abgehalten. Der Festtag war ein Donnerstag, da dieser der Markttag in Erding war und mit einem höheren Besucherandrang zu rechnen war.
1925
Der Stadtrat beantragte wie in einigen Jahren zuvor einen Zuschuss bei der Stiftung. Dieser wurde aber vermutlich nicht genehmigt, da nur der Gottesdienst und das Kinderfest abgehalten wurde. Der Frühschoppen und die Verköstigung der Bedürftigen wurde ausdrücklich zurückgewiesen. Das Wiedereinführen wurde in den folgenden Jahren nicht weiter diskutiert.
1927
Es wurde Kritik an der städtischen Kapitalverwaltung geäußert. Die bis zu diesem Jahr angewachsene Summe in Höhe von 45 000 Mark wurde als Darlehen dem städtischen Elektrizitätswerk und der Stadtkasse zur Verfügung gestellt.
1928: 700jähriges Bestehen der Stadt Erding
Fischer´s fröhlicher Tag fand im Zuge des Volksfestes am 29. August statt.
1929
Der Zuschuss der Stiftung zur Finanzierung des fröhlichen Tags wurde auf höchstens 500 Mark begrenzt.
1930
Der damalige Bezirksoberlehrer kritisierte auf pädagogischer Ebene den kindlichen Bierkonsum und forderte den Stadtrat auf, dies zu unterbinden. Nachdem der Antrag abgelehnt wurde, wendete er sich an den Bezirksarzt, der seine Bedenken teilt. Eine Entscheidung des Bezirksamtes war nun unausweichlich. Das Ergebnis war, dass die Biermenge für die ersten vier Jahrgangsstufen halbiert und der halbe Liter für die höheren Klassen nicht mehr auf einmal ausgegeben werden durfte.
1931
Nach weiteren Diskussionen um den Bierkonsum wurde am 2. Juni durch das Bezirksamt entschieden, dass es zukünftig verboten sei, den Kindern der ersten vier Jahrgangsstufen alkoholische Getränke auszuschenken. Als Reaktion auf diese Verordnung wurde das Kinderfest aus vorgeschobenen Kostengründen abgesagt. Erst als bei einer Krisensitzung die Alkoholgegner überstimmt und ein weiterer Bierausschank vereinbart wurde, konnte doch genügend Geld zur Durchführung bereit gestellt werden. Dies wurde bis in die fünfziger Jahre auch so beibehalten.

Fischer´s fröhlicher Tag im Dritten Reich

1933
Neben dem Kinderfest fand nach der längeren Aussetzung in den Vorjahren auch wieder die Armenspeisung sowie der Frühschoppen statt. Dieser musste jedoch aus eigener Tasche bezahlt werden. Der alljährliche Zuschuss von 500 Mark durch die Stiftung wurde durch Naturalien, welche aus zwei Kälbern und Bier aus der Brauerei bestanden, im Wert von 300 Mark erweitert.
1935
Der fröhliche Tag wurde vom Schuljahresende auf den Beginn des Herbstfestes verlegt. Die Maskierung wurde wieder eingeführt. Sie zeigte Motive der germanischen Sagenwelt. Die Armenspeisung fand wie in den zwei Jahren zuvor in gleicher Weise statt. Lediglich der Gedächtnisgottesdienst wurde nicht als Auftakt des Festes, sondern erst am 26. September gefeiert.
1936
In diesem Jahr musste die Armenspeisung entfallen, da die Wirtschaften die Arbeiter für den Flughafenbau verpflegen mussten. Die zugesagten Stiftungsmittel wurden zur Mütterehrung an Hitlers Geburtstag 1937 zweckentfremdet. Das Fest wurde auch in den folgenden Jahren für die Propaganda der Nationalsozialisten missbraucht. (vgl.: Niedermayer, Hans: Erding und seine Stiftung, S. 166 - 178)

Fischer´s fröhlicher Tag nach dem Zweiten Weltkrieg

Während und in den ersten Jahren nach dem Krieg fanden weder Fischer´s fröhlicher Tag noch das Herbstfest statt. Erst nach der Währungsreform von 1948 konnte der alte Brauch erneut aufleben und war Teil des jährlichen Volksfestes im September. Auch die ursprüngliche Kostümierung der Kinder wurde wieder aufgenommen.
Das zu dieser Zeit einsetzende Wirtschaftswunder hatte jedoch nicht nur positive Auswirkungen auf die Entwicklung der Grundschüler. Einige Kinder zeigten sich nicht sonderlich dankbar bezüglich des Essens und übertrieben es mit dem Bierkonsum. Darauf hin bekamen erst die jüngeren Schüler Apfelsaft und später alle Kinder Limonade anstatt Bier. Zudem gab es nun drei Wiener und nicht mehr die bisher ausgegebenen zwei Paar Bratwürste. Die Kriegsjahre in Verbindung mit der Inflation hatten zur Folge, dass das für Fischer´s fröhlichen Tag angelegte Kapital nicht mehr vorhanden war. Der Frühschoppen und die Armenspeisung fielen vollständig weg. Lediglich der fröhliche Tag wurde von der Stadt und der Stiftung weiterhin finanziert. Im Laufe der Jahre entfernte sich die Durchführung des Tages immer mehr von den ursprünglichen Vorstellungen des Stifter-Ehepaares.
Durch die Verschiebung der Sommerferien in den September ergab sich ein weiteres Problem in Bezug auf die Teilnahme, da viele Schüler und Lehrer zum Zeitpunkt des Herbstfestes vereist waren.
Im Jahre 1979 erinnerte man sich wieder an den eigentlichen Stifterwillen. Nach Rückbesinnung auf diesen wurde der fröhliche Tag erneut verändert. Durch die Eingemeindung von Altenerding und Langengeisling im Jahre 1978 stieg die Anzahl der berechtigten Kinder erheblich an. Daraufhin beschränkte man die Teilnahme auf die Grundschüler des neuen Mittelzentrums. Dies waren 1979 immer noch über 1500 Kinder. Ab 1980 wurden die Kinder der Sonderschule für Lernbehinderte ebenfalls eingeladen, diesen Tag zu feiern. (vgl.: Niedermayer, Hans: Erding und seine Stiftung, S. 178 - 180)

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Bis heute findet das Fest durch die Genehmigung eines zusätzlichen schulfreien Tags durch das Schulamt wieder im Juli statt. Die Anzahl der drei Wiener verringerte sich auf ein Paar Wiener sowie eine Breze und eine Flasche Limonade. Durch den Zuwachs der muslimischen Kinder werden extra für diese auch Käsesemmeln ausgegeben. (vgl.: Niedermayer, Hans: Erding und seine Stiftung, S. 158 - 180)

Fazit

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Auch in Zukunft werden die Eheleute Fischer in bester Erinnerung bleiben. Durch ihr Testament und dem einhergehenden großzügigen Geschenk an die Stadt Erding bewiesen sie trotz ihres eigenen schweren Schicksals, dass ihnen die Erdinger Kinder sehr wichtig waren.

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Durch die produktive Zusammenarbeit der Stadt Erding und Fischer´s Wohltätigkeitsstiftung ist es möglich, den Kindern ein Fest zu schenken, welches inzwischen eine über 120-jährige Geschichte aufweisen kann.

Weblinks

http://www.fischers-wohltaetigkeitsstiftung.de/index.htm

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/erding/die-stiftung-zum-besten-der-armen-der-distriktsgemeinde-1.1122652

Belege, Literatur

Niedermayer, Hans: Erding und seine Stiftung: Festschrift zum 100jährigen Bestehen der Fischers Wohltätigkeitsstiftung Erding 1891 – 1991, Fischers Wohltätigkeitsstiftung, 1991, S. 158 – 181.

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Diese Seite wurde zuletzt am 9. März 2017 um 11:56 Uhr geändert. Diese Seite wurde bisher 8.938-mal abgerufen (to Cache).
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