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Engerlmarkt im Kloster Thierhaupten

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Der "Engerlmarkt" im Kloster Thierhaupten ist ein ganz besonderer Weihnachtsmarkt in der Region von Augsburg. Er findet seit dem Jahr 2005 immer an den ersten beiden Adventswochenenden im Klosterinnenhof und im ehemaligen Kuhstall des Klosters Thierhaupten statt. 2011 und auch 2012 wurde er von den Lesern der Augsburger Allgemeinen Zeitung per Internetvoting mit großem Abstand zum "schönsten Weihnachtsmarkt" der Region gekürt.

Termin

Dieser Brauch ist vom 01.12.2017 bis zum 23.12.2017.
Er findet jedes Jahr zu diesem Datum statt.

Ablauf

Eine Besonderheit auf dem Weihnachtsmarkt ist auch die vom „Freundeskreis des Klosters Thierhaupten“ organisierte jährliche Ausstellung in den Innenräumen des Klosters. Dieses Jahr (2012) fand so eine Fotoausstellung zum Thema "Bräuche im Bayerischen Schwaben" statt, die viele Besucher anzog und begeisterte. Im letzten Jahr hatte die Ausstellung den Titel „Weihnachtliches aus dem Erzgebirge“.

AWeihnachtsmarkt Thierhaupten - Eingang.jpg

Der "Engerlmarkt" in der Marktgemeinde Thierhaupten ist ein Weihnachtsmarkt mit ganz besonders viel Charme. Seit acht Jahren findet er nun in den Gemäuern des historischen ehemaligen Benediktinerklosters der Marktgemeinde statt und lockt jedes Jahr mehr Besucher an. Denn hier kann man noch die alten Handwerkskünste in ihrer Reinform bestaunen. Die Verkäufer der vielzähligen Stände - die im Klosterinnenhof kreisförmig um den Park aufgebaut sind - sind nämlich zumeist Hobbyhandwerker und Künstler aus den umliegenden Gemeinden, die ihre Waren selbst daheim oder teilweise sogar vor Ort herstellen.

Weihnachtsmarkt Thierhaupten - Schneemann.jpg

So findet man neben dem hell erleuchteten Weihnachtsbaum auf dem Weihnachtsmarkt unter anderem auch Glaskünstler, Krippenbauer, Schreiner und viele andere Einheimische, die ihre Waren anbieten und den Flair eines Kunst-Weihnachtsmarktes verbreiten. Und auch für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt. Denn neben den üblichen Ständen mit süßen Weihnachtsleckereien, bieten die Vereine aus dem Ort den Besuchern selbstgemachten Glühwein, Punsch und Essen (z.B. Gulasch im Brotteig) an oder man kann im Warmen kulinarisch in der Klostergaststätte schlemmen. Für diejenigen denen es schnell kalt wird, sind auch im ehemaligen Kuhstall des Klosters einige Stände aufgebaut. Hier findet man neben Kinderspielzeug, Schmuck, selber gemachten Seifen, selbstgemachten Kerzen und Figuren aus Bienenwachs, auch einen ganz besonderen Stand. Dieser wird von ehrenamtlichen Helfern der Tschernobyl-Hilfe betrieben (Siehe Interviews). Die Damen verkaufen selbstgemachte Adventskränze und Weihnachtsgestecke, Lose und selbstgestrickte Socken und spenden ihren kompletten Erlös dem Verein. Selbst das benötigte Material für Kränze etc. zahlen sie aus eigener Tasche, damit kein Gewinn verloren geht.

Weihnachtsmarkt Thierhaupten - Ritter.jpg

Eine ganz außergewöhnliches Schmankerl des „Engerlmarktes“ ist auch das "Lagerleben", mit über 70 Fieranten und den Landsknechten der Marktgemeinde Thierhaupten. Hier kann man noch zwischen mittelalterlichen Zelten einen echten Schmied bei seiner Arbeit beobachten, es gibt Feuerschlucker und Gaukler die ihr Können zeigen, alle tragen handgenähte mittelalterliche Gewänder, die man auch kaufen kann, es wird am offenen Feuer gekocht und Fackeln, Dekoration und Strohballen sorgen für eine urig schöne Stimmung, die man auch gern bei einem Glas heißem Met genießt.

Für die musikalische Umrahmung auf dem „Engerlmarkt“ sorgen der Musikverein des Marktes Thierhaupten, die Turmbläser aus der Nachbargemeinde Baar, die Gesangsgruppe "Animalheadson Singers", „Cantico“, der Gesangverein "Harmonie" Thierhaupten und die Jugendkapelle Thierhaupten. So, dass auch in diesem Bereich für jeden Geschmack etwas dabei ist.

Und natürlich bietet „Engerlmarkt“ auch seinen kleinen Gästen viel Abwechslung und Spaß. Denn für sie ist nämlich noch viel mehr geboten, als nur der große Spielplatz im Klosterinnenhof. Die Kinder können sich beim Marionettentheater unterhalten lassen, Stockbrot am offenen Feuer rösten, Kerzenziehen, im Märchenzelt der Landsknechte in eine Zeit von 1001 Nacht reisen, Ponyreiten, Bogenschießen, im kleinen Streichelzoo die Schafe besuchen, sich als Engel fotografieren lassen und/oder sich auf der Strohhüpfburg austoben.

Und zum Höhepunkt des Abends kommt dann auch noch der Nikolaus vorbei und verteilt Geschenke.

Das Highlight des „Engerlmarktes“ ist aber der sogenannte "Engerlgruaß" aus den Fenstern des Klausurgebäudes, der jeden Abend um 18 Uhr stattfindet. Mit Lichtern, Musik und Gesang grüßen die "Engel" die Besucher und wünschen ihnen in bayerischer Mundart ein schönes und gesegnetes Weihnachtsfest.

Veranstalter:

Veranstalter des „Engerlmarktes“ ist die Marktgemeinde Thierhaupten. Gemeinsam mit dem ehrenamtlichen Hauptorganisator Herrn Franz Roßkopf und Herrn Wilhelm Schmitz (zuständig für Elektrizität, Beleuchtung und Technik) koordiniert die Marktgemeinde alle wichtigen Punkte, die den Weihnachtsmarkt betreffen.

Geschichte des Klosters Thierhaupten:

Der Sage nach verlief sich Herzog Tassilo III. von Bayern um 750 n.Chr. bei der Jagd in den Wäldern der Lechauen. Nachdem er stundenlang umhergeirrt war, fühlte er sich am Ende seiner Kräfte und betete zu Gott, dass er ihn retten möge. Dabei versprach er dem Herrn, dass er - wenn ihm geholfen würde - ein Kloster an der Stelle errichten würde, an der er aus dem Wald herausfinde. Da plötzlich erschien Tassilo eine Hirschkuh und führte den Herzog aus dem Wald. Zutiefst dankbar erinnerte er sich an sein Versprechen und gründete an dieser Stelle ein Benediktinerkloster, das er den Heiligen St. Peter und Paul weihte. Noch heute trägt die Kirche in Thierhaupten diesen Namen und das Wappen der Marktgemeinde wird von einer Hirschkuh auf blau-weißem Hintergrund geziert.

Kloster und Kirche sind allerdings schon lang nicht mehr in Benediktinerhand. Denn nach der Säkularisation im Jahre 1803 kam die Klosteranlage als Gutshof in private Hände, bis schließlich der Markt Thierhaupten 1983, das zu diesem Zeitpunkt völlig desolate Kloster, erwarb. Erst nach 16 Jahren Sanierung konnte die Klosteranlage am 14. Mai 2000 durch den Bischof Dr. Viktor Josef Dammertz eingeweiht werden. Seitdem haben in den Räumlichkeiten des Klosters einige überregional bedeutsame Institutionen (u.a. die Schule für Dorf- und Landentwicklung (SDL) und die größte Außenstelle des Landesamtes für Denkmalpflege in Bayern), örtliche Vereine, die Pfarrgemeinde und eine Gaststätte nebeneinander eine Heimat gefunden. Das Kloster Thierhaupten hat sich über die Jahre zu einer Stätte der Kultur, der Fortbildung und Begegnung entwickelt und bietet seiner Gemeinde nun auch seit 2005 das schönste Ambiente für den „Engerlmarkt“.

Interviews:

Herr Franz Neher (1. Bürgermeister Markt Thierhaupten):

Herr Bürgermeister Neher wie steht die Marktgemeinde Thierhaupten mit dem „Engerlmarkt“ in Zusammenhang?

Die Marktgemeinde Thierhaupten ist zum einen Eigentümer des Klosters und zum anderen Veranstalter des „Engerlmarktes“. Zu Beginn wurde der Markt noch durch den Imkerverein organisiert. Später hat die Marktgemeinde die komplette Finanzierung übernommen und trägt jetzt die Kosten für Versicherungsschutz, Werbung, Presse, Materialien und Anschaffungen wie zum Beispiel die neuen Verkaufsstände im Außenbereich.


Wie funktioniert die Zusammenarbeit zwischen der Marktgemeinde und den Organisatoren?

Der Erfolg des „Engerlmarktes“ ist für uns sehr wichtig. Deshalb gibt es eine sehr enge Zusammenarbeit zwischen der Marktgemeinde und den ehrenamtlichen Organisatoren Herrn Roßkopf und Herrn Schmitz. Gerade was die Punkte Anschaffungen, Werbung und Presse betrifft, wird alles gemeinsam abgestimmt. Das Ziel ist es den „Engerlmarkt“ jedes Jahr immer weiter zu optimieren.


Warum glauben Sie wird der „Engerlmarkt“ in Thierhaupten immer populärer?

Der „Engerlmarkt“ hat sich in den letzten Jahren immer mehr vergrößert und die Besucherzahlen wachsen stetig. Das liegt wohl zum einen an unserer Werbung in der Augsburger Allgemeinen, in der Stadtzeitung und im Mitteilungsblatt der Marktgemeinde Thierhaupten, zum anderen aber sicherlich an der sehr guten Mundpropaganda. Die Menschen fühlen sich wohl hier, weil alles etwas anders ist als auf anderen Weihnachtsmärkten.

Was macht den „Engerlmarkt“ Ihrer Meinung nach so besonders?

Der „Engerlmarkt“ in Thierhaupten ist nicht austauschbar und hat ein Alleinstellungsmerkmal in der Region. Die außergewöhnliche Atmosphäre der Klosteranlage, die vielen unterschiedlichen Aussteller, das Lagerleben der Landsknechte, die Sonderausstellungen, das vielfältige Kinderprogramm und der „Engerlgruaß“ machen aus diesem Weihnachtsmarkt etwas ganz Besonderes. Er spricht nicht nur alle Altersklassen, sondern auch alle Sinne an. Nicht umsonst ist unser „Engerlmarkt“ 2012 - zum zweiten Mal hintereinander - von den Lesern der Augsburger Allgemeinen Zeitung zum schönsten Weihnachtsmarkt der Region gekürt worden.


Lohnt sich der „Engerlmarkt“ für die Marktgemeinde Thierhaupten?

Was das Finanzielle angeht sicherlich nicht. Wir haben einiges an Geldern investiert und deshalb wird es wohl noch ein paar Jahre dauern, bis sich Kosten und Gewinn eventuell ausgleichen. Trotzdem konnten wir durch den „Engerlmarkt“ 2011 und 2012 jeweils 500 Euro zusätzlich an den örtlichen Kindergarten für Neuanschaffungen geben. Doch das „Minusgeschäft“ ist für uns als Gemeinde nebensächlich. Viel wichtiger ist es, dass Thierhaupten durch seinen eigenen Weihnachtsmarkt an Attraktivität gewonnen hat – für Einheimische und Besucher. Außerdem fördert er das Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Marktgemeinde, da auch die Vereine aus dem Ort immer stärker in das Geschehen involviert sind und durch Stände, wie zum Beispiel den der Tschernobyl-Hilfe, kann der "Engerlmarkt" sogar einem karitativen Zweck helfen. Für uns als Marktgemeinde hat der "Engerlmarkt" nur positive Seiten.

Was genau verbindet die GfI-Augsburg (Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration) mit dem „Engerlmarkt“?

Die gemeinnützige GmbH GfI-Augsburg ist Träger der freien Jugendhilfe und Mitglied im paritätischen Wohlfahrtsverband. Seit Jahren schon nimmt die GfI, mit Schreinermeister Peter Wünsch, am Thierhaupter „Engerlmarkt“ teil. Herr Wünsch arbeitet mit jungen Erwachsenen, die im ersten Arbeitsmarkt bisher nicht vermittelt werden konnten und führt mit ihnen praktische Holzarbeiten durch. So haben sie zum Beispiel gemeinsam die Krippe für den Markt, Schlitten und Beschilderungen gebaut und Verbesserungen an den Ständen durchgeführt. Die Erfahrung zeigt, dass diese praktischen Schreinerarbeiten den jungen Erwachsenen viel Anerkennung und Freude bereiten. Sie werden vom Markt Thierhaupten jedes Jahr zu einer Abschlussveranstaltung in die Gaststätte im Kloster eingeladen und ihre Leistungen werden gewürdigt.

Frau Sonja Gastl (Organisatorin GfI)

Frau Sonja Gastl (Organisatorin GfI) Telefonat vom 29.01.2013:

„GfI hilft Menschen, denen aus beruflichen, sozialen und persönlichen Problemen in der Gesellschaft eine Ausgrenzung droht. Bei uns bekommen sie sozialpädagogische Beratung und Betreuung. Das Ziel dabei ist die Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess.“

Herr Franz Roßkopf (Ehrenamtlicher Hauptorganisator des „Engerlmarktes“):

Herr Roßkopf, seit wann sind sie Hauptorganisator des „Engerlmarktes“ und wie kam es dazu?

Zu Beginn des „Engerlmarktes“(2005) war der Imkerverein für die Organisation verantwortlich. Ich war zu dieser Zeit auch schon Helfer, habe aber die Aufgabe des Hauptorganisators erst nach drei Jahren übernommen und der Markt Thierhaupten wurde zum Veranstalter des „Engerlmarktes“. Die Idee für einen Weihnachtsmarkt kam hingegen eher zufällig. Der damalige Wirt der Klostergaststätte hatte im Winter immer eine Art „Saure-Gurken-Zeit“ und man hat überlegt, wie man das ändern könnte. So kam dann die Idee für einen Weihnachtsmarkt im Kloster auf und der „Engerlmarkt“ entstand.

Wie viele Helfer haben Sie die Sie bei ihrer Arbeit unterstützen?

An sich bin ich allein zuständig für die Organisation des Weihnachtsmarkts. Um technische Angelegenheiten kümmert sich allerdings Herr Schmitz, der auch einen Süßwarenstand auf dem „Engerlmarkt“ betreibt. Außerdem gibt es einige Ehrenamtliche, die bestimmte meiner Ideen verwirklichen und der Markt Thierhaupten finanziert alle Projekte und Kosten rund um den Weihnachtsmarkt.

Was zählt alles zu Ihren organisatorischen Aufgaben?

Eigentlich alles. Also die Auswahl der Standbetreiber, die Zuteilung der Stände, der Entwurf von Plakaten, der Bau von Plakatständern, die Anschaffung von diversen Materialien wie zum Beispiel Stroh oder Tannenzweigen. Ja und das größt Projekt bisher war eigentlich der Entwurf und Bau der Marktstände. Ich habe die Stände entworfen und sechs ehrenamtliche Fachleute haben die Stände (30) für den Markt gebaut. Da die Herren aber inzwischen schon in ein gewisses Alter gekommen sind, ist es momentan schwierig über noch mehr Stände nachzudenken. Denn ohne die ehrenamtlichen Helfer ist so was sehr schwer finanzierbar.

In welchem Monat beginnt für Sie die Organisation des „Engerlmarktes“?

Sobald der „Engerlmarkt“ vorbei ist, beginnt die Organisation für den „Engerlmarkt“ im nächsten Jahr. Man glaubt gar nicht wie weit im Voraus das alles geplant ist. Aber die „Hochphase“ - wenn man sie so nennen will – ist ungefähr im Juli/August.

Was hat sich auf dem „Engerlmarkt“ alles verändert in den letzten Jahren?

Der Markt hat sich stark vergrößert. Am Anfang hatten wir Innen – im ehemaligen Kuhstall – nur 18 und Außen nur drei Stände. Inzwischen sind es Innen und Außen jeweils circa 30.
Am Anfang war es auch schwieriger die Fieranten für den „Engerlmarkt“ zu begeistern. Schließlich war er ja recht unbekannt. Jetzt fragen sie von ganz allein an und die Anfragen kommen nicht mehr nur von Standbetreibern aus dem direkten Umkreis, sondern auch aus Heidenheim, Ansbach und Nördlingen. Ich habe schon jetzt (Januar 2013) Anfragen für den Markt 2013und wir können auch schon lang nicht mehr alle Anfragen annehmen.
Und natürlich kommen auch immer mehr Besucher. Die Kombination aus historischem, herkömmlichen und kinderfreundlichen Weihnachtsmarkt kommt bei den Besuchern sehr gut an.

Warum findet der „Engerlmarkt“ nur an den ersten beiden Adventswochenenden statt?


Wir haben uns für die ersten beiden Adventswochenenden entschieden, weil an den anderen Wochenenden zu viele andere Weihnachtsmärkte im Umkreis stattfinden. Ein Weihnachtsmarkt muss sich ja für die Beteiligten auch lohnen und ist sowieso schon vom Wetter abhängig. Da muss man „Konkurrenzmärkte“ terminlich schon auch im Auge behalten. Eventuell wäre es eine Idee, dass irgendwann noch die Freitage als Öffnungstage dazu kommen. Aber das wird sich zeigen.

Haben Sie für die nächsten Jahre schon Ideen im Kopf?


Für das zehnjährige Jubiläum sind schon einige Gedanken in meinem Kopf, aber das ist alles noch nicht spruchreif. Wichtig ist immer größtmögliche Vielfalt zu bieten. Deshalb will ich noch versuchen einen alten Glasbläser zu finden und eventuell einen traditionellen Bäcker mit alten Öfen. Für die Kinder könnte man eine „Tannenirrfahrt“ organisieren und rein generell gibt es noch so viele Punkte, die man verbessern und optimieren könnte – da gehen die Ideen nicht so schnell aus.

Frau Heidi Bentele („Hilfe für Kinder aus Tschernobyl“ e.V. Region Nordschwaben):

Frau Bentele seit wann gibt es Ihren Verein und warum haben Sie ihn gegründet?

Gegründet haben wir (ich, Heide Harlander und Udo Scheuerpflug) unseren Verein „Hilfe für Kinder aus Tschernobyl“ im September 1998.
Als am 26.04.1986 in Tschernobyl (Ukraine) ein Block des dortigen Atomkraftwerks explodierte, gingen 75 Prozent der dadurch freigesetzten Radioaktivität in einer Wolke über dem nur 70 Kilometer entfernten Gomel nieder, der zweitgrößten Stadt Weißrusslands. Dies entspricht der 200-fachen menge der Atombombenexplosionen in Hiroshima und Nagasaki. Die gesundheitlichen Folgen der bisher größten Umweltkatastrophe sind auch heute, viele Jahre nach dem Gau, in ihrer ganzen Tragweite noch immer nicht absehbar. Die Lebensgrundlage ganzer Regionen ist für Jahrtausende verseucht und zerstört und trotzdem müssen heute rund 1,8 Millionen Menschen, darunter 480.000 Kinder, in diesen radioaktiv verstrahlten und lebensgefährlichen Gebieten leben. Um diesen Menschen – und vor allem den Kindern - so weit wie möglich zu helfen haben wir unseren Verein gegründet.


Wie helfen Sie den Menschen?

Wir versuchen den Menschen in Gomel auf vielfältige Weise zu helfen. So organisieren wir Hilfstransporte, kaufen medizinische Geräte, Medikamente, Lebensmittel und Hygieneartikel, übernehmen Patenschaften, zahlen die Untersuchungs- und Behandlungskosten der Kinder und kümmern uns darum, dass sie aus Gomel nach Deutschland reisen können, um hier Erholungsaufenthalte wahrnehmen zu können und übernehmen ihre Reise- und Versicherungskosten.

Wie schaffen Sie es Ihren Verein zu finanzieren?

Vor allem durch viele Spenden (Geld- und Sachspenden) und durch noch viel mehr ehrenamtliche Helfer. Auch unser Stand hier auf dem „Engerlmarkt“ könnte ohne sie gar nicht bestehen. Denn nicht nur, dass sie nicht bezahlt werden für die Zeit die sie hier arbeiten – nein, alle Waren die wir verkaufen sind von unseren Ehrenamtlichen auch selbst hergestellt und sogar die Materialkosten haben wir privat übernommen. So kann auch wirklich jeder einzelne eingenommene Euro den Kindern helfen. Das ist der Grund warum wir das gerne tun.

Belege, Literatur

  • Mitteilungsblatt des Marktes Thierhaupten. Ausgaben von November 2011 (Nummer: 341), November 2012 (Nummer 251) und Dezember/Januar 2012/2013 (Nummer: 352). Herausgeber: Markt Thierhaupten.
  • Jubiläumsschrift zur 1250-Jahr-Feier Thierhaupten (April 2000). Herausgeber: Markt Thierhaupten


Gewährspersonen

Interviews:

  • 1. Bürgermeister der Marktgemeinde Thierhaupten Herr Franz Neher
  • Hauptorganisator des „Engerlmarkts“ Franz Roßkopf
  • Frau Heidi Bentele „Hilfe für Kinder aus Tschernobyl“ e.V. Region Nordschwaben
  • Telefonat mit Frau Sonja Gastl (GfI).

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Diese Seite wurde zuletzt am 2. Mai 2013 um 14:37 Uhr geändert. Diese Seite wurde bisher 8.845-mal abgerufen (to Cache).