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Die Eldernprozession

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Jedes Jahr am Pfingstmontag wird das Gnadenbild "Unsere Liebe Frau von Eldern" von den Gläubigen aus Ottobeuren und den umliegenden Dörfern in einer feierlichen Prozession an seinen Ursprungsort, die 2 km entfernte Kapelle St. Maria in Eldern getragen, wo eine heilige Messe gefeiert wird. Das Gnadenbild verweilt den ganzen Tag dort, um den Gläubigen die Gelegenheit zu geben, mit ihren Sorgen, Bitten und Anliegen zur Heiligen Mutter Gottes zu beten. Am Abend wird es in einer feierlichen Lichterprozession nach Ottobeuren in die Basilika zurück begleitet.

Termin

Dieser Brauch ist am 20.05.2013.

Ablauf

1. Geografie

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Die ca. 8000 Einwohner umfassende Verwaltungsgemeinde Ottobeuren ist vor allem durch die 1764, im Spätbarock erbaute Basilika und das dazugehörige, 764 errichtete Benediktinerkloster bekannt. Zu Ottobeuren und damit zu den ca. 8000 Einwohnern zählen auch die 100 Einwohner, die in Eldern leben. Eldern selbst liegt ca. 2 km südlich von Ottobeuren und ist vor allem wegen des Fundes einer Marienstatue 1466 und den darauf einsetzenden Wunderheilungen bekannt. Heute kann man im Wallfahrtsort Eldern die Wallfahrtskapelle, wie sie in ihrem heutigen Zustand seit 1932 existiert, besuchen. Die Marienstatue selbst befindet sich nicht mehr in Eldern sondern in der Basilika in Ottobeuren, wo sie jährlich von mehreren tausend Pilgern und Wallfahrern aufgesucht wird. Ottobeuren und Eldern stehen vor allem wegen der jährlich stattfindenden Eldernprozession am Pfingstmontag in besonderer Verbindung, die in folgendem Artikel näher dargestellt werden soll.

2. Definition: Prozession

Bevor der Ablauf der Eldernprozession beschrieben wird, soll zunächst eine kurze Definition des Begriffs Prozession gegeben werden: Der Begriff Prozession leitet sich vom lateinischen Wort procedere ab, was übersetzt voranschreiten, vorrücken bedeutet. Das Wort kann einerseits in religiösem, andererseits in weltlichem Kontext verstanden werden. Unter religiösem Gesichtspunkt ist bei einer Prozession ein religiöses Ritual gemeint, bei dem die Gläubigen in Form eines Fußmarsches, welcher in seiner Aufstellung bestimmten Regeln folgen muss, einen feierlichen Umzug vollziehen. Oft wird der Umzug von einem vorangetragenen Kreuz geleitet. Im Mittelpunkt des Prozessionszuges steht dabei, je nach Anlass, ein Verehrungsgegenstand, beispielsweise das Allerheiligste, Heiligenfiguren oder Gnadenbilder. Während des Fußmarsches werden Litaneien, Andachten oder Rosenkränze gebetet. Die bekanntesten Prozessionen der katholischen Kirche sind die Fronleichnams-, die Palm- oder die Pfingstprozessionen.
In weltlichem Sinne versteht man unter Prozessionen Paraden, Demonstrationen, Trauer- oder Festzüge.
In religiösem wie auch in weltlichem Sinne steht das gemeinsame Gehen, das sich auf den Weg machen hin zu einem bestimmten Ziel` bei jeder Prozession im Mittelpunkt.

3. Die Eldernprozession

Jährlich am Pfingstmontag wird das Gnadenbild "Unsere Liebe Frau von Eldern" von Ottobeuren in einer feierlichen Prozession an seinen Ursprungsort, die 2 km entfernte Kapelle St. Maria in Eldern gebracht. Ca. 2000 Pilger aus Ottobeuren und den umliegenden Dörfern und Weilern begleiten die Muttergottes auf diesem Weg. Zu den Pilgern zählen neben den Ministranten, den Mönchen der Benediktinerabtei sowie der Blasmusik vor allem die Pilger aus der Pfarreiengemeinschaft Ottobeuren, Hawangen, Böhen und Ollarzried. Um die mitgetragenen Fahnen, Messgewänder und Figuren nicht zu beschädigen, findet die Prozession nur bei schönem Wetter statt.

Der Ablauf

Die Gläubigen werden durch das Läuten der Hosanna Glocke, der größten der sieben Glocken der Basilika Ottobeuren, um 07:00 Uhr am Pfingstmontagmorgen informiert, dass die traditionelle Prozession nach Eldern gefeiert werden kann. Läuten statt der einzelnen Hosanna Glocke alle sieben Glocken um 08:45 Uhr, so wird auf Grund widriger Wetterbedingungen nur ein Festgottesdienst um 09:00 Uhr in der Basilika in Ottobeuren gefeiert, die Prozession entfällt.
Findet die Prozession statt, so versammeln sich die Pilger um 08:15 Uhr auf dem Marktplatz vor der Basilika in Ottobeuren. Dort erwarten sie die Muttergottes, welche von ca. 30 Ministranten und den 22 Mönchen des Benediktinerklosters in einem feierlichen Zug aus der Basilika getragen wird.
Der Prozessionszug.jpg
Auch die Blaskapelle hat Stellung aufgenommen, um die Prozession mit Marienliedern musikalisch zu gestalten. Wie in der Definition bereits erwähnt, erfolgt die Aufstellung einer bestimmten Ordnung: Ein Ministrant, welcher links und rechts von zwei Fahnen begleitet wird, leitet den Festzug mit einem Kreuz. Dahinter folgen die Mitglieder des Pfarrgemeinderats und der Kirchenverwaltung. Nun reihen sich kirchliche Vereine wie beispielsweise der Trachtenverein, der Kolpingverein, der Veteranenverein oder die Landjugend mit ihren charakteristischen Vereinsfahnen ein, die bis nach Eldern getragen werden. Die Heiligenfiguren wie zum Beispiel die hl. Kreszentia, der hl. Sebastian, der hl. Josef uvm. werden von Gläubigen getragen die oftmals ein Ehrenamt ausüben. Als nächstes stellen sich die Kommunionkinder mit ihren schönen Anzügen und Kleidern auf, dahinter läuft der Konvent der Benediktinerabtei mit deren Oberhaupt, dem derzeitig amtierenden Abt Paulus Weigele OSB. Im Zentrum des Festzuges befindet sich nun das Zentrum des heutigen Tages, das Gnadenbild. Auch dies wird von zwei ehrenamtlichen Ottobeurer Bürger getragen. Jedes Jahr an diesem besonderen Feiertag wird ein Hauptzelebrant aus einer anderen Pfarrei nach Ottobeuren eingeladen, welcher auch die Festpredigt hält. Dieser folgt im Prozessionszug hinter dem Gnadenbild. Nach der Blaskapelle und dem Kirchenchor reihen sich der Bürgermeister und die Gemeinderäte ein, dahinter folgen die restlichen Gläubigen, das Volk Gottes.
Während des Fußmarsches zur 2 km entfernten Gnadenkapelle werden ein Rosenkranz, Psalmen und Liturgien gebetet sowie Marienlieder gesungen. Die Gebete leitet ein Vorbeter; die Lieder, für die es ein extra angefertigtes Liedblatt gibt, das jährlich wiederverwendet wird, gestaltet die Blaskapelle. Treffen die Gläubigen nach ca. 45 Minuten in Eldern ein, so e
Der Festgottesdienst.jpg
rwartet die dort ein festlich aufgebauter Altar unter freiem Himmel, da die Gnadenkapelle die ca. 2000 Gläubigen nicht fassen würde. Der wunderschön aufgestellte Altar wurde vom Pfarrgemeinderat bereits um 05:00 Uhr des gleichen Morgens aufgebaut und feierlich geschmückt. Hier feiern die Gläubigen nun die heilige Messe, die Predigt wird dabei vom Festprediger gehalten.
Nach der Eucharistiefeier bleiben die Heiligenfiguren sowie das Gnadenbild den ganzen Tag in der Gnadenkapelle. Die Gläubigen sollen dadurch die Möglichkeit haben, mit ihren Bitten und Anliegen "Unsere Liebe Frau von Eldern" an ihrem Ursprungsort aufsuchen zu können. Nach der Eucharistiefeier trennen sich die Wege der Gläubigen, die meisten gehen wieder zu Fuß nach Ottobeuren zurück. Verschlechtert sich das Wetter bis zum Abend, so kündet das Läuten aller Glocken der Basilika um 19:15 Uhr eine Marienfeier in dieser um 19:30 Uhr an. Ist das Wetter jedoch beständig, so wird das Gnadenbild in einer Lichterprozession von Eldern nach Ottobeuren in die Basilika zurück geleitet. Auch hier verkündet die Hos
Die Lichterprozession.jpg
anna Glocke das Stattfinden, wenn sie um 19:00 Uhr läutet. Die Gläubigen treffen sich um 21:00 Uhr direkt in Eldern und nehmen die gleiche Aufstellung wie am Vormittag ein. Alle Pilger tragen Kerzen, um die Heilige Muttergottes auch bei Einbruch der Dunkelheit wieder sicher nach Ottobeuren zu begleiten. Einige Ottobeurer, deren Haus am Wegrand liegt, schmücken die Fenster mit Kerzen und roten Tüchern, um den Prozessionszug im Ort zu begrüßen. Auf dem Marktplatz wird der Pilgerzug durch das Läuten aller sieben Glocken der Basilika um ca. 22:00 Uhr willkommen geheißen. In der Basilika feiern die ca. 2000 Gläubigen eine abschließende Maiandacht, welche von der Blasmusik und dem Gottesvolk durch das Marienlied "Segne du Maria" feierlich beendet wird.

Das Gnadenbild.jpg
Das Gnadenbild

Das Gnadenbild, das 1466 entdeckt wurde, kam 1841 erstmals in die Basilika nach Ottobeuren. Der damals amtierende Abt Barnabas Huber entschied, die schadhaften Stellen, die im Laufe der Jahrhunderte entstanden sind, auszubessern und ein neues Jesuskind aus Ton dazu zu modellieren, das auf der linken Seite Mariens zu sitzen kam. Marien- und Jesusfigur wurden dabei im Stil des 19. Jahrhunderts gehalten.
1918 wurde das Gnadenbild abermals restauriert. Die Wachsschicht, mit der das Gnadenbild 1841 überzogen worden war, wurde entfernt und die gröbsten Beschädigungen verbessert. Das 1841 modelliert Jesuskind wurde wieder auf die linke Seite Mariens gesetzt. Nun erstrahlte das Gnadenbild in seinem ursprünglichen Zustand, unter dem es auch heute noch bekannt ist. Außerdem wurde zu Marias Rücken ein Eldernbaum angebracht, vor dem "Unsere Liebe Frau" nun mit dem Jesuskind auf ihrem Schoß sitzend anzubeten ist. Das in dieser Form bestehende Gnadenbild befindet sich seit 1841 in der Nische des Alexanderaltars, der seit dem auch Eldernaltar genannt wird und jährlich von tausenden Pilgern aufgesucht wird. Die auch heute noch zunehmenden Verehrungen sowie der Ehrenplatz des Gnadenbildes in der Ottobeurer Kirche waren der Anlass, der Papst Pius XI. dazu bewog, dieses Gotteshaus am 25. Januar 1926 zur Päpstlichen Basilika, der basilica minor zu erheben.

Das Elderngebet- "Foederis arca"

Ein Gebet, das seinen festen Platz in jeder Eldernprozession hat, ist das Elderngebet. Hier wird Maria als die "Arche des Neuen Bundes", als die "Foederis arca" bezeichnet. Die Entstehung des Gebetes ist in das 15. Jahrhundert einzuordnen. Bereits kurz nach der Entdeckung des Gnadenbildes 1466 wurden von den Gläubigen Lob-, Bitt- und Dankgebete zu "Unserer Lieben Frau von Eldern" geschrieben, um die Muttergottes auf diese Weise zu loben und ihr für die Erhörung der Gebete Dank zu sagen, aber auch um sie um ihren Schutz und ihre Hilfe zu bitten. Das Bekannteste der überlieferten Gebete ist das Elderngebet:

Unsere liebe Frau von Eldern, Gottesmutter Maria,

wir grüßen Dich als die Arche des Neuen Bundes, als die Arche des Heiles.

Wie einst das auserwählte Volk sich dem Heiligtum der Bundeslade nahte,

so kommen auch wir voll Vertrauen zu Deinem Gnadenthron.

Halte fern von uns mit Deiner gütigen Mutterhand alles Übel und Unheil.

Schütze und schirme uns in jeder Gefahr.

Unsere Heimat, unser Volk, unsere Kirche, alle seien Deinem Schutze anbefohlen.

Du Arche des Bundes, Gottesmutter Maria, Gesegnete der Frauen, wir rufen und flehen zu Dir, um Deinen Muttersegen.

Segne uns Mutter an Leib und Seele, segne uns in Freud und Leid, in Arbeit und Gebet.

Mehre in uns den Glauben, die Hoffnung und die Liebe, damit wir zunehmen an Gnade und Verdienst.

Segne die Verirrten, daß sie heimfinden zum Herzen Deines Sohnes.

Segne die Pilger und alle, die hier zu Deinem Gnadenthrone kommen,damit sie Erhörung Ihrer Bitten finden.

Segne die Eltern, daß sie ihre Kinder gut erziehen.

Segne die Jugend, daß sie Christus suche und finde.

Segne das ganze Gottesvolk, daß Christi Reich auf Erden wachse.

Segne uns jetzt und in der Stunde unseres Todes.

Maria mit dem Kinde lieb uns allen Deinen Segen gib.1

Im Gebet wird Maria foederis arca, die "Arche des Neuen Bundes" genannt. Diese Bezeichnung soll eine Verbindung zum Alten Testament darstellen: Mose hat dort das auserwählte Volk Israel nach 40- jähriger Gefangenschaft aus Ägypten herausgeführt. Während der darauf folgenden Wanderung durch die Wüste Sinai hat Gott mit seinem Volk einen Bund geschlossen, welcher durch die 10 Gebote beurkundet wurde. Diese Gesetzestafeln und damit der Alte Bund wurden von den Israeliten in einer arca, einem Kästchen durch die Wüste getragen. Im Neuen Testament schließt Gott mit den Menschen einen Neuen Bund, indem er seinen eigenen Sohn, sein eigenes Fleisch und Blut den Menschen hingibt. Maria, die Begnadete wird von Gott erwählt, diesen Sohn auszutragen. So wird Maria als die Trägerin, als die "Arche des Neuen Bundes", da sie den Sohn in ihrem Schoß trägt, Jesus Christus, den Erlöser der Welt. Dieses wunderschöne Elderngebet, das schon mehrere hundert Jahre alt ist, greift diesen Aspekt von Maria als foederis arca, als die "Arche des Neuen Bundes" in wundersamer Weise auf.

Hintergrund-Infos

Wallfahrtslegende

Das Ereignis begab sich in der Mitte des 15. Jahrhunderts. Mehrere übereinstimmende Überlieferungen besagen, dass um 1466 eine unheilbar kranke Frau in einem Traum die Weisung bekam, in einem Erlenwäldchen in der Nähe von Ottobeuren eine vergrabene Marienstatue auszugraben. Zu dieser solle sie um die Heilung ihrer Krankheit beten. Als die schwerkranke Frau mit letzter Kraft die Marienstatue tatsächlich fand und mit höchstem Vertrauen zu dieser betete, wurde sie von ihrer Krankheit augenblicklich geheilt. Diese Wunderheilung im Erlenwäldchen blieb nicht lange unbekannt. Schnell sprach sich das Ereignis herum und die Muttergottes erfuhr von den Bewohnern aus Ottobeuren und den umliegenden Dörfern große Verehrung. Es waren jedoch nicht nur Gläubige, die zum Marienbild pilgerten, sondern auch Schaulustige wie beispielsweise ein Ottobeurer Schuster. Dieser machte sich über die plötzliche Bekannt- und Beliebtheit der Muttergottes im Erlenwäldchen lustig und schoss mit einem Pfeil auf das Bildnis. Augenblicklich fiel er zu Boden und war tot. Spätestens dieses Ereignis war für die Gläubigen Zeugnis genug, dass von der Muttergottesabbildung wunderbare Wirkung ausging.

Historische Entwicklung der Prozession

Erste Anfänge bis zum 17. Jahrhundert

Immer mehr Gläubige kamen mit ihren Anliegen zum Gnadenbild in der Hoffnung, Erhörung ihrer Bitten zu finden. Wegen diesen zunehmenden Menschenmengen und zu Ehren der Heiligen Mutter Maria errichtete der Bauer Jodok Mayer vom 2 km entfernten Weiler Reuthen über dem Gnadenbild eine hölzerne Kapelle. Nun war das Fundament für die Eldernwallfahrt gelegt, die Eldernwallfahrt war hiermit begründet.
Auch der Ottobeurer Abt Wilhelm von Lustenau nahm die steigenden Pilgerzahlen in Eldern wahr und um diese weiterhin herbeizulocken, ließ er über der hölzernen Kapelle eine neue Kirche errichten, die unter seinem Nachfolger Abt Nikolaus Röslin nochmals vergrößert und 1487 geweiht wurde.
40 Jahre nach Entdeckung des Gnadenbildes waren die Wallfahrtsmassen so groß, dass weitere Maßnahmen ergriffen werden mussten, um diesen gerecht zu werden. So wurde im August 1506 in Eldern eine Kaplanstelle eingerichtet. Der Kaplan, der in einem Kaplanshaus neben der Wallfahrtskirche wohnte, hatte die Aufgaben, wöchentliche Gottesdienste zu feiern sowie dem Ottobeurer Pfarrer zur Seite zu stehen. Er sollte auch Trost den häufigen Wallfahrer spenden und der Vermehrung des Marianischen Gottesdienstes an diesem gnadenreichen Ort verhelfen, wie es Abt Matthäus Ackermann ausdrückte. Die Betreuung und Versorgung der vielen Wallfahrer und Pilger war durch die Errichtung der Kaplanstelle nun gesichert. Da der in Eldern wohnende Kaplan im Dienste des Ottobeurer Abtes stand, waren Eldern und Ottobeuren seit dieser Zeit unwiderruflich miteinander verbunden.
Die anhaltenden Wunderheilungen der Hilfesuchenden bei "Unserer Lieben Frau von Eldern", wie die Muttergottes im Erlenwäldchen liebevoll genannt wurde und auch heute noch genannt wird, hatten ständig neue Pilgerströme zur Folge. So sah es der Ottobeurer Abt Benedikt Hornstein 1682 unumgänglich, den Augsburger Bischof Johann Christoph von Freyberg um die Erlaubnis für den Bau eines Wallfahrtsklosters neben der Wallfahrtskirche zu erbitten, in dem einige Mönche aus Ottobeuren beständig wohnen sollten, um die Seelsorge der Wallfahrer zu sichern. Die Erlaubnis aus Augsburg wurde gegeben und so konnte 1685 der Grundstein für das Kloster gelegt werden, das 1688 fertiggestellt wurde. Die Errichtung des Wallfahrtsklosters war unverzichtbar, denn auf diese Weise konnten die Mönche der im Barock stark angewachsenen Volksfrömmigkeit im Katholizismus seelsorglich für die Menschen da sein.
In den 90er Jahren des 17. Jahrhunderts berichten die Quellen erneut von einem sprunghaften Anwachsen der Wallfahrt zu einem der bedeuten Wallfahrtsorte im Allgäu und in ganz Schwaben. An festgelegten Tagen kamen nun alljährlich Wallfahrtsprozessionen, aber auch einzelne Wallfahrer aus ganz Bayern und sogar aus Württemberg nach Eldern, um ihre Bitten zu "Unserer Lieben Frau" zu bringen. Es soll an dieser Stelle nicht versäumt werden, einige Orte zu nennen: Altusried, Benningen, Grönenbach, Wiggensbach, Egelsee, Tannheim... Die schriftlichen Überlieferungen der seelsorglich wirkenden Mönche erzählen von Blinden, die ihr Augenlicht wiedererlangten, von Stummen, die wieder reden konnten, von Lahmen und Krummen die wieder gehen konnten und von Tauben, die nicht länger gehörlos waren.

18. Jahrhundert und Neuzeit

Die stetig wachsenden Wallfahrtszahlen hatten 1696 zur Folge, dass die inzwischen über 200 Jahre alte Kirche den Pilgerströmen nicht mehr Stand halten konnte und deshalb eine neue Wallfahrtskirche unter Abt Gordian Scherrich gebaut werden musste. Nach acht Jahren Bauzeit wurde diese am 8. Mai 1710 eingeweiht. Der Neubau war unumgänglich, denn wie in zahlreichen bayerischen Wallfahrtsorten lässt sich auch in Eldern im 17. und 18. Jahrhundert die Blütezeit festmachen. Schriftlichen Überlieferungen zu Folge empfingen in den Jahren zwischen 1720 und 1760 jährlich durchschnittlich 20.000 Wallfahrer die heilige Kommunion. Der Ort wurde zum meistbesuchten Wallfahrtsort im Bistum Augsburg.
Die Säkularisation bereitete der Eldernwallfahrt ein jähes Ende. Im Dezember 1803 wurde die Wallfahrtskirche geschlossen, das Wallfahrtskloster abgerissen, die Wallfahrt verboten und das Gnadenbild an das Ordinariat Augsburg übergeben. Den Pilgern versetzte die Abwesenheit der Muttergottesstatue einen tiefen Stich ins Herz. Viele konnten sich mit dem Verlust nicht abfinden und pilgerten trotzdem an ihren festgelegten Wallfahrtstagen, wenn nicht mehr nach Eldern, so doch nach Ottobeuren.
Die Gläubigen aus Eldern und auch aus Ottobeuren verlangten, dass das Gnadenbild wieder an seinen Ursprungsort zurückkehre. Nach langem Warten wurde ihre Treue dann 1841 belohnt. Der Ottobeurer Abt Barnabas Huber brachte es in diesem Jahr zwar nicht an den Ursprungsort Eldern, sondern nach Ottobeur
Die Gnadenkapelle.jpg
en zurück. Dort wurde es in der Basilika im östlichen Seitenschiff in der Nische des Alexanderaltars aufgestellt. Dieser Altar wird seit diesem Jahr auch Eldernaltar genannt.
In den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde am Platz der 1806 abgebrochenen Kirche durch den Ottobeurer Pfarrer P. Maurus Zech OSB eine neue Kapelle errichtet. Die feierliche Einweihung fand am Pfingstmontag, dem 15. Mai 1932 durch den hochwürdigsten Herrn Abt Dr. Joseph Maria Einsiedler statt. Seit diesem Pfingstmontagmorgen 1932 wird jährlich die Eldernprozession gefeiert.
1987 wurde die heute unter Denkmalschutz stehende Kapelle durch P. Winfried Stenke um einen Vorraum und eine Sakristei erweitert. In dieser Form kann die Kapelle auch heute noch besucht werden. In kreisförmiger Anordnung um die Kapelle sind außerdem die Erlenbäume, nach denen der Weiler benannt ist, zu finden.

Siehe auch

1 http://www.pfarrei-ottobeuren.de/Wallfahrt/gebet.html (Stand 13.08.2012)

Weblinks

Bildnachweise

Belege, Literatur

  • Faust, Ulrich: Geschichtlicher Überblick 764 bis heute. Lindenberg 2007.
  • Kolb, Aegidius: Maria- Arche des Bundes. Die Geschichte des Gnadenbildes und der Wallfahrt zu Ottobeuren
    in den Eldern in: Studium und Mitteilungen des Benediktinerordens und seiner Zweige 100, St. Ottilien 1989.

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