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Die Bamberger Sandkerwa

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Bräuche > Bayern > Oberfranken
Geprüfte Artikel > Gelber Artikel


AltesRathaus.JPG
Einmal im Jahr findet am letzten vollen Augustwochenende von Donnerstag bis Montag die Bamberger Sandkerwa statt. Die Sandkerwa ist ein traditionelles Bamberger Volksfest, bei dem es sich eigentlich um die Kirchweih der im Sandgebiet gelegenen St. Elisabeth Kirche handelt. Die Kirchweihfeier einer der kleinsten Kirchen Bambergs ist in den letzten Jahren zum größten Volksfest der Stadt geworden. Erstmals fand die Sandkerwa 1951 statt. 2010 zum 60. Jubiläum wurde die Kirchweih einmalig auf sieben Tage verlängert.

Termin

Dieser Brauch ist vom 25.08.2016 bis zum 29.08.2016.

Ablauf

In den letzten Jahrzehnten entwickelte sich ein standhaftes Festprogramm, das neben kleineren Veranstaltungen die folgenden Hauptprogrammpunkte enthält. Höhepunkt der Sandkerwa ist am Sonntag das Fischerstechen auf der Regnitz.

Mittwoch

Eröffnungsgottesdienst

Den Eröffnungsgottesdienst als Auftakt zur Kirchweih gibt es erst seit 1983. Da man in diesem Jahr am Mittwochabend der Weihe der Kirche am 24.08.1354 erinnerte (vgl. Mertl Josef, Bosch Gisela, Mertl Willibald: 50 Jahre Bamberger Sandkerwa, Bamberger Sandkerwa Veranstaltungs GmbH, 2000, S. 106). Traditionell findet der Eröffnungsgottesdienst in der Kirche St. Elisabeth statt.

Donnerstag

Kindernachmittag

Der Kindernachmittag findet immer im Festzelt am Regnitzufer statt. Seit 1957 wird die Sandkerwa damit inoffiziell eröffnet (vgl. Mertl Josef, Bosch Gisela, Mertl Willibald: 50 Jahre Bamberger Sandkerwa, Bamberger Sandkerwa Veranstaltungs GmbH, 2000, S. 96). Beim Kindernachmittag handelt es sich um die Aufführung einer Puppenbühne, die die Abenteuer des Bamberger Kasperls zeigt.

Offizielle Eröffnung

Offiziell eröffnet wird die Sandkerwa durch den Oberbürgermeister am Donnerstagabend im Festzelt. Dabei wird das erste Fass angestochen und das erste Bier ausgeschenkt.

Freitag

Abholen und Aufstellen des Kirchweihbaumes

Was früher nur das Abholen des Kirchweihbaumes war, ist inzwischen zu einem richtigen Festumzug geworden, dessen Teilnehmerzahlen steigen. Seit 1954 ist das Abholen des Kirchweihbaums selbstständiger Programmpunkt der Kirchweih (vgl. Mertl Josef, Bosch Gisela, Mertl Willibald: 50 Jahre Bamberger Sandkerwa, Bamberger Sandkerwa Veranstaltungs GmbH, 2000, S. 102). Abgeholt wird der Kirchweihbaum in der Schweinfurter Straße / Frutolfstraße und wird dann mit einem Pferdegespann begleitet von Blasmusik zur St. Elisabeth - Kirche transportiert. Dort wird er dann auf dem Platz vor der Kirche aufgestellt.
Samstag

Schüler- und Jugendfischerstechen

Jugendfischerstechen.JPG
Am Vortag zum großen Fischerstechen findet das Schüler- und Jugendfischerstechen statt, bei dem Schüler und Jugendliche bis 18 Jahren mitstechen dürfen. Die Tradition des Schüler- und Jugendfischerstechens geht nicht so weit zurück wie die des Erwachsenen-Fischerstechens. Seit 1971 ist das Fischerstechen für Schüler und Jugendliche fester Programmpunkt des größten Bamberger Volksfestes (vgl. Mertl Josef, Bosch Gisela, Mertl Willibald: 50 Jahre Bamberger Sandkerwa, Bamberger Sandkerwa Veranstaltungs GmbH, 2000, S. 32). Vom Vorgang her ist es der gleiche Wettkampf wie das große Fischerstechen am Sonntag.

Wasserfest

Das Wasserfest oder auch bekannt als italienische Nacht zieht am Samstagabend viele Besucher der Kirchweih ans Ufer der Regnitz. Ab Einbruch der Dunkelheit fahren zu Gesängen aus italienischen Opern mit bunten Lampions geschmückte Boote über die Regnitz vorbei an Klein-Venedig. Beim Anblick der bunten Lichter und beim Lauschen der italienischen Musik kommen viele Kirchweihbesucher ins Schwärmen.

Sonntag

Festgottesdienst

Neben dem Eröffnungsgottesdienst gibt es jedes Jahr einen Festgottesdienst, der immer am Sonntagmorgen stattfindet. Gehalten wurde der Gottesdienst über die Jahrzehnte hinweg von verschiedenen Zelebranten. Anfangs fand der Gottesdienst in der Elisabethenkirche statt. 1964 wurde der Gottesdienst erstmalig auf dem Platz vor der Kirche gefeiert und 1982 erstmalig auf dem Wasser (vgl. Mertl Josef, Bosch Gisela, Mertl Willibald: 50 Jahre Bamberger Sandkerwa, Bamberger Sandkerwa Veranstaltungs GmbH, 2000, S. 106-107). Seitdem wechseln die Örtlichkeiten des Festgottesdienstes.

Fischerstechen

GroßesFischerstechen.JPG
Zur zweiten Sandkerwa 1952 wurde als fester Programmpunkt das Fischerstechen aufgenommen. Das Fischerstechen ist in Bamberg eine uralte Tradition, die erst zur Sandkerwa wieder auferlebt wurde (vgl. Heckel, Willy: Sandkerwa. Bamberg, Verlag Fränkischer Tag, 2000, S. 52). Organisiert wird das Fischerstechen zusammen mit der Schiffer- und Fischerzunft Bamberg.
Beim Fischerstechen treten mehrere Mannschaften an, aus denen immer zwei Teilnehmer gegeneinander stechen. Ziel des Fischerstechens ist es, den Gegner von seinem Boot ins Wasser zu stoßen. Das Boot wird von unparteiischen Helfern am Anfang in Position gebracht und dann mit einem Paddel versucht auf Flusshöhe zu halten. Die Teilnehmer stehen dabei auf kleinen Brettern am Bug des Schelches (= Boot). Nach einem Startsignal, der Freigabe der Schelche, versuchen sich die Gegner mit Hilfe einer langen Lanze, deren Ende gepolstert ist, vom Brett zu stoßen. Es darf nur auf Höhe des Oberkörpers gezielt werden. Angefeuert werden die Wettkämpfer vom Publikum, das sich auf der unteren und oberen Brücke, auf der Markusbrücke sowie am Leinritt um die Regnitz versammelte. Ist ein Teilnehmer einmal ins Wasser gefallen, scheidet er aus. So bleibt nach Vorrunde, Viertelfinale, Halbfinale und Finale der Sieger als König der Fischerstecher übrig.

Montag

Hahnenschlag

Hahnenschlag.JPG
Schon seit der ersten Sandkerwa 1951 ist der Hahnenschlag ein fester Programmpunkt des Volksfestes. Der Hahnenschlag ist ein alter, volkstümlicher Brauch (vgl. Mertl Josef, Bosch Gisela, Mertl Willibald: 50 Jahre Bamberger Sandkerwa, Bamberger Sandkerwa Veranstaltungs GmbH, 2000, S. 10). Beim Hahnenschlag geht es darum, mit verbundenen Augen einen Tontopf mit Hilfe eines Dreschflegels zu erschlagen. Wer den Tontopf trifft, so dass dieser zerspringt, gewinnt. Dabei hat jeder Teilnehmer nur einen Versuch. Um die Teilnehmer vor dem Schlagen zu verwirren, werden sie mit verbundenen Augen zum Tanz aufgefordert. Mit Hilfe des Publikums soll dann auf den Tontopf gezielt werden. Der Gewinner erhält als Siegerprämie einen Hahn. Anschließend geht es zum gemeinsamen Hühnersuppen-Essen. Ursprünglich zielte man an Stelle des Tontopfes auf einen Hahn. Daher kommt auch der Name des Programmpunktes.

Abschlussfeuerwerk

Das Feuerwerk als Abschluss der Sandkerwa gibt es schon seit 1952. Damals wurde das Feuerwerk noch von einem Lastkahn auf der Regnitz abgeschossen. Doch durch verschiedene Einschränkungen und Sicherheitsvorkehrungen wird seit 1990 das Feuerwerk vom Michelsberg gezündet (vgl. Mertl Josef, Bosch Gisela, Mertl Willibald: 50 Jahre Bamberger Sandkerwa, Bamberger Sandkerwa Veranstaltungs GmbH, 2000, S. 116-118). Das Hochfeuerwerk zieht jedes Jahr Tausende von Besuchern an und bildet einen pompösen Abschluss der Bamberger Sandkerwa.

Sonstige Besonderheiten

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Jedes Jahr werden Festabzeichen verkauft. Diese waren ursprünglich der Eintrittspreis für die Sandkerwa. Anfangs aus Stoff werden sie mittlerweile aus Holz hergestellt (vgl. Mertl Josef, Bosch Gisela, Mertl Willibald: 50 Jahre Bamberger Sandkerwa, Bamberger Sandkerwa Veranstaltungs GmbH, 2000, S. 63).
Das Festzelt des Bürgervereins am Regnitzufer, in dem mehrere Veranstaltungen wie der Kindernachmittag, die offizielle Eröffnung stattfinden sowie verschieden Musikgruppen jeden Abend auftreten, steht mindestens zur Hälfte im Wasser. Erstmals wurde es 1958 in der Kasernstraße neben dem Dominikanerkloster aufgebaut (vgl. Heckel, Willy: Sandkerwa. Bamberg, Verlag Fränkischer Tag, 2000, S. 38).

Hintergrund-Infos

Elisabethenkirche.JPG
Die Geschichte der Sandkerwa geht zurück bis in das Jahr 1354 als vermutlich am 24. August die Kapelle des damaligen Hl. Geist Spitals, die heutige Elisabethenkirche, geweiht wurde. Den ersten sicheren Nachweis einer Kirchweih zu St. Bartholomä gibt es 1531 mit einem Fisch- und Schlachtschüsselessen. Nach der Säkularisation fand am 19. November 1883 die Neuweihe der Kirche St. Elisabeth statt. Am Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts gab es nur verschiedene kleine Wasserfeste auf der Regnitz. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zu Anregungen einer eigenen Kirchweih zu St. Elisabeth im Sand durch verschiedene Gastwirte. Dieser Kirchweihgedanke wurde von einem Vorsitzenden des Bürgervereins 1950 aufgegriffen. Die erste Sandkerwa fand dann vom 15.09.51 bis 17.09.51 als erste Sand-Elisabethenkirchweih mit Wasserfest statt. Hauptprogrammpunkte der ersten Kirchweih waren am Samstag das Einholen und Aufstellen des Kirchweihbaumes, am Sonntag der Festgottesdienst und am Montag der Hahnenschlag (vgl. Mertl Josef, Bosch Gisela, Mertl Willibald: 50 Jahre Bamberger Sandkerwa, Bamberger Sandkerwa Veranstaltungs GmbH, 2000, S. 8-10).

Weblinks

www.sandkerwa.de

Belege, Literatur

Heckel, Willy: Sandkerwa. Bamberg, Verlag Fränkischer Tag, 2000
Mertl Josef, Bosch Gisela, Mertl Willibald: 50 Jahre Bamberger Sandkerwa, Bamberger Sandkerwa Veranstaltungs GmbH, 2000
Bosch Gisela, Heucken Ulrike: 60. Bamberger Sandkerwa, Bamberger Sandkerwa Veranstaltungs GmbH, 2010

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Diese Seite wurde zuletzt am 8. Mai 2017 um 08:25 Uhr geändert. Diese Seite wurde bisher 11.666-mal abgerufen (to Cache).