Benutzer    Passwort
neues Benutzerkonto anlegen
Neu 
RSS

Der Dillinger Nachtumzug

Volle Fahrt voraus: Dieser Artikel ist sehr informativ und empfehlenswert!
Der Dillinger Nachtumzug gibt es auch an einem anderen Ort?
Ziehen Sie den roten Marker auf die Stelle
(Ort, Land oder Lng,Lat)

eingetragene Orte    Details/Wechseln    Verbreitungsgebiet    Zoom mit Mausrad
Bräuche
Bräuche > Bayern
Bräuche > Bayern > Schwaben
Bräuche > Deutschland
Bräuche > Jahreslauf
Bräuche > Lebenszyklus > Erwachsenenalter
Bräuche > Lebenszyklus > Jugend
Bräuche > Lebenszyklus > Kindheit
Geprüfte Artikel > Grüner Artikel


An einem Freitagabend im Fasching, wenn der Dillinger Nachtumzug stattfindet, herrscht in der Stadt Dillingen der absolute Ausnahmezustand. Es handelt sich hierbei um einen ganz besonderen Faschingsumzug, der von den Steinheimer Faschingsfreunden organisiert wird. Denn die Faschingswägen und Fußgruppen die daran teilnehmen leuchten buchstäblich vor Freude. Sie haben die Wägen und zum Teil auch ihre Kostüme mit zahlreichen Scheinwerfern und Lichterketten dekoriert. Natürlich kommen auch viele Zuschauer um dieses Spektakel zu erleben. Der Nachtumzug findet 2013 bereits zum 12. mal statt.

Ablauf

Für die Zuschauer

Der Nachtumzug beginnt um 19:00 Uhr, da die Straßen aber schon längere Zeit vorher abgesperrt werden, sollte man sich schon etwas früher auf den Weg machen. Der Umzug ist von mehreren Seiten erreichbar, dort stehen jeweils zwei bis drei Sicherheitsmänner oder - frauen, die die Besucher abtasten, denn das Mitbringen von alkoholischen Getränken ist dort verboten. Nach diesen "Sicherheitskontrollen", muss jeder Gast (außer Kleinkinder) Eintritt bezahlen, dieser beträgt dieses Jahr 4 €. Anschließend begibt man sich auf die Suche nach einem guten Platz, um möglichst viel von den Wägen und Fußgruppen sehen zu können.

Für das leibliche Wohl der Zuschauer, sind zahlreiche Stände aufgebaut, an denen Glühwein oder Punsch und verschiedene warme Mahlzeiten (wie z. B. Rote Wurst im Semmel oder Schnitzelsemmel) verkauft werden. Für die Versorgung der Naschkatzen ist auch gesorgt, denn die ansässige Bäckerei hat an diesem Tag bis 22:00 Uhr geöffnet. Dort lassen sich auch zahlreiche Besucher nieder und beobachten den Umzug im warmen Laden, bei einer Tasse Kaffee durch die Schaufenster. Doch auch das Warten draußen in der Kälte hat seinen Vorteil: viele Wägen werfen Bonbons und andere Süßigkeiten zu den Zuschauern, vor allem natürlich für die kleinen Kinder. Damit es bei diesem bunten Treiben nicht zu Unfällen oder Verletzten kommt, stehen zahlreiche freiwillige Mitglieder des THW (Technisches Hilfswerk) an den Straßen und sperren diese für die Faschingsgesellschaften ab. So kann kein Zuschauer aus Versehen, oder im Eifer der Süßigkeitensuche auf die Straße laufen. Während des gesamten Umzugs werden die Gäste von den Teilnehmern des Umzuges mit Musik und guter Laune unterhalten und zum Mitfeiern animiert. Dabei macht es keinen Unterschied, ob die Musik aus den Lautsprechern der Wägen dröhnt oder ob die Blaskapellen verschiedener Gemeinden, als Fußgruppen, die neuesten Stimmungslieder spielen.

In diesem Jahr gibt esüber 100 teilnehmende Gruppen. Nach der letzten Gruppe, fährt ganz am Ende des Umzuges noch ein Feuerwehrauto. Dann endet die Veranstaltung nach ca. zweieinhalb Stunden. Für die Gäste, die noch weiter feiern möchten, ist auf dem Festplatz der Stadt ein Zelt aufgebaut. Dort versammeln sich auch die Wägen und Fußgruppen, um bei warmen und kalten Getränken, sowie kleinen Snacks meist bis in die frühen Morgenstunden weiter zu feiern.

Für die Teilnehmer

Für die Teilnehmer beginnt der Faschingsumzug schon wesentlich früher. Da sie nicht mehr auf ihren Wägen zum Veranstaltungsort fahren dürfen, mieten sie sich meist einen kleinen Bus um gemeinsam dorthin zu fahren. Da sich dies erst ab einer gewissen Anzahl an Personen lohnt, kann es auch sein, dass manche Teilnhemer selbst mit dem Auto zum jeweiligen Veranstaltungsort fahren müssen.

Da das Versammeln der ganzen Mitgliedschaft meist eine Weile dauert, treffen sich die Umzugsteilnehmer schon bis zu drei Stunden vor dem Umzug. Der Faschingswagen muss dann separat von einem Fahrer zum Umzug gefahren werden. Je nachdem, welche Startposition der Wagen hat, muss er mal früher, mal später am Umzugstreffpunkt eintreten. Die vorderen Startpositionen sollten sich natürlich bemühen, möglichst zuerst in Dillingen einzutreffen, um später nicht an den anderen wartenden Wägen vorbeifahren zu müssen.

Steht dann erstmal der Wagen am richtigen Fleck, dauert es meist nicht mehr lange, bis auch die Mitfahrer eintreffen. Gemeinsam wird dann schonmal die Musikanlage getestet und die Stimmung angeheizt. Meistens fließt dabei auch das ein oder andere alkoholische Getränk die Kehle hinunter.

Bei Umzugsbeginn, das heißt also wenn sich der Wagen langsam in Bewegung setzt, dauert es meist noch eine Weile, bis wirklich alle Mitglieder dies mitbekommen. Deshalb lohnt es sich als Zuschauer nicht ganz am Anfang des Umzugs zu stehen. Wenn dann aber alle den Weg zum oder auf den Wagen gefunden haben, kann der Umzug starten. Die Aufgabe der Wagenteilnehmer ist es dann, dem Publikum richtig einzuheizen, meistens wird dabei bis zum Versagen der Stimme gesungen, geschrien und natürlich kräftig getanzt. Doch auch das Werfen von Süßigkeiten darf dabei nicht zu kurz kommen.

Nach dem Umzug heißt es: Bitte absteigen! Der Wagen fährt dann meist noch zum Festplatz oder direkt wieder nach Hause. Die Faschingsteilnehmer dagegen müssen zu Fuß zum Festplatz laufen und können dort mit anderen Faschingsfreunden bis spät in die Nacht weiterfeiern.

Für die Stadt, die Anwohner und die ansässigen Unternehmen

Für die Stadt Dillingen bedeutet der Nachtumzug nicht nur Spaß und Freude sondern auch jede Menge Arbeit. Die Hauptverkehrsstraße muss schon vor dem Umzug abgesperrt werden, dazu sind zahlreiche Helfer des THW und der Feuerwehr nötig. Um die Sicherheit der Teilnehmer und Zuschauer zu gewährleisten, wird auch ein Absperrband an den Gehwegen befestigt, damit später kein Zuschauer während des Umzugs auf die Straße läuft. Für die Versorgung der Gäste während des Festakt werden zahlreiche kleine Imbissstände aufgestellt, an denen man Gebäck oder kleine warme Snacks kaufen kann. Für eine "After-Umzugs-Party" wird extra ein Festzelt aufgebaut und auch dort wird Personal für die Sicherheit und die Versorgung der Gäste benötigt. Nach dem Umzug muss natürlich die Straße möglichst schnell geräumt und gesäubert werden, da auch des öfteren Scherben auf den Straßen liegen.

Die Anwohner der Stadt Dillingen sind in Bezug auf den Faschingsumzug geteilter Meinung. Es gibt einige, die nicht sehr erfreut über das abendliche Treiben, die laute Musik und den zurückbleibenden Müll sind. Jedoch gibt es auch viele Menschen, die sich über die Abwechslung freuen. Diese erkennt man meist daran, dass sie während des gesamten Umzugs aus ihren Fenstern sehen und ordentlich mitfeiern. Das wird meist auch von einigen teilnehmenden Faschingsgesellschaften honoriert, die dann versuchen etwas Süßes nach oben durch die Fenster zu werfen und ab und zu fangen die Zuschauer in den luftigen Höhen ein bisschen was davon.

An der Umzugsstrecke entlang kann man einige Geschäfte, vor allem für Mode, Schuhe oder Schmuck und auch ein kleines Kaufhaus finden. In der Regel haben diese an normalen Geschäftstagen bis ca. 19 Uhr geöffnet. Da die Straßen für den Umzug aber schon einige Zeit vorher abgesperrt werden und damit nicht ständig, zum Teil leicht angetrunkene, Faschingsfreunde in die Läden strömen schließen die Geschäfte an diesem Tag meist schon eine Stunde früher. Anders ist dies natürlich für die oben schon erwähnte Bäckerei, für sie ist dieser Umzugstag ein sehr umsatzreicher Tag. Den ganzen Abend über sieht man Leute, die dort ein und aus gehen und sich mit süßen Teilchen oder Wurstsemmeln den Abend verschönern.

DSCN0667.JPG
DSCN0668.JPG
DSCN0664.JPG
DSCN0666.JPG

Gewährspersonen

Bianca K., 21 Jahre, Besucherin des Nachtumzugs

Dominik R., 21 Jahre, Teilnehmer des Nachtumzugs und Mitglieder des "Faschingshaufa Waldkirch"

Florian A., 23 Jahre, Besucher des Nachtumzugs, ehemaliges Mitglied des "Faschingshaufa Waldkirch"

Varianten

Eine andere Variante eines Nachtumzuges ist auch hier im Brauchwiki zu finden, derMünsterhauserNachtumzug.

Hintergrund-Infos

Zur Stadt Dillingen

Die große Kreisstadt Dillingen an der Donau hat eine Fläche von 75,59 km² und ca. 18120 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2011).
Hier befindet sich auch der Verwaltungssitz des gleichnamigen Landkreises. Zu Dillingen an der Donau gehören seit der Gemeindegebietsreform unter anderem die Ortsteile Dillingen an der Donau, Donaualtheim, Fristingen, Hausen, Kicklingen, Schretzheim und Steinheim.

Zu den Veranstaltern

Die Veranstalter der Dillinger Nachtumzugs sind die Steinheimer Faschingsfreunde. Die Geschichte der Faschingsgesellschaft geht bis in die Mitte der 70er Jahre zurück. Doch eingetragen wurde der Verein erst am 6. Juni 1998. Erster Vorstand des Vereins ist Herr Kästle jun. und der offilzielle Ruf der Steinheimer Faschingsfreunde e. V. ist "Egola-Ole". Selbstverständlich hat die Fschingsgesellschaft auch eine offizielle Homepage, auf http://www.faschingsfreunde-steinheim.de/ sind noch weitere interessante Informationen zu finden.

Zu den Themen der Faschingswägen

Zur Faschingszeit nehmen die Faschingsgesellschaften pro Wochenende an ca. 3 bis 4 Umzügen teil. Die Umzüge stehen, anders als die meisten Faschingsbälle, unter keinem bestimmten Motto. Das heißt, die Auswahl an Themen für den eigenen Faschingswagen ist sehr groß. Als Themen für die Faschingswagen- und Kostümgestaltung können verschiedene Bereiche genutzt werden, so orientiert man sich zum Beispiel an Märchen, Zeichentrickfilmen, aktuellen Themen, politischen Themen, fremden Ländern oder anderen Nationen.

Zum Faschingswagenbau

DSCN0656 neu.JPG
DSCN0662 neu.JPG

Auch der "Faschingshaufa Waldkirch" (mit Mitgliedern aus den Gemeinden: Aislingen, Glött, Weisingen, Holzheim, Dillingen und Waldkirch) haben in diesem Jahr wieder einen Wagen gebaut. Das Motto in diesem Jahr lautet „Kurzröckchen und der spitze Wolf“. Das nachfolgende Interview mit ein paar „Wölfen“ soll über die anstrengende Zeit des Faschingswagenbaus vor den Umzügen berichten.

Der Faschingshaufa Waldkirch existiert nun schon seit 13 Jahren. Für die Faschingsumzüge überlegen sie sich jedes Jahr ein neues Thema, bisher gab es schon Themen wie "Mexiko", "Schotten", "Deutscher Fußballbund", "Oh wie schön ist Panama", "Chiquita"," Urmel aus dem Eis", "Tom und Jerry" oder "Winnie Puuh und seine Freunde".

1. Wie viele Personen braucht man um einen eigenen Wagen umbauen und gestalten zu können?

Wölfe: „Die Zahl der Mitglieder variiert natürlich von Jahr zu Jahr. Durchschnittlich kann man sagen, sind bei einem Faschingswagen zwischen zehn und 50 Leuten dabei. Natürlich gibt es dabei einige, die sich mehr und andere, die sich eher weniger fleißig am Umbau beteiligen.“

2. Welche Kosten fallen bei einem Faschingswagenbau an?

Wölfe: „Ein Faschingswagenbau ist ziemlich teuer. Ich versuche einmal, die anfallenden Kosten aufzuzählen, natürlich sind das alles nur ungefähre Angaben: Getränke 1500 €, Elektrik (Anlage, Licht, Aggregat zur Stromerzeugung) 2500 €, Baumaterial 2000 €, sonstiges wie Dekorationsartikel 500 €, Diesel (etwa 700 Liter)1000 €, Kostüme 70 € pro Person. Das heißt alles zusammen, ohne Kostüme, beläuft sich auf circa 7500 €.“

3. Das ist eine Menge Geld und wie könnt ihr das jedes Jahr finanzieren?

Wölfe: „Naja, zum einen suchen wir uns Sponsoren. Bei so vielen Mitgliedern ist das auch gar nicht so schwierig. Da kennen einige Mitglieder Leute aus verschiedenen Firmen, die dann entweder einen kleinen Geldbetrag oder auch Diesel zur Verfügung stellen. Des Weiteren finanzieren wir den Wagen natürlich durch unsere Mitglieder. Je nachdem wie viele Teilnehmer sich finden, schwanken die „Mitgliedsbeiträge“. Im Schnitt kann man mit einem Mitgliedsbeitrag zwischen 250 € und 300€ rechnen.“

4. Müssen alle Mitglieder über 18 sein? Falls nicht, braucht man eine erwachsene „Aufsichtsperson“?

Wölfe: „Nun, viele Faschingsgesellschaften bevorzugen volljährige Mitglieder. Doch natürlich gibt es auch einige Faschingsfreunde, die gern am Wagenbau und den Umzügen teilnehmen wollen, obwohl sie noch minderjährig sind. In diesem Fall ist es wichtig, dass man die Erlaubnis, beziehungsweise eine Unterschrift der Eltern einholt.“

5. Nachdem man nun die Mitglieder zusammen hat, was benötigt man noch?

Wölfe: „Nachdem die Frage der Mitglieder geklärt ist, braucht man jetzt noch einen Traktor oder Lastkraftwagen und einen Hänger. Außerdem benötigt man noch eine große Halle oder ähnliches, um den Wagen in Ruhe umzubauen.“

6. Woher bekommt ihr die Traktoren, Anhänger und die benötigte Halle?

Wölfe: „Also Traktoren und meistens auch die Hänger dazu, bekommt man von Landwirten ausgeliehen. Ansonsten haben wir noch die Möglichkeit bei ansässigen Baufirmen nach Miet-Hängern zu fragen. Eine große Halle, die man zum Um- oder Neubau eines Wagens definitiv braucht, bekommt man ebenfalls von Landwirten gestellt, die Platz und Verständnis für die Faschingsgesellschaft haben.“

7. Wie lange dauert es nun einen Wagen umzubauen und wie kommt ihr überhaupt auf ein Thema?

Wölfe: „Zunächst mal zum Thema, das überlegen wir uns gemeinsam, die komplette Faschingsgesellschaft. Das ist zwar meistens erst einmal ein ziemliches Chaos und man meint schon, man kann sich nie auf ein Thema einigen. Doch nach und nach werden einige Themen ausgeschlossen und nach einigen Diskussionen und ziemlich langer Zeit kann man sich letztendlich doch noch auf ein gemeinsames Thema einigen.
Nun zum Faschingswagenbau: Natürlich hängt die Dauer des Umbaus von dem Motto und dem Engagement der Mitglieder ab, aber je nach Aufwand der Bauart und Planung muss man schon mit zwei bis drei Monaten Zeitaufwand rechnen.
Da die Themenfindung, die Umbau-Planungen und auch der Umbau selbst eine ziemlich lange dauern kann, machen wir uns meist schon nach dem Ende der aktuellen Faschingszeit Gedanken über die nächste fünfte Jahreszeit. “

8. Nicht nur der Wagen muss gestalten werden, ihr selbst braucht auch Kostüme. Woher bekommt ihr diese?

Wölfe: „Da gibt es verschiedene Möglichkeiten, entweder man kauft sie im Laden oder lässt sie von einem Näher oder einer Näherin anfertigen. Außerdem gibt es noch die Möglichkeit, nur die Stoffe zu kaufen und die Kostüme dann von den Müttern der Teammitglieder anfertigen zu lassen.“

9. Nachdem der Wagen nun fertig gestaltet ist, braucht man ja noch eine Person, die den Traktor fährt. Ich kann mir vorstellen, dass viele Teammitglieder diese Rolle nicht übernehmen wollen, oder?

Wölfe: „Natürlich gibt es viele, die diese Arbeit nicht wirklich übernehmen wollen oder dürfen, schließlich benötigt man hierfür einen Traktorführerschein. Aber es findet sich doch jedes Jahr wieder jemand, der bereit ist diese Aufgabe zu übernehmen. Außerdem werden natürlich bevorzugt die erfahrenen Teilnehmer gebeten diese Rolle zu übernehmen. Zusätzlich besteht ja die Möglichkeit, dass sich mehrere Fahrer abwechseln, sodass man nicht bei jedem Umzug fahren muss. Wir brauchen ja nicht nur einen Fahrer, wir benötigen auch eine Person, die sich bereit erklärt das „Kommando“ zu übernehmen, jemanden der sich um die organisatorischen Angelegenheiten, wie zum Beispiel die Anmeldung bei Faschingsumzügen kümmert. Selbstverständlich wird auch hierbei Absprache mit allen Beteiligten gehalten.“

10. Ihr habt gerade schon die Anmeldung zu den Umzügen angesprochen, wie läuft das ab? Kostet die Anmeldung oder das Teilnehmen an Umzügen etwas?

Wölfe: „Nein, das Teilnehmen an den Umzügen ist kostenlos. Meist sind die Veranstalter froh, wenn sich möglichst viele Wagen zu einem Umzug anmelden, da ja an vielen Tagen mehrere Umzüge zur selben Zeit stattfinden (nur eben an unterschiedlichen Orten).
Die Anmeldung zu den Umzügen erfolgt relativ simpel, durch das Kontaktieren der Veranstalter entweder per Post, Telefonat oder E-Mail.“

11. Was macht ihr nach den Umzügen?

Wölfe: „In der Regel bauen die Veranstalter der jeweiligen Umzüge Zelte auf oder dekorieren geeignete Hallen, in denen die Teilnehmer und Zuschauer gemeinsam weiterfeiern können. Für unsere Wägen sieht das anders aus, durch die strengen Auflagen müssen diese teilweise direkt nach Umzugsende nach Hause gefahren werden. Früher war das anders, man sammelte sich danach auf einem großen Platz, ließ die Musik der Wägen laufen und feierte zusammen.“

12. Ihr habt gerade schon erwähnt, dass sich einiges verändert hat. Was denn zum Beispiel?

Wölfe: „Die Auflagen der Landratsämter werden jedes Jahr verschärft bezogen auf Musik, Alkohol, Aufenthalt vor und nach dem Umzug. Früher durfte man auf dem Wagen zu den Umzügen fahren, das ist seit ein paar Jahren verboten.“

13. In letzter Zeit hört man immer öfter, dass die Faschingswägen nun auch zum TÜV müssen. Was könnt ihr dazu sagen?

Wölfe: „Ja man muss seit fünf Jahren zum TÜV! Wenn alles am Aufbau sowie am Hänger selbst passt, sollte man keine Probleme haben (man kann es mit dem TÜV für das Auto vergleichen). Wie ich erst neulich in den Nachrichten gehört habe, wird jetzt schon darüber diskutiert ob sich die Personen die ohne TÜV zur TÜV-Stelle gefahren sind, strafbar gemacht haben. Ich verstehe ja, dass gewisse Auflagen nötig sind, um die Umzüge für Zuschauer und Teilnehmer so sicher wie möglich zu machen. Doch leider werden die Auflagen immer weiter verschärft, dies führt zum Teil auch dazu, dass manche Faschingsfreunde nicht mehr bereit sind, den hohen Mitgliedschaftsbeitrag zu zahlen. Ihrer Meinung nach steht nämlich nicht mehr der Spaß beim Umzug im Vordergrund, sondern das Einhalten der Auflagen der Landratsämter. Deshalb hoffen wir in Zukunft auf ein bisschen mehr Entgegenkommen der Ämter zugunsten eines sicheren und spaßigen Faschingstreibens.“

14. Nehmt ihr dieses Jahr auch wieder an dem Dillinger Nachtumzug teil? Was ist das Besondere an diesem Umzug?

Wölfe: „Ja wir sind auch dieses Jahr wieder dabei. Für die stattfindenden Nachtumzüge verbauen wir an unserem Wagen jedes Jahr circa 50 Meter Lichterschläuche. Die Stimmung bei Nachtumzügen ist meist etwas anders als auf Tagesumzügen. Gerade bei Nachtumzügen finden sich vermehrt jugendliche Zuschauer, die nach dem Umzug im Festzelt mit uns weiterfeiern. Es ist auch jedes Jahr aufs Neue überwältigend, so viele Menschen an den Straßenrändern zu sehen, die mit uns feiern und zu unserer Musik tanzen. Wir freuen uns schon darauf!“

Weblinks

Kommentare


blog comments powered by Disqus



Diese Seite wurde zuletzt am 7. Mai 2013 um 19:17 Uhr geändert. Diese Seite wurde bisher 15.799-mal abgerufen (to Cache).