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Der Bunte Abend (Fasching) in Pfaffenhofen a. d. Roth

Volle Fahrt voraus: Dieser Artikel ist sehr informativ und empfehlenswert!
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Termin

Dieser Brauch ist vom 09.02.2018 bis zum 11.02.2018.

1. Einstiegsinformationen

1.1. Der Bunte Abend (Fastnacht) in Pfaffenhofen a. d. Roth


Der Bunte Abend im bayrischen Markt Pfaffenhofen a. d. Roth im Landkreis Neu-Ulm findet jährlich an drei Abenden (Freitag, Samstag und Sonntag) zwischen dem Gumpigen Donnerstag und dem Aschermittwoch im Gemeindehaus Martinushaus statt. Der Gumpige Donnerstag wird auch Weiberfasching genannt (siehe http://www.brauchwiki.de/Weiberfasching_in_Bonn). Veranstaltet werden die drei Abende vom Gesangverein Liederkranz Pfaffenhofen.


1.2. Kurzcharakterisierung des Bunten Abends


Der Bunte Abend ist in der Region um Pfaffenhofen a. d. Roth mittlerweile zu einem Brauch geworden. Dieser Brauch ist eine Veranstaltung, die aus der Fastnacht entstanden ist. Die Abende sind gefüllt mit einem dreistündigen Programm, der jedes Jahr vom Liederkranz Pfaffenhofen organisiert und initiiert wird. Das Programm ist abwechslungsreich und mit lustigen Liedern, verschiedenen Sketchen, kurzen Einaktern oder auch anderen Szenischen Stücken originell ausgestattet.
Da es so viel Andrang auf diese Veranstaltung gibt, wird sie an drei Abenden veranstaltet. Diese sind Freitag, Samstag und Sonntag zwischen dem Gumpigen Donnerstag und dem Aschermittwoch.

1.3. Termin


Diese Veranstaltung findet immer an dem Wochenende (Freitag, Samstag und Sonntag) zwischen dem Gumpigen Donnerstag und dem Aschermittwoch statt.


2. Empirische Dokumentation


2.1. Ablauf

Alle drei Abende laufen gleich ab. Am Freitag und Samstag ist der Einlass für den Bunten Abend ab 19 Uhr, Beginn der Vorstellung 20 Uhr. Am Sonntag beginnt der Einlass ab 18 Uhr und die Vorstellung ab 19 Uhr, da es für die meisten am Montag zur Arbeit geht.

Vor und während der Veranstaltung werden die Gäste mit Getränken und Speisen bewirtet.
Anfang der Veranstaltung macht der Gemischte Chor mit einem einstudierten Lied passend zum Motto. Es folgt jeden Tag eine Begrüßung der Ehrengäste. Zwischen den einzelnen Programmpunkten werden die Zuschauer mit Überleitungen von dem Ehepaar Wikorill geführt. Es gibt verschiedene Programmpunkte vom Einakter über Sketche und Kabarett. Es gibt auch Tänzerische Vorführungen unter den Programmpunkten.

Nun folgt eine kurze Übersicht über den Ablauf des Bunten Abends:

Ablauf
Bild
Chorauftritt: Hier tritt der Gemischte Chor mit einem einstudierten Lied passend zum Motto auf
Gemischter Chor Bunter Abend.jpeg
Es folgt eine Begrüßung der Ehrengäste durch die Vorstandsvorsitzende Erika Baur
Erikabaur.jpg
Eine Besonderheit gibt es am Bunten Abend, denn die Zuschauer werden von Familie Wikorill mit Witz und Charm durch das Programm geführt
Kurt Wikorill Bunter Abend.jpg
Ursula Wikorill Bunter Abend.jpg

Nach der Ersten Überleitung steht eine Exkursion auf dem Programm. Diese wird von Kindern Schauspielerisch und mit einstudierten Liedern und passenden Tanzbewegungen vorgeführt.
Die Kinder führen auf, wie sie von einer Großstadt ihre Großeltern auf dem Land besuchen und erst nicht wissen, was sie mit sich anzufangen können. Dann finden sie schnell eine Beschäftigung und die Mutter zeigt ihnen sogar noch ein paar Tricks was man auf dem Land so machen kann.
Text und Choreografie: Ursula Wikorill

Aus Rechtsgründen wird hier auf ein Bild von diesem Programmpunkt verzichtet

Es folgt eine weiter Überleitung, die zu dem Programm zu einem Sketch führt. Dieser nennt sich Mauschillig und wird von 5 Personen vorgeführt.
Es geht um zwei Ehepaare, deren Männer sich an der Hochschule für Abendkurse angemeldet haben. Die Abendkurse werden von einer jungen Professorin geleitet, die sich auf die spezielle Mondphasen und deren Auswirkung auf die Krampfandern hat. Es kommt zu einem Radunfall und zur Aussprache zwischen den Ehemännern mit ihren Frauen.

Text und Regie: Nikolaus Maucher


Mauschillig Bunter Abend.jpeg
Nach einem kurzen Umbau während der Überleitung kommt es dann zu einem Bauernlied. Dies wird vom Gesangsduett Matthias Braun und Manfred Reistle vorgeführt.
Bauernlied BA.jpg
Nach dem Gesang kam eine tänzerische Vorführung vom Männerballett.
Choreografie: Ursula Wikorill
Männerballet Bunter Abend.jpg
Nach dem Männerballett kam eine 20 Minütige Pause in der die Besucher der Veranstaltung sich nicht nur Unterhalten, sondern auch Speis und Trank zu sich nehmen konnten. Bewirtet wurden die Besucher von 8 fleißigen Helfern, die dem Gesangsverein unter die Arme griffen. Damit den Gästen des Bunten Abends nicht langweilig währen den Umbaumaßnahmen und der Pause wird, gibt es von der vereinsinternen Musikgruppe Sparpaket musikalisch Untermalung.

Nach der Pause geht es weiter mit einem Einakter Otto und Emma im Theater
Dies wird von Alfred Winklhofer, Waltraud Egner und dem Ehepaar Wikorill aufgeführt.
Ottoundemmaimtheater Bunter Abend.jpg
Passend zum Einakter wurde nach der Überleitung eine Schwarzlichtvorführung mit tänzerischen Elementen aufgeführt.
Choreografie: Ursula Wikorill
Leider sind hier keine guten Bilder vorhanden
Die Kabarettgruppe die Rohrspatzen kommen meist als letzter Programmpunkt. Diese nehmen politische Themen in der Marktgemeine aufs Korn. Die Rohrspatzen haben eine eigene musikalische Untermalung von Philipp Langenwalter, Magdalena Riggenmann, Matthias Kanisch und Benjamin Frick.
Text und Regie: Norbert Riggenmann
Rohrspatzen Bunter Abend.jpg
MusikalischeuntermalungderRohrspatzen BA.jpg

Nach der Veranstaltung bleiben einige Gäste sitzen um sich zu Unterhalten. Das Bewirtungspersonal räumt nebenher auf und bereitet die Tische für den nächsten Tag vor.
Drei Wochen nach der Veranstaltung trifft sich alle Beteiligten zu einer Nachbesprechung im Sportheim Pfaffenhofen.

2.2. Akteure

Die Organisatoren des Bunten Abends sind Mitglieder des Gesangvereins Liederkranz Pfaffenhofen. Zu den wichtigsten Personen zählen Johann Riggenmann, Hans Schätzthauer, Nikolaus Maucher, Erika Baur, Familie Wikorill, Norbert Riggenmann, Maria Baldenegger, Ursula Gretenauer, Fritz Kederer, Georg Birkle, die Brüder Leonhart und Rudolf Werwein, Matthias Braund und Inge Schiele. Im Weiteren gibt es kuzre Informationen zu diesen Personen.

Nach dem Krieg übernahm Johann Riggenmann den Posten des Chorleiters, Dirigenten und Regisseurs. Er war Mentor und Hauptbetreiber in Erbishofen.


Ein weitere wichtige Rolle übernimmt Hans Schätzthauer. Dieser ist kein aktiver Sänger, sondern laut Klaus Maucher eine darstellerische Größe mit viel Witz.
Er macht sich als Komiker einen Namen im Kreise des Gesangsvereins.


1971 wird Klaus Maucher zum Vergnügungswart ernannt. Er schreibt neben seiner Tätigkeit als Vergnügungswart Szenen, die unter anderem als Programmpunkt für den Bunten Abend dienen.

Erika Bauer.jpeg
Seit 2013 ist Erika Baur Vereinsvorstand. Sie ist Ansprechpartnerin für den Gemischten Chor.
Übernimmt während dem Bunten Abend das Grußwort und beweist ihr schauspielerisches Talent auf der Bühne.

Noch eine Wichtige Person sind Helga Bayer und Anni Maucher, sie dienen einzelnen Aufführungen als Souffleusen.

Zu den weitere Schauspielerische Talente des Liederkranzes zählen Maria Baldenegger, Ursula Gretenauer, Fritz Kederer, Georg Birkle, die Brüder Leonhart und Rudolf Werwein und der ehemalige Vorstandsvorsitzende Matthias Braun. Die Brüder Werwein und Matthias Braun waren als Dreiertrio auf der Pfaffenhofener Bühne bekannt.

Inge Schiele gründete die Kabarettgruppe Distelfinken. Diese nahmen politische und sonstige Themen, in Pfaffenhofen und Umgebung auf der Bühne, aufs Korn.
Die Kabarettgruppe wurde durch die Rohrspatzen mit der Leitung von Norbert Riggenmann abgelöst.
UrsulaundKurtWikorill.jpg

Eine wichtiger Bestandteil des Bunten Abends ist die Familie Wikorill. Kurt Wikorill war Vorstandsvorsitzender, bevor ihn Erika Baur ablöste. Er fungiert noch als stellvertretenden Vorstand und fungiert als Ansprechpartner für den Männerchor. Ihn sieht man häufig auf der Bühne, er
spielt nicht nur Hauptrollen, sondern führt meistens auch mit Witz und Charme durch das abendliche Programm des Bunten Abends. Seine
Frau Ursula Wikorill steht selbst häufig auf der Bühne und ist für die Inszenierung zuständig, zum Teil übernimmt sie auch die Regie
einiger Programmpunkte. Dieses Jahr (2014) war das Meiste unter Ihrer Leitung aufgeführt worden.

Es sind ca 750 Besucher insgesamt an den drei Abenden. Zu diesen zählen der Bürgermeister und seine Stellvertretter, die Pfarrer der katholischen und evangelischen Kirche, sowie ehemalige Mitglieder des Gesangsvereins. Das Publikum ist sehr gemischt, Schätzungsweise zwischen 5 und 80 Jahren.

2.3. Performanzraum, Kulissen, Requisiten

Der Gesangsverein Liederkranz Pfaffenhofen hat einen eigenen Übungsraum, dieser befindet sich in der alten Schule in Pfaffenhofen an der Roth.
Martinushaus Bunter Abend.jpg

Dort werden die einzelnen Einakter, Sketche und Tänze eingeübt. Der Bunte Abend an sich findet dann aber im Martinushaus statt.

Der Bunte Abend findet im Gemeindehaus Martinushaus in Pfaffenhofen statt. Es ist eine große Veranstaltung, die ca. 750 Gäste an den drei Abenden fassen kann.

Es gibt eine Bühne, wobei diese durch Podeste noch erweitert wird um mehr Platz für das Schauspiel herzustellen. Der Hintergrund wird meist durch selbstgebaute Kulissen, die dieses Jahr ein Landhaus darstellen, dargestellt. Hier ist auch die Treue zum Detail wichtig mit den dazu extra angeschafften Strohballen. Als Requisiten dienen einige Tiere die aus Holz hergestellt worden sind.
Requisiten Bunter Abend.jpg
Desweiteren gibt es eine alte Holzbank, einen Tisch und einen Stuhl, die während der Vorstellung immer mal wieder zum Einsatz kommen. Bei der Exkursion kommt auch eine Spielzeughenne, die Eier legen kann, eine Pfanne und ein richtiges Ei und zwei Eier aus Plastik ins Spiel. Die Rohrspatzen nutzen noch einen Vorhang um den Mageninhalt eines Schweins nachzustellen. Auch nutzen Sie einen kurzen Film als Überleitung bevor sie den Vorhang zuziehen.

Von Jahr zu Jahr sind es Unterschiedliche Kulissen und Requisiten, es kommt auf das Motto an, für das sich der Liederkranz entscheidet.

2.4. Brauch- und Rollenverständnis

Der Bunte Abend ist aus einem Bier- und Familienabend während der Fastnacht am Gumpigen Donnerstag entstanden. Der Gumpige Donnerstag steht im schwäbischen für Lustigen Sprüche machen. Es gibt verschiede Bezeichnungen für den Gumpigen Donnerstag, z.B. Weiberfastnacht, schmotzigen Donnerstag oder auch fetter Donnerstag. All diese Ausdrücke stammen aus dem Fastnachtsbrauch, dass am Donnerstag vor Aschermittwoch das letzte Mal vor der Fastenzeit geschlachtet wurde.
In der Region um Pfaffenhofen a. d. Roth ist die Bezeichnung Gumpiger Donnerstag eingebürgert. Das Wort Gumpiger leitet sich von dem Wort gumpen ab und bedeutet so viel wie sich auf und ab zu bewegen sprich hüpfen oder springen. Man feiert den Gumpigen Donnerstag gesellig in Dorfgemeinschaften auf dem Marktplatz. Die Leute tanzen, essen und sind gesellig beisammen. Auch heute noch wird der Gumpige Donnerstag in vielen kleinen Städten und Dörfern in der Region um Pfaffenhofen a. d. Roth gefeiert.
Auch im Vereinsleben hat sich dieser Brauch in Form eines Familienabends etabliert. Von Jahr zu Jahr kamen mehr Ideen, wie der Abend aussehen kann, damit es nicht nur das Vereinsleben, sondern auch die Marktgemeinschaft bestärkt. Dieser Abend wurde über das Einladen von Freunden und Familienmitgliedern bis hin zu Ankündigungen vom Verein immer größer, sodass die Veranstaltung auf mehrere Tage ausgeweitet wurde, bis sie schließlich bis zur heutigen Zeit auf die drei Tage Freitag, Samstag und Sonntag einschränkte.

(Quelle: http://www.saalenarren.de/Brauchtum/Brauchtum6_Weiber.html aufgerufen am 12.03.2014)

2.5. Organisation der Brauchveranstaltung

Organisiert wird der Bunte Abend vom Gesangverein Liederkranz Pfaffenhofen. Die Vorbereitungen des Bunten Abends verläuft das ganze Jahr über. Im Laufe des Jahres werden Ideen für den nächsten Bunten Abend gesammelt und auch darauf geschaut, was im Markt Pfaffenhofen und Umgebung alles passiert. Ab Ende Juni-August wird sich für ein Motto des Bunten Abends entschieden. Die Mitglieder des Gesangvereins Liederkranz Pfaffenhofen überlegen Aufführungsformen zum passenden Motto. Ab Januar werden schließlich die gesammelten Ideen erprobt und in einen passenden Rahmen gesetzt. Außerdem werden erste Vorüberlegungen für die Bewirtung gemacht. Drei Wochen im Voraus beginnt man schließlich die einzelnen Programmpunkte in einen geordneten Ablaufplan zusammen zu stellen. Zwei Wochen vor dem ersten Veranstaltungstermin des Bunten Abends beginnt der Kartenvorverkauf in der alten Schule in Pfaffenhofen a. d. Roth. Die Karten sind meistens sehr schnell ausverkauft, da es einen regelrechten Ansturm auf diese beliebt Veranstaltung gibt. Dann folgen im Laufe dieser zwei Wochen die endgültigen Vorbereitungen, neben den letzten Proben werden Raum, Kulisse und Requisiten vorbereitet. Die Bühne sowie technische Geräte für Ton und Film werden aufgebaut, Raum dekoriert und mit Tischen und Stühlen bestückt. Am Mittwoch gibt es eine Generalprobe bevor es am Freitag dann zum Veranstaltungsauftakt geht.

3. Historische Genese, Verbreitung und Forschungsgegenstand

3.1. Entwicklungsgeschichte vom Bunten Abend

Die Entwicklungsgeschichte wird kurz mit Jahreszahlen dargestellt. Diese wurden aus den Jahrbüchern des Vereins entnommen.

Am 03.12.1922 fand eine Gründungsversammlung statt, während dieser wurden vereinsinterne Veranstaltungspunkte ausgearbeitet. Zu den wichtigsten Statuten zählt §3, dieser besagt, dass der Verein den Zweck hat, den Gesang zu pflegen und Festlichkeiten durch Gesangsvorträge zu verschönern.

Am 07.01.1924 wurde eine Generalversammlung einberufen, zu den Hauptpunkten der Versammlung war die Einführung bzw. das Abhalten eines Bierabends und die Festlegung des Lokals. Nachdem der vom Verein am 8. Dezember 1923 abgehaltene Familienabend in der Mahlerschen Gastwirtschaft (heute auch als Äußere Taverne bezeichnet) gehalten wurde, sah sich der Verein veranlasst, den Bierabend im Dirrschen Gasthaus zu Erbishofen zu halten und zwar wie alljährlich am Fastnachts-Donnerstag. Es wurde beschlossen, 100 l Bier, sowie zirka 400 Brezeln zu beschaffen.

Am 18.01.1925 wurde während der Ausschußsitzung der Beschluss gefasst und angenommen, auch dieses Jahr den Fasnachts-Abend abzuhalten u. zwar in der Weise, dass der Verein kein Freibier zur Verfügung stellt. Das Einführen von Damen wurde gestattet. Persönliche Einladung wird nicht gemacht, jedoch werden Freunde und Gönner des Vereins (durch Anschlag von Plakaten) eingeladen. Der Abend wird im Dirrschen Gasthaus in Erbishofen gehalten. Auch wurde sich der Ausschuß dahin einig, dass an dem Abend eine kleine Gabenverlosung stattfindet.

Der Veranstaltungsort wurde für diese Veranstaltung am Gumpigen Donnerstag (Fastnachts-Abend) bis Ende der sechziger Jahre beibehalten.

Bei der Ausschußsitzung am 07.01.1926 beschlossen, den Abend wie herkömmlich ….. zu halten. Zur Verschönerung desselben ist Gesang, Musik, humoristische Einlagen u. evtl. Gabenverlosung vorgesehen.

Während der Generalversammlung am 04.11.1928 wurden sich die Mitglieder in TOP 4 einig, die Faschingsveranstaltung im Rahmen der Vorjahre zu veranstalten, jedoch von größeren Theaterstücken Abstand zu nehmen.

Mit meist gleichlautenden Feststellungen wurde die Veranstaltung in den Protokollen der folgenden Generalversammlungen fortgeschrieben.

Am 05.11.1939 fand die nächste Generalversammlung statt. In TOP 3 wurde der Punkt Veranstaltungen besprochen und beschlossen, dass künftig von Fall zu Fall die Veranstaltungen geregelt werden sollen. In Anbetracht der Kriegszeit wird von der üblichen Faschingsveranstaltung abgesehen werden. Um die Tradition dieses Tages aufrecht zu erhalten wird beschlossen, an diesem Abend in der Gastwirtschaft Dirr in Erbishofen die Gesangsprobe abzuhalten.

In Top 2 der Generalversammlung am 22.12.1940 wird durch den Ernst der Kriegszeit entsprechen von Veranstaltungen unterhaltlicher Art abgesehen; es soll lediglich nach Aufruf durch die Kriegsführung das W.H.W. Singen durchgeführt werden. WHW = Winterhilfswerk

In den folgenden Jahren kam wegen des Krieges und seiner verheerenden Folgen das Vereinsleben total zum erliegen.

Mit einer Versammlung am 02. 11.1947 im Gasthaus Dirr wurde der Verein unter dem Namen „Gesangverein Liederkranz Pfaffenhofen“ neu gegründet.
Zum TOP 5 „Veranstaltungen“ wurde protokoliert, dass die Entscheidung zu diesem Punkt wegen noch bestehender Schwierigkeiten einstimmig dem Ausschuß überlassen wurde. Im Jahresbericht 1947/48 des Chronisten wird aufgerührt, dass die Proben unter der Leitung des Lehrers Hans Riggenmann geführt werden, der auch als Programmregisseur fungierte. Diese Proben dienten zum Zwecke der Aufführung der traditionellen Faschingsveranstaltung. Die Veranstaltung fand am 5. Februar 1948 in der Gastwirtschaft Dirr in Erbishofen statt und war die erste seit Kriegsende. Zur Aufführung gelangten: Die Stadtväter von Dinkelsbühl, Michel als Luftschiffer, Bauer und Automat, Beier und Meier und die Bauernduette‚ s unechte Busserl und steigts mir doch an Buckel auffi.
Die Veranstaltung wurde am Faschingssonntag, 8.2.48 im Saalbau Baur, Pfaffenhofen (später „Äußere Taverne“) für die Allgemeinheit wiederholt

In den Folgejahren wurde ohne Unterbrechung im Rahmen der jeweiligen Generalversammlung von den Chronisten über die Veranstaltungen am Gumpigen Donnerstag und am Fastnachssonntag immer in ähnlicher Form berichtet.

Außerordentliche Anmerkungen in Sitzungsprotokollen und Jahresberichten zu Thema Fasnachtsunterhaltung:

Bei der Generalversammlung am 08.03.1953 wurde beschlossen …dass die bisher für 2 Personen gültigen Freikarten für die Faschingsveranstaltung auf 1 Person zu reduzieren ist.
Aus der Chronik: … ein voller Erfolg. In dankenswerter Weise trug auch die Blaskapelle Pfaffenhofen mit zur Programmbereicherung bei.

In der Vereinschronik von 1954 ist zu entnehmen, dass für den abwesenden Chorleiter Riggenmann für das 1. Quartal 1954 unser Solist Franz Schiele den Dirigentenstab übernahm und sich an dem schönen Erfolg der Faschingsveranstaltung ein großen Verdienst erwarb.

1959 kann man aus der Vereinschronik ablesen, dass es beim Auftreten unseres „Gast-Komikers“ Hans Schätzthauer zu Lachsalven am laufenden Band kam.

1960 schrieb die Vereinschronik: Dank der Mitwirkung einiger Mitglieder der Katholischen Pfarrjugend und einiger Idealisten des Vereins gelangte neben Musik-und Gesangsvorträgen das mehraktige Lustspiel „Der Hochstapler“ zur Aufführung. Mit vollem Beifall zollten die Besucher der beiden Veranstaltungen den Dank an die Spieler.

In der Generalversammlung am 08.01.1961 kam der Vorschlag unseres Chorleiters, bei künftigen Konzerten und Vereinsveranstaltungen evtl. einen zu gründenden Singkreis als „Gemischten Chor“ zur Bereicherung einzubeziehen, dieser wurde von der Versammlung freudig aufgenommen.
Vorstand Walz bat den Chorleiter, in dieser Sache das erforderliche zu veranlassen und ersuchte die Sänger, dass auch aus ihren Reihen sich Sänger dem gemischten Chor anschließen möchten.

Die Realisierung dieser Idee hatte natürlich positive Auswirkungen auf die weitere Entwicklung der Veranstaltung am “Gumpigen Donnerstag“.

Am 12.01.1963 in der Generalversammlung mahnte Chorleiter Riggenmann den pünktlichen Probenbesuch an. Dabei sprach er ganz besonders die Jugend an und bat diese, bei der kommenden Faschingsveranstaltung sich voll und ganz zur Verfügung zu stellen.

Im Jahresbericht 1966 ist von einem gelungenen Gumpigen Donnerstag und seine Wiederholung in der Taverne die Rede. Daran schließt sich die Bemerkung an: Beim folgenden Theaterkränzle wurden unsere Schauspieler mit einem Essen für ihre Mühe belohnt.

Im Jahresbericht vom 05.01.1970 wird von einem erstmals ausverkauften Saal der Äußeren Taverne der beiden Veranstaltungen genannt. Hier wird auch das Erste Mal von der vereinsinternen Kabarettgruppe Die Distelfinken gesprochen.

1973 taucht die Bezeichnung Bunter Abend im Jahresbericht auf. Die begleitende Musik lieferten Die lustigen Rothtaler.

Aus dem Jahresbericht 1974 kann man entnehmen, dass der Liederkranz zu seinen Faschingsveranstaltungen am 22., 23. und 24. Februar rief und viele, viele kamen und waren begeistert.

Klaus Maucher als Vergnügungswart forderte alle Mitglieder während der Generalversammlung am 23.11.1974 auf, frühzeitig Vorschläge für den Fasching zu bringen. Anschließend sorgte er für einen reizvollen Abschluß mit seinen gelungenen Filmen vom Glufenmichel (Freitag der Dreizehnte, erster von Maucher für den Bunten Abend 1973 verfasster vereinseigener Einakter mit Hans Schätzthauer in der Hauptrolle)

1976 näherte sich der Fasching seinem Höhepunkt und die Unterhaltungsspezialisten waren mit den Vorbereitungen für den Bunten Abend voll beschäftigt. Es wurde zum ersten Mal gleich vier Mal gespielt, weil der ständig wachsenden Beliebtheit die Platznot im Saal immer größer wurde. Das zugleich eingeführte System des Vorverkaufs bewährte sich bestens.

Die vier Abende wurden so beibehalten bis der Taverne-Saal nicht mehr bespielbar war und die Veranstaltung 1987 komplett in den Saalbau Seitz verlegt wurde. Dort gab es zwar keine wirkliche Theaterbühne, aber man behalf sich mit Profisorien und war bis 2003 erfolgreich. Der desolate Zustand des Saales und seiner Betreiber veranlasste den Verein ab der Spielzeit 2004 die Veranstaltung im katholischen Gemeindezentrum Martinushaus anzubieten. Dabei verabschiedete sich die Kabarettgruppe Die Distelfinken in den verdienten Ruhestand. In deren Schuhe bewährt sich seit 2005 die junge Formation Die Rohrspatzen.

Seit dem letzten Wechsel des Veranstaltungsortes betreibt der Verein Gesangsverein Liederkranz Pfaffenhofen mit eigenen und befreundeten Kräften auch die Bewirtschaftung dieser Traditionsveranstaltung.

Wegen des größeren Platzangebotes konnte man auf den historischen Termin Gumpiger Donnerstag verzichten und auf drei Abende verkürzen, weil vor allem die jüngeren Mitwirkenden sehr daran interessiert waren, den Schwäbischen Nationalfeiertag als Strassenfastnacht im benachbarten Weißenhorn mit zu feiern.

Quelle: Nikolaus Maucher, Januar 2014

3.2. Übersicht der Themen des Bunden Abends seit 1972

Jahr
Veranstaltungsort
Abende
Thema Deko Musik
1972
Tavernesaal
2
Pfaffenhofen hat die Eisenbahn
Zugabteil, Bahnst
 ?

1973

Tavernesaal

2

Fernseh-Studio Kellerberg
Glufamichel*

Bildschirm Bühne
Bildschirm Ansage

Die lustigen Rothtaler (Knödel-Band)

1974

Tavernesaal

3

Der Kurbetrieb
Fleckleslenz*

Hotellhalle

Die lustigen Rothtaler (Knödel-Band)

1975

Tavernesaal

3

Katastrofensitzung*, Lackaff* & Co

?

Die lustigen Rothtaler (Knödel-Band)

1976

Tavernesaal

4

Laubadreier*, Liabschaft* & Co

Wirtshaus

Die lustigen Rothtaler (Knödel-Band)

1977

Tavernesaal

4

Nele, du kriagsch an Orda
Kaffeekränzle*, Affakaschta* & Co

?

Die lustigen Rothtaler
(Salonorchester Knödel)

1978

Tavernesaal

4

Volksmarsch*, Noatnickel* & Co

altes Bauernwesen

?

1979

Tavernesaal

4

Dau gats zua - Die Harmonie hat Jubilä
Transchparent* & Co

?

Alfred K. & Co

1980

Tavernesaal

4

Cafe Oriental u. a. Klarer Fall*

orientalische Säulenhalle

MV Pfaffenhofen

1981

Tavernesaal

4

Raritäten-Kabinett
Hisius, der arme Poet & Co

Museum

Kapelle Knödl

1982

Tavernesaal

4

Vor der Himmelstür, Guat Nacht*...

Himmelstor, Variationen

?

1983

Tavernesaal

4

Romeo und Julia in Schlehmichelhausen

Durchbruch durch Papierwand

MV Pfaffenhofen

1984

Tavernesaal

4

Aus der Klamotten-Kiste

Koarahaus

MV Pfaffenhofen

1985

Tavernesaal

4

Wirtshausgeschichten - Hofmusikanten & Co


MV Pfaffenhofen

1986

Tavernesaal

4

Allerhand -Ritters Abschied* & Co

?

MV Pfaffenhofen

1987

Seitz-Saal

4

Das Narrathaus

rund ums Haus

MV Pfaffenhofen

1988

Seitz-Saal

4

Das Eschach-Sanatorium

? mit 8mm-Film-Vorspann

MV Pfaffenhofen

1989

Seitz-Saal

4

Fremde im Dorf*

Dorfwirtshaus

MV Pfaffenhofen

1990

Seitz-Saal

4

Wer die Wahl hat* & Damenwahl* & Co

?

MV Pfaffenhofen

1991
------------
0
ausgefallen wegen dem Golf-Krieg!!!


1992

Seitz-Saal

4

Jahrmarkts-Fest, Die Kraniche d Ibykus*

Maktstände

MV Pfaffenhofen

1993

Seitz-Saal

4

Ma ka alles no mal nemma - Recycling

Bauzaun und Mülltonnen

MV Pfaffenhofen

1994

Seitz-Saal

4

Paris ist eine Reise wert
Mai o Mai* & Co

Im Zug und am Bahnhof
Eiffelturm

MV Pfaffenhofen

1995

Seitz-Saal

4

Der griechische Götterhimmel

Die griechischen Säulen!

 ?

1996

Seitz-Saal

4

Zum Teufel noch mal
Teifi Teifi*, Dr gschleckate T. & Co
1.mal Brot

?

Handmade (=SpPp?)

1997

Seitz-Saal

4

DHarmonie hat Jubilä
Transchparent* & Co

?

Sparpaket

1998

Seitz-Saal

4

Reif für die Insel
Live v. d. Insel*, Zoff m. H. Franziskus*

Insel mit Palmen

Sparpaket

1999

Seitz-Saal

4

Auf der Alm, da gibt´s koi Sünd
Affakaschta* & Co

Almhütte

Sparpaket

2000

Seitz-Saal

4

Roatthal-TV

Fernsehschirm

Sparpaket

2001

Seitz-Saal

4

Xsundheitsreform Mauschillig* & Co
Uli&Kurz: Loreley, Bott im Scheißhäusle

?

Sparpaket

2002

Seitz-Saal

4

Amor und der Herzschmerz

?

Sparpaket

2003

Seitz-Saal

4

Vom Mammut bis zum Hermann Köhl
Zur 700-Jahr-Feier quer durch die Geschichte
Als die Römer frech geworden* & Co

u. a. der Römertrum

Sparpaket

2004

Martinushaus

3

Burg - Festspiele (letztes mal Distelfinken)

Burg mit Turm

Sparpaket

2005

Martinushaus

3

Die neue Mitte (1. Mal Rohrspatzen)
Mai, oh Mai*

?

Sparpaket

2006

Martinushaus

3

Theater, Theater, Komede*, Komede* & Co

?

Sparpaket

2007

Martinushaus

3

Das bisschen Haushalt
Guat nacht...*, Schwäb. Hexenküche* & Co

Hexenkessel

Sparpaket

2008

Martinushaus

3

Ich glaub, ich bin im Wald
Volksmarsch 1-3* & Co

Wald, Büsche

Sparpaket

2009

Martinushaus

3

Wirtschaftsträume rund um die Taverne
Wer die Wahl hat* & Co

?

Sparpaket

2010

Martinushaus

3

Zamping auf der Micherlingswies
CampingChaosClub* (JSKreis)

div. Zelte, kl. Wohnwagen

Sparpaket

2011

Martinushaus

3

Achtung Baustelle - Wir bauen für Sie
Ein klarer Fall* & Co

Gerüst

Sparpaket

2012

Martinushaus

3

Bahnhof Gleisfrei

Waggon

Sparpaket

2013

Martinushaus

3

Himmelswärts - Pfaffenhofen hebt ab

Farbare Wolke

Sparpaket

2014

Martinushaus

3

Landlust

Heuballen, Landhaus, Kuh und Schwein

Sparpaket

Die mit * markierte Themen kamen von Klaus Maucher, er hat dazu Texte selbst verfasst.

41 Einzelprogramme seit 1972
148 Einzelveranstaltungen seit 1972

Quelle: Nikolaus Maucher

3.3. Allgemeine Verbreitung

Da der Bunte Abend entstand aus einem Bierabend, der am Fastnachts-Donnerstag als Familienabend im Jahre 1922 eingeführt wurde. Durch Anschlag von Plakaten wurde 1925 Werbung für den Fastnachts-Abend gemacht, dadurch kamen mehr Leute in das Dirrsche Gasthaus in Erbishofen. Durch den Krieg wurde immer mehr Abstand zu der Veranstaltung genommen bis sie dann während der Kriegsjahre völlig zum erliegen kam. 1948 wurde die Fastnachtsveranstaltung wieder aufgenommen und das erste Mal nach Kriegsende praktiziert. Da es so viel Anklang hatte, wurde die Veranstaltung für die Allgemeinheit im Saalbau Bauer (Äußere Taverne) wiederholt. Das wurde erst Mündlich weitergetragen, Freunde und Verwandten der Mitglieder des Liederkranzes wurden eingeladen. Durch den größer werdenden Erfolg der Faschingsveranstaltung und dem immer besser werdenden Programm, dass nicht mehr ausschließlich auf das Singen konzentriert war, sondern mit Witz, mehraktiger Lustspielen und der Einführung eines gemischten Chors stieg auch die Anzahl der Besucher, sodass 1973 die Veranstaltung einen Namen Der Bunte Abende bekam. 1974 musste der Liederkranz die Veranstaltung mehrmals wiederholen, da es an Platz mangelte und immer mehr Besucher die Veranstaltung miterleben wollten.

Der Bunte Abend wurde auch von der Presse sehr positiv bewertet, sodass diese jährlich über den Bunten Abend berichtet. Die Schauspielerischen Talente des Liederkranzes blieben nicht unentdeckt. Einige von Ihnen durften sogar im Landestheater Memmingen auf der Bühne stehen. Nikolaus Maucher veröffentlichte seine geschriebene Theater- Verse und Geschichten in einem Buch Das kleine schwäbische Spiel. Er bekam etliche Preise und Auszeichnungen für einige Werke.

Eine Nebenwirkung des Bunten Abends war: Die Vielzahl der über 90 Jahre hinweg Mitwirkenden an diesem Gumpigen Donnerstag, heute Bunter Abend, begünstigte, dass vom Liederkranz Pfaffenhofen immer wieder gebotene große Theater. Die Besetzung von auch Personalintensiven Stücken in den unterschiedlichsten Charakteren und Altersbereichen war bei diesem Personalstand regelmäßig einfacher, als bei manchen richtigen Theatervereinen. (Zitat: Nikolaus Maucher: Erinnerung an das Landestheater Memmingen)

Durch die positive Presse wurde der Andrang auf den Bunten Abend so groß, dass er auf 4 Abende ausgeweitet wurde und in den Äußere Tavernesaal verlegt. Später kam er dann in den Seitzsaal und heuer in das Gemeindehaus Martinushaus, in dem bis zu 250 Personen Platz finden. Da man allerdings der Jugend den Spaß an der Beteiligung für den Bunten Abend nicht verderben wollte und der Platz im Martinushaus ausreicht, reduzierte man die Anzahl der Abende auf Freitag, Samstag und Sonntag, sodass die Jugend sich am Fastnachtsdonnerstag im benachbarten Weißenhorn beteiligen kann.

3.4. Quellen

Weiter Informationen über den Liederkranz entnehmen Sie der folgenden Homepage: http://www.liederkranz-pfaffenhofen.de/

Gewährpersonen:
Nikolaus Maucher
Elvira Stetinger (Beobachtet, fotografiert und mitbeteiligt vom 28.02-2.03.2014)

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