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Das algerische Opferfest

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Im Folgenden werden die Abläufe des algerischen Opferfestes beschrieben. Insbesondere wird dabei auf die Abläufe während der beiden Festtage eingegangen sowie auf die Unterschiede der Abläufe in Algerien und in Deutschland. Im weiteren Verlauf wird die Geschichte des Opferfestes genauer erklärt.

Termin

Dieser Brauch ist vom 16.10.2013 bis zum 17.10.2013.

Gewährsperson

Die vorliegenden Informationen stammen von einer Muslimin aus Algerien die seit 17 Jahren in Deutschland wohnt. Sie ist verheiratet und Mutter zweier Söhne. Mit ihren Familienmitgliedern spricht sie französisch da dies auch der gesprochenen Landessprache entspricht.

Das Opferfest

Das Fest findet jedes Jahr statt. Es dauert zwei Tage und variiert im Datum da es immer zwei Monate nach dem Ramadan stattfindet. Im Jahr 2012 fand es am 26. und 27. Oktober statt. Im Jahr 2013 fällt es auf den 16. und 17. Oktober.

Die Vorbereitung

Bereits im Vorfeld an die Feierlichkeiten sind einige Vorbereitungen zu tätigen, da bei den Feierlichkeiten besonderer Wert auf die Erscheinung und die beigebrachten Speisen gelegt wird.

Alle Familienmitglieder erhalten speziell für diesen Anlass neue Kleidung. Dazu zählt neben den normalen Anziehsachen wie Hosen oder Oberteilen auch das Schuhwerk.

Neben der äußerlichen Erscheinung der Feiernden wird zudem auch Wert auf das Ambiente gelegt. An diesem Tag muss alles sehr fein sein, es darf auf keinen Fall gespart werden. Die Tafel wird feierlich gedeckt, es darf nur das feinste Geschirr verwendet werden.

Auch den Speisen wird an diesem Tag besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Vor allem wenn Besuch erwartet wird werden nur die besten und teuersten Produkte aufgetragen.

Der Ablauf

Wenn es die Zeit zulässt wird an normalen Tagen bis zu fünfmal gen Mekka gebetet, also Richtung Sonnenaufgang. Während des Opferfests betet die Befragte bis zu zweimal täglich mehr.

Das Wichtigste an den beiden Tagen des Opferfestes ist es, sich mit seinen Liebsten zu umgeben. Aus diesem Grund werden an diesen Tagen Freunde und Familienmitglieder besucht und eingeladen. Zu diesen Anlässen wird dann, wie oben beschrieben, darauf geachtet, dass alles sauber, neu und möglichst vom Feinsten ist.

Um den Kindern an den Tagen des Schlachtfestes eine Freude zu bereiten erhalten sie von ihren Eltern neben der neuen Kleidung auch noch etwas Geld.

Die Frauen schmücken ihren Körper durch Henna Tattoos welche auf die Handinnenfläche aufgebracht werden.

Die Feiertage verlaufen in Deutschland etwas anders als in Algerien. Dies ist vor allem den deutschen Tierschutzgesetzen geschuldet.

In beiden Ländern besuchen die Männer zunächst eine Moschee. Dort beten sie zu Allah. Sie danken ihm für den Schutz den sie und ihre Familie erhalten haben und bitten um Hilfe für aktuelle Probleme.

Anschließend kehren die Männer nach Hause zurück und opfern ein Tier, meist ein Schaf oder eine Ziege. Nach Angaben der Befragten ist es dabei wichtig, dass das Blut des Tieres fließt und sich über den Boden ergießt.

Diese Prozedur ist, wie oben angedeutet, in Deutschland aufgrund der vorherrschenden Tierschutzgesetze nicht gestattet. Wenn eine Familie ein Tier opfern möchte so darf sie dies nur mit speziellen Genehmigungen tun. Eine einfachere Variante ist da der Gang zum Schlachter. Dieser wird von der Familie beauftragt das Tier zu töten. In Deutschland ist es grundsätzlich nicht gestattet ein Tier zu schächten, also lebendig ausbluten zu lassen. Die hier geschlachteten Tiere werden zunächst getötet und anschließend zum Ausbluten aufgehängt.

Das geopferte Tier wird im Anschluss an das Ausbluten zerteilt. Die Familie die das Tier geopfert hat behält maximal ein kleines Stück für sich. Der Rest wird an Bedürftige verteilt.

Grundsätzlich ist es beim Opferfest keine Pflicht Geld auszugeben oder zu opfern, dies ist ausschließlich erwünscht wenn es sich eine Familie leisten kann.

Die Geschichte

Im Folgenden wird erläutert woher das Opferfest seinen Namen hat und warum dieses Fest begangen wird.

Der Prophet Abraham hat viele Jahre für ein Kind gebetet. Seine Gebete wurden erhört und er bekam einen Sohn. Sieben Jahre nach dessen Geburt befahl im Allah seinen Sohn zu töten. Dies sollte beweisen dass Abraham an Allah als seinen Gott glaubte. Der Vater erklärte seinem Sohn sein Vorhabe und brachte ihn zur Schlachtung. Unterwegs erschien dem Sohn der Teufel. Dieser warnte ihn vor den Taten des Vaters. Der Sohn ließ sich jedoch nicht vom Teufel einschüchtern da er bereits von seinem Vater eingeweiht war. Stattdessen beschmiss er den Teufel mit Steinen so dass dieser erblindete.

Als der Vater mit dem Sohn bei der Opferstelle ankam versuchte er ihn mit seinem Messer zu schlachten doch das Messer war zu stumpf. Auch ein zweiter Versuch blieb erfolglos. In seiner Verzweiflung schlug der Mann mit dem Messer auf einen Stein ein und spaltete diesen.

In diesem Moment erblickte der Vater in der Ferne ein Tier das auf ihn zukam. Noch bevor er einen weiteren Versuch unternehmen konnte seinen Sohn zu opfern sprach Gott zu ihm. Er sagte dem Vater dass seine Anweisungen zu genüge befolgt wurden und der Beweis bereits erbracht wurde. Der Vater solle nun statt des Sohnes das Tier opfern.

Das Bild zeigt die Szenerie in einer Darstellung von Rembrandt aus dem Jahr 1635.

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Das Bild zeigt die Szenerie in einer Darstellung von Rembrandt aus dem Jahr 1635.

Förderung

Dieser Artikel wurde im Rahmen des Bundesprogramms "TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN" gefördert.

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Diese Seite wurde zuletzt am 9. Mai 2013 um 16:41 Uhr geändert. Diese Seite wurde bisher 4.684-mal abgerufen (to Cache).
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