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Das Rainer Stadtfest

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Bräuche > Bayern > Schwaben
Bräuche > Weltlich > Feste
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Termin

Dieser Brauch ist vom 08.07.2017 bis zum 09.07.2017.

Zusammenfassung

Alle Jahre wieder kommt das Rainer Stadtfest. So ist es jetzt schon 36 Jahre der Fall. Immer um das zweite Juli Wochenende, wird die Hauptstraße der Stadt Rain zum Leben erweckt. So ist auf dem Fest für Jung und Alt gleichermaßen geboten. Sei es der alljährliche Festeinzug, der von vielen örtlichen Vereinen begleitet wird, oder unterschiedliche Musikstände wie z.B. von der Stadtkapelle Rain oder den Partybands, die sowohl ältere Generationen, als auch die Jugend zum Tanzen animieren. Zusammenfassend kann es Herr Martin, 1. Bürgermeister der Stadt Rain, nicht besser ausdrücken: Das Rainer Stadtfest ist ein Fest von Bürgern, für Bürger!

Vorstellung Rain am Lech


Allgemeines

Lage und Anreise


Die Stadt Rain am Lech ist eine lebendige, moderne und doch überschaubare Kleinstadt mit allen erforderlichen kommunalen und sozialen Einrichtungen. Gelegen ist sie in dem schwäbischen Landkreis Donau-Ries mit direkter Lage am Lech. Sie liegt ca. 40 km nördlich von Augsburg, nahe der Mündung des Lechs in die Donau, siehe Abbildung 1. Die Stadt verfügt ebenfalls über eine gute Anbindung an die Schnellstraßen B2 mit Anschluss an die A8, sowie zu der B16. Bahnreisende können den Bahnhof Rain benutzten. Der nächst, größere Flughafen ist Augsburg (etwa 40 km) bzw. internationale Flughafen München (etwa 120 km) (Stadt Rain, 2015, #Lage und Anreise).

Stadtteile

Die Stadt Rain am Lech teilt sich in insgesamt 13 Ortsteile auf, wobei die fünf einwohnerstärksten Bayerdilling, Staudheim, Gempfing, Wallerdorf und Oberpeiching sind. Im Zuge der Gebietsreform wurde das gesamte heutige Stadtgebiet am 1. Juli 1972 vom Landkreis Neuburg an der Donau in den neu gebildeten Landkreis Donau-Ries übernommen. Im Gegensatz zu der Stadt Neuburg, welche dem Bezirk Oberbayern angehörte, blieb Rain dem Regierungsbezirk Schwaben treu. Anschließend wurden mittels der Gemeindereform ab dem Jahre 1975 zehn ehemals selbständige Gemeinden mit weiteren Gemeindeteilen in die Stadt eingegliedert (Stadt Rain, 2015, #Die Rainer Stadtteile). Einwohnermäßig ist die Kleinstadt die drittgrößte und flächenmäßig größte Kommune des Landkreises. Mit seinen einzelnen Ortsteilen leben in 2014 somit insgesamt 9.214 Einwohner in der Stadt an der Romantischen Straße (Stadt Rain, 2015, #Zahlen und Daten der Stadt Rain).


Wahrzeichen und Sehenswertes

Ein Wahrzeichen der Stadt ist zum einen das Schwabtor, welches als einziger Zeuge der damaligen Stadtmauer heute noch zu besichtigen ist. Dieses dient gleichzeitig als Art „Pforte“ zur Altstadt mit historischen Fassaden. Weiter zählen die Stadtpfarrkirche St. Johannes der Täufer mit seinen spätgotischen Fresken, das Hauptstraßen-Ensemble, das Spital, das umfassend renovierte Schloss und das im alten Salzstadel untergebrachte Heimatmuseum zu den sehr gut erhaltenen Baudenkmälern. Diese aufgezählten Wahrzeichen und Baudenkmäler bilden bei Einheimischen, wie auch bei Touristen die Sehenswürdigkeiten der Stadt. Weiter gilt vor allem der ganzjährig geöffnete Dehner Blumen Park als beliebtes Ausflugsziel. Diesen besuchen jedes Jahr mehrere hunderttausend Besucher (Stadt Rain, 2015, #Die Geschichte der Stadt Rain).

Logo
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Das Logo der Stadt, siehe Abbildung 2, soll zwei Anforderungen gerecht werden: Zum einen als unverwechselbares, einprägsames, und imageträchtiges Zeichen nach außen, um für Ortsfremde eine hohe Wiedererkennbarkeit zu vermitteln. Zum anderen soll es mit seinem charakteristischen Bild das Wesentliche der Stadt repräsentieren: Es verbindet das typische Fassadenelement, das Türmchen des Rathauses und das Blumenmotiv, als Hinweis auf die „Blumenstadt“. Die sanften Wellen erinnern dabei auch noch an die Flüsse der umgebenen Landschaft. Die Spirale steht für Rain als Zentrum eines aktiven Lebens- und Wirtschaftsraumes (Stadt Rain, 2015, #Das Logo der Stadt Rain).

Geschichte

An dieser Stelle soll ein kurzer Einblick zu der Geschichte der Stadt Rain am Lech gewährt werden. Mit großer Wahrscheinlichkeit wurde diese durch den bayerischen Herzog Otto II. zwischen 1248 und 1253, spätestens aber durch Ludwig II. vor 1257 gegründet. Die erste Erwähnung der Stadt stammt aus dem Jahre 1257. Der Ort galt als westliche Pforte von Bayern, worauf der Ortsname Rain, gleichbedeutend für Grenze, selbst hinweist. Seit 1305 führt die Stadt ein eigenes Siegel, das Wappen – oben der rot gekrönte goldene Löwe, unten geweckt von Silber und Blau, siehe Abbildung 3. Dabei stehen der Pfälzer Löwe und unten die bayerische Rauten als Zeichen der wittelsbachischen Herrschaft. Das 14. und 15. Jahrhundert bedeutete für Rain das sog. „goldene Zeitalter“ mit einem blühenden gewerblichen Leben und reger Handelstätigkeit. Bedeutsam für die Stadt ist ebenfalls der Dreißigjährige Krieg: 1632 als Gustav Adolf von Schweden das Kurfürstentum Bayern bedrohte, versuchte Johann Tserclaes Graf von Tilly mit der bayerischen Armee vergeblich ihm bei Rain den Übergang nach Bayern zu verwehren. Der in der „Schlacht bei Rain“ am 14./15. April 1632 schwer verwundete Tilly zog sich mit seiner Armee nach Ingolstadt zurück, wo er am 30. April 1632 starb. Seines Ehren setzte die Augsburger Bürgerkongregation dem Feldherrn 1914 ein Denkmal direkt auf dem Rathausplatz (Stadt Rain, 2015, #Die Geschichte der Stadt Rain).

Wirtschaft

Die Stadt mit seinen verschiedenen Ortssteilen bietet insgesamt 3.400 Arbeitsplätze. Durch die „gesunde“ Gewerbestruktur hat die Kleinstadt das „Auf und Ab“ der Wirtschaft in den vergangenen Zeiten stets gut überwunden. Maßgeblich dafür war auch die kontinuierliche Weiterentwicklung von Handel, Handwerk und Landwirtschaft ab dem Jahre 1900. Somit ist die Stadt Rain heute ein attraktiver Standort für viele erfolgreiche mittelständische Betriebe. Beispielsweise wurde 1921 der erste Industriebetrieb Drossbach GmbH & Co. KG eröffnet. 1947 nahm die Firma Dehner GmbH & Co. KG die Arbeit auf, eröffnete seine erste Filiale 1948 und wuchs kontinuierlich bis heute auf rund 1.100 Mitarbeiter alleine im Stammhaus in Rain. Mit seinen rund 240 Mitarbeitern zählt auch die Südzucker AG zu den größten Arbeitgebern. Weitere, leistungsfähige Gewerbebetriebe sind terrasan Haus- und Gartenbedarf GmbH & Co. KG, IFA Industrielle Wiegetechnik GmbH, sowie der Karfoffelverarbeiter Aviko Deutschland GmbH (Stadt Rain, 2015, #Die Geschichte der Stadt Rain).

Tourismus und Veranstaltungen

Nach der detaillierten Vorstellung der Stadt Rain als späterer Gastgeber des Stadtfestes, soll in diesem Kapitel übergeleitet werden zur Kultur und Tourismus in der schwäbischen Provinz. Mit seinen beiden Städtepartnerstädten legt die Blumenstadt bereits den ersten Grundstein in Richtung Tourismus und damit auch die verbundene Gastfreundschaft, die hier sehr groß geschrieben wird. Zum einen verbindet Rain 35 Jahre Städtepartnerschaft mit Tougan in Burkina Faso, welche mit Beschluss des Stadtrates vom 18. Januar 1974 geschlossen wurde. Dabei liegt Brukina Faso in Westafrika und Tougan eine Provinzhauptstadt im Nordwesten des Landes, welche rund 15.000 Einwohner zählt. Wobei nicht nur Rain von dieser Partnerschaft profitiert. Mit Spenden der Stadt, konnten einige humanitäre Projekte realisiert werden. Die zweite Partnerschaft, mit offiziellem Beschluss vom 17. Juni 2011 besteht mit Taksony in Ungarn. Besucherreisen zwischen den zwei Städten finden vor allen zu den gegenseitigen Stadtfesten statt. Taksony liegt etwa 5 km südlich von Ungarns Hauptstadt Budapest und zählt 5.426 Einwohner (Stadt Rain, 2015, #Partnerstädte).


Weiter zählen zu der touristischen Infrastruktur zum einen das Dehner Blumen Hotel mit seinen 189 Betten, wie auch weitere, kleinere Hotels und Gasthöfe. Der Fokus der touristischen Vermarktung liegt vor allem bei den Tagungs- bzw. Ausflugsgästen. Insgesamt waren in 2012 knapp 22.000 Gästeankünfte und rund 36.100 Übernachtungen für die Blumenstadt zu verbuchen. Wobei insgesamt 325 Gästebetten zur Verfügung stehen (Stadt Rain, 2015, #Zahlen und Daten der Stadt Rain).


Für Einwohner und Touristen organisiert die Stadt viele verschiedene über das Jahr verteilte Veranstaltungen. Diese tragen zum reichen gesellschaftlichen Leben in der Kleinstadt immens bei. Großer Beliebtheit erfreut sich neben dem Stadtfest, auf welches noch in dem nächsten Kapitel eingegangen wird, vor allem die Rainer Schlossweihnacht, welche seit 2009 jährlich in der Vorweihnachtszeit stattfindet. Auch sind die vier Jahrmärkte Mai-, Jakobi-, Herbst- und Martinimarkt, nicht mehr aus dem Veranstaltungskalender wegzudenken (Stadt Rain, 2015, #Die Geschichte der Stadt Rain).

Stadtfest


Definition / Begriffserklärung

Bevor das Rainer Stadtfest an sich beschrieben werden kann, sollte zunächst der eigentliche Begriff „Stadtfest“ kurz erklärt. Der Duden beschreibt ihn als „Fest, das eine Stadt aus einem bestimmten Anlass begeht“. Er ist dabei gleichbedeutend mit einem Volksfest, welches eine Stadt veranstaltet. Auch für Volksfest hält der Duden eine Definition bereit: „(sich oft über mehrere Tage erstreckende) volkstümliche [im Freien stattfindende] Veranstaltung mit verschiedenen Attraktionen.“ Zusammenfassend beschreibt ein Stadt- bzw. Volksfest somit eine traditionelle oder volkstümliche aber regional typische Veranstaltung im Freien mit vielen Attraktionen, die oft eine lange Tradition besitzt. Zielgruppe dieses Brauchtums ist dabei die ganze (Stadt-) Bevölkerung. Nachfolgende Zeilen beruhen auf Aussagen des 1. Bürgermeisters der Stadt Rain Gerhard Martin, mit welchem diesbezüglich ein Interview geführt wurde. Weiterführende Fragen finden sich im Anschluss des Textes.

Eckdaten

Die genannten Merkmale treffen auch für das Stadtfest in Rain zu: Es greift auf eine lange Tradition zurück, da es zum ersten Mal 1979 gefeiert wurde. Dabei wurde das Event ins Leben gerufen, um eine zusammenwachsende Stadt nach der Gebietsreform einen Festmittelpunkt zu geben. Diese Funktion hat es bis heute behalten. Wie auch die geschätzten Jahrmärkte ist die Location die komplette Rainer Hauptstraße entlang im Freien auch ist der Zeitpunkt dabei genau festgelegt und ist immer das zweite Juliwochenende.
Konkrete Angaben zu der Besucherzahl können laut Aussagen des Bürgermeisters nicht getroffen werden, da keine Zählungen dazu vorliegen. Seinen Schätzungen zufolge sind zu Stoßzeiten pro Tag 7.000 bis 9.000 Personen gleichzeitig anwesend. Im Schnitt sind rund 20.000 Besucher über das komplette Wochenende zu Gast in der Stadt (Martin, 2015).
In Anzahl an Ständen und Betreiben liegt jedes Jahr bei ca. 40-45 Ständen. In 2014 waren es z.B. 43 an der Zahl. Für das leibliche Wohl sorgen u.a. ortsansässige Bäckereien, Restaurants, Metzgereien, sowie Bars. Auch hält das Rainer Stadtfest auch für die kleinsten Besucher Aussteller bereit, wie z.B. das Kasperltheater, sowie das beliebte Kinderkarussell oder auch die Schiffschaukel. Vor allem die ortsansässigen Vereine sind die Betreiber der Stände, wie z.B. das Peichinger Bauerntheater 1965 e.V. oder auch der TSV Rain (Martin, 2015).

Programm


Das Rainer Stadtfest erstreckt sich über die beiden Tage Samstag und Sonntag. Folgendes Programm ist über die Jahre kaum verändert worden (Stadt Rain, 2015):

Samstag:

17:00 Uhr

Gemeinsamer Einmarsch mit Treffpunkt am Schwabtor mit Schirmherr, Ehrengästen, Stadtrat, städt. Kindergarten, Vereine, Fahnenabordnungen, Stadtkapelle Rain und weiteren Musikkapellen (Route: Hauptstraße, Neuburger Straße zurück bis zur Bühne am Pfarrzentrum). Danach Bierantstich durch den Schirmherrn, sowie Freibierausschank der Schloßbrauerrei Unterbaar.

17:45 Uhr

Rathausplatz: Volkstanzvorführung des Heimat- und Volkstrachtenvereins „D´Roaner“ mit Standkonzert bzw. Auftakt durch die Stadtkapelle Rain

ab 19:00 Uhr

Rathausplatz und Pfarrzentrum: Stimmungs- und Partymusik

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Sonntag:

11:00 Uhr
Rathausplatz: Frühschoppen und Mittagstisch mit musikalischer Begleitung
13:30 Uhr
Unterhaltungsmusik
ab 19:00 Uhr
Rathausplatz und Pfarrzentrum: Ausklang mit Stimmungs- und Partymusik

Das aktuelle Programm des diesjährigen 36. Stadtfestes findet man unter http://rain.de/index.php?id=9449,16

Besonderheiten und Alleinstellungsmerkmal

Die Besonderheit liegt zum einem in dem Ursprung des Stadtfestes: Dies hat das früher abgehaltenen jährliche Volksfest abgelöst. Das Volksfest wurde dabei terminlich um den Vatertag herum veranstaltet. Dies war jedoch, laut Bürgermeister Martin, eher kommerziell begründet. Im Gegensatz zu dem Stadtfest, was bis heute zu einem großen Teil von den ortsansässigen Vereinen betrieben wird. Klare Vorteile sieht Bürgermeister Martin vor allem darin, dass die Vereine so eine Möglichkeit haben sich selbst darzustellen, Einnahmen zu generieren und eventuell auch neue Mitglieder für sich zu gewinnen. Außerdem schafft das Fest einen Rahmen für Vereine und auch Bürger sich zu treffen und zusammen zu sitzen, ohne den Einfluss von externen Betreibern, die meist unbekannt sind und lediglich kommerzielle Ziele verfolgen. Es soll somit ein familiäres Fest „von Bürgern für Bürger“, laut Aussagen von Martin, entstehen. Auch haben jüngere Besucher die Möglichkeit die heutige Kulturform zu erleben und so auch einmal in den Genuss von Klängen einer Musikkapelle zu kommen. Ältere Besucher hingegen erleben daneben die Bierzeltatmosphäre. Gerade diese Mischung von den genannten Aspekten macht laut Meinung des Bürgermeisters das Fest zu etwas ganz besonderem. Ein Alleinstellungsmerkmal z.B. gegenüber dem Donauwörther Reichsstraßenfest oder auch gegenüber der Nördlinger Mess gibt es laut Aussagen von Herrn Martin nicht wirklich. Jedoch hat er es sich als seine Aufgabe gemacht, das Fest nach seinem mittlerweile 35-jährigem Bestehen daran zu arbeiten, solch ein Merkmal herauszuarbeiten. Beispielsweise fanden zu der 750-Jahrfeier der Stadt Rain herausstechende Erlebnisse, wie z.B. die Blumentage, statt. Diese Idee soll in den nächsten Jahren wieder aufgegriffen werden, um das Stadtfest mit neuen Attraktionen hervorzuheben von anderen, ähnlichen Festen in der Region (Martin, 2015).

Interview Bürgermeister

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Stellen Sie sich doch einfach mal vor!

Mein Name ist Gerhard Martin, siehe Abbildung 4, ich bin seit 1990 1. Bürgermeister der Stadt Rain. Ich wohne hier in Rain, bin verheiratet und habe drei erwachsene Kinder.


Wie würden Sie das Rainer Stadtfest beschreiben?

Es ist für die Bewohner der Stadt, aber auch für Bewohner der umliegenden Regionen Treffpunkt. Man trifft Menschen, die man vielleicht schon länger nicht mehr gesehen hat und geht mit diesen gemeinsam weg. Es ist ein Fest an dem man gute Bekannte trifft, also eine Art Familienfest im weitesten Sinne und feiert gemeinsam.


Gibt es ein besonderes Jahr, welches für Sie herausgestochen ist?

Ja, das war das Jahr 2007 mit der 750-Jahrfeier. Dabei wurde das Stadtfest meiner Meinung nach viel intensiver gefeiert. Es fand auch einen Tag länger statt. In diesem Jahr war auch zum ersten Mal unsere Partnerstadt aus Ungarn vertreten, die mit ihren Aufführungen das Fest begleiteten.


Gab es auch negative Momente, die sie mit dem Stadtfest verbinden?

Es gab natürlich auch negative Erscheinungen. Es findet gerade parallel zur Planung des Stadtfestes ein Sicherheitsgespräch statt. Zu Beginn des Stadtfestes gab es noch keine Sperrzeit und die Besucher konnten ohne Zeitbegrenzung feiern. Dadurch gab es vor allem in den frühen Morgenstunden heftige Schlägereien, die der Grund waren eine Sperrzeit zu veranlassen. Andererseits wurden die Sicherheitskräfte verstärkt. Dadurch ist die Gewaltbereitschaft deutlich nach unten gegangen. Sicher kann man nie garantieren, dass es zu keinen Zwischenfällen mehr kommt, jedoch wird für ein ruhiges und friedliches Feiern am Rainer Stadtfest soweit es geht gesorgt.

War die Sperrzeit Angelegenheit der Stadt oder wurde dies von höherer Stelle beschlossen?

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Das war Angelegenheit der Stadt selbst. Das Fest wird jedes Jahr von den Sicherheitsbehörden der Stadt Rain begleitet, die stets den Wunsch hegte, eine Sperrzeit ins Leben zu rufen, um das Gewaltmaß zu senken. Wir haben dann gemeinsam einen Mittelweg gefunden, der bei drei Uhr morgens liegt und den Interessen sowohl der Polizeikräfte, als auch den Festbesuchern und den Anwohnern gerech

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t wird. Man darf hierbei nämlich nicht vergessen, dass das Rainer Stadtfest in Mitten der Stadt gefeiert wird und für die dortigen Anwohner somit wenig Zeit bleibt zur Ruhe zu kommen.

Was hat sich Ihrer Meinung nach seit damals verändert?

Das Stadtfest war in den ersten Jahren der Austragung schon sehr einfach. Mittlerweile haben sich die Stände weiterentwickelt. Es ist sowohl vom gastronomischen als auch vom musikalischem Angebot breiter geworden. Außerdem hat sich das Stadtfest vom Biergartenbetrieb hin zu einer jüngeren Veranstaltung verschoben. Wie schon angesprochen wird jetzt wieder versucht das Stadtfest soweit voranzutreiben, damit es noch besser wird, um einen Stillstand innerhalb der Festkultur zu vermeiden. Die Tradition mit dem Einzug der Vereine in die Hauptstraße und somit zum Austragungsort des Stadtfestes bleibt jedoch weiterhin bestehen und hat sich über all die Jahre nur an der Vielfalt der Darbietungen verändert. Außerdem ist es immer etwas besonderes diesen Einzug mitzuerleben. Grund dafür ist auch die Teilnahme des Kindergartens und vieler Kinder der Vereine, die das Stadtfest so familiär machen und für die Besucher sofort eine Wohlfühlatmosphäre schaffen.

Im Vergleich zu den ersten Jahren hat das Stadtfest an Besuchern zugenommen?

Ich glaube die angesprochenen Zahlen sind annähernd gleich geblieben. Sicher war das Stadtfest zur Anfangszeit etwas einfacher und kleiner gehalten, jedoch meiner Einsch
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ätzung sind die Besucherzahlen jedes Jahr gleich. Dies zu steigern ist relativ schwer, da wir begrenzte Öffnungszeiten von 17.00 Uhr bis 03.00 Uhr haben. Zwar kann man das Stadtfest Sonntag den ganzen Tag besuchen, jedoch werden meist die Mittags- und Abendzeit besucht, um den kulinarischen Genüssen der Stände zu folgen.

Gibt es Stände, die seit Beginn vertreten sind?

Diese gibt es mit Sicherheit, sei es die Metzgerei Boarn, Göth oder der TSV Rain. Jedoch wechseln die Stände auch durch. So gab es zwischenzeitig zwischen den regionalen Angeboten auch einen asiatischen Stand. Dabei ist wichtig zu erwähnen, dass grundsätzlich der Zugang zu einem Stand den Betrieben der Hauptstraße gewährt wird und den Besuchern vor Ihrem Geschäft etwas bieten wollen. Als zusätzliches Kriterium, um einen Stand bewirten zu können, muss man gewerbetreibender bzw. ein Verein aus Rain sein. Nur wenige dürfen von außerhalb einen Stand betreiben, seien es die Dönerstände oder wie oben schon erwähnt der Asiastand. Dieser Grundgedanke ist uns sehr wichtig, da das Rainer Stadtfest ein Fest von Bürgern für Bürger sein soll!

Wie würden Sie das Rainer Stadtfest Leuten schmackhaft machen, die noch nie daran teilgenommen haben bzw. welche vier Begriffe würden es am besten beschreiben?

Gemütlich, kulinarisch, familienfreundlich und cool. Kommen Sie her und genießen Sie ein schönes Ambiente und die tolle Kulisse. Lassen sie sich von verschiedensten Geschmäckern verleiten und feiern sie mit Freunden. Es ist für Jung und Alt etwas geboten.

Welche Zukunftspläne gibt es für das Rainer Stadtfest?

Wie oben schon erwähnt, wird daran gearbeitet das Rainer Stadtfest von anderen Festen hervorzuheben. Dies ist eigentlich der Hauptaspekt, der in Verbindung zum Stadtfest verfolgt wird.

Vielen Dank Herr Martin für Ihre Zeit!

Literatur

- Stadt Rain (2014): 35. Stadtfest Rain 2014. Zugriff am 06.07.2015 unter http://rain.de/index.php?id=6129,16

- Stadt Rain (2015): Rain, die Blumenstadt an der romantischen Straße. Zugriff am 06.07.2015 unter http://www.rain.de/index.php?id=0,1

- Martin, G. (2015): Interview mit dem Bürgermeister der Stadt Rain

- Ziegelmair, J. (2014): Das Rainer Stadtfest. Augsburg: Donauwörther Zeitung. Zugriff am 08.07.2015 unter http://www.augsburger-allgemeine.de/donauwoerth/Stadtfest-in-Rain-id26061051.html

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