BleigießenDurchstarten: Dieser Artikel ist informativ. Wir freuen uns über weitere Ergänzungen!
Bräuche > Jahreslauf > WinterDas Bleigießen ist ein alter Orakelbrauch, der heutzutage vor allem zu Silvester sehr beliebt ist. Durch die Form des geschmolzenen und im Wasser wieder erkalteten Bleis, versucht man über Dinge in der Zukunft etwas vorherzusagen.
Ablauf
Zuerst bringt man ein Stück Blei in einem Pfännchen oder Löffel über einer Kerze zum Schmelzen. Wegen der giftigen Dämpfe, die beim Verflüssigen von Blei entstehen, wird auch gerne auf Zinn oder Wachs zurückgegriffen. Ein weiterer Vorteil von Zinn und Wachs ist der deutlich geringere Schmelzpunkt.
Das verflüssigte Metall wird dann ruckartig in ein Gefäß mit kaltem Wasser gekippt. Beim plötzlichen Abkühlen bilden sich unterschiedlichste Formen. Das bizarre Gebilde kann viel Phantasie ode auch mit Hilfe einer Interpretationsschablone oder entsprechenden Beschreibungen gedeutet werden. Das gegossene Stück weist jeweils nun demjenigen, der das Blei zum Erstarren gebracht hat die Zukunft.
So wie Feuerwerkskörper hält der Handel zur Silvesterzeit auch Sets zum Bliegießen bereit. Auch im Spielwarenhandel gibt es solche Sets mit Schmelzmasse, Löffel, Anleitung und Interpretationshilfen.
Hintergrund-Infos
Bleigießen als Orakel
Das Bleigießen wurde schon von den Römern betrieben, die die Bleiherstellung und Verarbeitung als erstes Volk in größerem Maßstab ausübten. Die ursprüngliche Herkunft könnte in der griechischen Orakelpraxis liegen.
Thomas von Aquin (1225-1274), Dominikanermönch und Verfasser thoelogischer Schriften, sah im Bleigießen eine gotteslästerliche Art des Losens (=Vorhersagens). Er begründete seine ablehnende Haltung damit, dass Gott allein über zukünftige Geschehnisse Bescheid wisse und deshalb die Menschen das Verborgene nicht erlosen dürften. Offiziell verboten hat die katholische Kirche das Bleigießen aber nicht.
Weblinks
www.wikipedia.org/wiki/Bleigießen
Literatur
- Läpple, Alfred: Das Hausbuch der Heiligen und Namenspatrone. München 2001.
- Wolf, Helga Maria: Das neue Brauchbuch. Wien 2000.
- Wolf, Helga Maria: Das Brauchbuch. Freiburg/Basel/Wien 1992.
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