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Bachkuchafescht

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Das Bachkuchafescht findet Mitte Juli in Lauben statt und dauert zwei Tage. Im Jahr 2011 wurde das 20jährige Jubiläum gefeiert.

Termin

Dieser Brauch ist vom 26.07.2015 bis zum 15.07.2013.

Ablauf

Das Bachkuchafescht findet jedes Jahr im Juli auf dem Dorfplatz statt, der dazu schön geschmückt wird: Bierbankgarnituren, Verkaufsstände, Weinlaube, Bar und vieles mehr. Über dem ganzen Dorplatz hängt ein Tarnnetz, das mit bunten Lämpchen verziert besonders romantisch wirkt. Organisiert wird alles von dem Förderverein Laub´ner Blasmusik und Volksmusik e.V, der zu diesem Fest jedes Jahr herzlich Alt und Jung einlädt. Das Bachkuchafescht beginnt immer am Samstagabend und endet am Sonntag.

Das Bachkuchafescht, bei dem die Bachkucha und die gebackenen Spezialitäten daraus im Mittelpunkt stehen, wird alljährlich samstags mit dem Stimmungsabend mit der Laub´ner Blasmusik eingeläutet. Es wird fröhlich gegessen und getrunken. Auch die Weintrinker kommen in der Weinlaube, die aus einer alten Hütte besteht und mit Heu, Kerzen und Weinreben dekoriert wird, nicht zu kurz. Am Sonntag treffen sich dann Jung und Alt zum zweistündigen Gottesdienst unter freiem Himmel um 9 Uhr auf dem Dorfplatz, der ebenfalls von der Laub´ner Blasmusik unterstützt wird. Gemütlich geht es anschließend mit dem Frühschoppen weiter, bei dem in jedem Jahr eine Blasmusik aus der Nachbarschaft für gute Stimmung und Unterhaltung sorgt. Ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit Flötengruppen und Vororchester begleitet die Besucher durch die nachmittagliche Kaffeezeit. Auch für die Unterhaltung der Kinder ist mit Kinderschminken, einer Rollenrutsche oder auch dem Kasperletheater gesorgt. Abends gibt es wieder einen musikalisch von den Laub´ner Dorfmusikanten alias Rentner Band umrahmten Stimmungsabend auf dem mit Lichterketten beleuchteten Dorfplatz. Das Fest zieht Besucher von überall an, denn es gibt neben der Unterhaltung und dem gemütlichen Beisammensein auch traditionelles Essen wie z.B. Zwiebelweiha, die in der Bachkucha gebacken werden. Verhungern muss keiner, denn es gibt auch Deftiges wie z.B. Braten, Schnitzel, Schupfnudeln, Hochzeitssuppe, Salat, Pommes und natürlich von den Laub´ner Dorfbewohnern selbst gebackenen Kuchen.

Hintergrund-Infos

Eine Bachkucha (Backküche) ist ein kleines, steinernes Häuschen mit dickem Kamin, in dem
Bachkuchafescht.jpg
sich ein großer, gewölbter Steinofen zum Brotbacken befindet. Im Jahre 1718 hatten 52 von 74 Wohnhäusern in Lauben eine solch frei stehende Bachkucha in ihren Gärten. Heute gibt es nur noch eine einzige auf dem Anwesen Scholiaba (neben dem ehemaligen Edeka). Im Frühling 1988 sollte das Anwesen einschließlich der Bachkucha abgerissen werden, was jedoch von Helmut Sommer aus Lauben (damaliger Vorstand der Laub´ner Blasmusik) verhindert wurde. Er wollte nämlich noch einmal genau wie früher nach alter Tradition in diesem Häuschen Brot backen. Dies war zunächst sehr mühsam und wollte nicht gelingen. Nach einem Erfolgserlebnis ist daraus dann die Idee für das Bachkuchafescht entstanden. Seitdem wird jedes Jahr traditionell ein Brot nach früheren Vorgaben in der Bachkucha beim Scholiaba gebacken.

In den ersten Jahren wurde mit ca. 300 Gästen in Scholiabas Garten gefeiert. Da von Jahr zu Jahr immer mehr Leute kamen, musste das Fest auf den Dorfplatz verlegt werden, der eigens dafür verschönert wurde. Dort findet es seit 1997 unter den Kastanien beim ehemaligen Ondra Wiat statt. Da dort jedoch keine Bachkucha vorhanden war, musste zunächst eine neue Bachkucha gebaut werden. Um dies so orginalgetreu wie möglich zu machen, wurde sie aus alten Materialien gebaut: Die Ziegelsteine stammen aus einem alten Abbruchhaus, das Dachgebälk wurde aus alten handgehauenen Balken gefertigt und der aus Kalk bestehende Außenputz wurde nach altem Muster nachgeahmt. Trotz der neuen Bachkucha wird alljährlich auch noch in dem alten Backhäuschen mitten im Ort beim Scholiaba zum Fest Brot gebacken.

Früher war das Brotbacken auf dem Bauernhof ein großes Ereignis, da es das Grundnahrungsmittel darstellte und bei keiner Mahlzeit fehlen durfte. Es war damals ein sehr mühsamer und langer Prozess: Das Getreide musste ausgesät werden, heranwachsen, geernet und gedroschen werden und letztendlich musste das gemahlene Getreide zu Brot gebacken werden. Früher galt es als Sünde, von dem kostbaren Brot etwas verkommen zu lassen oder gar wegzuwerfen.

Das Brotbacken oblag früher der Bäuerin. Gebacken wurde in der Regel alle vier Wochen und zwar mit selbst gezogenem Sauerteig statt Backhefe und aus reinem Roggenmehl: Das Mehl wurde am Abend zuvor in den hölzernen Knettrog geschüttet, mit Wasser und Salz ein kleines Teigbett darin angerührt und mit dem sogenannten Urhalm gesäuert. Dieses Urhalm war ein Teigrest vom letzten Backen, ein Sauerteig also, der zusammen mit etwas Bier- oder Presshefe als Treibmittel diente. Der Knettrog mit dem gesäuerten Teigbett blieb über Nacht in der warmen Stube stehen. Am folgenden Morgen wurde der Backofen angeheizt. Hierzu verwedete man lange, eigens für diesen Zweck bestimmte Brotbachscheiter aus Tannenholz. Dann knetete die Bäuerin ihren Teig, formte auf einer runden Holzschaufel den Teig zu Laiben und schob sie in die Bachkucha. Jeder Backtag brachte noch eine Besonderheit hervor: die Weihen. Das waren runde fladenähnliche Brote aus Teigreisten, die in der Nachthitze des Ofens gebacken wurden. Man belegte sie mit Schnittlauch, Schnattern oder Zwiebeln. (Buck, Albert, Vom Brotbacken. Lauben)

Aus den oben genannten Zutaten wird beim Bachkuchafescht traditionell gebacken. Jedoch wird der Teig mittlerweile nicht mehr wie anfangs von Hand zubereitet, da dies bei den benötigten Mengen eine körperlich sehr anstrengende und langwierige Arbeit wäre.

Rezepte von den Leckereien des Bachkuchenfeschts (www.bachkuchafescht.de)

Zwiebelweiha

Teig:

375 g Mehl
125 – 200 ml Milch (je nach Ei- und Fettmenge)
1 Pack Hefe
30 g Butter
1-2 Eier
½ TL Salz

Belag:

½ - ¾ kg Zwiebel
50-80 g Räucherspeck / Wammerl
30 g Butter
2 Eier
3-4 EL Sauerrahm / Schmand
1 TL Salz (gestrichen)
¾ EL Kümmel

Zubereitung:
- Mittelfesten Hefeteig herstellen, gehen lassen, auf gut gefettetem Blech etwa ¾ cm dick auswellen, kleinen Rand hochdrücken.

- geschälte Zwiebeln in feine Ringe schneiden, in Butter und gewürfeltem Speck dünsten bis sie glasig sind, vom Herd nehmen, abkühlen lassen

- Sauerrahm, Eier, Salz und Kümmel gut verschlagen / verquirlen

- Abgekühlte Zwiebelmasse untermengen, auf gegangenen Teig gleichmäßig streichen, evtl. noch kurz gehen lassen, bei guter Mittelhitze (200-210 ° C) backen

Backzeit etwa ½ Stunde


Bauernbrot

280 g Weizenmehl Typ 1050
630 g Roggenmehl Typ 1150
Hefe: je nach Temperatur und wie viel Zeit der Teig zum gehen hat, ca. ½ Würfel
85 g Sauerteig 15 g Salz
0,5 Liter Wasser
1 Teelöffel Brotgewürz je nach Geschmack bestehend aus Kümmel, Koriander, Fenchel und Anis.


Zubereitung:

- Sauerteig am Vorabend in eine Kuhle zum Mehl geben, zugedeckt stehen lassen

- Sämtliche Zutaten miteinander verkneten!

- Teig gehen lassen
- Brotlaib formen
- Noch einmal ca. ½ - 1 Stunde gehen lassen
- Im Ofen 1 Stunde backen

Weitere Rezepte unter www.bachkuchafescht.de
Viel Spaß beim Nachbacken!!!

Weblinks

www.bachkuchafescht.de

Literatur

  • Buck Albert, Vom Brotbacken. Lauben

  • Falzboden, Dagmar: Die alte Bachkucha wird angeheizt. Leben In. Das Magazin für die Region Babenhausen, Juni 2011, S. 19

  • Honold, Hans: Kulinarische Schmankerl wie in früheren Zeiten. Memminger Zeitung, 2010, S. 30

  • Zimmermann, Heiko: Eine gigantische Sache uf einem tollen Platz mitten im Dorf. Leben In. Das Magazin für die Region Babenhausen, Juni 2009, S. 17

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