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Assyrische Heimatspiele

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Bräuche > Deutschland
Geprüfte Artikel > Gelber Artikel


Die Assyrer versuchen in der Diaspora ihre kulturelle Identität zu bewahren. Hierfür dienen ihnen bei den Nachkommen der zweiten oder dritten Generation insbesondere Kinder- oder Erwachsenenspiele, um das kulturelle Erbe zu bewahren und (teils übersetzt) für eigene Enkel o.Ä. aufzubereiten.

Motivation

Der Assyrer Israil Makko hat zusammen mit dem Mesopotamien Verein Augsburg e.V. mehrere assyrische Heimatspiele gesammelt und in deutscher Sprache einem größeren Publikum zur Verfügung gestellt. Der Motivation zur Sammlung dieser Spiele wird in der Widmung seines Buches "Assyrische Heimatspiele" Rechnung getragen:

Dieses Buch widme ich den kommenden
assyrischen Genrationen,
damit sie unsere traditionelle Spielkultur
am Leben erhalten mögen.1

Die Spiele werden generell von Assyrern bei Hochzeiten oder anderen Fest meist von Kindern gespielt.

Heimatspiele und Militär

Der Assyrer Abrohom Lahdo hat bei einer Vielzahl von assyrischen Heimatspielen einen (in-)direkten Bezug zu Militär und Kriegsdienst herauskristallisiert. Eine kurze Übersicht von assyrischen Spielen und deren militärischer Bezug sei hier aufgelistet:

Spiel
Militärischer Bezug
Gushro / Qarqabe
Besteigen feindlicher Mauern
Qahfe Ghule
Erhaltung von Kampfgeist während Gefangenschaft / Fesseln
Tusch Tusch
Bewachung der Burg und Alarmierung bei Gefahr
Sauco bu Shuro
Treffen eines Ziels trotz Schwindel
Boqusche

Technik des Heraustransportierens von Verwundeten aus dem Schlachtfeld

Kommikat da `ebugre
Aufbau militärischer Siedlungen an versteckten Orten
Hilcat
Übung des Lanzenwerfens

Assyrische Heimatspiele

Bayto Bayto

Spieler
zwei gleiche Gruppen / je 4-5 Personen

männlich / weiblich; KInder
Ort:
im Freien

Für das Bayto Bayto werden von den teilnehmenden Kindern zwei gleiche Gruppen gebildet, dabei achtet man auf eine identische Anzahl von Jungen und Mädchen. Diese bilden im Spiel selbst Pärchen, d.h. jeder Spieler einer Mannschaft hat einen festen Partner beim Gegner.

Diese Pärchen legt man bereits vor dem Beginn des Spieles fest. Die Gruppen müssen sich nun im Abstand von ca 15m gegenüber voneinander aufstellen.

Bayto1.jpg

Innerhalb der Mannschaften erhält jeder Spieler einen geheimen Namen, z.B. Habuscho (=Apfel) oder Pirtaqane (=Orange). Nun beginnt erst einmal das taktische Vorspiel, bei dem die erste Gruppe der anderen die Losung Bayto Baytro zuruft und beispielsweise laut fragt:

"Wir schicken euch den Habuscho, wollt ihr ihn oder nicht?"

Natürlich wissen die Gegner nun nicht, wer Habuscho eigentlich ist und beaten sich kurz, ob man diesen akzeptieren soll oder aber sich lieber einen anderen Namen anbieten lässt.

Wenn man jedoch a
Bayto2.jpg
nnimmt, kommt der nun genannte Habuscho zu seinem Partner und steigt im Lager der Gegner auf dessen Rücken. Er hält seinem Träger die Augen zu und dessen Aufgabe wiederum ist es nun mit v erschlossenen Augen genau zum alten Platz seines Partners zu laufen und den dort fixierten Stein (markierter Punkt) mit dem Fuß anzustoßen.

Gelingt ihm dieses schwierige Unterfangen, so darf nun die gesamte Gruppe des Trägers auf die Rücken ihrer Gegnüber und sich von Ihnen über den Platz tragen lassen. Im Falle eines Versagens des vorher gewählten Spielers müssen jedoch auch noch seine Mitspieler das Los der Vlierer mit ihm teilen und jeweils bereits zuvor bestimmen und ihnen zugeordneten Partner tragen.

Gewährspersonen

Mesopotamienverein Augsburg e.V.

Literatur

Makko, Israil: Assyrische Heimatspiele. Augsburg 2003.

Fußnoten

1: Makko, Israil: Assyrische Heimatspiele. Augsburg 2003, S.5.

Förderung

Dieser Artikel wurde im Rahmen des Bundesprogramms "TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN" gefördert.

ZFörderung.JPG

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Diese Seite wurde zuletzt am 9. Mai 2013 um 16:29 Uhr geändert. Diese Seite wurde bisher 5.640-mal abgerufen (to Cache).
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