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Aichacher Christkindlmarkt

Volle Fahrt voraus: Dieser Artikel ist sehr informativ und empfehlenswert!
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Der Aichacher Christkindlmarkt

Zusammenfassung:
Im Jahr 1983 gibt es in Aichach den ersten allgemeinen Christkindlmarkt. Organisiert wurde er von der aga (= die Abkürzung für die Aktionsgemeinschaft Aichach) Aichach (vgl. Aichacher Zeitung vom 26./27.11.1983). Laut Bürgermeister Klaus Habermann ist seit sieben Jahren die Stadt für den Aichacher Christkindlmarkt verantwortlich.
Aufgebaut wurde der Christkindlmarkt am Stadtplatz und der Fußgängerzone, wo er bis heute stattfindet (vgl. Aichacher Zeitung vom 26./27.11.1983). In den letzten Jahren wurde der Christkindlmarkt jedoch auf der Südseite des Rathauses erweitert.

Ablauf

Eröffnung:

Die Eröffnung erfolgt immer am ersten Tag des Christkindlmarkts durch den Bürgermeister der Stadt Aichach.

Die Eröffnungsrede von Bürgermeister Klaus Habermann aus dem Jahr 2010:

Ein herzliches Vergelts Gott der Aichacher Stadtkapelle für die stimmungsvolle
Einstimmung.
Und Ihnen/ Euch liebe Kinder, ein herzliches Grüss Gott!
Der große Johann Wolfgang von Goethe hat einmal geschrieben:
„Ich habe diese Zeit des Jahres gar lieb, die Lieder, die man singt,
und die Kälte, die eingefallen ist, machen mich vollends vergnügt!“

Und in der Tat:
Weihnachtszeit ist die schönste Zeit des Jahres (besonders wenn die ersten
Schneeflocken gefallen sind.)!
Zeit der Besinnung, eine Zeit, in der man gerne noch etwas mehr
zusammenrückt, in der man sich besonders empfänglich für Gefühl

und für Stimmungen zeigt!

Und wo wäre diese besondere Stimmung besser einzufangen, als auf
unserem heimeligen Christkindlmarkt, mitten im Herzen unserer schönen Stadt!
Das einmalige Flair unseres wunderschön dekorierten Stadtplatzes, die hübsch geschmückten und bunt gefüllten Verkaufshäuschen (...die zum Bummeln einladen) und der Duft nach Glühwein, Bratwürsten und sonstigen Leckereien ..., all dies bedeutet ein Stück Lebensqualität, auf die wir eigentlich nur ungern verzichten würden!

Es ist eben „unser Weihnachtsmarkt“, der mit sehr viel Liebe und Engagement
gestaltet ist, wofür es allen Beteiligten ein herzliches Vergelts Gott zu sagen gilt!

Allen Standbetreibern, meinen tüchtigen Mitarbeiterinnen aus der Verwaltung
und unserem superfleißigen Bauhof, der i. d. letzten Tagen Schwerstarbeit
zu leisten hatte.

Zum bereits 6ten Male läuft dieser Markt übrigens unter Regie der Stadt,
täglich geöffnet (!!) und wohl gelungen/ vielfältig und heimelig,
worauf wir schon ein bisserl stolz sind.

Insgesamt 29 Weihnachtshäuschen haben wir heuer rund um`s Rathaus drapiert,
mit vielfältigem Angebot für die Augen und für den Gaumen (auch für die Nase).
Und vielleicht finden Sie ja hier auch gleich das noch fehlende Weihnachtsgeschenk,
für Ihre Lieben oder auch für Sie selber?

Es wird auch heuer ein buntes, attraktives Rahmenprogramm geben, die Rotarier werden wieder ein Auto verlosen und natürlich werden wir auch heuer ab dem 1. Dezember täglich abends um 17.30 h unseren bekannten Rathaus-Adventskalender öffnen.

Natürlich durch unseren Nikolaus und das Christkind (wie gewohnt jeweils mit einer kleinen Geschichte) …. und gestaltet heuer übrigens von unseren Aichacher Schulen (und unserem künftigem Schulverbundspartner, der Volksschule Kühbach).
Freuen wir uns darauf (wirklich superschöne Motive, das kann ich versprechen).
Bei mir im Rathaus ist es seit heute schon „verdunkelt“, die Läden sind geschlossen!
Und dann hat sich für den 19. Dez. auch noch der Bayerische Rundfunk hier angesagt,
was einmal mehr die besondere Qualität unseres Christkindlmarktes belegt!

So. aber jetzt – bevor sich der Nikolaus vorstellt und dann das Christkind und die Engerl hier eintreffen werden - irgendwas fehlt doch noch, liebe Kinder.
Schaut einmal unseren schönen Christbaum an….?

Richtig, der ist ja noch dunkel: deshalb also die Lichter an!
Der Aichacher Weihnachtsmarkt 2010 ist hiermit eröffnet.

Ich wünsche uns allen viele schöne Stunden hier und eine stimmungsvolle,
friedvolle Einstimmung im Advent…!
Ich freue mich auf zahlreiche Begegnungen!

Die Entwicklung des Aichacher Christkindlmarkts:
Im ersten Jahr fand der Aichacher Christkindlmarkt an allen vier verkaufsoffenen Samstagen vor Weihnachten statt. Sonntags hatten die Buden geschlossen. Der Christkindlmarkt bestand im Jahr 1983 aus insgesamt 15 Häusern. Laut aga-Mitglieder wurden diese von Geschäften finanziert, welche der Aktionsgemeinschaft Aichach angehörten (vgl. Aichacher Zeitung vom 28.11.1983). Im Lauf der Zeit vergrößerte sich der Markt. Deutlich wird dies an den steigenden Zahlen der Buden. So bestand der Christkindlmarkt im Jahr 1985 nicht mehr aus 15, sondern aus 20 Häusern (vgl. Aichacher Zeitung vom 6.12.1985). Im Jahr 1993 zählte man schon 25 Fieranten, die auf dem Aichacher Christkindlmarkt für eine gemütliche Weihnachtsstimmung sorgten (vgl. Aichacher Zeitung vom 10.12.1993). Drei Jahre später, 1996, gab es dann 29 Buden auf dem Christkindlmarkt (vgl. Aichacher Zeitung vom 29.11.1996). Blickt man auf das Jahr 2011 zurück, hatte der Markt 28 Buden (http://www.augsburger-allgemeine.de/aichach/Standbetreiber-in-Aichach-sehr-zufrieden-id18029041.html). Dies zeigt, dass die Größe des Christkindlmarkts mit knapp 30 Buden in den letzten 15 Jahren nicht stark schwankte.


Zu Veränderungen kam es über die Jahre bei den Öffnungszeiten des Christkindlmarkts. Im ersten Jahr, 1983, hatte der Christkindlmarkt vormittags von 10 Uhr bis in den späten Abend geöffnet (vgl. Aichacher Zeitung vom 26./27.11.1983). Verkürzt wurden die Öffnungszeiten dagegen im Jahr 1987. Die Buden öffneten in diesem Jahr erst nachmittags um 15 Uhr bis abends 20 Uhr (vgl. Aichacher Zeitung vom 4.12.1987). Doch 1996 veränderten sich die Öffnungszeiten erneut und der Christkindlmarkt konnte wieder vormittags besucht werden (vgl. Aichacher Zeitung vom 29.11.1996). In den letzten Jahren öffnete der Christkindlmarkt immer samstags und sonntags von 13 Uhr bis 20 Uhr seine Tore (vgl. http://www.myheimat.de/aichach/freizeit/der-christkindlmarkt-mit-dem-gewissen-etwas-aichacher-rathaus-dient-als-adventskalender-d60470.html und Aichacher Zeitung vom 16.12.2011).


Zu einer positiven Veränderung kam es im Jahr 2000, als der Christkindlmarkt von Freitag bis Sonntag seine Pforten geöffnet hatte (vgl. Aichacher Zeitung vom 1.12.2000). Aichachs Bürgermeister Herr Habermann erklärte im Interview: Seit 7 Jahren ist die Stadt selbst Veranstalter und seither haben wir täglich geöffnet.
Durch Gespräche mit Verantwortlichen der aga wurde deutlich, dass das Schmücken der Buden von großer Wichtigkeit war. So wurden die Häuserl im ersten Jahr mit tannengrünen Girlanden geschmückt. Später wurden dafür echte Tannenzweige bevorzugt. Inzwischen tragen die Buden wieder künstliches Tannengrün (vgl. Aichacher Zeitung vom 9.12.2011). Im Jahr 1983, beim ersten allgemeinen Aichacher Christkindlmarkt, hat es bereits einen großen hellen Weihnachtsbaum am Rathaus gegeben (vgl. Aichacher Zeitung vom 26./27.11.1983). Dieser Christbaum wurde zu einem festen Bestandteil und ziert bis heute jedes Jahr den Aichacher Christkindlmarkt. Im Lauf der Jahre musste der Christbaum seinen Standort wechseln und zog vom Rathaus aus ein paar Meter Richtung Süden. Des Weiteren wird der Christkindlmarkt noch mit vielen kleinen Christbäumen geschmückt.

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(Bild: Aichacher Zeitung)

Im Jahr 1988 fand der Aichacher Christkindlmarkt vor dem neuen Verwaltungsgebäude am Tandlmarkt statt (vgl. Aichacher Zeitung vom 5.12.1988). Grund dafür war laut aga die Renovierung des alten Rathauses.


Der Aichacher Christkindlmarkt und sein Charakter:
Besonders hervorgehoben wird, dass der Christkindlmarkt bleiben soll, was er ist: Ein Treffpunkt in kleinem Rahmen, der durch viel Atmosphäre besticht. Es ist nicht der Rummel und das große Geschäft der Budenbesitzer vordergründig, sondern die Beschaulichkeit des Christkindlmarkts. Bereits im ersten Jahr machten Besucher den Budenbesitzern Vorschläge, wie der Markt noch attraktiver werden kann. Dies zeigt, dass der Markt akzeptiert wurde und sich die Besucher mit ihm identifizieren (vgl. Aichacher Zeitung vom 2.12.1983).
1984 wurde betont, dass im letzten Jahr mit dem Christkindlmarkt etwas begründet wurde, was zur Tradition werden soll. Das Ziel der Einzelhandelsgeschäfte ist es, eine heimelige vorweihnachtliche Atmosphäre für ihre Besucher zu schaffen (vgl. Aichacher Zeitung vom 7.12.1984). Das auch im Gespräch mit einem aga-Mitglied bestätigt wurde.

Der Christkindlmarkt sollte ein Treffpunkt zum Plaudern und Entspannen und das Gegenteil von Groß-Veranstaltungen sein (vgl. Aichacher Zeitung vom 6.12.1985). Auf dem Markt sollte es gemütlich sein ohne jegliche Hektik (vgl. Aichacher Zeitung vom 5.12.1986). Bekannt ist der Aichacher Christkindlmarkt zudem für seine familiäre Atmosphäre (vgl. Aichacher Zeitung vom 12.12.1997). Aichachs früherer Bürgermeister Hutzler betonte einmal in seiner Rede, dass der Aichacher Christkindlmarkt ein Treffpunkt menschlicher Begegnung sein sollte (vgl. Aichacher Zeitung vom 29.11.1993).

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(Bild: Aichacher Zeitung)


Auch Aichachs aktuelles Stadtoberhaupt, Bürgermeister Klaus Habermann, betonte im Interview, dass der Christkindlmarkt heute noch ein Treffpunkt sein soll, wo es gemütlich ist. Habermann weiter: Es soll ein Ort sein, wo man sich mit Freunden, Bekannten und Kollegen trifft. Ein Ort, der das Wir-Gefühl verstärkt und natürlich auch ein Ort, der die Menschen anzieht (... auch von Auswärts)! Genau genommen ist das halt auch ein kleiner Baustein im Puzzle Stadtmanagement!


Die große Änderung auf dem Aichacher Christkindlmarkt:
Im Jahre 1989 kam es zu einer grundlegenden Änderung. Plastikfreier Christkindlmarkt forderten Johanna Lenz und Monika Putz-Funk von den Müttern gegen Atomkraft. Darauf wurde rasch reagiert. 700 Porzellantassen hatte die aga angeschafft. So kam es im Jahr 1989 zu einem Ende des Umweltverschmutzers Plastikbecher auf dem Aichacher Christkindlmarkt. Besonders glücklich zeigt sich Bürgermeister Riepl bzgl. der Aichacher Vorreiterrolle in Sachen Porzellan statt Plastik. Laut Aichacher Zeitung will die Stadt im Frühjahr 1990 Messer, Gabeln, Kuchenteller und Kaffeetassen anschaffen. So sollte künftig der ganze Christkindlmarkt plastikfrei werden ( vgl. Aichacher Zeitung vom 30.11.1989).


Das Angebot des Aichacher Christkindlmarkts:
Schaut man sich die einzelnen Artikel über den Aichacher Christkindlmarkt an, fällt auf, dass es dort von Beginn an ein abwechslungsreiches und vielfältiges Angebot gab. Essen und Trinken waren immer vorhanden, nahmen jedoch nicht einen zu großen Platz ein. Zu diesem vielfältigen Sortiment des Aichacher Christkindlmarkts gehören Bastelartikel, Bienenwachskerzen, Christbaumschmuck, Porzellan, Krippenfiguren, Handarbeiten, Kerzen und vieles mehr (vgl. Aichacher Zeitung vom 26./27.11.1983 und 10.12.1993). Aichachs Bürgermeister Klaus Habermann sprach im Interview davon, dass ein ausgewogenes Warensortiment mit weihnachtlichem Sortiment ein wichtiger Punkt bei der Gestaltung des Christkindlmarkts sei. Habermann: Es soll eben nicht nur eine Fressmeile sein.


Das Rahmenprogramm des Aichacher Christkindlmarkts:
Der Aichacher Christkindlmarkt bietet zudem ein breites und vielgefächertes Rahmenprogramm.
1983 hat der Liederchor Aichach und ein Bläserquintett der Bauernmusi am ersten Adventssamstag den Advent angesungen. Eine wahre Menschentraube hatte sich vor dem Rathaus versammelt und lauschte den besinnlichen Liedern (vgl. Aichacher Zeitung vom 28.11.1983). Dies hat sich zu einer echten Tradition des Aichacher Christkindlmarkts entwickelt und ist bis heute erhalten geblieben. Anhand der unterschiedlichen Zeitungsartikel über die Jahre konnte folgende Entwicklung erkannt werden: In den Anfangsjahren fand das Adventssingen des Liederchors auf dem Christkindlmarkt statt und zog später in Richtung des Spitals um. Dort fand es vor der Spitalkirche statt (vgl. Aichacher Zeitung vom 27.11.1986). Zwischenzeitlich wurde es auch mal auf dem Tandlmarkt vor dem neuen Verwaltungsgebäude veranstaltet (vgl. 20./21. 11.1993). Im letzten Jahr fand das Weihnachtskonzert des Liederchors am dritten Adventssamstag in der Spitalkirche statt (vgl. Aichacher Zeitung vom 16.12.2011).


Zum ersten Christkindlmarkt im Jahr 1983 wurden die Mädchen und Buben aufgefordert, ihre Lampions mitzubringen, um die weihnachtliche Atmosphäre auf dem Aichacher Christkindlmarkt zu verschönern (vgl. Aichacher Zeitung vom 2.12.1983). Was laut der verschiedenen Zeitungsartikel zu einem festen Bestandteil und zu einer festen Tradition bis Ende der 1990er Jahre in Aichach wurde. In den letzten Jahren konnten auf dem Aichacher Christkindlmarkt keine Kinder mit Lampions gesehen werden.

Des Weiteren darf auf dem Aichacher Christkindlmarkt die Live-Musik nicht fehlen. Sie ist ein zentraler Baustein im Rahmenprogramm des Christkindlmarkts. Deutlich wird dies, wenn man das Jahr 1985 und 2011 miteinander vergleicht. 1985 wurde der Christkindlmarkt an einem Adventssamtag von der Aichacher Musikschule, den Jagdhornbläsern und dem Zahlinger Gesangsverein besucht (vgl. Aichacher Zeitung vom 6.12.1985). Im letzten Jahr besuchte Jürgen Laufer mit seiner Drehorgel, die Stadtkapelle und die Sax-Family den Aichacher Christkindlmarkt (vgl. Aichacher Zeitung vom 16.16.2011). Dies waren jedoch nicht die einzigen Live-Gruppen auf dem Christkindlmarkt 2011 in Aichach.

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(Bild: Aichacher Zeitung)

Zu einem festen Bestandteil des Aichacher Christkindlmarkts wurde auch der Besuch des Nikolaus. Seit dem Bestehen des Adventskalenders (1997) kommt der Nikolaus jeden Tag und besucht nicht nur die vielen Kinder, sondern öffnet auch die Türen des Adventskalenders. Begleitet wird er dabei von Engeln und dem Aichacher Christkindl. Durch die einzelnen Artikel wurde ersichtlich, dass der Besuch des Christkindls immer mehr zur Tradition wurde (vgl. http://www.aichach.de/startseite/aic_christk_Flyer2.pdf und http://www.augsburger-allgemeine.de/aichach/Christkind-und-seine-Engel-geben-das-Startsignal-id6916286.html). Auch in den Jahren vor dem Aichacher Adventskalender wurde der Christkindlmarkt immer wieder vom Christkindl besucht. Als mögliches Beispiel kann dafür das Jahr 1993 angeführt werden. Hier besuchten das Christkindl, der Nikolaus und Bürgermeister Hutzler den Christkindlmarkt. Mit im Gepäck hatten sie 700 Plüsch- und Kuscheltiere. Des Weiteren hatten der Nikolaus und das Christkindl zu einer kleinen Rundfahrt durch die Altstadt mit einer Kutsche eingeladen (vgl. Aichacher Zeitung vom 3.12.1993).


Am 20.12.1986 gab es auf dem Christkindlmarkt zum ersten Mal eine lebende Krippe mit der Dorfgemeinschaft Algertshausen (vgl. Aichacher Zeitung vom 5.12.1986). Das war der Beginn einer Tradition. Die Krippe wurde nun zu einem wichtigen Schmuckstück des Christkindlmarkts, was aus verschiedenen Zeitungsartikeln hervorgeht (vgl. Aichacher Zeitung vom 20./21.11.1993). So gab es in den folgenden Jahren immer wieder unterschiedliche Krippen von verschiedenen Besitzern zu sehen. Seit ein paar Jahren wird jedes Jahr in einem riesigen Schaukasten eine große Krippe ausgestellt.


In all den Jahren des Christkindlmarkts gab es immer wieder ein breites Angebot für Kinder. Als Beispiel dafür kann das Christkindlpostamt 1987 angeführt werden (vgl. Aichacher Zeitung vom 4.12.1987). Aber auch das Dampfkarusell für Kinder im Jahr 1988 (vgl. Aichacher Zeitung vom 12.12.1988). Betrachtet man die Zeitungsartikel, wird deutlich, dass in den letzten Jahren diesem Bereich nicht mehr so große Bedeutung zugesprochen wird wie in den Anfangsjahren.


Im Jahr 1997 wird dem Christkindlmarkt eine weitere Attraktion durch Bürgermeister Klaus Habermann hinzugefügt. Es handlet sich um den Adventskalender am Aichacher Rathaus. In diesem Jahr haben namenhafte Künstler die Gestaltung der einzelnen Fenster an der Ostseite der Fassade übernommen (vgl. Aichacher Zeitung vom 28.11.1997). Auf diese neue Attraktion ist besonders Bürgermeister Klaus Habermann stolz (vgl. Aichacher Zeitung vom 2.12.1997). Im Interview teilt Herr Habermann mit, dass dieser Adventskalender eher aus einem Zufall entstand. Habermann: Mir fiel damals auf, dass das Rathaus da genau 24 Fenster hat. Und da kam dann die Idee mit dem Adventskalender, den damals unser Kunstkreis gestaltet hat. Unser Bauhof lieferte die richtige Hinterleuchtung und der Erfolg war gigantisch. Das hat uns ermutigt weiter zu machen und heuer nun war es bereits das 15te Mal, wo wir ihn präsentieren konnten.

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(Bild: Aichacher Zeitung)

Interview mit Aichachs Bürgermeister Klaus Habermann:


1)Was sollte der Aichacher Christkindlmarkt für die Besucher sein? In den Anfangsjahren hieß es immer wieder, der Aichacher Christkindlmarkt sollte ein Treffpunkt sein, wo es gemütlich ist.
Das gilt auch heute noch. Es soll ein Ort sein, wo man sich mit Freunden, Bekannten und Kollegen trifft. Ein Ort, der das Wir-Gefühl verstärkt und natürlich auch ein Ort, der die Menschen anzieht (...auch von Auswärts)! Genau genommen ist das halt auch ein kleiner Baustein im Puzzle Stadtmarketing!

2) Der Aichacher Adventskalender wurde von Ihnen eingeführt. Seit wann gibt es diesen und was verbinden Sie mit ihm? Und was steht dahinter (Sollte es das Warten auf die Adventszeit versüßen/ verkürzen etc.)?
Unser Rathaus Adventskalender ist im Jahre 1997 eher aus einem Zufall entstanden. Mir fiel damals auf, dass das Rathaus da genau 24 Fenster hat. Und da kam dann die Idee mit dem Adventskalender, den damals unser Kunstkreis gestaltet hat. Unser Bauhof lieferte die richtige Hinterleuchtung und der Erfolg war gigantisch. Das hat uns ermutigt, weiter zu machen und heuer nun war es bereits das 15te Mal, wo wir ihn präsentieren konnten. Täglich bis Heilig Abend treffen sich da zum Öffnen des Fensterl mehrere hundert Menschen (v.a. auch Kinder), wo gibt es so was sonst noch? Stadtfamilie pur, kann ich da nur sagen. Und natürlich zieht diese Aktion auch viele Menschen von auswärts an; eine tolle Ergänzung und Bereicherung für unseren Christkindlmarkt, ein Alleinstellungsmerkmal kann man fast sagen. Das übrigens auch die überörtlichen Medien anzieht (sogar das Bayerische Fernsehen war schon da)!

3) Was ist Ihnen bei der Gestaltung des Aichacher Christkindlmarkts wichtig?
Eine kuschelige, heimelige Atmosphäre und ein ausgewogenes Warensortiment mit weihnachtlichem Sortiment. Es soll eben nicht nur eine Fressmeile sein.

4) Was macht den Aichacher Christkindlmarkt einzigartig?
Die tolle Lage am Rathaus, die liebevolle Gestaltung u n d... die Übersichtlichkeit (mit schönen Unterständen, wo man gemütlich seinen Glühwein trinken, seine Würstel essen und mit Freunden ratschen kann. Wir versuchen, die Gestaltung jedes Jahr weiter zu optimieren. Unsere Besucher (die Jahr für Jahr mehr werden..) erkennen dies an.

5) Was sollte am Aichacher Christkindlmarkt erhalten bleiben? Was ist für Sie sehr wichtig? (Laut meiner Recherche ist die Live-Musik seit Beginn ein zentraler Bestandteil des Aichacher Christkindlmarkts)
Die Gemütlichkeit und heimelige Gesamtoptik. Und natürlich auch ein ansprechendes Rahmenprogramm: mit dezenter Hintergrundmusik während der Woche und mit gelegentlichen Live-Darbietungen auf der Bühne. Aber alles im Rahmen, es soll vorweihnachtlich-gemütlich bleiben und keine marktschreierische Atmosphäre aufkommen.

6) 1983 wurde der erste gemeinsam Christkindlmarkt von der AGA veranstaltet. Das heißt, 2013 kommt es zu einem Jubiläum des Aichacher Christkindlmarkts. Planen Sie etwas Besonderes?
Davor gab es wohl schon einen Weihnachtsmarkt, den die Vereine organisiert haben. Zu Zeiten der AGA war der Christkindlmarkt zunächst auch nur am Freitag und Samstag geöffnet. Wir haben dann versucht, wenigstens noch den Sonntag dazu zu nehmen. Seit 7 Jahren ist die Stadt selber Veranstalter und seither haben wir täglich geöffnet. Ein echter Gewinn, wie ich finde! Gut möglich übrigens, dass wir uns für das Jubiläumsjahr 2013 auch noch was Besonderes einfallen lassen. Schau mer mal, jetzt kommt ja erst 2012!

7) In Aichach gibt es die klare Formulierung „Aichacher Christkindlmarkt“, was auch an den Begrüßungsschildern zu lesen ist. Liegt es an der Region oder hat es einen anderen Hintergrund?
Es ist eben unser Aichacher Christkindlmarkt , wir wollen auch damit unseren Stolz, unsere Alleinstellung zum Ausdruck bringen. Wenn man so will, eine Wortmarke, die keinen Zweifel aufkommen lässt. Auch das ist Stadtmarketing!

Termin

Dieser Brauch ist vom 01.12.2017 bis zum 24.12.2017.

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Diese Seite wurde zuletzt am 9. Mai 2017 um 07:43 Uhr geändert. Diese Seite wurde bisher 13.507-mal abgerufen (from Cache).
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