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Adventskranz

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Einen Adventskranz aufzustellen ist ein christlicher Brauch, der sehr weit verbreitet ist. De Adventskranz ist ein Kranz, der meist mit Tannen- oder Fichtenzweigen umwunden ist und auf den vier Kerzen gesteckt sind. Von einem Adventssonntag zum nächsten wird eine Kerze mehr angezündet, bis am 4. Advent alle Kerzen brennen.

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Termin

Dieser Brauch ist vom 03.12.2017 bis zum 24.12.2017.

Ablauf

Den Adventskranz gibt es heutzutage in fast allen Teilen der Welt mit überwiegend christlicher Bevölkerung. Traditionell hat man, wenn von Adventskranz die Rede ist, einen Kranz aus Tannenzweigen mit den vier Kerzen vor Augen. Das Grün kann aber auch von anderen Nadelbäumen oder Pflanzen stammen, deren Zweige abgeschnitten längere Zeit grün bleiben, wie Buchs, Fichte, Tujen etc. Ob in Amtsgebäuden, Privathaushalten oder Kirchen: Der Kranz ist ein häufiger und populärer Begleiter der Menschen in der Adventszeit und dient, ähnlich dem Adventskalender, dem Hinzählen auf Weihnachten.

Häufig binden und schmücken Frauen den Kranz zu Hause selbst. Es gibt ihn aber auch ungeschmückt oder fertig dekoriert in Blumengeschäften, Garten- oder Supermärkten zu kaufen. Ein Vorteil der Kommerzialisierung des Adventskranzes liegt sicherlich darin, dass dadurch der Brauch mit aufrechterhalten wird. Einen Nachteil könnte man allerdings darin sehen, dass er damit in einem gewissen Rahmen Deko-Moden unterworfen ist. Manche Kränze mögen zwar als gelungene Advents-Dekoration gelten, das Wissen um den symbolischen Gehalt ihrer Gestalt (vier Kerzen, Immergrün etc.) spielt dabei allerdings kaum eine Rolle.

Anstelle des Adventskranzes kann in deutschen Haushalten, als raumsparende Variante, auch das Adventsgesteck mit nur einer Kerze treten. Oder der Teller mit vier Kerzen samt praktisch dauerhaftem weihnachtlichem Arrangement, aber ohne grünem Kranz. Gründe, die für dies Veränderungen angeführt werden, sind z.B.: der traditionelle Kranz mit Zweigen brenne leicht an, nadle mit der Zeit und werde unansehnlich.

Hintergrund-Infos

Adventskranz seit dem 19. Jahrhundert

Als Begründer dieses Brauches gilt der Hamburger Pfarrer und spätere Oberkonsistorialrat Berlins, Johann Hinrich Wichern (1808-1881). Im Advent 1839 hängte Wichern im Rauhen Haus in Hamburg, einem von ihm gegründeten Haus zur Betreuung gefährdeter Jugendlicher, einen Holzkranz auf. Auf diesem befanden sich 23 Kerzen, vier große weiße und 19 kleine rote. Die großen Kerzen wurden an den vier Sonntagen, die kleinen an den Werktagen bis Heilig Abend, angezündet. Ab den 1850er Jahren schmückte er dann einen Kronleuchter im Bet-Saal der Anstalt mit Tannenzweigen und zündete vom 1. bis 24. Dezember jeweils eine Kerze an.

Diese Aktion fand in Kirchen und später auch in den Familien großen Anklang. Allerdings veränderte sich die Gestalt des Kranzes vom wagenradgroßen Kranz mit 23 bzw. 24 Kerzen zu einem kleineren handlichen mit nur mehr vier Kerzen. Zur Verbreitung trugen auch Gärtnereien und Blumengeschäfte bei, die sich schnell auf die steigende Nachfrage einstellten.

Verbreitung

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Adventskranz fast ausschließlich in protestantischen Gebieten aufgestellt. Da der Süden Deutschlands mehr oder weniger in katholischer Hand war, fand man die Tannengestecke mehr in norddeutschen Familien. In den Jahren des Zweiten Weltkrieges, die mit einer hohen Mobilität weiter Bevölkerungskreise verbunden waren, gewann der Adventskranz auch im Süden immer mehr an Beliebtheit. Die katholische wie evangelische Kirche nutzten den anschaulichen Brauch, einen Kranz im Kirchenraum aufzustellen und die Kerzen, verbunden mit entsprechenden Hinweisen auf Sinn und Zweck der Adventszeit, nach und nach zu entzünden. Nachdem die Menschen die Kränze mit den vier Kerzen in den meisten Kirchen bewundern konnten, lag es nicht fern, auch im eigenen Haus einen Adventskranz aufzustellen. Seit den 1940er Jahren ist der Brauch auch in Österreich zunehmend vertreten.

Symbolik

Der grüne Kranz mit den vier Kerzen ist durchaus symbolträchtig im christlichen Sinne. Die Christen feiern an Weihnachten nämlich die Geburt des Lichtes der Welt Jesus Christus. In Texten, Liedern, Predigten und Meditationen zu Adventszeit werden deswegen Gedanken geäußert wie: Das sanfte, aber immer heller werdende Licht des Kranzes solle den Christen den Weg zeigen, soll ihnen die Angst nehmen, ihre Gemeinschaft fördern, zum Nachdenken und zur Besinnung anregen.

Die Form des Kreises wird als ein Hinweis auf den Kreislauf der Zeit und des Lebens gedeutet, das für Christen, die an die Auferstehung und das Ewige Leben glauben, niemals endet. Grün und damit die grünen Zweige stehen für die Hoffnung, eine der christlichen Haupttugenden. Insgesamt gilt der Adventskranz im christlichen Sinne als Zeichen der Hoffnung auf die Auferstehung, den Sieg von Licht und Leben (= Christus) über Dunkel und Tod.

Literatur

  • Hammel, Ingrid: Christliche Bräuche und Symbole. Eine Zusammenstellung, Hilfe und Anleitung zur Pflege und Erhaltung christlicher Bräuche. Mit Beispielen aus der Stadt und der Umgebung von Schwäbisch Gmünd. Schwäbisch Gmünd 1988.
  • Kirchhoff, Hermann: Christliches Brauchtum. Feste und Bräuche im Jahreskreis. München 1995.
  • Pötzl, Walter (Hg.): Brauchtum. Von der Martinsgans zum Leonhardiritt, von der Wiege bis zur Bahre. Augsburg 1999.
  • Seethaler, Susanne: Unsere bayerische Lebensart. Echtes Brauchtum von A-Z. München 2004.
  • Wolf, Helga Maria: Das neue Brauchbuch. Alte und Junge Rituale für Lebenfreude und Lebenshilfe. Wien 2000.

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